Sonstiges

Sevenload: Presse 1.0

mir ist gerade aufgefallen, dass Sevenload die Beteiligung von Burda über den klassichen Pressekanal gestreut hat. Ich möchte ja jetzt nicht der Presse was streitig machen, aber… wer ein Web 2.0 Startup betreibt, dessen Wohl und Wehe von den Usern abhängt, an wen würde ich zuerst so eine Nachricht weitergeben? Die Antwort ist für mich klar: an Blogger und Forennutzer, die mir geholfen haben, die Plattform überhaupt erst interessant zu machen. Quasi als Commitment an „You“.

Mike Schnoor als Blogger und Sevenload-Mitarbeiter in good old world?
Warum man nicht sofort im hauseigenen Blog etwas darüber lesen konnte kann ich recht einfach erklären: Die Pressekontakte haben in diesem Fall wirklich Vorrang gehabt – bevor in einem Corporate Blog etwas zu dem Thema zu lesen ist. Ebenfalls waren dabei noch viele weitere Prozesse anzustoßen, damit ein größtmöglicher Impact erreicht werden kann…

Aus Sicht der Reichweite eine verständliche Entscheidung, aus Sicht des Impacts die falsche Entscheidung imho.

Wie würde ich vorgehen:
1. all die Blogger informieren, die mitgeholfen haben, das Startup groß und fett zu machen
2. trotz Risiko eine Sperrfrist mit den Bloggern via Mail vereinbaren
3. nach Veröffentlichung der ersten Blogbeiträge die Presse via Link zu den Blogs informieren

Meinungen?

btw, für die Goldwaagenwieger: spart Euch den Call bei Ibo, das ist kein Angriff eines Bloggers, sondern ein hoffentlich guter Denkanstoß für junge Webstartups. Ibo versteht sein Geschäft, er benötigt ganz sicher nicht Tipps von mir und kann auch solche Hinweise besser lesen als Goldwaagenwieger:)) Es ist nun mal nicht jedem gegeben, kritisches Feedback als Feedback zu werten.


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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

19 Kommentare

  • Na ja Robert ich würde sagen, dass man bei solchen Meldungen priorisieren muss. Du hast schon Recht auf moralischer Ebene sollte man den Bloggern die Nachricht zuerst zukommen lassen aber aus marketingtechnischer Ebene sicher nicht. Denn bei aller liebe ich denke die Presse erreicht 10000 mal mehr Leute als ein paar Blogs. Von daher hätte ich das genau so gemacht, da Blogs eben nicht zum Mainstream gehören und deshalb auch nicht wirkliche Auswirkungen haben, da sie nur einen Bruchteil der Leute erreicht.

  • der Gedanke ist, dass man den User in den Vordergrund stellt und daher entsprechend aus priorisiert. Ich kann bei Sevenload weiß Gott nicht sagen, dass die Wasser predigen und Wein trinken, aber die Frage stellt sich für mich mehr prinzipiell, wenn ich bevorzuge via PR.

    Denn, das eine schließt das andere wie oben beschrieben nicht aus!!! Den Scoop gebe ich den Bloggern, die Presse bekommt ihr Futter eh noch früh genug. Man darf dabei nicht vergessen, dass die Presse gerade bei solchen Meldungen im Grunde viel lahmer ist, was das Publizieren angeht. Während die Blogger also sagen wir nen Vorsprung von 5-10 Stunden bekommen, zieht die Presse irgendwann nach. Keinem schadets, doch jeder hat gewonnen dabei. Und ein weiterer Aspekt ist nicht unwichtig: solche Meldungen landen bei den Onlineportalen der old media nicht gerade auf der Startseite. Ich würde mal die wenig gewagte These aufstellen, dass der Reach via Blogs sogar absolut gesehen größer ist.

  • Hallo Robert,

    auf jeden Fall. Gebe ich dir recht, aber ich denke, ich habe Dich doch schon informiert 🙂

    Ich werde mich schon bald bei Dir telefonisch melden um neue Infos zu geben.

    LG

    Ibo

  • Ich sage danke…

    Ich danke allen Freunden, Beteiligten, Usern, Bloggern und Burda für euer Vertrauen. Es geht mit großen Schritten voran und wir haben noch mehr Überraschungen. Bald, sehr bald.
    Auch danke ich folgenden Bloggerfreunden für die netten…

  • Nachdem Burda ja der (Good) Old Economy zuzurechnen ist und selbst ein Presseverlag ist, wundert es mich nicht, dass selbige Presse bei der Verkündung bevorzugt wird. Schließlich ist der Einstieg eine Nachricht und somit werden unmittelbar erste Synergieeffekte nutzbar.

    Ich persönlich halte es aber durchaus für bedenklich, wenn die Presse so nicht zum Verbreiter der Nachricht, sondern zum Inhalt selbiger wird. Darum wäre eine Verkündung über andere Nachrichtenkanäle wirklich angebrachter.

