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sind die Tage der Foren gezählt?

Foren: die Anlaufstelle No.1 im Netz, wenn man etwas wissen will und sich thematisch zu einem Bereich X austauschen möchte. Foren sind ungemein beliebt, etabliert und es gibt im Netz unzählige Foren, die mitunter gigantische Trafficvolumina aufweisen. Im Vergleich zB zu Blogs. Nennen wir es die Macht der Gewohnheit, dass man umgehend an ein Forum denkt, wenn man eine Frage hat. Nennen wir es Gewohnheit, dass ein User mit einem Forum kein Problem hat, es als solches zu erkennen und es zu nutzen. Noch immer sind Foren die ungeschlagenen Applikationen im Bereich öffentlicher Kommunikation.

Aber? Wieso sollten die Tage der Foren gezählt sein? Es gab vor Jahren eine Völkerwanderung, weg von den Newsgroups hin zu den Foren, als das WWW aufkam. Da sich das WWW nicht großartig im technischen Sinne geändert hat, sollten das Foren doch keinen Abbruch tun?

Nicht ganz, technisch hat sich auf der Softwareebene und auf der Userebene etwas getan. Bedingt durch neue Applikationen wie Flickr, MySpace, Facebook, Friendster, Xing, Blogs, YouTube etcpp kann man einen langsamen Wandel in den Usergewohnheiten beobachten. Nehmen wir mal MySpace: der Traffic ist im Wesentlichen Profilseiten orientiert. MySpace bietet zwar auch Foren, doch werden diese bei Weitem nicht so intensiv genutzt. Flickr ballt die User rund um Bilder, bietet zahlreiche Socializing Funktionen an, die jedes Bilderforum in den Schatten stellen, was die Beziehungspflege der User untereinander angeht. Je mehr User an diese neuen Socializing Funktionen gewöhnt werden, desto mehr werden – meine These – die Foren an Ausstrahlkraft verlieren. Letztlich sind Foren immer schon Social Places gewesen, wenn sie gut laufen. Ein Forum hat noch nie alleine nur durch seine Topics geglänzt, es waren und sind die User, die sich untereinander immer besser kennenlernen. Je mehr aber die Eyeballs Richtung MySpace und Co. abwandern, desto stärker werden diese Plätze im Netzs als Social Places wahrgenommen. Was ja auch in der Natur der Sache liegt, betrachtet man die Socializing Funktion der neuen Plattformen.

Zudem haben sich Foren nie groß weiterentwickelt: sie bieten keine populären Widgets an, die man zB gerne in seinem Blog oder MySpace Profil einbaut, sie bieten im Gegensatz zu den modernen Plattformen keine populären APIs an, sie vernachlässigen die Profilseiten der User (die mehr eine Krücke als ein wichtiges Instrument sind), sie bauen keine Social Networking Features (six degrees Ansatz) ein, sie verfügen im Gegensatz zu Blogs über keine Toolindustrie (Technorati als Beispiel, wo sind denn populäre Forensuchmaschinen, die jedermann kennt? Wo ist ein Techmeme, Reddit, populäre Forennews?). Hinzukommt, dass Digg-Klone immer populärer werden, die sehr ähnlich zu Foren sind, aber aufgrund ihres Filtermechanismus spannender.

Es ist zu erwarten, dass auch Spielefirmen wie Blizzard neben den äußerst populären Foren vermehrt auf eigene Social Networking Plattformen setzen werden, in denen Foren zwar enthalten sind, aber nicht mehr die einzige Kommunikationsschnittstelle zur Firma darstellen werden. Ebenso werden Giganten wie Sony auf diesen Zug aufspringen, immerhin wartet Sony mit einem ungemein großen Angebot an Consumer-Produkten auf.

