Sonstiges

Preisjägerei geht mir auf den Senkel

lese gerade beim Jochen, dass es ein neues Preisjäger-Startup namens Luupo gibt. Im Grunde genommen habe ich nix gegen den Quasi Monopolisten Geizkragen und all die modernen Social-Commerce Preisjäger-Derivate. Doch langsam langweilt es auf der anderen Seite. Ich habe nicht wenig Lust ein Dingenskirchen aufzumachen, das sich auf das konzentriert, was gute Produkte ausmacht: gute Produkte eben. Ob die nun sauteuer oder saubillig sind, was solls. Am liebsten wärs mir sogar, man lässt bewusst die Preisfunktion völlig außen vor. Suchen können die Leute doch dann immer noch selbst nach dem günstigsten Preis, wenn es denn Interesse erzeugt hat. Solange man nur weiß, was wirklich gut ist. Und genau das ist ja auch des Pudels Kern: auf zahlreichen user generated Empfehlungs- und Shoppingplattformen wird der Preis eklatant in den Vordergrund gestellt, andere Merkmale werden dem Preis hinten angestellt. Als wäre es das alleinige Kriterium, warum einer für 50.000 Euro und ein anderer für 10.000 Euro einen Neuwagen kauft oder einen Monitor für 1.500 statt für 150. Ich behaupte das Gegenteil: wenn das Produkt stimmt, ist der Preis erst einmal völlig sekundär, solange wir hier nicht von völlig überteuerter Rasiercreme mit Geschmack reden. Und ganz ehrlich, wenn ich irgendwo ein und dasselbe Produkt für 1 Euro günstiger kriegen kann, interessiert mich das null.


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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

20 Kommentare

  • Da bin ich mit dir einer Meinung. Mich interessiert auch die Qualität und die Eigenschaften eines Produktes mehr als der Preis. Wenn ich ein Produkt ins Auge gefasst habe, dann schau ich mich um, wie haben andere es bewertet, wie zufrieden sind sie, brauch ich es, sagt es mir zu, hat es die vom mir geforderten Eigenschaften und Funktionen, und wenn das stimmt, ist der preis eher sekundär. Wenn dann die Entscheidung bei mir gefallen ist welches Produkt gekauft wird, dann gehe ich dahin wo der Service stimmt, selbst wenn es dort ein paar Euro mehr kostet.

  • Der Preis wird einem aber – logischerweise – auch nur sekundär interessieren, wenn man genug davon hat. Bei Leuten, die bei jedem Euro rechnen müssen, wird wohl eher Quantität vor Qualität gehen.

  • Ich denke, dass Du da zwei Dinge verwechselst. Eigentlich vollzieht sich ein Produktkauf ja in mindestens zwei Schritten. Vorausgesetzt es geht um einen Kauf aus einem Bedarf heraus, dann stelle ich doch zunächst den Bedarf nach einer Produktgruppe wie z.B. einem MP3 Player fest. Hier würde ich mich idealerweise bei einer Plattform wie Du sie beschreibst informieren, um mich auf ein konkretes Produkt, also den MP3 Player xy3 von der Firma xyz festzulegen. Im nächsten Schritt würde ich aber eine der preisorientierten Plattformen bemühen, um für mein konkretes Produkt den günstigsten Preis zu finden. Also haben IMO beide Plattformen ihre Berechtigung.

  • Recht hast Du! Diese Preistreiberei kann einem langsam und sicher auf den Senkel gehen!. Spannend wäre ein Auswahltool, welches auch einmal andere Werkzeuge in den Vordergrund stellt wie z.B. Qualität, Gebrauchsfähigkeit, Erhältlichkeit..

  • Ich glaub da vermischt du zwei Prozesse. Der erste ist die Suche nach dem richtigen produkt, z.B. einer Digicam. Dazu werden Tests, Fachinternetseiten, Bewertungen in Onlineshops und ähnliches herangezogen. Dann steht die Entscheidung, dass man das Produkt kaufen möchte. Nun kommt der zweite Prozess: wo bekomm ich es am günstigsten, ohne auf die Nase zu fliegen. Dazu werden dann preissuchmaschine, guenstiger etc. genutzt. Wenn man die günstigsten Preise hat, recherchiert man noch über den Shop. Manchmal lohnt es sich 10 € mehr auszugeben und dafür zu wissen, dass im Garantiefall alles glatt geht.

    Ich glaube nicht, dass es jemand andersrum macht uns zuerst nach Peisen, dann nach Produkten sucht 😉

    Edit: seh grad, dass Felix ähnliches geschrieben hat.

