Sonstiges

Fixing Blog: closed doors

Das Corporate Fachblog der Firma Fischer schließt nun offiziell seine Tore.

Die quantitative Resonanz auf unser Blog war positiv: zwischen 15.000 und 18.000 Besuche (visits) monatlich. Und auch die Resonanz der Marketing- und PR-Fachpresse war ermutigend. Zahlreiche Veröffentlichungen erwähnten und lobten unser Blog. Was aber zunehmend fehlte – und hier sprechen wir uns selbst an – waren aktuelle Beiträge, die in Inhalt und Stil dem neuen Medium Blog entsprachen. Ein Blog lebt von Aktualität und von kurzer, direkter Kommunikation. Für dieses Medium ist die Zeit bei uns intern offensichtlich noch nicht reif.

Das ist eine nette Umschreibung für folgendes Problem:
hausinterne Unterstützung: außer einer Person war keine weitere explizite Unterstützung auf der Leitungsebene vorhanden. Daraus ergibt sich auch schon alles weitere. Nicht ganz.

Blog-Marketing: nach Rücksprache mit einigen Zielpersonen (Architekten, etcp..) kam klar heraus, dass Fischer es versäumt hatte, das Blog auf den sonst üblichen Kommunikationskanälen als einen weiteren, wichtigen (?) Kanal zu kommunizieren. Oder liegen andere Infos vor?

Zielgruppen-Fokus: statt mehr auf die Zielgruppen einzugehen und insbesondere deren Probleme „zu lösen“, hat man stattdessen immer nur über die tollen Produkte von Fischer gebloggt. Wer mir zeigt, dass er was von meinem Geschäft versteht, dem höre ich gerne zu. Es steht wohl außer Frage, dass Fischer etwas vom Geschäft im Automobil-, Bau- und Handwerkerbereich versteht (das Blog sollte sich damals lt. Pressemeldung auf die Bereiche Bauwesen, Statik und Befestigungstechnik fokussieren).

Man hielt den Schlüssel bereits mit dem Eröffnungsposting in der Hand, aber man hatte wohl nicht wirklich begriffen, was man selbst gepostet hatte: Wir möchten zugleich lernen und von uns erzählen. Denn darin sehen wir die Chance: Dass es uns mit dem Blog gelingt, uns mit unseren Kunden, Partnern, der Öffentlichkeit und der Blogosphäre in einer Art und Weise zu vernetzen, wie dies sonst nur schwer möglich wäre. Zu lernen und sensibel zu sein und zugleich als Unternehmen gehört und wahrgenommen zu werden.
Kommunikation ist ja keine Einbahnstraße, dazu gehört auch hinhören und wolkig umschrieben, „sensibel“ zu sein. Gehört werden wollte man, wahrgenommen wurde man aber nicht, weil man umgekehrt nicht hinhörte.

Persistenz: wer nicht ausdauernd sein Unternehmen vorantreibt, gewinnt Blumentöpfe. Wieso sollte ein Blog etwas anderes sein? Nicht alles, was glitzert, glänzt. Man muss schon lange polieren, bis man da steht, wo Fischer heute steht. Tolles Unternehmen, maues Blog, das nun zu ist.

Resumee: halbe Sachen scheitern.

via Textdepot und Corporate Publishing Lounge


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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

1 Kommentar

  • […] Blogger Robert Basic geht in einem Artikel noch einen Schritt weiter. Er bemängelt die “hausinterne Unterstützung” und vermutet: “Außer einer Person war keine weitere explizite Unterstützung auf der Leitungsebene vorhanden. Daraus ergibt sich auch schon alles weitere.” Zudem unterstellt er dem Unternehmen, es hätte versäumt, das Blog auf den sonst üblichen Kommunikationskanälen als einen weiteren, wichtigen Kanal zu kommunizieren – und “statt mehr auf die Zielgruppen einzugehen und insbesondere deren Probleme zu lösen, hat man immer nur über die tollen Produkte von Fischer gebloggt.” […]

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