Foren werden nicht sterben, aber sie werden zunehmend ihre Rolle als Kommunikationsplattformen verlieren, wenn sie sich technisch nicht erweitern. Das erinnert mich btw an Guy Kawasakis Vortrag Art of Innovation. Dort nennt er als Beispiel für sich ändernde Märkte die Eisindustrie. Zur Jahrhundertwende holte man das Eis aus Nordamerika. Dann wurde die Eisproduktion industriell in die Städte verlegt. Als der Kühlschrank aufkam, hatte man seine Eisproduktion nach Hause verlegt. Markant ist, dass es keinem Unternehmen gelungen ist, mit der Zeit mitzugehen. Es kamen andere Unternehmen auf, die sich zum Marktführer aufschwangen. Nun sind Foren kein Markt per se, wenn man so will, das nur von Unternehmen beliefert wird. Aber, die Macher von Foren wie phpBB oder aber vBulletin werden möglicherweise ebensowenig in der Lage sein, umzudenken wie die ausgestorbenen Eisindustrien.

Und warum das alles? Weil sich die Usergewohnheiten ändern. Wer diese Trends lesen kann, wird immer den Märkten eine Nasenlänge weit voraus sein. Was ja nicht ganz unspannend ist;)

so, ab ins Wochenende, Schulfete droht, muss los. Bis nachher und schönes Wochenende!


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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

49 Kommentare

  • Naja… ob man das so sagen kann? Ich finde den Ansatz das Web nach Tools zu unterteilen sowieso nicht ganz passend.

    Foren bieten die beste Möglichkeit zur Diskussion der User miteinander. Webforen sind da nur die Fortsetzung des Usenet bzw. der alten Mailbox-Systeme. Das ist natürlich nicht spannend wie neumodische Anwendungen ala Web 2.0. Wobei das meiste doch ehrlich gesagt auch nur ein Aufguss alter Mailbox-Funktionen ist.

    Leg mal Deinen technisch fotgeschrittenen Blick ab und stell Dich auf die Ebene der ganz normalen User, denen egal ist, ob das was sie lesen ein Blog, Forum, Web2.0 oder sonstwas ist.

    Ich kenne übrigens Foren, deren Betreiber das eher wie ein Blog führt. Also regelmässig von sich aus neue Themen ala Blogartikel einstellt. Die User können dann mitdiskutieren oder nicht. Technisch immer noch ein Forum, von der Nutzung erinnert es mich an ein Blog. Den Betreiber ist es egal, er ist ja kein Techie…

  • Da muss ich dir jetzt ein wenig Weldfremdheit vorwerfen. Wenn man einen sehr gut besuchten Blog hat, und etwas diskutieren möchte, regt man im Blog zu Diskussionen an. Und das funktioniert.

    Das funktioniert aber nur, wenn man genug Leser hat – der John Doe Blogger mit vier, fünf Lesern hat kaum eine Chance unter seinen Lesern den zu haben, der seine Frage beantworten kann.

    Foren haben den Vorteil, dass man Fragen stellen kann, wo man
    1) schreiben kann
    2) Leser hat
    und
    3) Die Leser auch willig sind eine Antwort zu schreiben.

    Mit social networks kenne ich mich nicht so aus, aber Blogs sind da sicher für die meisten keine alternative.

    Und Nerds und Geeks tendieren dazu, Soziale Netzwerke zu vermeiden (zumindest einige davon), sodass ich auch dort keine großen Alternativen sehe (ok, richtige Nerds findet man auch nicht in Foren, dafür in Newsgroups).

  • Der meiner Meinung nach größte Vorteil von Foren gegenüber Blogs ist der, dass man Fragen stellen kann. Bei Blogs ist man ja mehr oder weniger auf den Beitrag fixiert und kann seine Fragen/Antworten nur diesbezüglich stellen/geben. Deswegen denke ich auch nicht, dass Foren irgendwann obsolet werden.

  • Früher hatte jeder ein Forum… Jede Schulklasse, jeder Freundeskreis etc. Die ganzen Forenhoster gingen richtig ab. Mittlerweile hat sich das zumindest in der Gruppe stark geändert.

    Wer weiß, vielleicht kommt ja jetzt der Trend, ein eigenes Social Network zu starten. Ich könnte es mir bei Schulklassen zumindest sehr gut vorstellen. Und wenn es dann jetzt bald noch den entsprechenden Anbieter dazu gibt… naja, wir werden sehen.

  • Ist das wirklich der Abgesang auf Foren oder der Hinweis auf durch Web2.0-Elemente ?

