Sonstiges

Shoppero als Datenverkäufer eine Totgeburt?

Und, wie kam Shoppero auf der next07 an? Lumma wollte doch vortragen. Hab eine Mail von Jens Kunath, einem der Gründer, in der beschrieben wird, um was es da geht. Soweit ich es verstanden habe, handelt es sich um einen Bewertungsplattform mit Werbesharing und Links zu E-Commerce Shops, um die jeweiligen Artikel einkaufen zu können. Was ich nicht ganz kapiert hatte: wie hebt sich die Plattform nun ab von den anderen Anbietern?

Stimmungen in der Blogosphere:

Patrick scheint sehr negativ angetan zu sein (auch nicht von Edelmans Leistungen, wobei ich mich da just frage, ob Patricks Agentur [irgendwas mit Vista…] da viel besser wäre, zumindestens hört man da nie was zu, wie und ob überhaupt man Web-Kunden betreut) und nennt einen wichtigen Punkt, dass die Mailadresse an Dritte weitergeben wird.

§ 4 Einsehbarkeit der Daten durch Dritte, Weitergabe der Daten an Dritte, Verwendung der Daten in anderen Medien

(2) Der Nutzer willigt in die Weitergabe seiner E-Mail-Adresse an Vertragspartner des Betreibers zum Zwecke der Werbung für Produkte und Leistungen dieser Vertragspartner, Markt- und Meinungsforschung ein. Die Vertragspartner des Betreibers sind berechtigt, dem Nutzer entsprechende E-Mails zuzusenden und der Nutzer ist mit dem Empfang solcher E-Mails einverstanden. Dieser Weitergabe kann der Nutzer jederzeit, auch nach Erteilung der Einwilligung, mit Wirkung für die Zukunft gemäß § 8 widersprechen. Nach erfolgtem Widerspruch ist eine Weitergabe der E-Mail-Adresse für diese Zwecke unzulässig.

Nico und Jens scheinen gegenüber kooperativeren user generated Modellen kein Zutrauen zu haben. Im Shoppero-Modell wird wie auf alten Meinungsplattformen verfahren: Man lässt die User arbeiten und melkt sie doppelt, indem man auch noch ihre Daten verkauft. Wozu quatschen sich die vielen Blogger, die sich mit solchen Modellen beschäftigen, eigentlich die Seele aus dem Leib, wie es gehen könnte? Sorry Jens und Nico, ich mag grundsätzlich den Ansatz von Shoppero, nicht aber die konkrete Ausgestaltung. Solange empfehle ich Plattformen wie Dealjäger und Edelight zu nutzen, die dahingehend wesentlich kooperativer Verfahren, auch wenn sie keine Meinugsplattformen per se darstellen. Um es nochmals klar zu sagen: moderne AAL-Anbieter stehen auf der Seite der User. Ich müsste dumm sein, ein Widget von Shoppero hier einzubinden bzw. für Shoppero Produktmeinungen zu verlinken, da ich damit zugleich die User an einen Datenverkäufer vermittel. Wer das nicht kapiert, möge mit wehenden Fahnen unterergehen.

Frank Helmschrott ist ebenfalls mäßig angetan.

Ist Shoppero also nix oder doch?


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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

25 Kommentare

  • Erinnern ist gut, wohl eher ein super Nachbau. Erstklassige Kreativleistung … erinnert an eine 50-80-Millionen-Euro-Kopie mit VZ im Namen.

    *kopfschüttel*

    Ich glaube angemessen wäre es das Ding absofort einfach totzuschweigen.

  • Robert, Du triffst den Nagel auf den Kopf: „… wie hebt sich die Plattform nun ab …“
    Antwort: Gar nicht !
    Oder doch nicht: Shoppero wurde m.E. nur aus einem einzigen Grund gegründet: um ein community-start-up zu haben – mit der Möglichkeit der Generierung von Werbeinteresse – das man für „teuer Geld“ an einen Interessenten verscheuern kann. Ich kann keine innovative Idee, keinen zeitlichen Vorsprung gegenüber anderen Anbietern erkennen.
    Shoppero ist aus meiner Sicht eine „Totgeburt“, die ge-hyped wird, um Investoren-Zaster anzuziehen … the old days of new economy are back again. 🙂

  • Lieber Robert,

    ich hatte gehofft, dass Du meiner Mail entnehmen kannst, was das innovative an dem Produkt ist. Offenbar ist es mir nicht gelungen, es Dir zu erklären. Wir werden die nächsten Tage daran arbeiten, die Unterschiede zu bestehenden Plattformen deutlicher herauszuarbeiten.

    Natürlich gibt es Ähnlichkeiten zu dooyoo, Ciao, Dealjäger oder edelight. Der wesentliche Unterschied ist, dass shoppero die User an allen Einnahmen durch generierten Content und durch die Verlinkung partizipieren lässt. Nicht nur an Affiliateprovisionen, sondern auch an allen Werbeeinnahmen.

