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No. 2 in den Blogcharts, und nun?

ja, ich weiß, danke für Mails, es gibt auch Leute wie Turi, die darauf explizit eingehen. Es freut jeden Blogger, wenn dessen Themen aufgegriffen und verlinkt werden. Denke ich mal. Je mehr man verlinkt wird, umso mehr freut man sich, dass man nicht umsonst für sich vor sich hinbloggt. Ob das nun die fieseste Kritik, ein reines Weiterreichen einer Info oder aber eine Bestätigung der eigenen Meinung ist. Mit der zunehmenden Sichtbarkeit des eigenen Blogs und der Vernetzung mit den klassischen Medien gehen aber ziemliche Negativeffekte einher, über den die meisten Blogger mW nie groß was schreiben.

Das einfachste, abzuhandelnde Thema ist das Versilbern des Blogs aufgrund der gestiegenen Wahrnehmung, das viele andere Blogger anpisst. Ich habe dazu eine ganz simple Meinung: Geld ist gut und verschafft Unabhängigkeit, das zu tun und zu sagen, worauf man Bock hat. Ob ich das nun mittels dem Blog oder auf anderen Wege packe, ist mir völlig egal. Der Meinung, dass sich die Blogs nun alle „verhuren“,lassen, folge ich aus diesem Grund wenig. Und wer kein Reptilienhirn hat, der weiß, dass 99% aller Blogs null kommerziell fahren.So what, genug Raum für alle Geister, um sich in einem Großteil der Blogosphere von wirtschaftlichen Interessen fernzuhalten.

Ein wesentlich heftigeres Thema ist der soziale Druck: gerade weil man Gefahr läuft, mitunter auch von der Presse – in ihrer nach wie vor bestehenden Rolle als Gatekeeper – zitiert zu werden, macht man sich zunehmend Gedanken, irgendwas Falsches zu schreiben, das man nur noch schlecht korrigieren kann, sobald der Geist aus der Flasche ist. Das Dumme: viele Leser von Presseorganen nehmen alles für bare Münze, was da drinsteht und es gibt wenig Möglichkeiten, einen Printartikel zu kommentieren (bevor die Presse einen alten Artikel nochmals aufgreift, muss schon viel passieren). Unter Bloggern mache ich mir wenig Gedanken, da das Korrektiv und die eigene Meinungshoheit mehr gelten, als alls Topblogs dieser Welt zusammen. Wie sollte es auch anders sein, da insbesondere Blogs zur Meinungsdifferenzierung beitragen. Dieser soziale Druck betrifft alle Blogger, die bisserl länger im Netz schreiben. Oder sehe ich da was falsch?

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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

22 Kommentare

  • Hm, naja, habe vor deinem Artikel auch schon drüber berichtet..irgendwas muss man ja bloggen, oder nicht? 😉

    Und ja, ein Luxusproblem, so kann man das nennen!

    Gruß

  • Glückwunsch. 🙂 Wie wird dann erst der soziale Druck, wenn du die Nummer 1 bist und damit ziemlich einsam der deutsche Vorzeigeblogger bist … nichts wonach ich streben würde.

  • Ja, das stimmt, und nein, du machst alles richtig. Sachkenntnis, leichte Lesbarkeit, dezidierte Meinung, Nutzwert, gute Vernetzung – das sind eben die Bausteine, die ein erfolgreiches (im Sinne von vielverlinktes) Blog ausmachen – oder besser gesagt: ausmachen können. Dazu kommt dein spezieller Stil. Turi sagt dazu „quick and dirty“, ich würde sagen: authentisch.