    Foren sind mE Tummelplatz für „Freunde“, die sich „stundenweise“ mit Gleichgesinnten treffen – ein bißchen wir früher der Männersangverein.

    Oder bist Du advocatus diaboli und planst die Gründung der Basic Web2.0 for Forum Consulting Ltd. ? 😉

  • Interessante Überlegungen. Vor allem deshalb, weil ich mir auch gerade Gedanken mache, wie man Foren und ihre Funktionen weiterentwickeln kann.

    Vor allem die Profilseiten stehen da im Mittelpunkt der Überlegungen. Diese im Sinne von MySpace (mit eigenem Blog) aufzupeppen ist mit Sicherheit eine sinnvolle Ergänzung.

    Es geht dabei nicht zwingend um die 2.0-Hype, denn ich denke, dass die von Besuchern gestellten Fragen weiterhin im Zentrum des Geschehens in einem Forum stehen werden. Das ist eine ganz andere Kommunikation als in einem Blog.

    Es gibt aber in jedem gut laufenden Forum Altuser, die alle Fragen schon gestellt und beantwortet haben (sind bei mir nicht wenige) und um die muss man sich ebenfalls kümmern und ihnen neue Felder erschließen, um ihr Interesse an der Community aufrecht zu erhalten.

    Eigene User-Blogs habe ich ausprobiert und das wird zum Beispiel sehr gerne angenommen.

  • ich finde den beitrag sehr treffend. vielleicht scheint einiges heute noch unvorstellbar, aber in ein bis zwei jahren kann so eine wanderung schon passieren.

  • Robert, zu Deinem Schluss(ab)satz kann ich Dir zustimmen. Wenn sich Anbieter nicht an die veränderten Kunden-/Nutzerinteressen anpassen bzw. diese berücksichtigen, verschwinden sie irgendwann …

    Allerdings sehe ich (aus Software-Sicht) kaum Unterschiede bei Foren, Blogs, CMS,… etc. Insofern wird das Eine *nicht* das Andere Ablösen (so wie der Bennzinmotor die Dampfmaschine abgelöst hat….), wegen vermeintlich neuerer Features. Denn jedes neue Feature kann ja auch bei jedem der obigen anderen verwendet werden.

    Auch die damalige „Völkerwanderung“ vom Usenet zu den Webbasierten Foren erfolgte nicht wegen irgendwelcher technischen Neuerungen für den User (Usenet war auch damals schon Webbasiert, wie ein Forum, nutzbar), sondern eher aus „emotionalen“ Gründen der *Betreiber* (viele wollten ein „eigenes“ Forum, ein abgeschlossenes Dorf, über das sie als Betreiber herrschen konnten, statt als „einfacher“ Teilnehmer im Usenet unterzugehen …).

    Im Moment scheint bei der neu ins Internet/Web einsteigenden Generation eher der Trend zu blinkenden Web 2.0 Angeboten zu gehen. Und damit weg von den vielen kleinen Foren/Anbietern hin zu den wenigen grossen Anbietern.

    Wer weiss, vermutlich wird sich dieser Trend auch wieder umkehren und in ein paar Jahren sind wieder dezentrale, persönliche, kleine Anbieter gefragt.

    Vor 15 Jahren konnte man sich auch kaum vorstellen, dass die Globalisierung und Größe des Usenet mal irgendwann ein wesentlicher Punkt dagegen sein könnte …

    Apropos technische Neuerungen: Es gibt zwar viele technische Neuerungen wie Bilder und Videos, etc…. Doch wenn man sich mal wirklich anschaut, was sich für die Kommunikation zwischen Menschen bei diesen Angeboten wesentlich verbessert hat, findet man tatsächlich wenig, sobald man Kommunikation a la „Hey, Du siehst toll aus. Willst Du mich als Buddy eintragen?“ mal aussen vor lässt.

  • In Blogs gibt der Blogger also ein einzelner das Thema vor und die Leser sind drauf angewiesen, dass es interessant ist. Der Post verschwindet dann im Archiv und muss gesucht werden. In Foren kann jeder Nutzer eine Diskussion anregen und immer wenn ein neuer Post hinzu kommt, erscheint der Thread ganz oben auf der Startseite.