    Diese Phrase „Ich achte auf Qualität, der Preis ist mir egal“ ist in meinen Augen leeres Gewäsch. Die Qualität der gleichen Digicam variiert ja nicht von Shop zu Shop.

  • Ich finde den Gedanken von Robert sehr interessant. Ich stelle mir ein Tool vor, das im ersten Schritt den Nutzern hilft ihren eigenen Bedarf sehr genau zu definieren. Die Preisdiskussion erledigt sich oft schon von allein, wenn ich den SchnickSchnack weglasse, den ich im Leben nie brauchen werde. 🙂 Im zweiten Schritt bewerten User die Tauglichkeit des Gadgets für die Anforderungen.
    Ich behaupte, wenn ich immer das kaufen könnte, was ich wirklich brauche, dann würde der Preis eine wesentlich geringere Rolle spielen.
    Zudem wissen wir ja auch, wer einen niedrigen Preis macht, muss ihn irgendwo einsparen – vielleicht liefert er ja gar nicht? 🙂

  • Es geht doch darum, Preisdifferenzen aufzuzeigen. Bspw. kostet eine WLAN-Antenne im Saturn um die Ecke 39€. In namhaften Internet-Stores bekomme ich sie für 30€. Auf Preisvergleichs-Seiten findet man Shops, in denen die exakt die gleiche Antenne für 22€ angeboten wird. Dann kommen im besten Fall nur 5€ Versankosten zu.

    Das Produkt und die Qualität ist die gleiche. Es geht nur um die reine Kostenersparnis. Und die Handelsspanne bei Saturn und Co., die eh viel zu hoch ist, wird da erst richtig deutlich.

  • Hier wird aber einiges Durcheinandergebracht.
    Ein Bedarf ist z.Bspl. ein Auto.
    Das Bedürfniss ist dann Beispielsweise ein Kombi.
    Kai-Jürgen geht da in die richtige Richtung.
    Das Problem online sowie offline ist, dass die meisten Konsumenten selbst nicht genau wissen (können) was Ihre „genauen Bedürfnisse“ sind.
    Einfach durch das fehlende Wissen der Möglichkeiten.
    Für das gibt es ja Spezialisten, die einem erst einmal die Möglichkeiten näherbringen sollten um sich Entscheiden zu können was man will. Das beginnt schon be den technischen Beschreibungen.
    Was interessieren mich vier Airbags.
    Würde da stehen: Grössere Sicherheit durch vier Airbags für Sie und Ihre Familie bei einem Unfall hört sich das schon ganz anders an.
    Und ist man ersteinmal durch den ganzen Prozess Bedarf, Bedürfniss, genaue Bedürfnissabklärung hindurch. Spielt der Preis bezüglich „gibt es das noch günstiger“ für die meisten keine Rolle mehr.
    Sie kaufen.
    Aber auch in „realen“ Geschäften muss man schon grosses Glück haben dass man an einen Verkaufsberater gerät, der einem in diesem Prozess unterstützt.
    Die Königsdisziplin ist nämlich, den Kunden zu Unterstützen damit er sich das „geeignete“ Produkt selber verkauft.
    Ein geeignetes Onlinetool wird da nie hinkommen. Könnte aber ind die Richtung gehen und wirklich Wegweisend sein.

  • Ich sage nur Manufactum. Aber eigentlich müsste es tausende geben. Ein Katalog der guten Produkte, das hätte was. Da würde ich auch noch Arbeit reinstecken.

    Zumal wir alle unsere Speziallieferanten haben, denen wir vertrauen und deren Qualität Klasse ist.

  • Ich will mich den Vorpostern teilweise anschließen: Preissuchmaschinen haben ihren Sinn, und zwar dann, wenn ich mich eigentlich schon für Modell XYZ entschieden habe. Wie komme ich aber zu dieser Entscheidung? Es gibt ja ciao, aber wenn man dort mal genauer hinsieht, wird eigentlich alles ziemlich gelobt. Nette Idee, dass die Verbraucher selber bewerten, aber als normalmensch hat man ja nicht mal eben 20 Digicams zum Vergleich zur Hand oder bemerkt den versteckten Mangel erst, nachdem man den Artikel schon bewertet hat. Was Ihr hier sucht, ist nichts weiter als „Stiftung Warentest“, oder eben ne Hifi-Zeitschrift oder die c’t … da kann ich mir (auch anhand des Preisis) schonmal genau überlegen, weilches Teil ich will für größere Anschaffungen. Ne Tüte Heftzwecken kaufst Du eh ohne Vergleich, wo Du gerade einkaufst…

  • Für die meisten Menschen, nämlich diejenigen deren Kontostand nicht mindestens 8 Stellen hat, spielt es spätestens bei alltäglichen Gebrauchsgütern wie Autos und Häuser einen erheblichen Unterschied, wie teuer es ist.