  • Dazu passt mein Artikel „Sind A-Blogger die Gatekeeper der Blogosphäre?“, den ich vor einer Weile geschrieben hatte:

    http://blog.happyarts.de/2007/03/10/593/sind-a-blogger-die-gatekeeper-der-blogosphaere

    Die Top-Verlinkten Blogs haben meiner Meinung nach damit eine besondere Verantwortung innerhalb der Blogosphäre, denn gerade aus dem Print-Bereich wird die Wahrnehmung der Top-Blogger auf die ganze Blogssphäre kopiert. Was natürlich mit Vor- und Nachteilen verbunden ist.

  • > Und wer kein Reptilienhirn hat, der weiß, dass 99% aller Blogs null kommerziell fahren.

    Huh? Reptiliengehirn aka lymbisches System hat jeder. Also weiss keiner, dass 99% der Blogs kommerziell fahren?

    Oder was?

  • Na, wenn man Nr. 2 ist, dann ist das Ziel doch klar: Nr. 1 zu werden ;-).

    Ok, ok, ich weiss, Du machst Dir nicht allzu viel gedanken über solche Platzierungen. Und das ist auch gut so. Also setz Dir nicht das Ziel, Nr. 1 zu werden für die Platzierung, sondern das Ziel, Deinen Blog noch weiter zu verbessern ohne Deine Individualität aufzugeben. Dann wirst Du automatisch irgendwann zur Nr. 1… Es sei denn, da kommt noch wer…

  • Ist doch ein Beleg dafür, dass sich Blogs immer mehr den klassischen Medien annähern, zumindest was die Inhalte und die soziale Bedeutung betrifft. Man überlegt sich halt, was man schreibt, weil es mediale, wirtschaftliche und juristische Konsequenzen haben könnte. Natürlich geht dabei ein wenig vom Sponti-Geist der Blogger verloren. Wenn dafür die Qualität der Texte steigt, ist das ganz okay, denke ich. Die Spitzenblogs machen es eh schon vor.

  • Es freut jeden Blogger, wenn dessen Themen aufgegriffen und verlinkt werden. Denke ich mal. Je mehr man verlinkt wird, umso mehr freut man sich, dass man nicht umsonst für sich vor sich hinbloggt.

    Das schlimme an dem Ranking nach Verlinkung ist, dass leider viele inhaltlich hervorragende Blogs in der Blogosphäre nicht wahrgenommen werden. In meinem Blog-Umfeld ist das vor allem BWLzweinull und Verwaltung.modern@Kehl.

  • @Thorsten, natürlich ist es „schlimm“, wenn inhaltlich hervorragende Blogs nicht wahrgenommen werden.
    Das hängt aber nicht mit dem vorliegenden Ranking zusammen, denn auch ohne Ranking würde sie nicht wahrgenommen … ;(

    Hey, DAS wäre doch mal ein start-up: die Evaluierung von Blogs. Ich rechne mir schon mal aus, für wieviel ich den Laden dann an … sagen wir mal … Burda…verkaufe. 🙂

  • …da hast du den Nagel auf den Kopf getroffen. Je bekannter du wirst, und mit der Presse potenziert sich das eben einfach schneller aufgrund des Multiplikators, desto besser mußt du aufpassen was du sagst. Selbst das revidieren von Artikeln und Meinungen, die einem mal so herausgerutscht sind, wird einfach schwierig.
    Diese Flecken kriegt man dann schwer vom Hemd.
    Aber das Problem hat inzwischen jeder da ja bekanntlich dein produzierter Content vor allem als Blogger einfach gefunden wird und „bis in alle Ewigkeit“ besteht. Das Internet hilft eben inzwischen zum Karrieretechnischen weiterkommen oder auch zum stolpern.

  • @Thorsten, wäre mir neu, dass man ein Ranking braucht, um Blogs zu entdecken, die einem gefallen. Es gibt Google, Technorati, Blogalm, Blogscout, ich weiß auch nicht, was alles noch an Wegen, um auf Blogs zu stpßen. Rankings sind das letzte Tool in der Kette, weniger Verhinderer.

