Sonstiges

bloggende Journalisten: alles nur Zicken?

mir fiel das eigentlich nur am Rande auf, als ich eben durch meinen Feedreader bin und dabei hintereinander Beiträge von Knüwer, Niggemeier, Kolbrück und Don Alphonso aufploppten. Allesamt typisch kritisch, negativ, irgendwas rummosernd, etcpp. Ich glaube, wenn es noch mehr bloggende Journalisten gäbe (ich meine das jetzt nicht bezogen nur auf die vier, sondern die von Journalisten betriebenen Blogs, die es bisher gibt), müsste man einerseits glauben, die Welt geht morgen unter und andererseits müsste man die Blogosphäre in Deprisphäre umbenennen. Na ja, jedem das seine, wenn man halt über nen Furz nicht lachen mag und kann, ihr wisst schon, wie ich das mit zickenden Bloggen meine;) Ich hab doch vollstes Verständnis, dass positive Schreibe zu niedrigen Auflagezahlen führt… jobmäßig halt.

Jobs in der IT-Branche


Wir tun bei BASIC thinking jeden Tag, was wir lieben. Das kannst du auch! Finde in unserer neuen Jobbörse noch heute deinen Traumjob in der IT-Branche unter vielen Tausend offenen Stellenanzeigen!

Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

38 Kommentare

  • Ja, in der Tat läuft irgenwann das „Eigentliche“ aus dem Ruder

    … a bisserl Klatsch und Tratsch sind ja ganz nett aber „Content. We need Content, Ihr Geschmackbürger !“ :))

  • Ja und Nein. Es kreist ein Haufen Müll in so manchen blogs. Aber gute Kritik führt nicht zu Depression sondern zu Reflektion und manchmal sogar zu persönlicher Entwicklung. Andererseits gibt es viel „Positives“, das nicht erwähnt werden müsste, aber viel gelesen wird (Infotainement)

  • läuft seit Pfingsten extrem depri..
    aber mich packt die Welle nicht (da ich kein Meidentexter bin) und ich hoffe ihr behaltet eure netten und informativen Post auch alle bei

  • Martin, pass‘ da mal auf, mit sowas kann man sich eine Abmahnung einhandeln!

    Der Fonsi, der lebt nicht vom Erbe seiner Eltern, der ist vollwertiger Journalist. Dass er immer wieder vom Stadtpalast schreibt der seit achtzehnsiebenunddroelfzig im Familienbesitz ist und wie er sich liebevoll und vollkommen unentgeltlich darum kuemmert und was fuer eine schwere und zeitraubende Arbeit das ist und das das Leben ja so ganz schwer ist und man ja auch Verantwortung hat und all sowas, das sind alles nur falsche Eindruecke die man bekommen koennte wenn man sein Blog liest. Und in Wirklichkeit ist der Fonsi ja sowieso eine Kunstfigur die es eigentlich wiederum gar nicht gibt. Und ausserdem geht das ja sowieso im Zuge der Offenheit und Wahrheit und Offenlegung alles keinen was an. Und die Familie zieht man da auch nicht rein, hoechstens wenn man mal die Hilfe eines Familienmitglieds braucht, denn dann bekommt man es mit denen zu tun. Und da sollte man sich dann besser warm anziehen.

    Oder so.

  • Stimmt auffallend, ich gehe sogar noch einen Schritt weiter. Blogs sind für mich persönliche Geschichten, deshalb verschmelzen Aussage (depri, negativ) und Persönlichkeit meist zu einem Ganzen, zumindest wenn authentisch betrieben. Tue mich schwer mit der Vorstellung, dass sie in Wirklichkeit die totalen Philanthropen sind, aber wer weiß?

  • Martin, pass’ da mal auf, mit sowas kann man sich eine Abmahnung einhandeln!

