Sonstiges

Second Life: Software unter Open Source Lizenz gestellt

genauergesagt unter die GNU GPL version 2, wer es genauer wissen möchte. Linden Lab, die Firma hinter Second Life, begründet die Maßnahme wie folgt: Releasing the source now is our next invitation to the world to help build this global space for communication, business, and entertainment. We are eager to work with the community and businesses to further our vision of our space.

Früher als gedacht bewegt sich also Linden Lab imho zu einem offenen Plattformanbieter. Im Gegensatz zu Firmen wie Blizzard (World of Warcraft) oder Sony (Everquest), die sowohl die Software zentral entwickeln und pflegen wie auch die Plattform betreiben. Angesichts einer möglichen Zukunft, der erste Anbieter eines standardisierten „3D-Webs“ zu sein, durchaus der richtige, wenn auch nach wie vor völlig offene Weg, was den Ausgang des Experiments angeht. Letztlich ist es nicht nur das Outsourcen von Entwicklerkapazitäten, es ist auch und vor allen Dingen das Freisetzen der Kreativität zahlreicher Individuen, die schon in der Vergangenheit bewiesen haben, in der Lage zu sein, zB ein Linux oder Apache (beliebteste Webserver-Sys) auf den Weg zu bringen.

via Blogschrott & Webmaster Blog

ergänzend dazu: Rosedale and other executives say they fully expect there eventually to be multiple virtual worlds that use Linden’s code, or that at least are interoperable with Second Life, so avatars can pass from one world to another. Says Rosedale: „Say IBM builds its own intranet version with our code that’s somewhat different from Second Life. But it’s probably not that different. A user may say ‚Wow, this virtual thing IBM’s built is pretty cool. Now I want to go the mainland.‘ And we have another customer.“ Genau das Übergehen in ander Welten ist ein zentrales Element dabei, das mir seit dem Lesen des Buchs Otherland/Tad Williams ungemein reizvoll erscheint. via Notizen aus der Provinz

Im Zuge dessen würde ich auch vermehrt auf die Firmen achten, die sich auf neuartige Werbemethoden spezialiseren. Wenn es zutrifft, dass die Zukunft im Netz das „alte 2D Web“ und das neue „3D Web“ sein wird.

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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

8 Kommentare

  • Ich hatte heute Nachmittag leider keine Zeit meine Gedanken etwas ausführlich darzulegen, aber es passt gerade so zu deinem „früher als gedacht“. Ich würde eher sagen „später als notwendig“ oder „gerade noch rechtzeitig“. Secondlife erlebt IMHO viel weniger Anschub als es erleben könnte, wenn die Software etwas besser wäre. Gerade was ich so von Backgrondgeschichten mitbekommen habe (nur am Rande gekratzt – deutsche Community, etc.) hat es teilweise immer wieder an technischen Enden gemangelt und man konnte deshalb gewisse Dinge nicht umsetzen.

    Da bleibt nur stark zu expandieren oder OpenSource – Der OS-Weg ist imho ein guter aber auch mutiger. Bin gespannt wie das weiter verläuft.

  • Natürlich ist das ein Experiment und ein riskantes. Zum Beispiel sind spezialisierte Clients für die Second-Life-Gesellschaft eine „disruptive Technologie“ im reinsten Sinne des Wortes. Sie werden u.a. NPCs ermöglichen, viele Jobs automatisierbar machen, die heute nur manuell gemacht werden können und bringen eine Menge Gefahren mit sich, was das Thema Contentklau angeht. Der Gesellschaft und Wirtschaft von Second Life stehen einige dramatische Umbrüche bevor.

    Anders als auf diesem Wege ist der Anspruch von Linden Lab, das Internet der Zukunft (oder zumindest einen wichtigen Baustein davon) auf den Weg zu bringen, aber nicht zu erreichen. Eine proprietäre Technologie, die von nur einem einzigen Anbieter geliefert werden kann, würden die meisten Kunden (vor allem die wichtigen Real World Brands und Entwickler) auf Dauer nicht akzeptieren.

  • Bei dem ganzen SecondLife, aber auch schon bei dem etwas älteren MMORPG, Boom muss ich auch immer an Otherland denken. Trotz der negativen Aspekte, die Tad Williams glücklicherweise nicht ausen vor lässt, träume ich von den Möglichkeiten und Freiheiten die ein solches System mit sich brächte.
    Aber obwohl ich die Öffnung des SL Quellcodes begrüße, möchte ich mir auf der Basis dieses Systems ehrlich gesagt keinesfalls die VR Zukunft vorstellen.
    Wie das angesprochene Beispiel, IBM Intranetserver, schon deutlich macht, wird das Betreiben eines Masterservers wohl immer ein ökonomisch bedingtes Monopol generieren. Ich weis nicht wieviel Ressourcen und Bandbreite ein solcher verbauchen würde, aber in Anbetracht der serverseiten Physikengine muss dies Immens sein.
    Unter einer solchen Prämisse, scheint mir eine freie Welt jedoch sehr sehr unwahrscheinlich.

    Dies kann m.E. nur durch eine Art „TreeHouse“ gewährleistet werden. Ein OpenSource Projekt welches dies in gewisserweise zu verwirklichen sucht gibt es auch schon: Croquet Project.
    Der zentrale Aspekt, welcher mir dieses System soviel sympathischer macht, ist das zugrunde liegende P2P Netzwerk. Aber ich befürchte mit einem großen professionellen Entwicklungsteam, wie es hinter SL steht, wird es auf Dauer nicht mithalten können. Bzw. kann es momentan schon nicht.
    Naja aber wer weis was die Zukunft noch alles bringt…

  • […] Both arguments are striking. But before discussing them let me first come back to the precondition of the idea: having an OS alternative to Second Life. LindenLabs went OpenSource in the meantime – a fact that is astonishingly fewly discussed in the community (for a discussion in German see this posting). This is now about two months ago and I consider it the invention of a new quality within the OpenSource discussion: while OpenLaszlo for example went OS the very moment the leading competitor, Macromedia/Adobe, atacked them and threatened to ruin their business model, it is now the market leader itself who hedges his bets by contributing a technological platform to the community. On the other hand: the code they make publically available is only the Second Life Client – not the server. Nevertheless this steales the original idea’s thunder a little. […]

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