    Was ich mir bei Foren als sinnvolle Ergänzung wünschte, wäre RSS als Alternative zum Newsletter. Das war’s aber auch schon.

  • mich wundert das ja schon länger warum die ganzen forenanbieter auf den zug web 2.0 nicht aufspringen. mit den gehosteten kenn ich mich nicht so aus, aber ich hab mir vor kurzem die woltlab bb 3 angeschaut, und keine wirklichen social network funktionen.
    und foren haben definitiv die grundsteine für das was wir heute web 2.0 kennen gelegt. nur ist das web 2.0 mehr auf personen als auf themen zentriert.
    bei myspace & co steht das profil im vordergrund. klar dort kann man mit anderen über die kommentarfunktion diskutieren, aber trotzdem personen-zentriert.
    und auch blogs. klar, blogs definieren sich über den inhalt. aber die diskussion kann immer nur der blogger starten, nie der leser. er kann mitdiskutieren, er kann seine meinung sagen und die kann auch den blogger beeinflussen. aber grundsätzlich wird über das diskutiert was der blogger vorgibt.
    ein weiterer punkt natürlich (wurde schon angesprochen): ich schätze mal 80% der blogger können ihr blog nicht nutzen um fragen zu stellen. ein großer teil hat natürlich nicht genügend leser, so das er eine antwort ziemlich unwahrscheinlich ist. und ein anderer teil betreibt ein fachblog oder firmenblog. wenn er dann zB nach einem kochrezept fragt wäre das etwas abwegig (auch wenn er genügend leser hat ist es nicht sicher ob sich noch wer für das thema interessiert)
    und auch die „web 1.0 foren“ waren schon mit massig social-network features ausgestattet.
    vor ca. 5 jahren betrieb ich eine foren-community mit ca. 3000 aktiven (mind 1. pro monat online) mitgliedern auf basis von phpbb und mit massig erweiterungen installiert. zB konnte man schon freunde hinzufügen, benutzerprofile konnten kommentiert werden (damals hieß das noch gästebuch), ja man konnte sogar das aktuell in winamp gespielte lied in seiner signatur anzeigen lassen (heißt heute auf last.fm scrobbeln), etc.
    das problem: damals nutzte das keiner. vielleicht 10-15 leute von den 3000.
    und ich denke auch bei heutigen foren wird das ähnlich sein. selten sind diese features eingebaut, noch seltener werden sie genutzt. warum? weil es vollkommen egal ist. weil es nicht um die benutzer geht, sondern um die themen. wenn ich in ein forum gehe will ich mich über ein thema austauschen, entweder weil ich eine frage habe, oder weil ich helfen will. ich will in einem forum keine neuen freunde finden, auch wenn es das gibt. aber dazu brauche ich keine profil-seiten, etc.
    foren sind ziemlich mächtig und werden es meiner meinung auch noch bleiben. nur man merkt es einfach nicht so stark weil foren um einiges spezifischer sind. daher foren sind relativ kleine (im gegensatz zu soc.net) communities sind. ein forum muss auch nicht riesig sein, selbst 100 und sogar 20 benutzer können sich in einem forum tummeln und es ist interessant. aber ein soc.net, selbst wenn es 2000 benutzer hat ist lahm.

  • Wir sollten einmal die verschiedenen Kommunikationsformen der diversen Tools miteinander vergleichen.

    One to many in Echtzeit: Twitter
    Many to many in Echtzeit: Chat
    One to many zeitversetzt: Blog
    Many to many zeitversetzt: Forum

    Mir fällt dabei auf, dass meine beiden „Many to many“ Beispiele aus dem Web 1.0 stammen, wobei die beiden „One to many“ Beispiele aus dem Web 2.0 stammen.

    Kennt jemand Beispiele für „One to many“ aus dem Web 1.0 bzw. für „Many to many“ aus dem Web 2.0, die wirklich funktionieren? Dann bitte ergänzen!

    Ich bin nicht der Meinung, dass die Foren mittelfristig viel an Bedeutung verlieren werden. Neben Mailinglisten und Newsgroups bieten Foren den für die meisten Nutzern einfachsten Weg, um Fragen zu stellen und Diskussionen zu führen. Das Web 2.0 hat für den Kommunikationsweg „Many to many zeitversetzt“ meiner Meinung nach noch keine zufriedenstellende Lösung gefunden.

