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Töten auf Knopfdruck

das ist kein Videospiel. US-Piloten hatten im Irak vor vier Jahren am 23.03.03 auf britische Truppen am Boden gefeuert (friendly fire) und dabei einen Soldaten getötet und einen weiteren verletzt. Das Video zeigt aus der Cockpit-Perspektive eines der Piloten einer A-10 die routinierte Arbeit des Tötens. Die SUN hat vor Kurzem das bis dato unter Verschluss gehaltene Video veröffentlicht (offensichtlich zugespielt worden, es hat auch auf der politischen Ebene scheinbar deswegen Krach gegeben). Mehr dazu: Netzeitung, BBC und das Transcript

Im Video hört man den Funkverkehr der Piloten untereinander und mit mehreren Leitstellen, wie man die Ziele ausmacht, zu identifizieren versucht und dann den Angriff einleitet. Zu sehen ist vom Angriff so gut wie kaum etwas, außer den visuellen Zielvorrichtungen, die auf die Straße zeigen, auf der sich die LKWs bewegen. Kurz nach dem Angriff bekommen die Piloten mit, dass sie einen Fehler begangen haben. Danach hört man nur noch Worte wie fuck, shit, we’re in jail dude, sick….

*Gänsehaut, wie einfach es ist, Menschen zu richten, wenn man es nur antrainiert bekommt. Hätte das nicht auch eine Familie in olivgrünen LKWs sein können, die abzuhauen versucht? Krieg ist sowas von absurd und gehört hoffentlich eines Tages auf den Müllhaufen der jungen Geschichte der Menschheit*

das ist übrigens die Hauptwaffe, mit der A-10 Piloten ihre Aufgabe erledigen. Im Vergleich dazu ein VW Käfer, um Vorstellungen vom Ausmaß dieser Mördermaschine zu bekommen:
Waffe
man kann sich also vorstellen, was mit dem Opfer passiert, wenn es von Kugeln aus dieser Hochgeschwindigkeitswaffe getroffen wird und was dann übrigbleibt. Und das ist die A-10.

Kleines „Späßle am Rande„: Bush wird vor dem Kongres eine Erhöhung der Militärsausgaben für 2008 auf über 700.000.000.000 USD beantragen. Und: Eingespart werden soll bei den staatlichen Krankenversicherungsprogrammen – bei Medicare für Ältere über fünf Jahre insgesamt rund 66 Milliarden und bei dem Programm Medicaid für Arme 12,7 Milliarden Dollar. Man stelle sich vor, die Deutschen würden so einen Haushalt ansteuern. Entweder würde man vorher Deutschland in Schutt und Asche bomben (weil umgehend historisch bedingte Zweifel an den Absichten einer jungen Demokrati aufkämen) oder aber es gäbe Bürgerkrieg. Die USA dahingegen,… Schulterzucken der Weltgemeinschaft und die US Bürger nehmens halt hin oder reduzieren halt bisserl via Demokraten den Haushaltsvorschlag des Präsidenten.


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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

18 Kommentare

  • Es waren mehrere Verletzte, wie man vorhin auf n-tv, CNN und BBC sehen konnte.
    Gleich zu Beginn des Irak-Krieges zeigte CNN übrigens live, wie ein englischer Panzerjäger mit seiner Panzerfaust einen eigenen Panzer plättete, der aus einem Sandsturm vor ihm auftauchte. Die Reaktion war allerdings eine andere. Der Schütze brach ohnmächtig zusammen, als er mitbekam, was er da angestellt hatte.

  • Zu der Feuerkraft:
    Das ist gar nicht im Vergelich zu dem, was mit Metalstorm möglich wird:

    http://www.metalstorm.com/

    Interessant was so Bomberpiloten auf einmal für ein schlechtes Gewissen bekommmen, wenn sie Ihre eigenen Truppen umbringen. Beim unschuldigen Zivilisten setzt das scheinbar nicht ein. Ich glaube hier ist vielmehr die Angst um den eigenen Arsch auscchlaggebend, als dass man gerade einen Unschuldigen hingerichtet hat.

  • als ehemaliger soldat muss ich allen nicht soldaten sagen, das dies in jeder armee der welt vorkommt, es sitzen eben immer noch menschen am knopf.

