Sonstiges

Blogger nehmen sich zu wichtig?

Der Kommentar von Jörg bringt mich da auf was. Er meint anlässlich des Schlämmer.tv Projekts und der zahlreichen Blog-Meinungen:

Manchmal habe ich allerdings den Eindruck, dass wir Blogger uns ein wenig zu wichtig nehmen. Es ist, als hat man eine rosarote Brille auf. Letztlich ist ein Weblog auch nur eine regelmäßig aktualisierte Website. Und ab und an braucht der Mensch auch etwas Abstand.

Blogger unterschätzen sich gewaltig
Witzigerweise habe ich eine völlig spiegelverkehrte Meinung: Blogger nehmen sich inbesondere im Zwergenstaat Deutschland noch viel zu unwichtig. Das beginnt im Kleinsten und zieht sich zum Ganzen durch. Sobald einer mal wozu auch immer Dampf macht, heißt es gleich, dass interessiere doch eh niemanden. Mit Niemanden meint man wohl 0% von 80 Mio Bundesbürgern. Sobald einer mal zuckt und selbstbewußt daherkommt, meinen andere Blogger oftmals, dass der nicht so viel Wind machen solle.

Die Stimme des kleinen Mannes potenziert?
Leute, mal die pathetische Nummer: Viele Blogger haben nicht mal ansatzweise verstanden, was sie da in der Hand halten. Die Power, die Blogs alleine für sich und gemeinsam im Netzverbund entwickeln, ist brachial und disruptiv. Was habe ich als Konsument und kleiner Pisser eigentlich vorher gemacht, wenn ich ein Problem zB mit einer Firma hatte? Mich entweder in den Arsch gebissen und das 10 Leuten erzählt, wie schlecht die sind. Oder halt den Gang zum Anwalt, mühsam durch die Instanzen und am Ende steht eh nur irgendein schrottiger Kompromiss. Toll, klatsch in die Hände, ist ja unglaublich! Heute kann ich Firmen wie TAZ (aktuelles Beispiel wegen komsicher Drückermethoden) dazu überreden, ihre Methodiken zu überdenken, weil das mir als Konsument nicht passt. Du kannst beliebig viele Beispiel nehmen, wie sehr sich Firmen mittlerweile an den Bloggern gesundgerieben haben, im positiven wie auch negativen Sinne. Große PR-Agenturen hatten mit ihren Millionenbudgets die Hosen gestrichen voll, als die „Du Bist Deutschland“-Kampagne zu kippen drohte. Weil ein nahezu im Volk unbekannter Blogger namens Johnny Haeusler nur mal bisserl Dampf gemacht hatte. Kannst Du das alleine ohne ein Blog? Komm, träum weiter, schüchterner Bubi-Konsument und „mündiger“ Ja-Sager Bürger.

Netzeffekte
Für die Statistiker unter uns: wenn ich an einem Tag +5.000 Menschen informieren kann, dass die Firma XYZ eindeutig und ziemlich heavy betrügt, wissen das durch simple Mundpropaganda-Effekte innerhalb 1 Monats sagen wir mal bestenfalls 1.125 Mio Menschen (5000*15*15). Schlimmstensfalls 5000 Menschen. 5000 oder 1.125.000? Was macht das schon, im Vergleich dazu, was ich vorher tun konnte. Einen Scheiß konnte ich tun. Nix. Heute setze ich den Artikel auf und die Firma ist in Gottes Hand. Ist das überhaupt jemanden auch nur ansatzweise bewußt, dass Blogger trotz aller Unkenrufe immer mehr Publicity erzeugen können? Die Blogosphäre schrumpft ja nicht, sie nimmt vehement an Fahrt auf. Die Informationsdichte wie auch Austauschrate der Konsumenten untereinander wird sich noch potenzieren (nicht nur hinsichtlich der Anzahl der Netzknoten, sondern es kommt demnächst durch always online Möglichkeiten und entsprechende Infrastrukturen wie auch mobile Geräte eine völlig neue Zeit- und Informationsdimension hinzu. Denkt man noch einen Tick weiter, wird man entweder den Biochip verfluchen oder willkommen heißen, je nach Perspektive.. realtime Informationsfluss, egal wo Du bist…). Firmen wie [setze mafiöse Firmen ein] werden nicht mal mehr ansatzweise ein sonniges Plätzchen rund um den Globus finden, höchstens bei den Talibans.

Blogs = Mensch-zu-Mensch Maschinen
Man hat bis dato nicht mal ansatzweise begriffen, was es bedeutet, wenn ich heute einfach zum Hörer greifen kann und weltweit irgendeinen Unternehmer-Promi per Du ansprechen kann. Man hat nicht mal ansatzweise begriffen, warum sich die Journalisten noch viel mehr Kopf um Ihre Existenz machen müssen, wenn sich die Experten auf abertausenden von Gebieten als Blogger betätigen und entsprechende Filtermechanismen ein Heise, Times, Forbes und und und nahezu verzichtbar machen. Man hat nicht mal ansatzweise begriffen, warum sich Regierungen Bloggern annehmen und diese einbuchten. Weil die etwa keine Macht besitzen?

Blogs vor dem globalen Sprung, Ländergrenzen zu überwinden?
Man hat nicht mal ansatzweise begriffen, welche unglaubliche Power in der wachsenden Vernetzung von Personen rund um den Globus besteht, unabhängig von Raum und Zeit. Nennt mich einen Vollidioten, aber mein Traum ist, dass wir eines Tages sogar Kriege zu verhindern wissen, ganz im Gegensatz zum UNO-Filz, wenn sich die Bürger der politischen Kretins annehmen, die nur mittels Kriegen Probleme zu lösen wissen. Dank der Blogs. Die internationale Blogosphäre hat allerdings noch einen langen Weg vor sich: die sprachlichen Barrieren verhindern, dass sich Uber-Blogs im Sinne von internationalen Hubs heranbilden, die Informationen länderübergreifend und zeitnah im dialogischen Sinne aufgreifen und übermitteln, aber auch als Katalysator für das Heranwachsen unmittelbarer Dialoge dienen. Zu hoch sind noch die Sprachbarrieren auf breiter Ebene (Startups… Babelfisch lässt grüßen, wer das Ding knackt, wird die Scheine nicht mehr zählen können). Noch ist es so, dass sich überspringende Infos auf nationaler Ebene ausbreiten, man aber eher weniger übergreifend miteinander redet. Auch das wird gelöst werden, erste Ansätze gibt es schon. Ihr braucht die Medien nicht, Ihr braucht das Fernsehen nicht, ihr braucht direkten Zugang zueinander.

Unterschätze niemals die Macht der Blogs und nehme Dich nicht zu unwichtig. Du hast eine gigantische Voice, Du musst sie nur erheben wollen.

C-Blogger = A-Blogger
Nachtrag, war ja klar:
Man schimpft mich A-Blogger, weil ich relativ gesehen bisserl mehr Traffic habe als viele andere Blogger bzw in der deutschsprachigen Blogosphäre mit am besten vernetzt bin. Das ist irrelevant. Nochmals: Die Brachialgewalt der Blogs macht sich nicht an A-Blogs fest, wenn man ihre Rolle versteht. Sie sind lediglich Beschleuniger und Verstärker, die die Ausbreitungswege von Nachrichten abkürzen. Es ist bedeutungslos, ob Nachrichten den kurzen oder langen Weg gehen. Um im obigen Beispiel anhand von Unternehmensängsten zu bleiben: es ist egal, ob die Firma den schnellen oder den langsamen Tod stirbt. Das Ergebns ist das gleiche. Und es ist ja nix Neues, dass man A-Blogs bewußt als Beschleuniger verwendet.

Speed
Und klar ist auch eins, dass nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen sein kann und nie sein wird. Dazu vorerst ein Gedankenspiel: früher benötigten Unternehmen ohne das Netz Jahrzehnte, bis sie bekannt waren. Ich meine jetzt weltweit. Im Internetzeitalter wurden Unternehmen wie Google innerhalb von 10 Jahren zu Weltmarken, die mit Coca Cola und Jesus gleichgezogen haben. In 10 Jahren. Jesus benötigte 2000 Jahre. General Electrics rund 50 Jahre. Google 10. MySpace und Youtube nicht mal 2 Jahre. Ein LonelyGirl15 gerade mal wenige Wochen. Das Muster ist klar erkennbar, wenn Informationen zwischen Menschen immer schneller fließen können. Dank der zunehmenden Informationsträgertechniken und zugleich derer Nutzung breiten sich Infos heute rasend schnell um den Globus aus. Im Mittelalter benötige man wieviele Wochen für eine Depesche von Moskau nach Lissabon? Es ist nicht schwer, in die Zukunft zu blicken, was das bedeutet. Angenommen, 1 Milliarde Menschen haben ein Blog oder what ever als persönlichen Infospace (dazu gehört natürlich sowas wie Netvibes, RSS Reader und und und). Angenommen, Du drehst ein total bescheuertes Video, das irgendwie alle anspricht. Weiß Du eigentlich, was das bedeutet? Du bist innerhalb weniger Tage ein Superstar für 1.000.000.000 Menschen! Hola!! Das ist ja noch möglicherweise ein nettes Beispiel, wenn Du wegen den plötzlichen Ruhm nicht Selbstmord begehst. Diese Dimensionen sind unvorstellbar. Und, das ist das Tragische: Strategisches Handeln wird dazu führen, nicht nur Firmen über Nacht das Genick zu brechen, bevor man sich auch nur annähernd zurechtfindet, was hier falsch gelaufen ist und man im Grunde genommen nix getan hat.

gesetzliche Regulierung des Netzverkehrs?
Das führt unmittelbar zur Frage, wie und ob man den Fluss von Informationen nach den ersten dramatischen Szenarien gar auf UNO-Ebene und nicht nur auf nationaler Ebene zu regulieren versuchen wird. Werden ISPs gezwungen, den Datenverkehr zu regeln, damit sich ein bestimmtes Informationspaket nicht mehr so schnell ausbreitet? Gar ganz und gar gelöscht wird? Net Neutrality heißt nicht für mich, das popelige Bandbreiten-Problem durch zunehmenden Datenverkehr irgendwie in den Griff zu kriegen. Das Problem ist zur Gänze ein Randfaktor. Das Problem wird tatsächlich der freie und unregulierte Fluss von Informationen jeglicher Art sein, die ein Thema auf höchster, politischer Ebene in den nächsten Jahrzehnten sein wird.