    Denn schon bei Autos liegen hochqualitative und tolle Produkte teilweise im 7-stelligen Bereich. Der Preis ist angemessen und daher unwichtig?

    Aber für mich vollzieht sich eine Produktsuche zweidimensional:
    – was hätte ich gerne (Funktion + Qualität)
    – was davon kann ich mir leisten (Preis)

    Endweder suche ich, wo ich ein gutes Produkt günstig erwerben kann, oder ich schaue in der von unten nach oben sortierten Preisliste, wo Produkte preislich anfangen, die meinen Anforderungen genügen.

    Wenn ich in der glücklichen Sitaution wäre alle Dinge rein wunschorientiert kaufen zu können, dann hätte ich meinen eigenen Einkäufer und dann würde ich mich *nicht* über Preislisten ärgern. Nein, wirklich nicht!

  • Eine Plattform, die ihre Empfehlungen nicht rein auf dem Preis aufbaut, sondern auf Kriterien wie Produktqualität und Brauchbarkeit, Anwenderfreundlichkeit?

    Im Unterschied zu diesen Preisjäger-Plattformen muss man dann aber minutiös Produkte testen und nach nachvollziehbaren und allgemeingültigen (intersubjektiven) Kriterien bewerten.

    Also wie Fachzeitschriften der verschiedensten Produktkategorien das seit Jahrzehnten zu tun versuchen (Auto, HiFi, Video, Computer, Heimwerken etc.)

    Und dann die ständigen Vorwürfe aushalten müssen, Produkte bestimmter Hersteller zu bevorzugen. Und Kritik abwehren müssen, Kriterien in den Vordergrund zu stellen, die für den Käufer gar nicht so wichtig sind. Und was noch alles…

    Das ist entschieden schwerer und wohl kaum mit geringem Personal- und Finanzaufwand zu leisten – geschweige denn, ohne die jeweiligen Produkte tatsächlich zum Testen vorliegen zu haben. Und woher hat man sie? Gestellt von den Herstellern? (Siehe Vorwurf oben) Gekauft? Von welchem Geld?

    Eine wirklich haarige Sache…

    Preise dagegen kann ich ganz einfach und objektiv ermitteln und ein brauchbares Vergleichsportal drumherum packen.

    Bei mir stehen tatsächlich die Preisportale ganz am Ende der Kaufentscheidung: den längsten Zeitraum (und die größte Mühe) nehmen die Versuche ein, eine Entscheidung nach diversen qualitativen Kriterien zu treffen und dazu auch die jeweils einschlägigen Zeitschriften und gegebenenfalls vorhandenen Online-Portale zu Rate zu ziehen.

    Die Preisportale nutze ich schließlich gerne, um schnell herauszufinden, welche Händler vor Ort (besonders die bekannten Großketten-Lagerschuppen) einfach mal die empfohlenen Herstellerpreise als ihre besonders günstigen Wochenschnäppchen herauskrähen – um dort ganz bestimmt nicht zu kaufen.

  • Denn schon bei Autos liegen hochqualitative und tolle Produkte teilweise im 7-stelligen Bereich

    Naja, soviele Kisten im Millionensektor gibt es ja auch noch nicht, aber richtig ist, dass Autos in den letzten Jahren ziemlich teuer gworden sind. Habe letztens gesehen dass ein Corsa (neu) 24K kostet …

    Back to topic: Klar haben Läden wie Saturn und MEdia Markt eine Gewinnspanne ( teils hoch , teils niedrig), manche ! bieten dafür aber auch Beratung. Was ich echt übel finde ist sich im stationären Handel beraten llassen/anprobieren und dann online einzukaufen.

  • ärgerlich ist doch wohl nur das eine…wenn ich für das gleiche produkt beim dem einen händler 199 euro bezahle und beim anderen 299 euro, wohlgemerkt , für das gleiche dingens.
    das kommt öfter vor als man denkt….und das nur weil man zu faul war sich umzuschauen, oder weil man genug kohle hat und nicht auf den preis achten muss.
    gruß horst aus der pfalz

  • Also die Beratung in großen Handelsketten ist ihr Geld (in Form der Handelsspanne) wirklich nicht wert. Da bekommt man mit 10 Minuten Online-Recherche mehr Infos als mit einem 15-minütigen Beratungsgespräch. Mich würde es nicht wundern, wenn das Angebot des Berufs des klassischen Verkäufers/Beraters im Einzelhandel sinken wird. Regale auffüllen können auch andere.