  • Man nennt sie auch Warzenschwein. Wahrscheinlich weil sie so hässlich ist. Auf jeden Fall ist sie eigentlich ein reiner Panzerjäger und kann sehr langsam und tief fliegen. Sie macht Fluggeräusche die einem die Nackenhaare aufstellen lässt und ist allein damit schon furchteinflössend. Ich habe sie selber schon in in Aktion erlebt.

  • 700 Mrd. Dollar um einen Krieg zu führen, 5 Flotten mit mehren hundert Schiffen und tausenden Flugzeugen seetüchtig zu halten und den ganzen Rest der Armee durchzufüttern … andere Staaten haben das nicht mal als verfügbare Summe für den gesamten Haushalt: z.B. Deutschland … 2006 waren 261 Mrd. Euro für den gesamten Haushalt veranschlagt worden 😉 … nur um das mal gesagt zu haben (27,87 Mrd. davon für Verteidigung) … Quelle

    Selbst wenn wir wollten, könnten wir nicht so weit aufrüsten, wie es die Supermacht Amerika bereits vorgemacht hat. Da können wir noch so oft Exportweltmeister werden 😉

  • Krieg ist nie schön, war es nie und wird es auch nie sein. Wer da angesichts solcher Bilder schockiert ist oder nicht versteht warum deutsche Soldanten mit Knochen, verstorbener spielen, der verkennt die Realität und die Situationen vor Ort, ebenso wie auch die Menschen in derlei Situationen.

    Um mal die absurden Zahlen zu verdeutlichen und ein Gefühl für die Zahlen bekommt:
    700 Mrd. Dollar im Jahr, machen etwas mehr als „1,3 Million Dollar pro Minute“.

    Und wir wissen doch, unsere amerikansichen Freunde, sind halt nicht so bescheiden wie wir hier, sondern da zeigt man auch immer wieder gerne was man hat…wem auch immer!

  • leider nix neues wie horst ja auch schon sagte, das hatten wir 91 aquch schon, manchmal sind 10% der eigenen gefallelenen durch friendly fire gefallen….aber eines, der groessenvergleich ist laecherlich, bitte nochmal facts checken, das ist ne normale 30mm kanone nicht ne 150mm haubitzer…..das ganze cockpit incl kanone ist schmahler als ein kaefer, wers nicht glaubt gucke mal ein wenig rum….hier ein anfang:

    http://tech.military.com/equipment/view/89695/a-10-oa-10.html

    witzige story am rande, eine a10 und f15 hatten mal ne mid air wing collission, dabei ist der f15 der fluegel durchgeschnitten worden…der lieben warthog ist nix passier 😉

    ely

  • Ich weiss auch nicht, so etwas geschieht wahrscheinlich jeden tag, wenn auch nicht so spektakulär. Und erst wenn’s ein Video darüber gibt, fangen die Zeitung etc. an sich darüber aufzuregen. Auch irgendwie bedenklich.

    PS.

    Robert, Don Alphonso hat dich in der Netzzeitung erwähnt. „Aber es gibt Ausnahmen wie «Spreeblick» und Basic «Thinking» …“

    http://www.netzeitung.de/feuilleton/39fragen/523082.html

  • @Jan: Dieses „Metalstorm„-Teil ist ja tatsächlich mal eine fiese Sache – erinnert irgendwie mächtig an Terminator oder ähnlich düstere Zukunftsvisionen… Prost-Mahlzeit, wenn sowas bei einer Armee Serienreife bekommen sollte.

  • Bei der ganzen Sache geht es eigentlich weniger darum dass jemand durch „friendly fire“ (Schon mal ein Scheissbegriff an sich) getoetet wurde, sondern wie dies geschehen ist und wie die Informationen darueber von der US Armee geheimgehalten wurden.

    Dass im Iraq sehr viele Menschen sterben ist ja bekannt, dass darunter auch Soldaten sind ist auch nichts neues. Ich weiss nicht wieviele Deutsche Soldaten in Afghanistan getoetet worden sind, aber das duerfte in den Deutschen Medien ein grosses Thema gewesen sein. Hier vergeht eigentlich kaum eine Woche ohne dass man mal wieder morgens in den Nachrichten hoert dass ein, zwei oder auch mehr Soldaten getoetet worden sind. Meistens werden auch die Namen erwaehnt und oft kommen die Eltern (das sind ja oft sehr junge Leute, 18-20 Jahre alt) oder Ehepartner zu Wort.