Das Pendel wird ausschlagen, das ist klar. Ich habe keinen blassen Schimmer, wie weit und in welche Richtung. Die Vernetzung der Menschen untereinander wird immense kulturelle Folgen haben. Allerdings bin ich viel zu wenig Philosoph, um das einordnen zu können, wie und warum etwas konkret passieren wird.

Resumee
Blogs sind nur ein Vorgeschmack, die ein künftiges Szenario vorbereiten. Es gibt also keinen Grund, sich nicht wichtig zu nehmen. Damit man sich darüber im Klaren ist, dass man sehr wohl etwas bewirkt und lernen werden muss, Verantwortung für sich und Dritte zu tragen. Das erste fällt schon schwer, das zweite ist …puhh…

und noch eins: wer den Ball nicht haben will, wird ihn nie bekommen. Den Ball werden die Zweifler an des Bloggers Unwichtigkeit nie bekommen. Ich will den Ball, ebenso wie ich will, dass Heinz um die Ecke und Cheng-Li überm Teich den Ball aufnehmen kann. Wieso sollte die Stimme eines jeden Einzelnen weniger wichtig sein, als derjenigen, die die Kohle haben und die bisherigen Informationskanäle zudröhnen? Lasst Euch von Hansels aus den Medien, selbst deklarierten Zweiflern aus PR-Agenturen, Unternehmen, Politikern und Bürgern, die es nicht schnallen wollen, nicht kleinreden. Du hast eine Stimme, die zugleich klein aber auch gewaltig sein kann.

so, habe fertig, Pathos!

Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

123 Kommentare

  • Ich bin total mit Dir einverstanden 🙂

    Aber Menschen mit „kleinen“ Blogs tun sich schwerer, sich für wichtig zu nehmen.
    Mit Deinem Artikel machst Du Ihnen Mut 🙂
    Danke dafür 🙂

    Frank

  • > wenn ich an einem Tag +5.000 Menschen
    > informieren kann, dass die Firma XYZ
    > eindeutig und ziemlich heavy betrügt,

    … dann hast Du relativ schnell eine Abmahnung von XYZ am Hals. 🙂

  • > Wenn man endlich aufhört, in diesen
    > Kategorien zu denken.

    100% agree! Trotzdem knicken immer noch viele Menschen bei einer Abmahnung ein, unterschreiben und zahlen dem Abmahnanwalt die Gebühren.

  • Erik, es gibt für alles eine Lösung. Das wird iÜ imho eines der ganz wesentlichen und zentralen Bestandteile des Netzs in der Zukunft sein, wie weit man den freien Fluss von Informationen regeln wird. Per Gesetz. Die Auswirkungen von in Echtzzeit verfügbaren Infos, die man überall und zu jeder Zeit abfragen kann, sind selbstverständlich eine Bedrohung ohnegleichen.

  • > Das wird iÜ imho eines der ganz
    > wesentlichen und zentralen Bestandteile
    > des Netzs in der Zukunft sein, wie weit
    > man den freien Fluss von Informationen
    > regeln wird.

    Auch hier gebe ich Dir wieder vollkommen recht.

    > Per Gesetz.

    Und jetzt habe ich ein kleines Würgen im Hals: Per Gesetz? WTF hat unsere Regierung / haben unsere Regierungen bis jetzt gemacht, um eindeutige Gesetze zum Schutz von ‚Bloggern‘ zu erlassen?

    Schau Dir doch mal die ganzen aktuellen EBAY-Abmahnungen an!

  • diese vermeintliche power ist heute doch nur offensichtlicher als früher und wird auch erst dann ausgeübt, wenn die richtigen leute das richtige thema aufgreifen.

    der durchbruch eines themas kam bisher immer erst dann, wenn die herkömmlichen und in der blogosphäre verhassten medien thematisch aktiv wurden. das ist dann der zeitpunkt, zu dem die firmen ihre meinung und ihr handeln „überdenken“.

    der weg dahin ist vielleicht kürzer geworden… aber solange man hierzulange meint diese strikte trennung zwischen alt (=böse) und neu (=gut) ziehen zu müssen, sind die wege halt immer noch zu lang um effektiv zu sein.

    in dem sinne ist obiges mehr wunsch als realität und wird länger als nötig brauchen, um zu wirken.

    abgesehen davon, neigt man hierzulande, wie auch die vielgescholtenen medien, zur dramatisierung. aus fliegen werden elefanten und wenns mal gar nicht weiter geht, dann findet sich auch definitiv eine paralelle zum dritten reich und dann gehts aber wirklich los.

    den intellektuellen kern langweilts, den pöbel befriedigts und der rest findet halt sich selbst ganz doll toll.

    wenn ich mehr zeitaufwand durch die selektion habe, um einen mehrwert zu erhalten, als ich zum selber recherchieren und definieren brauche… kann ich halt auch drauf verzichten. sollte bei der skandalisierung auch mal bedacht werden.

  • „…dass wir eines Tages sogar Kriege zu verhindern wissen…“

    Wir? Ein Großteil der Blogosphäre (in Deutschland) besteht doch nur aus „Ichauchs“, die sich selbstreferenziell Stöckchen in den Arsch schieben.
    Um es weniger ordinär auszudrücken: Viele Blogs kreisen doch nur um sich selber, fühlen sich gleich wahnsinnig revolutionär, wenn sie mal ein bisschen Gesellschaftskritik in Form eines M.Markt-Boykott-Aufrufes bringen.

    Blogger sind Menschen, die in Blogs schreiben. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Und nur weil Blogger ein paar eh schon stolpernden Webfirmen das Bein gestellt haben, kann ich da beileibe keinen allgemeinen „Blogeinfluss“ erkennen.

    Blogger hätten rein technisch gesehen ein riesiges Machtpotential, aber das meiste geht unter in Selbstbezogenheit und Metagefasel.
    „Content Follows Form“ ist leider das allgemeine Credo in der Blogosphäre und auch das Problem, was sie so vielen Informationssuchenden unzugänglich macht.

  • @Erik, habe ich oben im Artikeltext ergänzt, den Punkt…

    @Briefeschreiber, diese Rolle Blogger da, Gatekeeper dort, weicht doch langsam auf… ich bin ein Gatekeeper, nur mal dazu. Kein Großer, aber ein Gatekeeper, der bis zu 1 Mio Menschen erreichen kann.

  • @markus, das, was Du als Selbsbezogenheit bezeichnest, nenne ich ganz simpel Gespräche führen, über was, spielt doch keine Rolle im Sinne von Qualität. Wenn man sich damit u.a. auch klarmacht, was man mit dem Blog eigentlich macht, umso besser. Ich nenne mein Werden als Person auch nicht Selbstbezogenheit, sondern Reflektion. Ich denke, also bin ich, ist das so verboten?

  • Hier stimme ich Robert wieder uneingeschränkt zu. Die Blogger haben schon eine gewaltige Macht und sie sollten sich schon wichtig nehmen. Nur wenn sämtliche Energie verwendet wird, um Horst´s Sponsor zu „entlarven“, dann darf man sich nicht wundern, wenn man die Blogger irgendwann nicht mehr ernst nimmt.
    Ich hab mir mal den Spass gemacht, und bei Technorati folgende suchen gestartet: Suche 1: „Horst Schlämmer“ Suche 2: „ägyptischer Blogger“. Das Ergebnis war zum Kot…
    Was nützt die „gigantische Voice“, wenn keiner etwas damit anfängt, außer vielleicht seine privaten Probleme mit der Firma xyz zu klären. „Liebe Firma XYZ ich bin Blogger und wenn Du mir meinen kaputten Toaster (oder Fahrradschloss) nicht austauschst, dann sag ich es allen“

  • was dem einen wichtig, ist dem anderen weniger wichtig. Zentral ist für mich dabei, dass man sich darüber informieren kann, wenn man will, was vorher nur sehr beschwerlich ging, hinsichtlich Zugang zur Information bzw. Auffindbarkeit. Blogs tragen durch ihre systemische Vernetzung und Wiedespiegelung in den Suchmaschinen (nebst weiteren Mechanismen) dazu bei, dass die Infos die richtigen Personen erreichen können.

  • @Robert: Mit Selbstbezogenheit meine ich den oft beschränkten Fokus der Blogosphäre, die sich ihre eigenen kleinen Skandälchen braut, die sich vielleicht thematisch, aber selten substanziell von den traditionellen Medien unterscheiden.

    Ich sehe meinen Blog als eben diese Reflektion, was aber nichts mit einem möglichen Einfluss zu tun hat um den es hier gerade geht, soweit ich das verstanden habe.

    Ich glaube dass das Medium Blog an sich, nur eine gute technische Vorraussetzung ist und nicht eine automatisch zukunftsträchtige mediale Speerspitze.

    Wie in Zeitung und Fernsehen. Vereinfacht formuliert: Die Häfte ist Schrott, der Rest taugt was. Warum sollte das in von Menschen geschriebenen Blogs anders sein?