    Ich glaube die Gefahr besteht kaum, denn zu Risiken und Nebenwirkungen (Gewöhnungseffekt, Machtgeilheit, etc) wurde ja bereits aufgeklärt. Ich schreibe bewusst „kaum“, denn Garantie übernehm ich schon garnicht 😉

    Tatsache ist dass, zumindest nach meinem Eindruck, durchaus Umbrüche zu beobachten sind, und nicht alle davon sind positiv. Das ist (leider) normal wenn irgendetwas kommerzialisiert wird, und lässt sich nunmal nicht vermeiden. Kein Grund aber gleich den Teufel an die (Blog-) Wand zu malen.

    Dinge, die einem unbequem sind, muss man nur gut zurechtrücken um sie danach gescheit auszulachen. Für den Fall dass man jenes Unbequeme beeindrucken möchte, zieht das meist viel besser als Flamepostings, und ist außerdem deutlich besser für’s eigene Magengeschwür.

  • Also ne, das zicke ich mal zurück: Sind Dir die Kroketten nicht bekommen? 😉
    „Deprisphäre“. Spitzt schon genauso zu wie unsereins. 😉
    Wo bitte bleibt das positve? Und dann taucht das in meinem Feedreader noch mit dem Tag „Blog Fun“ auf. Ja sowas aber auch. Gut das ich meine stimme für den bloggockel noch nicht abgegeben habe. 😉
    Aber ich find noch ewas positives heute, die freundliche positive gutelaunenachricht. Versprochen.
    Denn jetzt im Ernst: Wenn ich mich so durchklicke möchte ich dir fast recht geben.

  • Ich glaube langsam, im bloggenden Ausland, besonders den USA, lacht man womöglich bloß über die ständige eifersüchtige Nabelschau irgendwelcher sogenannter A-Blogger hier bei uns.

    Das heißt, man würde lachen, wenn man überhaupt von dem lächerlichen Kinderkram wüsste, der hierzulande abläuft. Da all das aber frei von inhaltlicher Relevanz ist, wird man davon außerhalb des Hauptstadthinterhöfchens nicht allzuviel erfahren.

  • Haben zickige Blogger mit negativen Nachrichten mehr Leser?
    Wahrscheinlich, schließlich scheint man im TV auch mit dem Negativen mehr zu erreichen. Vielleicht weil man bei negativen Nachrichten/Kritiken denkt „mein Gott, kann ich froh sein, dass es mir nicht sooo schlecht geht oder ich bin nicht alleine, andere haben auch Probleme!“
    Die Frage über qualitativ guten Content ist eine andere, aber gute Kritik ist ja auch nicht Standard.
    Ich würde ein Experiment gut finden.
    Vielleicht sollte ich mal einen Monat nur über positives schreiben und einen Monat nur kritisieren. Aber zweiteres ist nicht so mein Ding, auch wenn ich den Vergleich mal interessant finden würde.

  • Wir Journalisten haben uns halt irgendwann mal unsere Nische gesucht: Und für das „Alles einfach nur toll finden“ sind doch schon du und die PR-Futzis zuständig 😉

  • ehehe, ist dem so? Das kritische Hinterfragen scheint bei Journalisten zu einer zweiten Natur zu werden, von der man sich nur schwer lösen kann. Eine doch sehr einseitige Denkweise, die ungemein blockiert, bedenkt man doch die kumulierte Medienreichweite der schrreibenden Zunft.

  • Aus der Sicht des Journalisten will ich in dem Zusammenhang auf zwei Faktoren hinweisen:

    (1) Strukturell: In den letzten Jahren gab es in den klassischen Medien einen starken Trend weg vom kritischen Journalismus zu einer eher positiven Ausgestaltung der Inhalte. Teils sind das inhaltliche Vorgaben, Positivem mehr Platz einzuräumen. Teils sind es ganz eigenständige Überlegungen, wenn man schon weniger Platz hat, dann lieber die Dinge in den Mittelpunkt zu stellen, die man gut findet. Unter solchen Arbeitsbedingungen kann es ganz erfrischend sein, in seinem eigenen Blog endlich wieder unbekümmert kritisieren zu können.