  • Peter2.0 hat ‘ne Supermeise…

    Peter2.0 hat ‘nen Superstar. Glaubt aber, Diekmann-mäßig für ganz Deutschland sprechen zu dürfen. Darf er aber nicht. Oder wenigstens nicht für mich. Deshalb hab’ ich meinen eigenen Superstar: Mit Erscheinen der neuesten Deutschen Blog…

  • Ich bin mir da nicht ganz sicher. Beispielsweise ist die „Denkweise“ von Technorati – desto mehr inbound links, desto besser (bekannt) ist der Blog – nachvollziehbar gerade wenn es um den Bekanntheitsgrad geht, aber die Qualität eines Blogs wird eigentlich nirgends mit einbezogen.

    Blogs kann man ja durchaus als Filter der Internet-Informationsflut sehen. Sollte man nicht auch über qualitative Bewertungsfunktionen für ganze Blogs nachdenken, um die Blogflut zu filtern?

    … das war mein Denkanstoß im Hintergrund meines Kommentars, vielleicht ist es jetzt deutlicher.

  • Wie willst Du denn Qualität normieren? Man kann Charts und Ratingplattformen stricken, wie man will, es entscheidet noch immer jeder selbst, was gefällt und was nicht. Die Natur des Webs bringt es eben mit sich, dass man Milliarden (?) von Websites entdecken kann und viele gute nie entdecken wird. Aber nur ein ganz kleiner Faktor sind dazu diese Rankings. Traffic von Technorati und den Blogcharts zB ist bei mir nicht mal mehr im Prozentbereich, eher im Promillebereich zu messen. Ich würde dem Mechanismus nicht die Bedeutung beimessen, um Blogs zu entdecken, wie Du es tust.

  • Guter Einwand, selbstverständlich ist es schwer, Qualität zu messen oder zu vergleichen. Wenn ich eine konkrete Idee hätte, würde ich auch sofort versuchen, die umzusetzen… Aber ich bin der Meinung, dass die Community als kritischer Nachfrager mit einem geeigneten Werkzeug, dieses Problem näherungsweise angehen könnte.

    Vielleicht ist das aber auch nur ein Wunsch…

  • Hey, Gratulation!

    Ehrlich gesagt muss heute jeder aufpassen, was er so ins Netz schreibt und wie er es dann formuliert. Sich Gedanken zu machen ist, vor allem bei problematischen Themen, sicher nicht falsch. Ich würde z.B. den brisanten Code auf meiner WebSite nicht zulassen (siehe Digg-Thema, Kommentar Nr. 6. )… aber die Höhe des Risikos muss, wie die Juristen sagen, jeder für sich selbst abwägen.

    Wünsche Dir viel Glück, gutes Gelingen und steigende Einnahmen. 😉

  • […] Aber zurück zum FAZ-Artikel. Offensichtlich sind “Verbraucherwarnungen” für die FAZ kein Thema. Soll der Otto-Normal-Verbraucher doch ruhig an E-Mail-Spam, Trojanern und Internetfallen ersticken. Offenbar sind auch Abmahnwellen für die FAZ kein Thema. Sollen die kleinen und mittelständischen Unternehmen doch ruhig an ihrer Unwissenheit zu Grunde gehen. Blogger haben also üblicherweise ein ungepflegtes Erscheinungsbild und scheinbar auch einen dickeren Bauch als mancher Top-Manager. Tatsächlich? Und schließlich schnappt man sich noch schnell einen der meist gelesenen Blogger Deutschlands und unterstellt ihm aufgrund dieses Beitrags mal kurz ein fehlendes Rückrat, weil sich jemand Gedanken darüber gemacht hat, was man in einem von Deutschlands meist gelesen Blogs wohl schreiben dürfe und was nicht, auch unter Berücksichtigung der Tatsache, dass ein Pressevertreter das eine oder andere geschriebene Wort vielleicht falsch verstehen oder zu sehr auf die Goldwaage legen könnte. Bingo! […]

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