  • Tage gezaehlt? Keineswegs! Forensoftware phppbb oder vbb haben einen Blogmod fuer die User. Zudem gibt es eine „who viewed my profile“ Funktion und andere Web 2.0 Mods. Nur kaum einer baut Sie ein, da Blogs in gewissem Masse auch ueberwacht werden muessen.

  • Zudem haben sich Foren nie groß weiterentwickelt: sie bieten keine populären Widgets an, die man zB gerne in seinem Blog oder MySpace Profil einbaut, sie bieten im Gegensatz zu den modernen Plattformen keine populären APIs an, sie vernachlässigen die Profilseiten der User (die mehr eine Krücke als ein wichtiges Instrument sind), sie bauen keine Social Networking Features (six degrees Ansatz) ein, sie verfügen im Gegensatz zu Blogs über keine Toolindustrie (Technorati als Beispiel, wo sind denn populäre Forensuchmaschinen, die jedermann kennt?

    Naja, da kann ich ja nur sagen, Gott sei Dank! Ich habe mit den von dir genannten „Widgets“ nur am Rande etwas zu tun (ja, ich habe ein Blog), aber ich ziehe Foren genau deswegen vor, weil sie nicht diesen ganzen Müll irgendwie in sich vereinen… ich weiß nicht, ob dieses ganze Flickr-MySpace-tralala auf Dauer wirklich so toll ist… manchmal ist weniger eben mehr.

  • Pure Technologie-Fokussierung. The hotness sind doch die vielen Kanäle. IRC chanels, Chat, newsgroup, Foren, meinetwegen XING oder openBC (oder beides), blogs, Podcatcher, streaming video, Subversion, Go-Server Clients…
    Ich finde es geradezu ärgerlich da eine kollektivistische hippness chart aufzubauen.

  • Ich schließe mich meinen Vorrednern an. Ich wüßte nicht, wie ich manches an meinem Motorrad hätte reparieren sollen ohne die freundliche Hilfe des entsprechenden Forums. Umgekehrt genauso, ein Forum ist eine prima Möglichkeit fragenden Usern bei Seite zu stehen.
    Wo ich grad drüber nachdenke… ich hab sogar ein quasi „social forum“ am laufen. Ein geschlossenes phpbb Forum, welches ich mit Portalseite und einigen Plugins ein wenig aufgehübscht habe, für Ex-Kollegen die bei einer Firma mal zusammen gearbeitet haben. Das ganze ist ziemlich klein (35 User) und inzwischen auch ziemlich tot, weil es eh immer nur 3 oder 4 Aktive gab und die hab ich durch die ihrer Meinung nach etwas laxe Handhabung eines Usergruppenzuordnungsfehlers meinerseits vergrätzt und nun tut sich gar nichts mehr. Ich war auch schon mal am überlegen, es auszudehnen auf die ganze Branche in der Region, sprich Fernsehmacher im Kölner Raum mit Bereichen für alle und Firmenspezifisch, aber ich konnte mich noch nicht durchringen. Das wäre dann eine Anwendung für ein „kleines Xing“ und riecht nach viel Arbeit

  • Die Tage sind nicht gezählt.
    Und die Foren werden fleisig weiter entwickelt.
    Ich selbst leite zwei Foren (Clanforum / Privates Forum)

    Bei über 100 Beträge pro Tag, bin ich froh das die Foren nicht wie Blogs sind.

  • wow, cool! Hätte nicht gedacht, dass sich auch nur einer für den Gedanken interessiert, ob den Foren das gleiche Schicksal wie Newsgroups droht (oben erwähnt Andreas #9 bei den Newsgroups einen anderen Grund, warum das so war). Kanns mir nicht so recht vorstellen, dass die Foren insgesamt spürbar an Usern verlieren, sicher bin ich mir aber wirklich nicht. Also dann, bin gespannt, wie sich das mit den Foren weiter entwickelt.

