Sonstiges

Shoppero und Datenschutz: Update

Nico äußert sich auf dem Shoppero-Blog zu dem Passus in den Datenschutzbestimmungen (Weitergabe der Personen/Maildaten zu Martkforschungs/Werbezwecken) wie folgt:
Selbstverständlich geht es bei Shoppero überhaupt nicht darum, dass wir die Userdaten an Dritte verkaufen. Diesen Passus streichen wir am Montag aus den Datenschutzbestimmungen, denn er ist für uns absolut unwichtig. Warum er drin stand? Wir waren jung und brauchten schnell Datenschutzbestimmungen. Diese waren generisch gehalten und weitreichend.
sehr gut, abgehakt!

Zum Einnahmemodell:
Es geht um die faire Beteiligung der User an den von Ihnen erstellten Inhalten. Es geht nicht um die Beteiligung an einem Affiliate-Programm, sondern um die gesamten Werbe-Erlöse, die auf der Plattform Shoppero entstehen. Affliate, TKP, CPC, alles wird in einen großen Topf geworfen, dann nach PageImpressions der User aufgeteilt und dann über den Schlüssel 20% / 60% verteilt. Dabei bekommt der User 20% aller Werbe-Einnahmen, die bei seinem Traffic-Anteil auf den selbst verfassten Produktseiten entsteht und 60% der anteiligen Werbe-Einnahmen aus den durch Verlinkung entstehenden Seitenaufrufen. Ein kleines Beispiel, um dies zu verdeutlichen: An einem Tag entstehen auf der Plattform Shoppero insg. 10.000 EUR Werbe-Einnahmen. User X hat mit seinen Inhalten einen Anteil von 0,05% an dem gesamten Traffickuchen, also quasi 5 EUR. Von diesen 5 EUR erhält der User 20%, also 1 EUR.
Es handelt sich dabei um ein gesamtheitliches Einnahmemodell, wobei zB Blogs mit hohen Trafficdurchsatzraten naürlich mehr von den Gesamteinnahmen bekommen, als Blogs mit kleineren Durchsatzraten. Nein, ich rede nicht von Blogs mit hohem Traffic. Das kann helfen, muss aber nicht.

Was aber auch klar ist: je mehr externe Webseiten auf Shoppero verlinken, desto kleiner wird damit der zu verteilende Kuchen, also die durchschnittliche Provision fällt tendentiell. Es ist was anderes, wenn ich die Gesamteinnahme zwischen zwei Webmastern als unter 1000 Webmastern aufteilen muss. Logo. Die spannende Frage: wird Shoppero die Gesamteinnahmen so steigern können, dass die durchschnittliche Provision bei steigenden Zahl verlinkender Webseiten steigt oder zumindestens nicht fällt in the long run?

User generated Content und Beteiligung am Gesamterfolg:
Ein interessantes Modell, das so noch niemand in Angriff genommen hat meines Wissens. Ich bin gespannt, wie das der Web-Markt aufnehmen wird. Imho muss dieser Aspekt viel stärker hervorgehoben werden als bisher.

Ein weiterer, interessanter Gedanke ist das Abschwächen von reißerisch geschriebenen Hurra-Bewertungen, indem man daran die finanzielle Erfolgsbeteiligung (User werden an eigens geschriebenen Bewertungen beteiligt, nicht nur an externen Links also) dämpft: Der einzelne User wird nie erfahren, ob sein Artikel zum Abverkauf von 23 Plasmafernsehern oder nur zu einem Click auf ein Werbemittel geführt hat. Das mag jetzt wenig transparent klingen, und das ist es auch, aber das ist in diesem Fall wirklich positiv zu sehen, denn die Versuchung, durch reisserische Artikel mehr Geld zu kassieren, wird von diesem Setup gebremst werden. Schliesslich wollen wir keine Produktbeschreibungen, in denen nur das allertollste steht, damit das Produkt gekauft wird, damit der User von den Einnahmen aus einem Affiliate-System profitiert, sondern eine ehrliche Meinung.