    Dass es in einem Krieg Unfaelle gibt, Fehler gemacht werden und auch dadurch Soldaten sterben ist bekannt (von den Zivilisten mal ganz abgesehen).

    Worum es hier hauptsaechlich geht ist das wie und warum sowie die „Geheimhaltung“. Ich bin mit nicht ganz sicher ob es das bei jedem „friendly fire incident“ gibt, jedenfalls ist hier ein „inquest“ (mal frei uebersetzt „Untersuchung“) am Gange in dem die Hintergruende aufgeklaert werden sollen. Der zustaendige „Coroner“ (so eine Art Staatsanwalt der Todesfaelle aufzuklaeren hat) hat sich bitterlich beschwert dass er das Video in der Untersuchung nicht benutzen konnte weil die Amerikaner es als „secret“ klassifiziert haben. Das ist hier nicht sehr gut angekommen (die Geheimniskraemerei, nicht dass er sich beschwert hat), insbesondere bei den Tabloids wie der Sun. Da hat es auch einige Verstimmungen auf politischer Ebene gegeben, die wohl inzwischen so mit Ach und Krach geloest worden sind.

    Mit was fuer Waffen das ganze geschehen ist wird dagegen kaum erwaehnt. Ist ja im Endeffekt auch irrelevant. Als das ganze damals passiert ist wird es sicher erwaehnt worden sein, ist ja schon eine Weile her.

    Von der Diskussion ueber den Irakkrieg an sich will ich jetzt nicht mehr anfangen, da waere ich hier noch Stunden am schreiben.

  • friendly fire…

    In der Operation Desert Storm 1991 war beinahe ein Viertel aller Verluste der Koalition auf Friendly Fire zurückzuführen! Nach offiziellen Angaben amerikanischer und britischer Stellen wurden 35 amerikanische und neun britische Soldaten durch die Wa…

  • Kleiner aber bemerkenswerter Nebeneffekt dieser Waffe ist die Munition. Die besteht soweit ich weiß aus Uran – nur so bekommen die Geschosse die nötige Durschlagskraft, um das zu tun wofür das ganze Flugzeug gebaut wurde: Panzer knacken.

  • Videos: Friendly Fire…

    […]Das wird sich erst ändern, wenn – und ich zitiere Robert – Krieg „hoffentlich eines Tages auf den Müllhaufen der jungen Geschichte der Menschheit“ gehört. Ich bin der Meinung, bis es soweit ist, gehören die kriegstreibenden Politiker in die …

  • @Olaf
    Ja, Uranmunition besteht aus einem Kern legiert mit abgereicherten Uran, drumrum ein Metallmantel. Sehr hart und selbstschärfend um auch starke Panzerungen zu durchschlagen. Entstehender Uranstaub ist leicht entflammbar und setzt dann so allerhand Zeug in Brand. Das Auftreffen dieser Geschosse aus einer 30-mm-Revolverkanone (Gatling Gun) soll sich anhören, wie eine Kreissäge. Im Innern tanzen dann die Splitter und töten alles. Ekelig! Mit Wolframcarbid geht’s übrigens auch, nur teurer und nicht so wirkungsvoll, da die Geschosskerne schnell stumpf werden.

  • Kriege lassen sich wohl nie verhindern. Es wird immer wieder Situationen geben, die eskalieren werden wie im Irak.

    Nur muss man hoffen, dass die Militärs bei weiteren Kriegen nicht so diletantisch vorgehen wie die US-Armee in eigentlich all ihren Kriegen nach WWII. Es mag manschmal scheinen, als ob auch Zivilisten als „Feind“ gesehen werden.

    Habe gelesen, die US-Armee würde ihren „Strategen“ die „Kunst des Krieges“ von Sun Tsu lehren. Scheint aber nicht so, denn wie heißt einer der wichtigsten Sätze Sun Tsus? -> „Die größte Leistung besteht darin, den Widerstand des Feindes ohne einen Kampf zu brechen.“

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