  • HVBX ist wichtig!…

    Wow… Gerade bei Robert gelesen: Blogger nehmen sich zu wichtig?Wollte den Artikel erst garnicht lesen, weil mir der Text für zwischen durch mal wieder viel zu lang war. Aber glücklicherweise habe ich es doch getan. Kurz gesagt geht es um die Macht …

  • @markus, das ist es ja, was ich damit sagen will: nicht die Medien bestimmen, was wichtig ist, Blogger bestimmen für sich untereinander, was wichtig ist. Du findest A nicht substanziell, ich dahingegen B. Liegen wir deswegen falsch? Wohl kaum, da uns unterschiedliche Dinge interssieren.

    Dieses Zusammenfinden findet in kleinsten bis zu hin zu großen Meta-Gruppen. Das empfinde ich irgendwie als etwas interessanter, als das ich zB zu den Medien finde:)

  • Freut mich, dass ich Dich mit dem Kommentar auf etwas gebracht habe. :)) Deinem Beitrag stimme ich, auch wenn das mancher Leser nicht erwartet, komplett zu. Schickes Plädoyer!

    Mein Kommentar war allerdings ein wenig anders gemeint. Gehe einfach davon aus, dass Du es mir abnimmst, die Hintergründe tiefer beleuchtet, verstanden und ähnlich wie Du zu sehen.

    Habe herzhaft geschmunzelt, wie Schlämmer & Co. die Blogger einspannen, ohne das die das adäquat mitbekommen, auch wenn dabei heute vielleicht wenig herauskommt. Scheint mir auch mehr ein Probelauf für später zu sein.

  • […] Die Macht der Blogger Robert Basic mit einem wirklich interessanten Beitrag über die positive Macht, die von Bloggern, der Blogsphäre ausgehen kann und auch sollte. “Unterschätze niemals die Macht der Blogs und nehme Dich nicht zu unwichtig. Du hast eine gigantische Voice, Du musst sie nur erheben wollen.” 23. Februar 2007, 16:34 Uhr Internet Trackback […]

  • Konnte ich mir denken Robert.
    Wie hast Du mal gesagt: locker bleiben.
    Es werden Zeiten kommen, wo wir nicht mehr so konkret absehen können, wer da eigentlich was bezweckt und uns einzuspannen versucht.

    Aber ich finde die Zeiten wirklich spannen, eben deshalb, weil die Potenziale riesig sind und ich immer wieder Leute treffe, die gerade mal die ersten Buchstaben kennen.

  • @Robert: Da hast recht. Das schöne an der Blogosphäre ist ja gerade die Heterogenität.

    Der heterogene Inhalt. Und darum geht es und nicht um das ewige Reden von der Blogform, was ich mit Selbstreferenzialität gemeint habe.

    (habe das mal im Affekt ein bisschen drastischer formuliert -> )

  • „Damit man sich darüber im Klaren ist, dass man sehr wohl etwas bewirkt und lernen werden muss, Verantwortung für sich und Dritte zu tragen.“

    Und ‚die Dritten‘ sind das wirklich Wichtige dabei. Gut, daß Du’s nochmal explizit angesprochen hast, denn das ist das entscheidende Kriterium.

  • Es ist bedeutungslos, ob Nachrichten den kurzen oder langen Weg gehen.

    Das mag sein, aber die meisten Nachrichten überleben den langen Weg nicht.

    Die schöne Blogvernetzung kann ich immernoch nicht so wirklich sehen (siehe auch mein etwas betagter Artikel Mythos Blgvernetzung). Die Vernetzung funktioniert meiner Meinung nach nur bei „A-Bloggern“, oder bestimmten Reizthemen (Abmahnungen, Klohwände, etc). Beispiele wo normale Blogs einem Thema eine nennenswerte Reichweite gebracht hätten, sind mir nicht wirklich bekannt.

    Ich lasse mich aber gerne eines besseren belehren…

  • Als C-Blogger fühlt man sich halt manchmal doch etwas unbedeutend, ist halt so. Und mit dem Länderübergreifend wird wohl wirklich noch etwas dauern.

    Haben doch erst jetzt wieder einen ägyptischen Blogger in den Bau geschickt nur weil er kritisch über den Islam geschrieben hat. Siehe: http://tinyurl.com/3yv32x

    Arme Welt…

  • Blogs sollen Kriege verhindern koennen?

    Du scheinst noch nie Warblogs gelesen zu haben. Was da z.B. bei Little Green Footballs und Konsorten nach 9/11 und zu Anfang des Einmarsches im Irak abging war schon nicht mehr feierlich.

    Bei einigen der e-mails und/oder Kommentaren die ich damals bekommen habe, habe ich schon ganz schoen schlucken muessen.

    Viele dieser Leute wollen gar nicht reden, auch und gerade nicht online. Die wollen auch gar nicht mit den Leuten kommunizieren die nicht ihrer Meinung sind. Die sollen nur niedergeschrien und in den Dreck gezogen werden und gut ist.

    Und da sollen Blogs Frieden stiften? Nee, tut mir leid, den idealistischen Glauben an die Menschheit habe ich schon lange verloren.

  • @Armin, kann man gut nachvollziehen. Interessanter Gedanke: Wären die Amis im Irak einmarschiert, wenn 10 Mio bloggende Kinder, Mütter und Väter mit 50 Mio bloggenden Kindern, Müttern und Vätern in den USA gesprochen hätten? Nur ein Gedankenkonstrukt. Manchmal schießt man nicht, wenn der Feind ein Gesicht hat. Was im Kleinen funktioniert, kann das also im Großen nicht funktionieren?

  • Ach ja, was Du in dem Absatz Speed nicht so richtig gewuerdigt hast:

    Den Blogmob und die Geschwindigkeit mit der sich kompletter Schwachsinn verbreitet.

    Ich kann mich noch dran erinnern wie letztes Jahr folgende Aussage durch die Blogs ging:

    „Heute nacht um 01:02:03 Uhr am 04.05.06 ist eine Konstellation die es nie nie nie wieder geben wird.“ (so ungefaehr)

    Wie man mit 3 Sekunden nachdenken erkennen kann ist die Aussage vollkommener Unsinn. Trotzdem pflanzte sich der Quatsch noch tagelang durch die Blogs fort (via this, via that….), selbst als schon massenhaft Leute bloggten und kommentierten dass die Aussage Unsinn ist.

    Aehnliches passiert auch mit anderen Dingen, die teilweise auch ernstere Aussagen und damit Folgen haben koennen. Da wird ein halbwegs glaubwuerdiges Geruecht ueber eine Person oder eine Firma in die Welt gesetzt, wenn sie Pech hat ist das Ansehen der Person erst einmal ruiniert oder unter Umstaenden die Firma ruiniert (wie Du ja ansatzweise erwaehnst).

    Und da kommt auch der Blogmob ins Spiel. Wenn jemand eine abweichende Meinung zur „allgemeinen Meinung“ hat kann es ihm/ihr recht schnell passieren dass er/sie von der Meute niedergemacht wird. Statt „Wisdom of the Crowds“ gibt’s dann „Lord of the Flies“. Viel Spass in der schoenen neuen Welt der Blogs…

  • Jedem das seine, in den USA bestimmen Blogger mit ihre Meinung schon ein bisschen.

    Vielleicht komt ja der Trend auc hierher …

  • […] Robert Basic hat mit seinem Beitrag zur Macht der Blogger mal wieder eine schöne Diskusson losgetreten. Freut mich, denn das Blog an und für sich ist eine von vielen unterschätzte informationstechnologische Waffe. Vielen Personen mögen Robert’s Aussagen zu weit gehen, aber erstens muss man immer ein wenig überreissen, wenn man die Leser mitreissen möchte und zweitens steht und fällt die Argumentation mit der Bereitschaft der Blogger, sich für andere einzusetzen. […]

  • Der Armin ist aber ein ganz schöner Griesgram. 😉
    Die Aussagen sind sicherlich korrekt. Aber üblicherweise gibt es bei Chancen immer auch Risiken. Kein Grund den Kopf in den Sand zu stecken.

    Die schnelle Informationsverbreitung aufgrund der technischen Beschaffenheit der Blogs ist auf jeden Fall eine Möglichkeit Dinge anzusprechen/zu diskutieren, die sonst vielleicht nicht diese Aufmerksamkeit erhalten hätten.
    Dass es dabei auch hin und wieder zu mehr oder minder sinnfreien Aussagen kommt liegt in der Natur des Menschen…

    PS: Ich wollte auch schon in meinem Blog per Pingback das Thema aufgreifen, aber ich finde die Einblendung hier immer so lästig. ^^

  • Egal, wie banal mancher Gedanke auch sein mag, der durch die Bloggerwelt getragen wird … wichtig ist für mich, daß nicht mehr geschwiegen wird …
    Auch wenn ich nicht mehr den Idealismus von früher habe, dieser Gedanke macht mir Hoffnung: „Wären die Amis im Irak einmarschiert, wenn 10 Mio bloggende Kinder, Mütter und Väter mit 50 Mio bloggenden Kindern, Müttern und Vätern in den USA gesprochen hätten?“

  • Spätestens seit vorgestern weiss ich, warum vor ein paar Jahren die Blase am neuen Markt geplatzt ist. Mein Blog ist derzeit angeblich (laut so einem Berechnungstool) um die 40.000 Dollar wert. Vor ein paar Jahren hätte das noch jemand geglaubt und irgendein dummer Mensch hätte das wohl vielleicht sogar gezahlt. Heute lacht man über sowas nur.

    Trotzdem geht eine gewisse Macht von den kleinen Blogs aus. Im September habe ich in einem Forum einen kleinen Tipp gegeben, der dann von TAZ, Welt und Süddeutsche veröffentlicht wurde. Halb Bloggersdorf hat sich über die CSU in Nabburg und ihre Abstimmung über Andersdenkende aufgeregt und darüber geschrieben. Drei Tage später war unsere Kleinstadt im Fernsehen. Zwei Tage später war der Spuk schon wieder vorbei und alles ging weiter wie gehabt. Letzte Reste findet der, der nach „andersdenkende nabburg“ sucht.