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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

13 Kommentare

  • nix gegen Nico

    und Respekt für jeden, der sich hier in diesem Land traut etwas Neues zu machen

    Empfehlungen sind ok und wichtig

    aber traut man Empfehlungen wo man weiss, dass der Empfehlende davon direkt profitiert?

    und geh ich dann nicht doch auf ebay oder geizhals.at oder idealo und schaue ob es das Produkt nicht billiger und ein besseres gibt?

    pierre
    http://kerchner.de/blog

  • […] Weiter bei Shopero: “Shoppero stellt eine Plattform da, die Produktbewertungen von Usern aggregiert und beteiligt die User an den Werbe-Erlösen. Anteilig. Das bedeutet, wir versuchen, für die Werbung ein Umfeld zu bieten, die dem Werbetreibenden und dem Inhalte-Anbieter nutzen, in dem wir die User zielgerichtet zu Produkten führen und dort dann die entsprechende Werbung eingeblendet wird. Auf gut deutsch: auf meinem Kraut-und-Rüben-Privatblog finden zu viele unterschiedliche Themen statt und nicht jeder interessiert sich für alles, daher trifft die Werbung auch nicht immer so richtig ins Schwarze. Bei Kontext-abhängiger Werbung wie Google Adsense merkt man das oft sehr deutlich, was nicht gerade dazu führt, dass die Leser interessierter an der Werbung sind. Wenn wir nun Leser, die interessiert sind an einem speziellen Produkt, über einen Link in einem Artikel oder über ein Adget genanntes Widget zu einer Produktdetailseite führen, dann ist die Wahrscheinlichkeit ordentlich hoch, dass hier auch die Werbung gut passt. Und darum geht es auch im Kern. Es geht um die faire Beteiligung der User an den von Ihnen erstellten Inhalten. Es geht nicht um die Beteiligung an einem Affiliate-Programm, sondern um die gesamten Werbe-Erlöse, die auf der Plattform Shoppero entstehen. Affliate, TKP, CPC, alles wird in einen großen Topf geworfen, dann nach PageImpressions der User aufgeteilt und dann über den Schlüssel 20% / 60% verteilt.” Klingt tatsächlich fair und interessant. Robert Basic schreibt ganz richtig dazu: “Es handelt sich dabei um ein gesamtheitliches Einnahmemodell, wobei zB Blogs mit hohen Trafficdurchsatzraten naürlich mehr von den Gesamteinnahmen bekommen, als Blogs mit kleineren Durchsatzraten. … User generated Content und Beteiligung am Gesamterfolg: Ein interessantes Modell, das so noch niemand in Angriff genommen hat meines Wissens. Ich bin gespannt, wie das der Web-Markt aufnehmen wird. Imho muss dieser Aspekt viel stärker hervorgehoben werden als bisher.” […]

  • Vertrauen kommt ja nicht von heute auf morgen. Also was man dazu sagen, wenn sich etwas erst mit der Zeit erweisen wird, wie es läuft. Nichtsdestotrotz ist die Idee mit dem Dämpfer (siehe oben) durchaus ein interessantes Modell. Ob das strategisch denkende User abhalten wird, weiß ich nicht. Im Gegensatz zu Edelight sieht man eben nicht mehr, obs was gebracht hat, da die Daten fehlen. Ohne Daten = schwieriges Unterfangen, ein System zu hintergehen, da man bei Manipulationsversuchen keine Auswertungen mehr bekommt, wie das System reagiert hat;)

  • „Was aber auch klar ist: je mehr externe Webseiten auf Shoppero verlinken, desto kleiner wird damit der zu verteilende Kuchen, also die durchschnittliche Provision fällt tendentiell.“

    Der Punkt stimmt so ja nicht ganz. Denn die Einnahmen hängen ja vom Traffic/Umsatz ab und der steigt tendenziell mit der Anzahl an Verlinkungen. Das ist das alte Protektionismus-Problem: Scheinbar hilft es, wenn die Grenzen dicht gemacht werden und nur in einer kleinen Gruppe intern verteilt werden. Aber die Summe wird bei Offenheit einfach viel größer und damit können auch die Internen mehr profitieren (muss natürlich nicht sein, kann aber).