  • Ich denke auch, dass Foren noch sehr lange existieren. Wenn ich mir nur die Foren von der Firma weltweiser anschaue, über den Link kommt man auf die Hauptseite zu den drei Foren, dann hat sich in den letzten Jahren kaum was an der sehr hohen Anzahl von Themen und Beiträgen geändert. Das erste Forum hat 1646 Mitglieder, 205919 Antworten in 7728 Themen und es melden sich laufend neue Leute an. Beim weltweiser gibt es noch kein Blog zusätzlich. Ob aber eins geplant ist, weiß ich nicht.

  • Ihr Web2.0 Milionarios steht da vermutlich drüber, aber…
    für explizit technischen Themen sind newsgroups alles andere als tod. Eine Menge openSource Communities präferieren newsgroups gegenüber Foren (Eclipse Software Foundation, JBoss, Apache, etc.). Gilt btw. auch für IBM Zeugs (ausser Lotus). Zumindest in diesem Bereich sind newsgroups ganz sicher nicht tod (z.B. auch gmane.org). Das geschieht teilweise auch deshalb, um sich gegen zu viel Öffentlichkeit abzuschotten. In den newsgroups gibts weniger möglicherweise zeitfressende Anfängerfragen. Die Kommunikation ist deutlich fokussierter.

  • Hallo Robert,

    die technische Entwicklung der Foren mag im Vergleich zur Entwicklung der social networks lautloser geschehen, aber es gibt sie!

    Die vBulletin-Software, die wir einsetzen, bietet zum einen gewisse „moderne“ Grundfunktionen, wie RSS-Feeds, Podcast-Einbindung, und hat zum anderen eine riesige Community im Hintergrund, die ständig neue sogenannte „Hacks“ (= Zusatzmodule) programmiert und jedem Besitzer dieser Software zur Verfügung stellt (Link: http://www.vbulletin.org).

    Es gibt z.B. Hacks
    – die Profile der Nutzer á la myspace aufpeppen
    – die flickr, digg, technorati, wordpress, joomla, tagclouds, google maps etc. integrieren
    – die Gruppen- und Fotofunktionalitäten ergänzen
    – usw.

    Zudem arbeiten auch die Hersteller der Software gerade an Zusatzmodulen für Blog- und social network-Funktionen.

    Ich glaube, dass Foren, Blogs und social networks sich immer näher kommen und sich nur in der Schwerpunktsetzung voneinander unterscheiden werden.

  • Geiles Thema. Absolut sinnvoll, das mal anzuschneiden. Ich finde Foren heute so nützlich und sinnvoll wie zu alten BBS-Zeiten. An Usability und Gestaltung hat sich nach meiner Wahrnehmung aber so gut wie nichts zum Guten gewendet. Als schnelle Ratgeber sind sie hingegen unschlagbar. Außerdem muss jeder mit sich ausmachen, ob er den teilweise sehr eigenen Ton mag, der in vielen Foren herrscht – eine Mischung aus hierarchischem Hackordnungsdenken, Herablassung und Genervtheit gegenüber Neulingen. Wer ein Problem hat, nimmt das aber gern in Kauf, wenn es sich dadurch lösen lässt.

  • @8mt: Das mit dem eigenen Ton fand ich auch lange Zeit befremdlich (ausser die Beleidigungen kamen von mir). Ist aber zumindest eine Art von Meritokratie. Oft haben Leute mit einem – sagen wir – ungebrochenen Kommunikationsstil über lange Zeit dem Forum eine interessante Perspektive geliefert.
    @Robert: Letztlich ists doch irgendwie ziemlich offensichtlich, dass in unterschiedlichen Bereichen des long tails verschiedene Plattformen präferiert werden. JBoss-User tauschen sich eher im Usenet aus. Freunde der business Analystik texas-style im #drunkandretired irc Kanal. Vielleicht nicht so überfokussierte Studenten in studivz. An Neue Medien und Moral interessierte in der Blogbar oder auf boocompany. Leute, die Makler besser verstehen wollen auf dermaklerblogger.de, etc.
    Die Interessen einer Person können in verschiedene Richtungen gehen, so dass selbst für einen alleine keine linear-historische Abfolge von zeitgemässen Kommunikationsplattformen existiert. Amen.