    Was ich damit sagen möchte: So schnell wie Informationen heute verbreitet werden, so schnell sind sie auch wieder vergessen.

  • […] Robert Basic hat heute ein “flammendes Plädoyer” über die Macht der Blogger gehalten: Das Pendel wird ausschlagen, das ist klar. Ich habe keinen blassen Schimmer, wie weit und in welche Richtung. Die Vernetzung der Menschen untereinander wird immense kulturelle Folgen haben. Allerdings bin ich viel zu wenig Philosoph, um das einordnen zu können, wie und warum etwas konkret passieren wird. […]

  • War Jesus nicht schon vor 500 Jahren eine globale Marke? Oder sogar seit Konstantin vor 1700 Jahren.
    Aber egal, im Kern hast du Recht, zumindest für A- bis C-Blogger. Den gewöhnlichen D-Blogger liest einfach kein Schwein.

  • Diese von dir beschriebene Macht liegt nicht im Medium Blog, sondern im Netz als solches. Frühers und jetzt macht es das Usenet (Für mich eigentlich immer noch die bessere Techik, bloß für die meisten zu anstrengend.)

    Irgendwann wird die Technik des Blogs durch eine ander abgelöst.

    Das Blog ist sogar für deine Intention unpraktisch. Als ich ein Problem mit meinem Fahrrad hatte und das in mein Blog geschrieben hätte, hätte es keinen interessiert, weil mein Blog unbekannt ist.

    Als ich es in einer Newsgruppe im Usenet abkippte, wurde ich plötzlch von verschiedenen Medien zum Interview eingeladen, obwohl ich mir keinen Stellenwert im Netz geschafft hatte.

    Die Story war gut genug, es war genügend Rezipienten da und damit plötzlich der SPIEGEL, ARD, SAT1 und deutsches Sportfernsehen.

    GS

  • Ich habe diesen Komemntar schon beim SOS gepostet, schreibe ihn aber nochmal hier um ihn auch in dei Diskussion einzubinden.

    Ohne Miesmache zu betreiben, ich denke diese macht hat die Menschheit, sie aus mehr als zwei Personen besteht. Um sich gemeinsam für gute oder gegen schlechtes zu Verbünden, bracht es weder Medien, noch Blogs noch irgendwas. Kommunikation, also Blogs können soetwas natürlich verschnellern, vereinfachen, ja vielleicht auch lostreten, aber wollen tut es immer der Mensch.

    Dennoch würde ich da nicht von der Macht der Blogs reden, sondern vielleicht eher von einem ganz neuen Verständnis von Medien und dem Platz des Bürgers darin. Ich denke, das Blogger, weil sie sich in die Öffentlichkeit wagen, Meinung beziehen, mag die auch oft genug völlig unbegründet sein, dadurch wird der Blogger mündiger, was Medien und Politik betrifft. Da sehe ich das riesen Potential. Ich widerspreche dir keinesfalls, aber ich würde etwas anders aktzentuieren.

  • Die potentielle Macht ist auf jeden Fall vorhanden,
    doch wie wird sie genutzt?

    Horst Schlämmer Beiträge werden entlarvt?
    Und das verändert unsere Gesellschaft zum Besseren? Das Potential ist das, doch an den wirklich entscheidenden Diskussionen unserer Gesellschaft nehmen doch die Blogs fast nicht Teil.

  • Ich möchte Robert nur teilweise recht geben, tatsächlich denke ich sogar, dass das ganze Thema doch ein wenig an der Realität vorbei geht.

    Die Macht von der hier gesprochen wird, ist nicht die eines einzelnen Bloggers mit seiner ganz speziellen Meinung mit welcher er die angesprochenen 5.000 Menschen erreicht.

    Objektiv betrachtet ist dies leider absolut falsch. Sorry Robert

    Diese „Macht“ geht nur von 2 Punkten aus.

    1. Speed (da hat Robert und Flo recht)
    2. Gleichgesinnten, und dies ist oft fraglich..

    Zu 1. Dies erklärt sich sicherlich von selbst und wurde von Robert ausreichend beschrieben, Hinsichtlich dessen unterliegen wir tatsächlich einer Veränderung.

    Zu 2. Das ist die Krux.

    Ein Einzelner wird keine Meinung gestalten können. Hier gehören viele Gleichdenkende dazu.

    Ein paar anschauliche Beispiele

    Nehmen wir Roberts Beitrag zu JoinR. Dieser wurde kommentiert und eine lebhafte Diskussion entbrannte über die Neuartigkeit usw. (ihr wisst wovon ich rede). Fakt ist, Selbst wenn du (Robert) gewollt hättest, so hättest du uns JoinR nicht als das Nonpulsultra verkaufen können, da wir unsere eigene Meinung haben und uns nichts vorkauen lassen, sondern mündig genug sind zwischen deiner Meinung, der Meinungsmache einer PR Agentur und objektiven Argumenten zu unterscheiden.

    Dies führt uns zum Beispiel eines Produkt, welches besondere Schwachstellen auslöst.

    Wenn bitte schön würde es interessieren, wenn Robert hier in seinem Blog über einen enuitischen Gammelfleischverkäufer in seiner Heimat schreiben würde??

    Niemanden. Denn keiner hat einen Bezug dazu und niemanden interessiert es. Anders jedoch, wenn die von Millionen besuchte Supermarktkette um die Ecke verwickelt wäre. Es ginge uns etwas an.

    Die beschriebene Macht liegt nur am Interesse vieler. Sie entsteht nicht durch einen Blog, es gab sie schon vorher, es ist nur der Missstand durch den viele betroffen sind. Die Potenzierung die du hier anführst hinkt.

    Fakt ist, dass sich ja nur der erreichen lässt der sich auch für das Thema interessiert. (Lassen wir die Bildleserdeppen mal raus) deine 5000*15*15 Menschen, die nun als Jünger der Blogmeinung genannt werden, bestehen nicht aufgrund des Blogs, es gab sie schon vorher.

    Nun könnte man entgegenhalten, dass diese Menschen ja nun zusammen eine Macht hätten, wenn sie zusammen auftreten würden. Aber genau das tun sie nicht, sie lesen und verschwinden wieder im Netz. Genauso wie im realen Leben viele Menschen derselben Meinung unterliegen, sich diese aber erst durch bestimmte Auslöser (siehe Wiedervereinigung) wieder zusammenfinden.

    Insofern kann nur folgendes Festgehalten werden. Gleichgesinnte bilden die Macht, nicht der Blog, denn dieser potenziert nur „Speed“ und hier hat schon Flo um 17:50 richtig bemerkt, Blogs helfen eigentlich nur einen Missstand meinungstechnisch nicht so schnell aussterben zu lassen.

    Der Blogger an sich ist das unwichtigste was es gibt, lediglich sein Meinungsanstoss ist ein wenig zu bedenken, aber irrelevant, wenn es die einzige Meinung zu einem Thema ist.

    Bezogen auf die 50 Mios Frauen und Kinder, die mit den Irakis bloggen. Wenn die das wollten, also miteinander zur KRIEGVERHINDERUNG bloggen, dann hätte es sicherlich, wie Robert hier sagt, keinen Krieg gegeben.

    Die Frage ist nur, meint ihr nicht auch, dass die besagten 50 Mios auf beiden Seiten den Krieg nicht auch ohne Blog verhindert hätten.

    Fragt man dagegen nach dem Speed, so wäre es sicherlich eine Überlegung wert, ob es die Wiedervereinigung wegen eines Blogs nicht vielleicht eher gegeben hätte??

    Fazit, die Meinung eines Bloggers ist unwichtig, Speed ist das ausschlagebende. Würde eine Zeitung nicht all ihren Restriktionen, siehe Telemediengesetz, wie z.B. der Paragraph über das recherchieren von eingestellten Beiträgen im Internet nach journalistischen Grundsätzen geben, so wäre dieses Medium vollkommen ausreichend.

    Wie wichtig ist dann also ein Blog????

    Er hat nur zwei Vorteile: Speed + kein Telemediengesetz (mal schaun, wann der erste Politiker hellhörig wird)

    (Sorry, sollt eignetlich nen kurzes Comment werden) 🙂

    greetz

    Comments welcome

  • Ich gebe dir in vielen Recht.
    Mittlerweile find ich auch das mit der selbstreferentiell-Kritik nicht mehr so zutreffend. Gerade die Tatsache, dass sich der „Blogger von der Straße“ täglich zu allemöglichen Themen äußert, erleichtert es mir, den Panzer meiner selbst zu verlassen und versuchen soweit es geht diese ganzen Texte von innen zu verstehen.
    Nur gibts eben auch andere Sachen und jetzt wirds poco simpático 🙂
    Persönlich kann ich bestimmt ein extrem diskurs-freudiger Mensch sein. Nur hab ich eben auch gelernt, dass eben der Weg des Forums nicht unbedingt immer der effizienteste ist. Top down auch nicht immer. Aber manchmal kann es für Organisationen (Firma, Staat) auch gut, dass einmal für eine Weile Ruhe ist.
    Es gibt auch mächtige Ideen, die dann wirklich Geschichte beeinflussen. Kant, Rousseau, Marx, Popper. Solche völlig neuen Wege der Wahrnehmung werden wohl nie aus Blog-Diskussionen entstehen.
    Ich möchte das jetzt nicht in eine Politikdiskussion ausarten lassen, lasst das einfach so stehen, ok. Ich formuliere das jetzt nicht provokativ. Auf einer Mensch-zu-Mensch Ebene argumentierende Blogger hätten die Irak-Tragödie niemals verhindert. Ich denke, Rumsfeld glaubte wirklich imho, der Region gutes zu bringen. Und das war eine Fehleinschätzung. Sie konnten es erobern, aber nicht kontrollieren. Experten haben ja gewarnt. Weil sie konnten und können nicht mal die Karibik kontrollieren. Trotz dieser ganzen Invasionen/starken Einflussnahme in Panama, Kuba, Mexiko, Guatemala, DomRep, Nicaragua, El Salvador, Venezuela, etc. Weil sie werden dann einfach auch zu einem Spielball in den Meeren des Südens. Es ist ja auch nicht ihr Spielfeld.
    Und grenzüberschreitender Austausch… Das verlangt Empathie, sich einlassen und versuchen diese Leute von innen zu verstehen. Das kann nicht einfach durch Babbelfisch gelöst werden. Die Wahrnehmung wird eben auch durch Kultur, Geschichte, Klassenzugehörigkeit, etc. geprägt. Und da hat meine Wahrnehmung gegenüber der Welt des anderen Grenzen, die ich auch nicht immer an der richtigen Stelle sehe. Zum Glück ist das alles änderbar, aber eben nicht schnell durch Internet-Diskussionen.