  • das stimmt aber nur, wenn der Werbekuchen unendlich skaliert, was definitiv nicht der Fall ist und schon gar nicht auf eine Einzelseite bezogen:) Skalieren tuts nur, wenn man pima Saleszahlen erreicht, das muss sich aber erst noch zeigen.

  • […] [Noch: Wie ich hier und dort gerade dazulerne, sind die Prozente auch auf die gesamten Erlöse bezogen und noch nicht mal auf die durch mich direkt generierten Einnahmen. Wer das mal verstanden hat wird die Qualität seiner Beiträge eher ins Bodenlose steigern … Kein Wunder kann man das so schnell programmieren.] Share this These icons link to social bookmarking sites where readers can share and discover new web pages. […]

  • im klartext heißt das ja: wer was vernünftiges schreibt bezahlt die spacken, die nur drei idiotische zeilen reinhobeln, das aber bei N produkten. so kann man natürlich ne menge sinnlosen inhalt zusammengenerieren und dann die verzweifelten leser zu adsense schicken.

  • […] Nachdem das Projekt diese Woche auf der next07 vorgestellt wurde, war die Resonanz, sagen wir mal, nicht einhellige Begeisterung (hier oder hier zum Beispiel). Nun äußert sich Nico Lumma auf dem Shoppero-Blog zu einigen der Kritikpunkte, und Robert Basic bewertet das ganze noch einmal neu. Einen anderen Aspekt, nämlich den der Haftung für den benutzer-generierten Inhalt auf Shoppero, hinterfragt XSblog2.0. Auch fixmbr steht dem ganzen sehr kritisch gegenüber. […]

  • Ihr wisst ja hoffentlich, dass das nichts Neues ist. http://www.thisnext.com ist das Vorbild, also kein Neuland, was Nico oder Jens da macht.
    Die zahlen auch nach Provisionen aus.

    Ausserdem keine gelungene Kopie, wenn man das mal anmerken darf..

    Wird das immer so getan, als wäre das DIE Innovation des Jahres.. laecherlich

  • das ist so nicht korrekt, das Affiliate-Modell bei ThisNext ist popelig klassisch. Und ThisNext ist auch nur die tausendste CopyCat… was auch nicht stimmt, dass Shoppero als Bewertungsplattform die Innovation ist, aber was stimmt, dass das finanzielle Beteiligungssystem neuartig und auch innovativ ist.

  • […] Businessmodell und Umgang mit Kundendaten: nur im Idealfall kein Antagonismus, wie die aktuelle Causa Shoppero belegt: das VisualBlog hat die Vorgänge rund um den Launch der Plattform zusammengefasst: konkret ging’s um übersehen Unstimmigkeit in den AGBs und um technische Probleme – wie sich die Idee, Blogger für aggregierte Produktreviews zu bezahlen, in der Praxis entwickelt, werden wohl die nächsten Monate zeigen. Mehr Infos zum Geschäftsmodell gibt’s beiExciting Commerce und Robert: User generated Content und Beteiligung am Gesamterfolg: Ein interessantes Modell, das so noch niemand in Angriff genommen hat meines Wissens. Ich bin gespannt, wie das der Web-Markt aufnehmen wird. Imho muss dieser Aspekt viel stärker hervorgehoben werden als bisher. […]

  • Weder das Bezahlmodell noch das Konzept sind neu. Nur der …… Name. Nö, den Namen kommentier‘ ich ma nicht, sonst heißt es, ich hätte schlechte Laune oder jet lag.

    Ich werd‘ das Modell in meinem nächsten Post mal ansprechen, der eigentlich zu dem Thema „Geld sucht wirklich kreative, neue Ideen und findet nur aufgewärmtes“ – obwohl, eigentlich, wenn ich drüber nachdenke,… nö, ich sach nix mehr.

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