Sonstiges

deutschsprachige Digg-Klone keine Chance?

Nico Lumma stellt die These auf, dass Digg-Klone (Yigg und Co.) in D keine Marktchancen haben:

Ich glaube, es liegt an dem deutschen News-Markt. Er ist überschaubar, SpOn und Heise decken den Großteil ab, die anderen Themen schwappen über amerikanische Sites, u.a. auch Digg.com, in die deutschen Blogs. Ich sehe derzeit nicht wirklich den Nutzen bei den deutschen Clones, da werden nur Themen mit Aufmerksamkeit belegt, die entweder irrelevant sind, oder eben bereits auf Heise oder SpOn standen. Wozu dann also noch den Digg-Clone? Eben. Für Nischen mag es anders sein, aber als Dreh- und Angelpunkt der Newssüchtigen sehe ich da keine Chance auf dem deutschen Markt.

Sehe ich natürlich nicht so, da u.a. Yigg mittlerweile im Vergleich zu gut besuchten Blogs schon längst weiter ist, betrachtet man nur den Traffic. Wer ein Plätzchen im Netz sucht, das interessante Nachrichten sammelt, wird durchaus was auf Yigg finden. Auf Spon oder Heise findet man dahingegen eher die Standardnews. Also, Tore schießen kann man auch mit Digg-Klonen.


Vernetze dich mit uns!

Like uns auf Facebook oder folge uns bei Twitter


Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

10 Kommentare

  • ich glaube das alle deutschen seiten ein ähnliches problem wie das von nico beschriebene haben. meiner meinung nach kranken alle deutschen blogs an dem problem, das der deutsche sprachraum einfach sehr begrenzt ist und niemals mit der relevanz des amerikanischen/englischen mitziehen kann. das ganze ist glaube auch ein bisschen das problem der europäischen blogossphäre. da durch die vielen unterschiedlichen europäischen sprachen es nur überschneidungen an den rändern kommt.

  • Du meinst sicher Traffic = Relevanz? Wenn wir das Relevanzargument per se weglassen, kann man sicher sagen, dass Trafficpotenziale auf US-Sites ungleich größer sind. Aber was heißt das schon letztlich? Dass man nun keine deutschsprachigen Seiten auftun sollte, weil es an Trafficpotenzialen mangelt? Sehe ich nicht so, siehe Yigg-Traffic, der markant ist

  • auf digg werden aber auch dinge gecovert, die niemals in die mainstreammedien ala spon oder heise kommen würden. sei es einfach nur ein krasses youtube video. also ich denke die clone scheitern einfach daran, das das netz in deutschland noch nicht so weit ist. alleine die anzahl an blogs pro einwohner dürfte hier bedeutend geringer als in den staaten sein. dort ist doch jede oma im netz.

  • Das Blöde an so Portalen wie z.B. Yigg ist doch das man vieles (nicht alles) zwei- bis dreimal liest. Als SpOn- und Heise-Leser werde ich an Yigg wenig Freude finden wenn dort ständig Artikel auftauchen die ich bereits vor dem ersten Kaffee gelesen habe. Zieht man diese Beiträge von Yigg ab, bleibt wirklich nicht mehr viel übrig.

    Wären die Digg-Klone etwas sortierter und vielleicht auch etwas strenger bei der Auswahl (keine Artikel aus Online-Zeitungen), wären sie wesentlich interessanter (weniger Füllstoff, mehr Content).

  • Interessant ist es, diese Diskussion ‚mal außerhalb von YIGG zu führen.
    YIGG ist für den deutschsprachigen eine wichtige Community, da sich hier -je nach Engagement der Mitglieder- durchaus Entdeckungen machen lassen. Allein dafür lohnt die Plattform.

  • Ich habe einen eigenen Digg Klon aufgemacht und nach 4 Wochen wieder nach 4 stelligen Dollarausgaben geschlossen. Egal wieviel man den Traffic analysiert und leitet, im Endeffekt kostet es sehr viel Geld User in Beitragsschreiber und Digger zu versetzen und genau das wird das Problem der meisten Klone sein.
    Zudem sprechen die meisten Deutschen english; gerade die User, die im Internet auf Technews schauen.
    Yigg.de gebe ich eine kleine Chance, aber auch nur mit massivem Geldeinsatz oder Netzwerken (sprich Partnerschaften mit Zeitschriften, Zeitungen, StudiVZ…)

  • Wieso nicht? Wenn man sich wie Webnews, von Holtzbrinck unter Aufsichtsrat Lothar Späth finanziert, durch Softpornos aus Sevenload „profiliert“, lässt sich offensichtlich viel Traffic generieren. Wer braucht da noch Zeit, Handelsblatt, Schulbücher von Macmillan und andere Produkte von Holtzbrinck.