  • Zwischen „Blogger sind machtlos und nehmen sich zu wichtig“ und „Blogger können Kriege verhindern“ liegt eine ganze Welt. Die Wahrheit ist wohl irgendwo dazwischen zu suchen.

    1. Damit Blogger überhaupt irgendetwas bewirken, braucht es eine Masse. Entweder eine Masse an Lesern (A-Blogger) und/oder eine Masse an Bloggern mit in der Summe vielen Lesern. Und, Robert, das gibst du selbst zu, wenn du Zahlen nennst („1.000.000.000“). Die Masse kann eine Wirkung haben, der einzelne nicht. Insofern ist es keineswegs „irrelevant“, ob ein Blogger von vielen oder von wenigen gelesen wird.

    2. Im Zeitalter der Aufklärung haben viele fortschrittlich gesinnte Zeitgenossen geglaubt, (um es mal auf eine Formel zu bringen) dass Bücher Kriege verhindern. Das ist offensichtlich nicht eingetreten.

    Blogs sind ein weiteres Medium, schön dass es sie gibt, aber die Welt bewegen können Blogger nur in einem begrenzten Rahmen. Wie weit oder eng dieser Rahmen gesteckt ist, machen die genannten Beispiele recht anschaulich. Positiv gesehen: Blogs können „etwas“ bewirken. Der einzelne kann mehr bewirken mit einem Blog als ohne. Kleine Ursachen können manchmal (aber nur manchmal) eine große Wirkung haben.

  • Gut gebrüllt Löwe, äh… Robert! 😉
    Im Ernst: auch wenn einige der Thesen heute möglicherweise noch ein wenig naiv anmuten – die beschriebenen Tendenzen sind zweifellos richtig. Und: der Umstand, dass nationalstaatliche und industriewirtschaftliche (Macht-)Strukturen in der Blogosphäre durchbrochen und aufgelöst werden, ist noch viel zu wenig beachtet.

    Weiter so! 🙂

  • Und: der Umstand, dass nationalstaatliche … (Macht-)Strukturen in der Blogosphäre durchbrochen und aufgelöst werden, ist noch viel zu wenig beachtet.

    Werden sie? Da bin ich mir gar nicht mal so sicher. Wenn ueberhaupt nur ein ganz kleines bisschen.

    Mein Eindruck ist dass die Blogospheren eigentlich nach wie vor ziemlich national sind, was z.T auch sprachlich bedingt ist. Sicher, da wird auch mal international verlinkt und sogar kommentiert, aber echtes Verstaendnis anderer Kulturen ist doch wenig da.

    Eher im Gegenteil, da werden die gleichen alten Klischees und Vorurteile gepflegt und weitergegeben. Verstehen einer Kultur ist naemlich nicht nur mit ein bisschen darueber lesen und ein paar witzige Videos ansehen zu schaffen.

    Ich lebe jetzt seit ungefaehr zehn Jahren im Ausland (England) und habe so langsam das Gefuehl die Kultur meiner gewaehlten Heimat anzufangen wirklich zu verstehen. Wenn ich so in Deutschen (und anderen) Blogs teilweise lese was da fuer ein Mangel an Wissen und Verstaendnis herrscht…

    Das faengt damit an dass die meisten den Unterschied zwischen England und UK bestenfalls ansatzweise verstehen und das ganze munter vermischen. Wenn man den Unterschied nicht kennt versteht man schon mal so einige politische Diskussionen die hier passieren nicht.

    Dann der uebliche Quatsch ueber den tollen „Englischen Humor“. Mal davon abgesehen dass das teilweise kein Englischer Humor ist (einige der Besten sind Schotten, allerdings kennt die fast keiner in Deutschland) wird da eigentlich auch immer wieder nur Monty Python rausgekramt. Wo dieser Humor herkommt und wie er zu verstehen ist, ist den wenigsten bekannt. Und dass es hier mindestens genauso viele humorlose Heinis gibt wird auch meistens vergessen.

    Schottland wird meistens auf Whisky und Schottenroecke reduziert, vielleicht noch gewuerzt mit ein bisschen Nessie. Von dem angeblichen Schottischen Geiz ganz zu schweigen.

    Klar, es gibt Grenzgaenger die Kontakte und Verstaendnis schaffen oder es zumindest versuchen (will ich mich selber mal ganz eitel einrechnen in die Gruppe), aber mit Blogs hat das wenig zu tun. Das haben wir auch schon vorher gemacht. Dazu braucht man nicht unbedingt Blogs und sie helfen durch ihre Fluechtigkeit auch nur bedingt dabei.

    Wirkliches Verstehen ist ein langer und schwieriger Prozess, den kann man meines Erachtens nur durch echtes Eintauchen in eine Kultur durchleben.

    Axel hat das recht gut erkannt:

    Und grenzüberschreitender Austausch… Das verlangt Empathie, sich einlassen und versuchen diese Leute von innen zu verstehen. Das kann nicht einfach durch Babbelfisch gelöst werden. Die Wahrnehmung wird eben auch durch Kultur, Geschichte, Klassenzugehörigkeit, etc. geprägt. Und da hat meine Wahrnehmung gegenüber der Welt des anderen Grenzen, die ich auch nicht immer an der richtigen Stelle sehe. Zum Glück ist das alles änderbar, aber eben nicht schnell durch Internet-Diskussionen.

  • Also mich verwundert die sehr verquere Selbstwahrnehmung mancher Blogger. Um es mal auf den Punkt zu bringen: Eine Website konnte man schon vor 10 Jahren basteln. Schon vor 10 Jahren konnte man eine eigene Homepage bauen und dort Texte veröffentlichen. Dank einheitlicher Massensoftware kann das jetzt jeder. Im Sinne der Meinungsvielfalt super, aber im Endeffekt sind Blogs deswegen erfolgreich, weil sie Leuten die Möglichkeit geben, sich im Internet zu äussern, die vorher HTML und Co. nicht verstanden haben. Das ist nicht böse gemeint. Aber Blogs sind keine Weltneuheit. Es sind einfache Websites. Und woher bitte kommt die Annahme, dass Blogger plötzlich so wichtig sind? Nur weil plötzlich jeder eine Meinung veröffentlichen kann? Zählt etwa nur die Summe an Meinungen? Ist also irgendein einzelnes Blog deswegen so schätzenswert, weil es insgesamt so viele Blogs gibt? Das ergibt keinen Sinn. Es ist völlig egal ob man seine Website nun Homepage oder Blog nennt: So oder so ist es die Qualität dessen, was drauf steht, die entscheidet.

  • @Thomas, nicht böse sein, aber eine Diskussion, was ein Blog von einer normalen Webseite unterscheidet und warum die Blogs ein wesentlich besseres Tool sind, zwischenmenschliche Beziehungen aufzubauen, können wir gerne in einem separaten Artikel führen, auch wenn das etwas müßig ist, da es abertausende Male schon behandelt wurde.

  • Ich geb Robert uneingeschränkt Recht. Durch die Blogs ist das Internet derart schnell geworden, dass selbst Regierungen Mühe haben, einmal veröffentlichte missliebige oder geheime Infos auf *.mil-Websites wieder einzusammeln. Sobald ein Blogger das Zeuch in die Hände kriegt, ist der Käs gegessen und nicht mehr aufzuhalten. Das kann auch schon mal für die derzeit noch Mächtigen gefährlich werden. Was daraus folgt, kann sich jeder an fünf Fingern abzählen und der Trend zur Regulierung ist da, nicht nur in den USA. Es spielt dabei keine Rolle, ob ABCDE-Blogger. An den richtigen Stellen ein-zwei-Trackbacks, ja sogar die entsprechenden Tags genügen schon und die Infos verbreiten sich rasant und keiner kann sie mehr kontrollieren. Ich zähle Blogs daher zu den Massenmedien, in deren Händen es oftmals liegt, ob ein Krieg stattfindet oder nicht. Das ist meinungsbildende Macht.

    „You furnish the pictures. I’ll furnish the war.“ W. R. Hearst

  • Hallo Robert,
    meiner Meinung nach überschätzt Du die Aussenwirkung der Blogosphere auf die Gesellschaft um einiges.
    Ich will das mal am Beispiel der Vorratsdatenspeicherung bzw. der geplanten „Online-Durchsuchungen“ verdeutlichen:
    Die Blogs netzpolitik.org und „rabenhorst“ schreiben viele gute Artikel zu diesen Themen. Diese werden allerdings in meinem näheren und weiteren Bekanntenkreis, und nur da kann ich das wirklich beurteilen, kaum zur Kenntniss genommen.
    Wenn allerdings z.B. die „Zeit“ oder die FAZ einen kritischen Leitartikel zu den Themen schreiben, haben diese einen um einige Potenzen höheren gesellschaftlichen Impact.

    Die Diskussionen in der Blogosphere werden von der Gesamtgesellschaft noch viel zu wenig zur Kenntnis genommen. Da wird noch einige Zeit vergehen, bis sich das ändert.