  • Au man, ich habe einen Kumpel, der geht in vier Kaufhallen, um von jedem Produkt das »preisgünstigste« zu kaufen. Dafür ist er dann ein paar Stunden unterwegs … kann ich absolut nicht verstehen sowas.
    Und dass Billig nicht immer Gut und Teuer nicht immer das Beste ist, ist doch auch klar. Du hast völlig recht, Robert, das Produkt und dessen Qualität sollte entscheiden, nicht der Preis.

  • Als Dealjaeger muss ich hier mal Stellung beziehen. Aussagen wie „Qualität zählt, Preis ist mir egal“ sind nur mit unbegrenzten Mitteln realistisch und nachvollziehbar. Durch die Verknappung der Mittel aber ensteht die Notwendigkeit auf den Preis zu schauen (ob im Euro- oder Milliardenbereich). Vielleicht fällt dem ein oder anderen auch der „Homo oeconomicus“ ein, der sein Handeln nach ökonomischen Gesichtspunkten, „wirtschaftlich streng rational denkend“, ausrichtet.

    Diesbezüglich finde ich den Hinweis auf die verschiedenen Dimensionen einer Preissuche (siehe Kommetar von Alex) sehr wertvoll:

    – was hätte ich gerne (Funktion + Qualität)
    – was davon kann ich mir leisten (Preis)

    Denn danach handeln wir als Konsumenten. Und wir müssen es auch, solange die Mittel begrenzt sind.

    Preisjägerei hin und her, Spaß oder Nerverei: Markttransparenz ist entscheidend für unsere Wirtschaft, Preispolitik und Kaufentscheidungen.

    Erst kommt die Produktsuche und dann die Preissuche. Wer da nicht genau hinschaut muss es sich leisten können oder ist dumm.

  • Wie sagt meine Oma doch immer so schön: „Ich bin zu arm, um mir billiges Zeug zu kaufen“

    Recht hat sie – denn bei vielen „Schnäppchen“ zahlt man doppelt, weil es eben nix taugt.

    Ich kaufe gerne Produkte, die preiswert sind. D.h. wo ich genau das bekomme für mein Geld, was ich erwarte.

    Sicher freue ich mich, wenn ich dieses Produkt zu einem günstigen Preis kaufen kann. Aber ich würde nicht wegen 2-3 Euro Preisdifferenz mein Geld einem windigen Onlineshop in den Rachen werfen, der dann entweder ewig nicht liefert, oder aber mein Geld per Vorkasse erhält und dann zwischendurch Pleite macht.

    Nur meine 0,02 Euro.

  • Lieber Robert Basic,

    eine kurze Bemerkung in Sachen LUUPO. Wir sind ja immerhin der Aufhänger dieses Blogs:

    Du schreibst ganz oben: „lese gerade beim Jochen, dass es ein neues Preisjäger-Startup namens Luupo gibt. Im Grunde genommen habe ich nix gegen den Quasi Monopolisten Geizkragen und all die modernen Social-Commerce Preisjäger-Derivate. Doch langsam langweilt es auf der anderen Seite. Ich habe nicht wenig Lust ein Dingenskirchen aufzumachen, das sich auf das konzentriert, was gute Produkte ausmacht: gute Produkte eben. Ob die nun sauteuer oder saubillig sind, was solls.“

    Jupps, da bin ich inhaltlich ganz bei Dir!

    Zugegeben, wir halten uns noch etwas bedeckt. Aber eines kann ich Dir versichern: Wir werden ganz bestimmt nicht die 7. Preissuchmaschine oder auch die 126. Auktionsplattform online bringen. Auch Spekulationen, wir seien so etwas wie Dealjäger, lassen uns schmunzeln.

    Unsere Plattform ist wirklich neuartig. Und sie bringt sehr gute Qualität und die Möglichkeit, diese zu äußerst günstigen Preisen zu erwerben, zusammen. Ich denke, dieses dürfte im Sinne beider Strömungen hier im Blog sein – der qualitätsbewussten wie der preisbewussten. Lasst Euch überraschen :o)

    Herzliche Grüße

    Kris Kunst
    LUUPO AG

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