    Zur Datenschutzklausel: Es ist nicht unsere Absicht die Userdaten zu verkaufen oder für Werbung an andere Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Wir haben von unserem Anwalt Standard-AGB und Datenschutzklauseln erarbeiten lassen und diese sind offenbar sehr weit gefasst. Wir werden das Anfang nächster Woche verändern lassen. Insofern vielen Dank für den Hinweis.

    Um es in aller Deutlichkeit zu sagen: Wir werden die Userdaten nicht an dritte Unternehmen zum Zwecke der Werbung weitergeben.

    Schönen Abend noch

    Jens Kunath

  • Jens, bitte ändert das wirklich dringendst ab, so ein Lapsus darf Euch Profis nicht passieren, sorry:) Würde mich sehr freuen, wenn Du den berüchtigten USP besser rausstellen kannst. Warum macht es Spaß, warum soll es sich gut anfühlen, ist es mehr shoppen oder doch bewerten, wieso lockt man User mit Kohle, statt mit Begeisterung und Nutzen etc. Bin gespannt und freue mich auf mehr.

  • Das mit dem Datenschutz und das dem jetzt plötzlich widersprochen wird, ist wirklich verwirrend.

    Ich finde die Dikussionen um Shoperro sehr interessant, ich folge mit Spannung alle Bemühungen, mit neuen StartUps Geld zu verdienen. MyMuesli finde ich zum Beispiel richtig toll. Das hier, das verstehe ich gar nicht so richtig, finde es nicht witzig und weiß auch nicht, was es mir bringt.

  • Habe mir Nicos Beitrag auf der next07 angehört und fand ihn eigentlich ganz gut. Allerdings blieben bei den meisten Zuhörern auch Fragen offen, die sich aber im persönlichen Gespräch gut klären ließen. Evtl. hätten sich die Jungs aber besser noch zwei Wochen mehr Zeit gelassen, um so ein PR-Desaster zu vermeiden – die AGBs sind Mist. Mal hoffen, dass Jens‘ Aussagen zutreffen.
    Ich sehe einen deutlichen Unterschied zu edlight und dealjaeger und betrachte das ganze eher als eine kontrolliertere Art von Google Adsense, die sich gerade für ganz kleine Blogs lohnen könnte (wer knackt schon die 100 Dollar Marke?).

  • Eigentlich macht das erst Sinn, wenn ich über eine redaktionelle Nische schreibe, Blog oder Wiki oder old skoöl website – egal. Ich stelle mir die vielen Fliegenfischerblogs des nächsten Jahrzehnts vor, die nicht immer wieder den Link zur Shakespeare-Rolle „wuenschel 2000“ raussuchen müssen, wenn sie darüber schreiben.

    Einfach adget an – los. Eigenen Senf da 1x abgeben – zack in den long tail damit und die cents zählen.

    Klingt vielleicht ein wenig polemisch, ist aber wirklich nicht so gemeint. Denkt das ein wenig weiter, breiter. Dann kommt das Bild dabei heraus.

    Ach, und ich weiss schon, dass Fliegenfischerruten keine Rolle haben. Bäh!

  • shoppero zerschossen…

    so schnell kann es mal gehen. naja, beta halt.
    da hab ich doch kack dreist kein jpg, gif oder sonstiges als produktbild hochgeladen, sondern ein png. einfach weil ich hier noch kein photoshop installiert habe und die screenshots nunmal so ausgeworf…

  • Ich finde die Plattform eigentlich Recht nett. Nur dass sie wirklich noch sehr beta ist. Einige meiner Texte wurden einfach gekürzt eingestellt… Umlaute funktionieren nicht und wenn ich Lust und die Laune hab zerschiess ich denen eben mal die Startseite:

    http://www.1802.eu/?p=1144

    user generated content halt würde ich sagen.

  • „Der wesentliche Unterschied ist, dass shoppero die User an allen Einnahmen durch generierten Content und durch die Verlinkung partizipieren lässt.“

    dass die user an allen einnahmen beteiligt werden, ist aber kein konzept-usp. jedes mal schreibt er was anderes – mal isses toll für die blogger, dann isses toll für die werbetreibenden … ich hab jetzt kein bock mehr auf dieses rätselraten.

    dass ich mir die werbung auf meinem blog selbst basteln kann, find ich gut, aber dann will ich eigentlich lieber an den verkaufserlösen beteiligt werden, als an möglichen adsense-einnahmen auf der seite, wo ich die produktempfehlung geparkt habe.

    für die community summit haben sie ja leider abgesagt … schad, da hätte man nochmal fragen können.

  • Nico hat ja in seinem Vortrag gesagt, er starte mit einem Proof-of-Concept als Beta. Das ist vielleicht mutig, aber es gibt viel Aufmerksamkeit und Feedback. Und das schadet sicher nicht.

    Geld statt Karma als Anreiz ist jedenfalls eine gute Sache. Ebay zum Beispiel funktioniert genauso. Viele Plattformen müssen sich ja fragen lassen, wie sie ihre fleißigen Schreiber am Umsatz beteiligen wollen. Denn nicht die Plattformen sind knapp – das war so in den alten Medien. Die Nutzer, deren Aufmerksamkeit und Beteiligung sind knapp und flüchtig.