  • @Ralph, gebe ich Dir völlig Recht, dass einzelne Blogs im Vergleich zu einem Presseorgan idR naturgemäß etwas hinterherhinken, immerhin existiert die FAZ seit Jahrzehnten und Dein Blog wie lange? Aber gerade solche Themen wie Vorratsdatenspeicherung werden zunehmend interessanter;)

  • Ich mag dieses Gerede von dem wahnsinnigen „Impact“ der Zeit oder FAZ nicht.
    Wo liegt denn der genaue „impact“. Wird vielleicht aus jedem Thema, dass sie aufgreifen in unserem Parlament an der schönen Spree positives Gesetz gegossen?
    Ganz sicher nicht. Und oft sind sie nicht Themensetzer, sondern sie hängen sich dran.
    Immer weniger Menschen lesen [b]eine[/b] Zeitung. Für Politik & Wirtschaftsnews zum Bleistift nomadisiere ich inzwischen während des Jahres zwischen verschiedenen Info- Wasserstellen: Spon, El Mercurio, TAZ, página12, New York Times, Handelsblatt, La nación, FAZ, el País, Arcoiris (Caracas), Granma Digital, Fox News, BBC online, Google News India.
    Besonders Regional/Lokalzeitungen haben weltweit zu kämpfen, um überhaupt den Markt zu überleben.
    In sehr technologie-afinen Bereichen wie z.B. Programmierung findet das Agenda-Setting heutzutage zu einem großen Teil in Blogs statt und nicht in den Fachzeitschriften.
    Es ist auch sehr wohl möglich, dass sich Journalisten der großartigen „Zeit“ und der hochwichtigen „FAZ“ ihre Themen aus Blogs holen. Oder von den online Ausgaben der Konkurrenz.

  • Blogger nehmen sich zu wichtig. Bis auf ein, zwei Skandale, die aufgedeckt wurden, brachte die ganze Sache noch nichts, siehe z.B. die Geschichte um StudiVZ, da kam nichts bei rum. Mobilisierungseffekte sind bei Bloggern momentan leider nicht zu erwarten.

  • Dirk, die StudiVZ-Story hat – nebst einigen anderen Aspekten – der Social-Networking Branche intern ungemein viel „gebracht“. Alle, die in diesem Bereich etwas anbieten, ist bewusst geworden, wie wichtig das Thema Datenschutz und Sicherheit ist, wenn es um persönliche Daten geht. Was die einzelnen Unternehmen dann intern getan haben, um die Schrauben anzuziehen, kann ich Dir nicht sagen, aber sich haben auf jeden Fall die Schraubenschlüssel in die Hand genommen. Ist das also nix in Deinem Sinne? Ich finde, das alleine ist ein exzellentes Ergebnis. Also Obacht, wenn man so huschhusch mit „nix bringen“ kommt. Ich definiere bringen und nix bringen auch möglicherweise anders als Du, da ich nicht weiß, was das bei Dir bedeutet. Btw, das neue SchuelerVZ würde ich mir dahingehend auch mal anschauen, was die StudiVZ-Gründer anscheinend gelernt haben.

  • […] Der Artikel auf Basicthinking hat mich in der Annahme bestärkt, dass die kleine und große Vernetzung mehr an Bedeutung gewinnt. In Deutschland ist es zwar eine Tugend immer gegen das Neue zu wettern, aber es wird besser. Das Bewusstsein kommt. Die Aussagen von Robert sind lang und ausschweifend, aber treffend! Die Stimme des kleinen Mannes potenziert? Leute, mal die pathetische Nummer: Viele Blogger haben nicht mal ansatzweise verstanden, was sie da in der Hand halten. Die Power, die Blogs alleine für sich und gemeinsam im Netzverbund entwickeln, ist brachial und disruptiv. Was habe ich als Konsument und kleiner Pisser eigentlich vorher gemacht, wenn ich ein Problem zB mit einer Firma hatte? Mich entweder in den Arsch gebissen und das 10 Leuten erzählt, wie schlecht die sind. Oder halt den Gang zum Anwalt, mühsam durch die Instanzen und am Ende steht eh nur irgendein schrottiger Kompromiss. Toll, klatsch in die Hände, ist ja unglaublich! Heute kann ich Firmen wie TAZ (aktuelles Beispiel wegen komsicher Drückermethoden) dazu überreden, ihre Methodiken zu überdenken, weil das mir als Konsument nicht passt. […]

  • Wow – klasse Artikel, chapeau!

    Erinnert mich stark an meine euphorischen „Vorträge“ im Freundeskreis und den Versuchen, denen die Tragweite der möglichen sozialen Veränderungen durch Blogs zu vermitteln.

    Ich glaube mein Gebabbel spar ich mir zukünftig und schick sie einfach direkt hierher 😉

  • Nö, an irgendeine Macht der Blogs kann ich nicht glauben. Ich habe seit November einen Blog, fast täglich einen Beitrag gebracht – gut, manches ausprobiert, so dass nicht die klare Linie, das Thema zu erkennen ist – und ehrlich gesagt bescheidene Aufrufzahlen.
    Die Vernetzung halte ich, bis sie denn kommt, für einen frommen Gedanken.
    Positiv bleibt, dass Blogger aus der Nachrichten- und Unterhaltungs- Konsumentenrolle mehr und mehr aussteigen; ob sich da noch mehr entwickelt, wird man sehen.

  • Ein schöner und wichtiger Artikel. Jedoch wurde ich beim Lesen einen einfachen Gedanken nicht ganz los:

    Wenn sich alle ihrer Macht bewußt werden, dann sind sie mächtig. Das ist aber keine Neuigkeit, sondern schlichte Binse und war schon Voraussetzung aller Revolutionen, als es noch kein Internet gab.

  • @Robert:
    Grundsätzlich stimme ich dir zu.
    Meiner Meinung nach hat die Blogosphere im Prinzip das Potential zur Agora des 21. Jahrhunderts zu werden.

    Zur Zeit entspricht sie aber eher einer Kleinkunstbühne mit entsprechender Wahrnehmung der dortigen Aufführungen in der Gesellschaft. Um ihren Möglichkeiten gerecht zu werden, muss sie in
    der Gesamtgesellschaft viel mehr wahrgenommen werden.

  • Die Macht der Einzelnen…

    Robert Basic in einem längeren Beitrag über die Dynamik des Internet und die Selbstunterschätzung deutscher Blogger:
    „Blogger nehmen sich inbesondere im Zwergenstaat Deutschland noch viel zu unwichtig. Das beginnt im Kleinsten und zieh…

  • Bei Weblogs ist „hinter den Kulissen“ gleich „vor den Kulissen“…

    Bei Robert Basic gibt es seit Freitag einen sehr ausführlichen Eintrag zu seiner Meinung, dass die Blogger sich in Deutschland – anders als ein Kommentator auf seinem Blog das sieht – nicht zu ernst nehmen, sondern nicht ernst genug. Robert…

  • Agypten zeigt der Macht der Blogger Grenzen auf…

    Ägyptischer Blogger erhält vier Jahre Gefängnis.
    “Kampf der Kulturen oder Weltkultur” lautet der Titel eines Buches, an das ich heute mal wieder erinnert wurde. Ein Kampf der Kulturen ist in der Geschichte zwar fest verankert aber natür…

  • Habe zu dem Thema einen eigenen Beitrag auf meinem BLog veröffentlicht, gehe da besonders auf trendgebende Blogs in Deutschland ein, freue mich auf Diskussion.

  • […] Bei Robert Basic läuft momentan eine Diskussion, inwieweit Blogger sich überschätzen, ihre virtuelle Macht richtig einsetzen oder einfach nur auf der Tastatur vor sich hin daddeln. Es gibt zwar mittlerweile schöne Bücher wie “Wir nennen es Arbeit“, viele Printmedien meinen, da etwas zu verpassen, lassen Rainald Goetz (einer der Urväter der deutschen Bloglandschaft) bloggen (was sonst) und schreiben sich die Finger wund über das Web 2.0 und deren Finanzierung. […]

  • […] anlässlich der Festnahme und Verurteilung (4 Jahre Knast) eines Bloggers und meines Artikels über den wachsenden Einfluss der Blogs, den man nicht unterschätzen sollte und sich als Blogger nicht verstecken muss, äussert sich Fob-Marketing wie folgt: Meinungsfreiheit ist auch das Lebenselexier der Völkerverständigung innerhalb der Blogosphäre. Während man den Bloggern hierzulande das Leben (nur) durch Gesetzesauflagen erschwert, hat man in Ägypten nun ein Exempel statuiert und den ersten Blogger für vier Jahre ins Gefängnis gesteckt, nachdem man ihm zuvor bereits die Studienerlaubnis entzogen hatte. Was einem in ägyptischen Gefängnissen passieren kann, wurde uns gerade gestern in den Nachrichten vor Augen geführt. Grausam. Sofern man von einer „€œMacht der Blogger“€? sprechen kann, wurde dieser in Ägypten ein mächtiger Riegel vorgeschoben. Viele versuchten dem Blogger zu helfen, keiner konnte bisher etwas erreichen. Der Meinungsfreiheit in Ägypten scheinen enge Grenzen gesetzt zu sein. Wie wird sich Ägypten in solchen Schranken weiterentwickeln (können)? […]

  • Die Macht der Blogs…

    Mein Erstkontakt mit der schönen neuen Welt der Weblogs erfolgte vor gut zwei Jahren über einen kleinen Umweg: In irgendeinem der zahllosen Foren von Xing (damals noch OpenBC) las ich eine hitzige Diskussion, bei der es um die Bedrohung ehrenwerter U…

  • Klaus sagte: „Nö, an irgendeine Macht der Blogs kann ich nicht glauben. Ich habe seit November einen Blog, fast täglich einen Beitrag gebracht – gut, manches ausprobiert, so dass nicht die klare Linie, das Thema zu erkennen ist – und ehrlich gesagt bescheidene Aufrufzahlen.
    Die Vernetzung halte ich, bis sie denn kommt, für einen frommen Gedanken.“

    – Es dürfte vermutlich auch wichtig sein, dass man sich überhaupt vernetzen will.
    – Vernetzung=Frommer Gedanke? Genau das machen doch Mio. Blogs vor…
    – Was du als „bescheiden“ definierst hat vielleicht mehr Einfluss (ich tue mich schwar mit dem Begriff „Macht“) als du es dir vorstellen kannst.
    – Die Welt verändert sich nicht von jetzt auf gleich, obwohl alles tendenziell schneller geht.