  • Bzgl. der höheren „Relevanz“ des Englischen für Nachrichten / andere Texte setze ich ein fettes Fragezeichen.
    Gleichfalls als Selbstexperiment les ich in 3 bis Sprachen (inklusive Deutsch) und das englische ist höchstens im direkt berufsbezogenen Bereich ein bischen, aber selbst dort nicht völlig führend. Und Programmierung/ Projektmanagement ist sicher ziemlich anglophon.
    Auch für andere Themen, die mich interessieren, sehe ich nicht ein, warum die englischsprachigen Seiten relevanter sein sollen. Für mich jedenfalls nicht (und ich bin weissgott nicht anti-Amerikanisch oder anti-Britisch).
    Ich glaub so wenig fokussierte Seiten wie Yigg UND Digg haben ein Problem. Irgendwie hab ich den Eindruck, dass da v.a. Jugendliche werten. Für mich sind einfach andere stories und news relevant. Vermutlich differenziert sich der thematische Fokus mit dem Alter bei den Leuten. Und da läßt mich die Häufung von Schorschi Bush un Mittel East auf Digg offen gesprochen ein bischen kalt.
    Armutsbekämpfung, Emerging Markets, Entwicklung bei Medien, Arbeitsorganisation, Demokratie in Schwellenländern, geschichtliche Themen, Psychologie, persönliche Arbeitsorganisation interessieren mich aber.

    Gruß Axel

  • Ich les zigmal lieber was auf deutsch als auf englisch. Geht schneller, ist leichter, ich kenne fast alle Wörter und hab nicht in jedem zweiten Satz ein, zwei unbekannte Wörter usw.

    Das nur mal so in die Runde geworfen…

  • @Axel

    Hmm Jugendliche sind wohl immer noch die größte Nutzerschaft in .de (weis nich so genau).

    Aber machen wir mal einen Vergleich. Die Frontpage auf webnews heute:

    Ex-Politiker soll über 100 Kinder haben
    Spring Break: Sie wissen nicht, was sie tun
    30 Stockwerke in 30 Sekunden
    US-Sender zahlt 15 Millionen für Beckhams Umzug
    Auf jeden Erdbewohner kommen 24 Gigabyte an digitalen Daten
    Second Life: Reales Gefängnis für virtuellen Sex
    Alle scharf auf kleine Sonja
    Jede fünfte Frau wird sexuell missbraucht
    Angelina Jolie und Brad Pitt adoptieren weiteres Kind
    Liebesspiele: Jeannine geht bei Eddy aufs Ganze
    Richtig Flirten!
    Was erwarte ich von einem social network?
    Traumberuf Spieleredakteur?
    Gefoltert, erschossen, enthauptet
    Monrose mit „Even Heaven Cries“ gehen sie zum Grand Prix

    Und Yigg:

    Klima-Angst: Stadt stoppt Kraftwerksbau | RP Online
    Google Earth: Probleme mit dem Hitler-Berg
    Druckt Nicht…
    US-Soldat in Würzburg wegen Fahnenflucht verurteilt
    Sexuelle Lust braucht Fremdheit und gesunden Egoismus
    Bild vom Google Phone
    Bouffier: Internet „zentrales Tatwerkzeug“ für Terroristen
    Yigg und alle anderen – lohnt sich das?
    Kampagne: Wir haben abgeschworen! Zentralrat der Ex-Muslime
    GnuPG: Mail-Clients lassen manipulierte Nachrichten durch
    Die 10 teuersten Städte der Welt
    Hymner der Angler
    Web 2.0 wird in Deutschland immer beliebter
    Uclue.com – Google Answers wiederauferstanden, auf deutsch
    45 Websites deren Webdesign durch schlichte Schönheit beeindruckt

    Also vorallem Webnews hat starke Boulevard-tendenzen während auf Yigg zwar auch Boulevard zu finden ist aber vorallem Politik, Technik, Web

    Davon linken auf Yigg 5 auf Blogs, auf Webnews 1 Eintrag.

    Ich benutze beide Plattformen und bin gespannt wie sich Yigg weiter gegenüber Mitbewerbern mit Geld wie Webnews durchsetzen kann, Yigg wird glaub ich nach wie vor privat betrieben.

Kommentieren