  • Web 2.0 gleich Schnell-Schuß?…

    Ein Problem eines schnell-lebigen Mediums, wie dem Internet, ist auf jeden Fall, dass eben auch schnell geschossen werden kann! Auf der Jagdt nach dem superinnovativen Geschäftsmodell, das von allen auch als das erkannt wird, zielt man schon mal v…

  • vorher nein, Nico, ich dachte, nachdem ich das gelesen hatte, dass ihr irgendwie zu heiß gebadet hattet beim Entwurf des Einnahmemodells und war ziemlich enttäuscht. Umso besser, dass ihr das ziemlich bald ändert.

  • Es ist doch so: Alle guten und erfolgreichen (Geschäfts-) Ideen lassen sich ganz simpel in einem Satz erklären. Beispiel ebay, immobilienscout oder aktuell eben auch mymuesli. Geschäftsprinzip/Nutzen ist in einem Satz erklärbar.

    Das ist bei Shoppero – egal wie – nicht der Fall. Man sieht ja an den vielen Fragezeichen bei den potenziellen „Userkunden“ eindeutig, dass die Nummer nicht einleuchtend ist. Damit ist das ganze Ding in meinen Augen zum Scheitern verurteilt.

    Dazu kommt, dass Jens Kunath nicht zum ersten Mal mit merkwürdigen und [admin: edited , da imho anstößig] Business-Modellen ahnungslose Verbraucher abzockt. Deswegen mein Rat an alle: Hände weg davon!

  • […] Nachdem das Projekt diese Woche auf der next07 vorgestellt wurde, war die Resonanz, sagen wir mal, nicht einhellige Begeisterung (hier oder hier zum Beispiel). Nun äußert sich Nico Lumma auf dem Shoppero-Blog zu einigen der Kritikpunkte, und Robert Basic bewertet das ganze noch einmal neu. Einen anderen Aspekt, nämlich den der Haftung für den benutzer-generierten Inhalt auf Shoppero, hinterfragt XSblog2.0. Auch fixmbr steht dem ganzen sehr kritisch gegenüber. […]

  • […] Robert Basic: Für ein Web-Startup gehört ein Blog zum Standardrepertoire mittlerweile. Wer es nicht nutzt, ist selbst schuld, da ich mich mit einer klassischen Webseite nicht unterhalten kann. Schädlich wirds nur dann, wenn man kein Blog hat oder aber nur Dummfug auf dem Blog erzählt. Der aktuelle Fall Shoppero zeigt doch wunderbar auf, dass man das Firmenblog jetzt als Kommunikationsmedium verwenden kann, um auf die zahlreichen Kritiken einzugehen, die dazu dienen, dass sich Shoppero besser ausdifferenziert, aber auch als Firma zeigt, wie man damit umgeht. Es ist doch wunderbar, wenn ich die Gründer via Blog besser greifen und anfassen kann. Wieso sollte es nicht eine flache Hierarchie in der Kommunikation zwischen Kunde und Unternehmen geben, wo doch immer mehr Unternehmen auf flache Hierarchien intern setzen? […]

  • […] Aufgrund der hitzigen Diskussion, die in den letzen Tagen über shoppero geführt wurde, muss ich mich dazu mal zu Wort melden. Sicher sind die zunächst meisen AGBs (mittlerweile gefixt) und die Möglickeit zu XSS-Attacken (dazu hab ich nichts neues fidnen könen) gerade auf Social-Commerce-Sites ein Riesenfauxpas – das MUSS man kritisieren. Allerdings finde ich es absurd, dass shoppero von einigen Blggern jetzt komplett zerrisen wird und kann da nur auf Martin Recke verweisen, dem ich in der Beziehung voll zustimme. Es ist einfach Scheiße, wenn die Beteiligung der Nutzer an den Erlösen komplett in Frage gestellt wird, ohne dass es jemand überhaupt bis zum Ende verstanden oder ausprobiert hat (hier nochmal ein Erklärungsversuch von Niko). Die Idee ist doch sympatisch. Gebt den Jungs also ne faire Chance. Ein großer Schuss vor den Bug reicht erstmal. Die Aufmerksamkeit ist da. Nochmal kann sich shoppero sowas nicht leisten. […]

  • […] Ich bin gerade noch dabei, die Resonanz im Einzelnen auszuwerten, aber eines nur kurz, weil es wichtig ist: Selbstverständlich geht es bei Shoppero überhaupt nicht darum, dass wir die Userdaten an Dritte verkaufen. Diesen Passus streichen wir am Montag aus den Datenschutzbestimmungen, denn er ist für uns absolut unwichtig. Warum er drin stand? Wir waren jung und brauchten schnell Datenschutzbestimmungen. Diese waren generisch gehalten und weitreichend. […]

  • AGB-PR-Gau – aus Gründersicht…

    Die Nutzungsbedingungen vom Google-Dienst “Text und Tabellen” sorgen für Aufregung. Web2.0-Gründer müssen ihren AGB zwangsläufig auch viel Aufmerksamkeit widmen – leider.
    ……

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