  • Ich denke das die Vernetzung aller Blogs der Grundstein, für die „Macht“ der Blogosphäre ist!
    Aber von der Gesellschaft werden die Blogger noch nicht wirklich ernst genommen – das muss geändert werden 😉

    Gruß,
    Yannick

  • Fünf vor Zwölf für BloggerView…

    Eigentlich ist es fünf vor Zwölf. Gerade zum Start eines neuen Projekts ist es doch, wir wissen es alle, immens wichtig für Aktualität zu sorgen. Die Leser der ersten Stunde könnten ansonsten schnell wieder abspringen.
    Bis Don…

  • Bloggen für den Weltfrieden…

    Das Eingeständnis, ein Blogger zu sein, wird von vielen aufgenommen, als hätte man grad regelmäßigen Heroinkonsum oder seinen Hang zur Sodomie zugegeben*.

    Ich bin wohl ein Miesmacher und Ewiggestriger, wenn ich das Ganze nur f&uum…

  • So wie einige geunkt haben, die Studierenden im StudiVZ seien nur ein Abbild der Gesellschaft, so ist es bei Bloggern nicht anders. Es wird auch hier Grabenkämpfe geben und die Leute werden sich nicht alle grün sein. Es gibt nämlich nicht den einen Typ BloggerIn.

    Wenn man an einem Strang ziehen will, muss man das gezielt tun und auch bereit sein, dafür etwas zu tun. Eine Leistung erbringen quasi. Wenn man so ein Netzwerk von BloggerInnen, die dieselbe Ideologie verfolgen, ein Mal gefunden/erstellt hat, kann man in der Folge sehr viel gezielter die Meinung beeinflussen. Wenn man das denn überhaupt erstrebenswert findet.

    Bislang gibt es aber eher ein Jeder-bloggt-für-sich-selbst. Das mag zwar in der Außenwirkung ein wenig anders ausschauen, aber ich zweifle stark, dass es hinter den Kulissen sowas wie Absprachen gibt… wenn man indes mit seinen Bloggerkollegen einen Zirkel in ICQ oder per Mailingliste eingerichtet hat, könnte man auf breiterer Front agieren. Wenn 30 Blogs zeitgleich ein Thema freisetzen, schlägt der Blog-Oszillograph schon anders aus.

  • Wir können uns Vorreiter nennen, wenn man bedenkt, wieviele Deutsche (noch) nicht bloggen oder überhaupt was mit bloggen anfangen können. Wir können vielleicht in naher Zukunft laut rausschreien: „Ja, wir haben schon früh gebloggt“. Doch die Macht von uns Blogger wird maßlos überschätzt und wir überschätzen und noch viel mehr. Ich gebe insofern Recht, es sind nicht die Blogger hinter den Blogs, sondern lediglich die technischen Möglichkeiten, die eine Daseinsberechtigung haben.

  • […] Beinahe vernachlässigten wir Robert Basic, der zwar kein Schweizer ist, trotzdem die deutschsprachige Blogosphäre bereichert. Aus seinem Bekenntnis, die Blogger unter- als überschätzen sich viel mehr, möchten wir interpretieren: Nur eine überinstanzliche Blogkritik kann die Wichtigkeit der Blogs nochmals steigern, Trends festigen, analysieren oder festigen und Themen diktieren. Eine Schaltung Blogkritik würde gleichfalls die sowieso schon enorme Vernetzung der Blogosphäre, das selbstreferenzielle Hinweisen auf Blogs, verstärken, das Netz enger weben, verflechten und tragfähiger rüsten. […]

  • Mein Blog bewegt nix! Da bin ich mir sicher, das ist mir auch nicht wichtig, auch wenn man mit einem gewissen Blog eventuell eine gewisse Macht erzeugen kann! Aber ich glaube das will auch nicht jeder…! Aber gut zu wissen das man eventuell die Chance hätte was zu bewegen, nur interessiert auch bekannte Blogs was Kleinblogger sagen? Man sollte sich weder über- noch unterschätzen! Meine Meinung!

  • umgekehrt könnte man fragen, interessiert es Kleinblogger was Großblogger sagen? Wenn es in eine Richtung geht, dann geht es auch in die andere Richtung. Wir reden ja nicht von TV.

  • Nein und Ja! Mehr Macht haben sie auf jeden Fall,schon allein weil sie durch größere Leserschaft mehr bewegen können! Was kann ich als Kleinblogger bewegen wenn es keinen interessiert und keiner unterstützt? Allein schaff ich doch nen Sch…! Großblogger haben allerdings eine gewisse Anhänger- und Leserschaft die es unterstützen und verlinken! Mehrfach wenn gewollt! Ich will nicht sagen das Themen von Kleinebloggern keinen interessieren, das wären mehr als falsch, aber es kommt nicht weit wenn es nur die Stammleser lesen!

  • Wow. Habe diesen Artikel gerade erst entdeckt. Hat mich wirklich berührt und beindruckt. Gerade mich als Blogger-Neuling der noch ganz, ganz am Anfabng steht und noch viel vor hat, hat das schwer motiviert. Auch wenn’s unpassend scheint, aber das ganze wirkt auf mich wie ein „Du bist Deutschland“-Aufruf für Blogger. „Du bist das Netz“ oder so. Was ich im durchaus positiven Sinne verstanden haben möchte… Oder halt „Wir sind das Netz“ – Erinnert mich irgendwie an „Wir sind das Volk“. Hat auch schon mal eine Revolution vorangetrieben… 😉

  • […] Sympatexter macht sich Gedanken um die Bloggerei, Anlass war der Artikel über die maßlose Unterschätzung der Blogger. Es ist nicht easy, den Inhalt ihres Artikels verkürzt wiederzugeben. Aber im Großen und Ganzen schwingt der Tenor mit, dass Blogs in sich keine Bedeutung haben, aber auch nach außen hin von niemandem wahrgenommen wird. Die Bedeutungslosigkeit nach innen macht sich dadurch bemerkbar, dass man sich im Sinne von einem wie auch immer gearteten Weiterkommen nur im Kreise dreht. Die äußere Bedeutungslosigkeit macht sich daran fest, dass uns draußen niemand wahrnimmt. […]

  • […] Wie einst Neros Daumen repräsentiert ‘das Netz’, die neue Macht der Kunden, die darüber entscheiden, ob sie sich tödlich rächen und eine Marke schädigen wollen, oder deren Leben retten, indem sie über sie reden – und dabei mitgestalten. Robert Basic dazu: Für die Statistiker unter uns: wenn ich an einem Tag +5.000 Menschen informieren kann, dass die Firma XYZ eindeutig und ziemlich heavy betrügt, wissen das durch simple Mundpropaganda-Effekte innerhalb 1 Monats sagen wir mal bestenfalls 1.125 Mio Menschen (5000*15*15). Schlimmstensfalls 5000 Menschen. 5000 oder 1.125.000? Was macht das schon, im Vergleich dazu, was ich vorher tun konnte. […]

  • […] “Nehmen sich Blogger zu wichtig?” war die Frage, die ich mit einem einfachen aber kategorischen “Ja” beantwortet habe, Robert hingegen mit einem pathetischen Textbrocken, der auf die Botschaft hinausläuft: “Du hast eine gigantische Voice“. Genau! Hurra! Toll! Super! Klasse! Es jubelt einem aus dem langen Kommentarschwanz entgegen. Ein wohlkonditionierter pawlowscher Klatsch-Reflex, der da im Blogwald widerhallt, wenn einem die Traffic- und Verlinkungsspitze Honig ums Maul schmiert. In bedeutungschwerer Einhelligkeit veranstaltet man Rudelpissen, etwa gegen das StudiVZ und schreibt sich Revolution auf die Fahnen. Man ist endlich wer, gemeinsam will man stark sein und eine gigantische Voicehaben. […]

  • […] Momentan ist meine Haltung, dass sich die obligatorische Katze gerade selbst in den Schwanz beisst. Die _Torschlusspanik_ bzw. Untergangsstimmung ist selbstverursacht. Lasst euch nich verarschen, Roberts Ausführungen zu diesem Thema fand ich teils überzogen und ja auch ein bisschen esoterisch ;), aber sehr erfrischend und hoffnungsvoll. Hier passt irgendwie die Theorie “Wenn man etwas oft genug gesagt bekommt, glaubt man es nach einer gewissen Zeit”. Ich meine damit die ganzen _Alten_, die uns einreden wollen, dass Blogs nichts sind/sein werden/waren. Bullshit! Pfeift doch einfach mal auf CounterStats und Chartsgewixe, der Weg ist das Ziel, oder wie heisst das so schlau? Also liebe Berliner, macht sie bitte endlich fett (reich)! Nicht dass _wir_ den von einigen so erhofften Verbreitungsgrad erreichen, der uns maybe sogar zusteht. Nein, damit Blogs lesen endlich wieder Spaß macht und ich mich wieder surfend, ohne regelmäßig zu kotzen, außerhalb des eigenen Wohnzimmers bewegen kann. Macht, dass Blogs nicht mehr Trafficabhängig (ads) sind, sondern so _strahlen_ können wie sie sollten. Natürlich bin ich ein naiver Optimist aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Ich bin durchaus davon überzeugt, dass Blogmaterial auch ohne Skandal in den Breiten ankommen kann, die andere außerhalb unseres Dunstkreises schätzen. Während diese Zeilen entstehen, blinzelt dann doch so langsam surft man ein paar Links weiter und findet die ein oder andere kritische Stimme durch. Eines Tages (vermutlich zu spät) werden auch die PRler-/Werbe(r)treibenden/Agenturen verstehen, dass man mit Message- Placement seitens eines Unternehmens eine kaum vorhandene Direktstreuung kompensieren kann. Mutige, nicht nur 2.0er Companys, sind gefragt und endlich Leute die so oder so dafür bezahlt werden, sich Konzepte und Realisierungen zu überlegen und nicht nur schulterzuckend die anderen denken lassen. […]