  • Dein Socialzeugs ist nicht alles. Es wäre zu beachten, dass das Medium dem Inhalt folgt und nicht der Inhalt dem Medium.

    Es ist z.B unsinnig ein Blog für das Thema, wie mache ich ein gutes Photo zu machen. Warum? Das Wissen über lange Zeit stabil. Der Goldene Schnitt gilt schon seit über 2500 Jahren. Deswegen tut es auch eine statische Form.

    Zur Suchmaschine für Foren. Ganz einfach es braucht keine. Füttere Google mit den Stichworten, setzte Forum dazu, und Du hast was Du suchst.

    Wäre man böswillig, könnte man sagen, dass es Blogsuchmaschinen geben muss, spricht gegen Blogs.

  • Und trotzdem haben Foren eine Suche und Blogbeiträge können auch über Google gefunden werden.

    Aber vielleicht macht es Sinn, mal ein Forum rund ums Bloggen zu starten. Dann bräuchte man kein kein Social Netzeuchs und könnte sich vielmehr gut auf fachlicher Ebene austauschen und auch als Surfer / User / Nutzer / Leser seine Fragen stellen und Diskussionen anregen. Oder gibt’s des schon? 😉

  • […] Robert vermutet starkt, dass die Tage der Foren gezählt sind und fragt nach den monatlichen Einnahmen deutschsprachiger Blogger (direkt zur Umfrage), Frank kündigt das baldige Erscheinen einer neuen WordPress-Version an, Herr Wong präsentiert die aktuellen Bookmark-Charts [via VisalBlog] und Georg Holzer berichtet über den knapp bevorstehenden Start des Online TV-Anbieters Zattoo. […]

  • Foren waren noch nie so mein Fall. Zumindest nicht, wenn du auf ein konkretes Problem eine schnelle Antwort suchst ohne von einem Troll angemacht zu werden, wie blöd man ist.

    Netzwerke haben vielerlei Vorteile. Nicht zuletzt ihre Filter in den Suchfunktionen, die irgendwie doch zu besseren Ergebnissen führen.

    Ansonsten: Ich schaue lieber in Blogs als in Foren hinein 🙂

  • Foren sind erstens Diskussionsplattform und zweitens eine Art Problemlösungshilfe, hier ist die zumeist klare Fokussierung der Forenthemen äußerst hilfreich, außerdem sind es meist die Foren, die auf Suchmaschinenanfragen relevante Ergebnisse hervorzaubern, da zum Beispiel fast niemand der seine spezifischen Hardwarespezifikationen in sein Blog stellen würde nur um Allgemeine Antwort zu erhalten.
    Des Weiteren ist die Gefahr zur intradigitalen Spaltung unverkennbar, die Masse der Internetuser, sehr schön beobachten in Uni-Rechnerpools, treibt sich in geschlossenen Communities herum die kaum mit dem restlichen Internet zu interagieren, sondern es eher reflektieren. Den meisten Menschen reicht ihre überschaubare lokal oder themenspezifisch verortbare Forenwelt, wo man sich meist schon seit Jahren und meist auch persönlich kennt.
    Dann gibt es aber noch die Poweruser die mehr vom Internet gesehen haben als StudiVZ und SPON und myvideo und die wissen was RSS das nützlichste seit Google ist. Ich persönslich hab es lediglich geschafft 3 technikaffinere Freunde zu missionieren und sich mal mit Feedreadern zu beschäftigen, mag sein das ich nicht der geborene Evangelist bin. Bei der gefühlten schleichenden Akzeptanzentwicklung kann es gut und gerne 5 Jahre dauern bis man nicht mehr mit ungläubigen Staunen und der latenten Gefahr als nerdiger Zeitgenosse klassifiziert zu werden, sich im real life sozial ungestraft, mit Web 2.0 zu beschäftigen. So zum Beispiel ist in den StudiVZ Gruppen (Gut getarnte Foren ohne externe links) mehr los als auf den angeschlossenen offiziellen Foren von Musikfestivals, hier einmal als Beispiel das Immergut Festival.

  • @Christof

    Hätte besser laufen können, bei der richtigen Eröffnung. Du hast sofort negative Gefühle und Ablehnung geweckt. Dem entsprechend war die Reaktion der Gruppe.