  • Es wäre auf alle Fälle interssant gewesen zu schauen inwieweit Blogs diesen Impact erzeugen können (wovon ich fest überzeugt bin). Denn mittlerweile ist es tatsächlich so, dass Journalisten Blogs sowieso auf ihrem Radar haben. Ich bin mir sicher das wäre auf diesem Wege schön in die Mainstreampresse geschwappt und den Bloggern hätte man eine kleine Aufmerksamkeit zukommen lassen. Andererseits verwerflich ist die PR 1.0 auch nicht und mit Burda hat man jemanden an der Hand der wissen dürfte wie das funktioniert.

  • Lieber Robert,

    Wenn ich mir Technorati oder Google Blogsearch ansehe, finde ich sehr viele Blogs, die unser Thema aufgegriffen hatten. Bis vor wenigen Minuten hatte ich ca. 15 Weblogs gesehen.
    Mit der offiziellen Pressemitteilung von unserer Seite sind wir erst heute Mittag gestartet – im Prinzip hatten die Blogs sogar noch viel mehr Vorlauf.

    Ich glaube, dass der gesunde Mix zwischen PR 1.0 und PR 2.0 genau richtig ist – traditionelle Medien mit einer Reichweite von mehreren hunderttausenden bis millionenfachen Lesern in Kombination mit Weblogs und ihren tausenden Lesern.

    Verstehe mich bitte nicht falsch, aber sobald ich auf die Medienlandschaft aus dem Blickwinkel eines Redakteurs schaue, würde ich eine Meldung, die schon sehr intensiv in anderen Medien diskutiert wird, weniger priorisieren als wenn ich etwas exklusiv beziehen kann.

    Beste Grüße
    Mike Schnoor

  • es gibt in dieser diskussion, imho, kein richtig und kein falsch. blogger, die eng mit dem deal vertraut waren bzw sind, gibt es sowohl im hause burda als auch bei sevenload. wäre es besser gewesen, weitere blogger vor dem handelsblatt zu informieren? vielleicht. vielleicht aber auch nicht 😉

  • Ich werde mit jedem Blogger der den Wunsch hat mit mir zu sprechen tatsächlich ein Interview führen. Ich bleibe da noch absolut offen … schließlich bin ich ja auch Blogger 🙂

  • […] Ich habe heute einen interessanten Artikel bei Robert Basic gelesen, der in den Raum gestellt hat, ob nicht web 2.0 Unternehmen zuerst die wichtigsten Blogger informieren sollten und dann erst die Presse. Denn schließlich unterstützen ja die Blogs die Startups durch regelmäßige Berichte. Ich meine, das ist ein interessanter Ansatz und probiere es gleich mal aus. […]

  • Dass dein Vorschlag so schnell aufgegriffen werden würde, hättest du (Robert) wohl auch nicht gedacht. Aber die Idee ist wirklich gut, erst in der Blogosphäre einen Buzz zu erzeugen und dann die Presse zu informieren. Wenn man Glück hat, dann berichtet die Presse nicht nur über die eigentliche Pressemeldung, sondern auch über den Buzz der im Netz entstanden ist.
    Ich bin gespannt wie sich die Idee von Familie Kunath entwickeln wird.

  • Es ist wohl aus unternehmerischer Sicht durchaus nachzuvollziehen und kaum ein Unternehmen hätte anders gehandelt. In dem Fall sollten die Blogs sich wirklich nicht zu wichtig nehmen, zumal die Verbreitung der Meldung in den Weblogs indessen beachtliche Ausmaße angenommen haben.

  • […] Im Umfeld der Bekanntgabe dieser Investition wurde u.a. von Robert Basic die Frage diskutiert, ob ein Web 2.0 Unternehmen, seine Pressemitteilungen nicht zuerst über die Blogospäre streuen sollte. Dies wurde sogleich von Jens Kunath und seiner Frau in die Tat umgesetzt. Diese plant eine Familiencommunity für die Altersgruppe von 1-99 auf die Beine zu stellen. Dafür hat sie sich 100.000 Euro von ihrem Mann und einem weiteren noch unbekannten Geldgeber geliehen. Die Idee für die Community kam ihr, da sie keine passende Plattform fand, um sich mit Frauen in der gleichen Situation wie sie (sie hat vor 6 Monaten ihren Sohn Paul bekommen) auszutauschen. […]

  • […] Wenn das jetzt nicht ein Beispiel für vernetzte Kommunikation auf Blogwegen ist, dann weiß ich auch nicht. Im Guten wie im Schlechten. Die Idee, das Aufgreifen und Umsetzen, die Reaktionen, Reflektion, Leichen im Keller, Nachdenken und Aktion […]

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