  • Die Macht des Bloggens…

    Robert Basic zur Macht des Bloggens. Bisher einer der besten Beiträge in diesem Jahr! Lesen, genießen und verstehen! Die Diskussion kann ich auch nur empfehlen.Liebe Sabine extra für dich, um dir als Printlerin die Thematik Bloggen näher zu brin…

  • […] es ist nicht lange her, da hatte ich doch mal lautstark dafür plädiert, dass Blogs ein wunderbares Medium sind, die Menschen näher zusammenrücken zu lassen (Zyniker mögen genau jetzt aufhören zu lesen;). Eine Sache ging mir dabei nicht aus dem Kopf: Blogs, die Nationen übergreifend dafür Sorge tragen, sich besser zu verstehen, gibt es imho nicht explizit. Wenn, dann gibt es politische Blogs oder aber häufig die klassischen Meldungen, wenn ein spezielles Hot Topic meistens aus den USA überschwappt. Und gerade, weil ich das Bewußtsein habe, dass Blogs einen größeren Nutzen stiften, als es jedermann/frau bewußt ist – betrachtet man lange Zeiträume von 10-50 Jahren – muss man sich auch als Blogger fragen, was man explizit dazu beiträgt. […]

  • […] Und nur deshalb, weil die PR-Jungs/Mädels nämlich dieses Prinzip kapiert haben, schreibe ich dieses Review. Ich weiß nicht, wie oft ich bei den Bandscheiben etwas (Positives) über Produkte geschrieben habe, ohne jemals eine Reaktion auf diese Beiträge zu erhalten – in diesem Sinne ist es auch eine Form von persönlicher Kritik an den anderen Agenturen. Nicht, daß ich nach Aufmerksamkeit lechze oder denke, ich sei besonders wichtig, in diesem Fall hätte ich die Bandscheiben schon lange dicht gemacht. Es ist einfach die Tatsache, daß Hersteller und viele PRler nicht kapieren wollen, daß solche Aktionen direkt ins Herz der Zielgruppe stoßen. Da sucht jemand in einer Suchmaschine genau das, was ein Shop anbietet oder ein Hersteller produziert und wenn der Suchende auf eine persönliche, nicht gesponsorte Meinung, eines fachkundigen Bloggers trifft, ist das zig mal mehr wert, als ein beknacktes Werbeplakat, daß zu 99% übersehen wird. Aus meiner Sicht läge nichts näher, als bei Einführung eines neuen Produkts (oder Verbesserungen bei Bestandsprodukten) diejenigen, die ohnehin (positiv) berichtet haben, mit ebendiesen Produkten zu versorgen, um ggf. anständige und objektive Beurteilungen zu erhalten. Kritiker könnten auf diese Weise gleichsam von Verbesserungen überzeugt werden, denn auch Kritik ist wichtig, um eine offene Unternehmenskommunikation und den Willen zur Verbesserung nach außen zu belegen. Es geht nicht allen ausschließlich darum, 8000 Dollar im Monat zu verdienen. Es reicht oftmals schon aus, wenn das Gefühl aufkommt, als Konsument wahr- und ernstgenommen zu werden. Und dafür sind Blogger mit ihren Blogs die ideale Plattform. Die Damen und Herren Blogger schreiben sich teilweise für Nischenthemen die Seele aus dem Leib, sind produktiv, meist objektiv und recherchieren gut. Warum dann nicht viel Geld für sinnlose Sparen, wenn durch ein wenig Recherche genau die Leute erreicht werden können, die in ganz engem Kontakt mit der Produkt-Zielgruppe stehen ? […]

  • […] Blogs haben meine Sicht auf die Dinge total verändert. Statt den Blick nur auf das Übel zu richten, darf ich! Positives verkünden. Und es gibt verdammt noch mal viel Positives in dieser Welt, was wir, die Blogger, jeder Einzelne von uns unterstützen und damit verstärken kann. Wir dürfen auf Teufel komm raus kritisieren, Denkanstöße geben, uns in der Blogosphäre vernetzen, auf Missstände aufmerksam machen und eine Lawine ins Rollen bringen. Wir nehmen Produkte und Unternehmen unter die Lupe, hinterfragen, prangern an oder loben. Wir schaffen die Schwarz-Weiß-Denken ab und betrachten durch Kommentare ein buntes Gesamtbild, bei dem wir unsere Meinung überprüfen oder in Frage stellen. Blogger habe eine irre Macht! Einziges Problem: „Blogger unterschätzen sich (noch) gewaltig“, schreibt Robert Basic – ein Plädoyer, das es in sich hat und was ich hier noch mal gerne aufgreife. Meine Lieblingspassage aus seinem Beitrag:  „Man hat nicht mal ansatzweise begriffen, welche unglaubliche Power in der wachsenden Vernetzung von Personen rund um den Globus besteht, unabhängig von Raum und Zeit. Nennt mich einen Vollidioten, aber mein Traum ist, dass wir eines Tages sogar Kriege zu verhindern wissen, ganz im Gegensatz zum UNO-Filz, wenn sich die Bürger der politischen Kretins annehmen, die nur mittels Kriege Probleme zu lösen wissen. Dank der Blogs.“  […]

  • […] Manche Blogger halten sich für die besseren “Journalisten” – sollten sie aber nicht. Unter http://www.bloggercontest.de wird sein gestern eine Aktion angekündigt, an der einige der bekanntesten deutschen Blogger teilnehmen. Sechs Wochen lang werden sie dort im Namen einer sehr, sehr großen Internetfirma bloggen und andere Spielchen machen – eine lupenreine (wenn auch nicht gerade sehr subtile) PR-Aktion, durchgeführt von einer Firma, die sich “Gesellschaft für markenbildende Maßnahmen mbH” nennt. Nun hacken ja viele Blogger ganz gerne auf den klassischen Medien herum und die Blogosphäre wird häufig als etwas ganz besonderes dargestellt. Während der seriöse Journalismus der “echten” Medienwelt drauf und dran sei, sich den Gesetzen von Markt, Kapital und PR zu beugen, formuliere sich in der Blogosphäre der Widerstand. Thomas Knüwer (Indiskretion ehrenhalber) bringt dieses Selbstbild in einem von Peter Turi geführten Interview auf den Punkt: “Der Erfolg von Bloggern ist eine Reaktion auf den Qualitätsverlust der klassischen Medien. Auf Dauer werden sie eine Kontrollfunktion erfüllen und bei mangelhafter Qualität einen öffentlichen Druck aufbauen, der langfristig entweder zu einer Qualitätssteigerung der klassischen Medien führen wird – oder zu noch größeren Problemen.” Bloggercontest und Kontrollfunktion – das passt nicht zusammen. Während Don Alphonso auf werbende und PR-treibende Blogger schimpft, ziehe ich aus dieser Diskrepanz jedoch einen anderen Schluss: Blogs sind Medien und Medien sind dem Einfluss von PR ausgesetzt – und halten dem nicht besser und nicht schlechter stand als es der “klassische” Journalismus tut. Die Blogosphäre sollte sich von der Vorstellung verabschieden, den besseren “Journalismus” zu betreiben und alles in allem etwas selbstkritischer und vor allem kritikfähiger werden – erst dann verliert eine Aktion wie der Bloggercontest den faden Beigeschmack (was die mit heißer Nadel gestrickte Aktion allerdings auch nicht interessanter machen würde). […]

  • Einfach nur ein verspätetes Danke für den obigen Beitrag.
    Kenne nichts von der eigentlichen Diskussion, dass sich Blogger nicht so wichtig nehmen oder doch als ultimatives Sprachrohr sehen sollen. Für mich ist es selbstverständlich, dass das Wort eines jeden von uns besonderes Gewicht besitzt, daher erst recht als Blogger.
    Man muss nur den Mut dazu haben. Zum Recht auf freie Meinungsäußerung gesellt sich der Mut zur freien Meinungsäußerung und ein Blog bietet die Technik zur freien Meinungsäußerung.
    Schönen Abend.

  • […] Landesverfassung zu bilden. Warum ist das so? Robert Basic stellte schon Anfang 2007 fest: “Viele Blogger haben nicht mal ansatzweise verstanden, was sie da in der Hand halten“. Die Macht der Mitteilung, alle haben sie, theoretisch, aber nur wenige nutzen sie […]

  • Studie zu Verhältnis von PR und Blogs…

    Grenzpfosten-Blogger Florian Ranner hat mich heute per E-Mail kontaktiert um mich für die Teilnahme an seiner Umfrage zu motivieren:Blogger werden für die PR immer wichtiger.
    Das an sich ist jetzt noch nciht die Monster-News, aber es hat ganz
    reale…

  • da das Netzt sich um Informationen dreht, werden Website, wo sich User einbringen können, immer wichtiger werden, denn so kann über jede Information eine schnelle Analyse erstellt werden, wie es beim Kunden wirklich ankommt.

  • da das Netzt sich um Informationen dreht, werden Website, wo sich User einbringen können, immer wichtiger werden, denn so kann über jede Information eine schnelle Analyse erstellt werden, wie es beim Kunden wirklich ankommt.

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