    (2) Handwerklich: Es fällt meistens viel leichter, Kritik auszuformulieren, als intelligent auszuarbeiten, warum einem etwas gefällt. Denn wenn einen etwas ärgert, einem etwas mißfällt, analysiert man von Anfang an sehr aufmerksam. Der Beitrag schreibt sich wie von selbst. Ist man dagegen entzückt oder begeistert, werden die Argumente sehr wolkig, man verfällt ins Schwurbeln und muß sich sehr zusammenreißen, um in der rosaroten Wolke einen klaren Argumentationsfaden zu finden. Insofern fält ein Verriß immer leichter als die Lobeshymne.

  • Als nichtbloggender IT-Journalist lese ich Knüwer und Niggemeier und natürlich den Don sehr gerne. Was sie schreiben, ist zwar Lichtjahre von meinem Alltag entfernt, aber immer amüsant. Wer da nur ein Rummosern sieht, müsste mal Karl Kraus lesen.

  • Herje. Ich konnte dieses „Motz-Blog“ Bashing nie verstehen. Seht es einfach als Satire von lebens- und berufserfahrenen Leuten. Intentional wollen die eher auf Widersprüche aufmerksam machen als die Welt zu retten. Is einfach nur demokratisch, wenn Leute ihr Genervtsein über Widersprüche ausdrücken können.

  • Hmmm, wenn ich meine letzten Einträge so durchscrolle, schreibe ich recht ausgewogen, glaube ich. Mal bekommt die Junge Union eins auf den Deckel und mal lobe ich die Grünen. 😉

  • Naja, jedem seine Marktlücke, würde ich meine. Der Don lebt ja sozusagen vom Bashing. Und die distanzierte Meta-Position des Medienjournalisten lässt sich am einfachsten übers Bekritteln besetzen – das ist so wie im Musikjournalismus (bin dort schon selber lange tätig): die einfachste Variante, scheinbar das eigene Wissen darzustellen, besteht halt im Runterputzen. Mir ist die Zeit mittlerweile zu schade dazu; ich blend den Crap lieber aus und schreib über das Zeug, das mich interessiert. Mir kommt vor, Mr. Basic fährt einen ähnlichen Ansatz, und deshalb les ich das Blog hier auch so gern.

  • […] Eine ältere Frau betrat vor ein paar Tagen plötzlich das WOZ-Grossraumbüro und verlangte sehr laut einen geschützten Arbeitsplatz. Wie Ruth Wysseier berichtete, rief sie aufgeregt, sie wolle sich eingliedern. Und keine IV mehr. Als man ihr absagte, ging sie, unverständliche Beschimpfungen brummend, wieder raus. Clap wollte eine Vanity Fair kaufen beim Zeitschriftenhändler und fand heraus, dass dieser jene “a bisserl bläd” finde. Nach einer ihm am Rande aufgefallenen Anhäufung von subjektiv als negativ eingestuften Beiträgen bloggender Journalisten fragte sich Robert Basic, ob diese alle nur Zicken seien und ob man die Blogosphäre in die Deprisphäre umbenennen müsse. Der Blogdenunziant analysierte: “Deutschlands Superblogger führen beinahe allesamt ein Doppelleben. Im ersten Leben sind sie der Reaktionen untertan. Im zweiten polemisieren und schwadronieren sie als streitlustige und erhitzte Blogger”. Blick wurde vom Presserat wegen Texten aus der im Mai 2006 erschienenen Serie “So fidel treibens Schweizer IV-Rentner in Thailand” gerügt und nach 20 Minuten ging ein Freiburger Satire-Blog hart an die Grenze der Legalität. Ein Reporter von RTL erklärte sich dazu bereit, einen Monat nach Berlin-Marzahn zu gehen und dort das Leben eines Hartz-IV-Bezügers zu leben. Mit 345 Euro pro Monat. Ähnliche Artikel […]

Kommentieren