    Ich halte nichts von Negativ-Motivation, die geht fast immer schief. Betroffenheit kann man auch erreichen, ohne die anderen anzugreifen.

  • Also Foren mit Myspace und Blogs zu vergleichen, ist wie Birnen mit Äpfel, aber dass wurde hier ja schon berichtet.

    Die Umverteilung der Benutzter vom Usenet zu den Foren, liegt zum einem an der Schnittstelle und dem Aufbau.
    Ein Forum kann man leicht mit jedem Browser erreichen, interagieren und jeder kann ohne weiteres, sein eigenes Forum erstellen.

    Unerfahrene und junge Internetbenutzer wissen nichts vom Usenet und wenn sie mal durch Google auf einen derartigen Eintrag angeführt werden, wissen Sie auch nicht wie und womit sie dort interagieren können. Zudem kostet das Usenet für den kompletten Gebrauch auch Geld.

    Wenn es um eine Plattform zum Diskutieren für alle mit allen geht, wo die Beiträge auch für alle festgehalten werden, dann sehe ich zu Zeit keine andere Lösung als ein Forum.

    Einzig Wikis bieten hier eine gelungene Spezialisierung der Lösungsfestigung, an der viele mitarbeiten, die viele nutzen können und die nicht jedesmal von neuem erarbeitet werden muß, sondern nur ergänzt.
    Aber als Diskussionsforum taugen auch hier die Wikis nicht wirklich gut, weshalb in Fachbereichen, Wikis und Foren gerne zusammen genutzt werden.

  • @Andreas
    So wie ich das gesehen habe, gibt es tatsächlich wieder echte, kostenlose nntp-Server ohne spezielle Vorwahlnummern, Kundenbindung oder Gebühren.

  • @Frank

    Hallo Frank,

    komisch, die einen fanden es eine witzige Idee und ich bekam nur positive Resonanzen. Die anderen, die breitere Öffentlichkeit war pisst. Somit war ich mir lange im unklaren was die anprangern. Dann bin ich dahinter gekommen und wollte mich bei der breiten Öffentlichkeit im Forum entschuldigen, was dazu führte, dass es noch schlimmer wurde. Ganz ehrlich ich habe das Prinzip Schadenfreude als Kommunikationsinstrument eingesetzt, dass ist so alt älter geht es nicht. Das ist so alt wie die Torte ins Gesicht, der der Clown der über seine Schuhe stolpert. So bin ich in das Forum gestolpert – ich dachte das sein witzig. Falsch gedacht. Aber trotzdem ganz gut ausgegangen.

  • @Joaquin: natürlich gibt’s echete kostnelose NNTP Server. ich benutze einen seit Jahren und bin zufrieden. Und Usenet hat einen ernormen Vorteil gegenüber Web: bandbreitesparend.

  • @Christof,

    naja, wenn Du in eine Personengruppe reinplatzt und verlangst „so, jetzt tanzt mal alle nach meiner Pfeife und macht das was ich will…“ (natürlich motivationstechnisch viel geschickter und unterhaltsamer formuliert), geht das kaum ohne Kritik und nicht jedes (echte oder sich nur fühlende) Alphatier der Gruppe wird sich dem Anspruch des neuen Alphatiers freiwillig unterordnen wollen …

    Das ist nicht Aquise, Xing- oder Forenspezifisch, sondern ein „typisches“ (Gruppen-)Verhalten von Menschen.

  • […] Vor einigen Tagen hatte Robert einen interessanten Artikel über die Zukunftsfähigkeit von Internetforen veröffentlicht und genau diesen Ansatz möchte ich hier einmal für unseren Bereich fortführen, denn auch wir werden den Erfolg von easyLink meiner Meinung nach, langfristig nur dann sichern können, wenn wir eine soziale Komponente um das Kernscript herum konstruieren. […]

  • Aahh, Newsgroups; das themen- und inhaltsorientierte Medium, das die Kiddies nicht finden. Ich liebe es. — Bad: die Erfahrung zu machen, dass Usenet nurmehr als esoterisches Medium gesehen wird. — Worse: auf dem Weg zur Kaffeemaschine darüber nachzudenken, dass man so alt ist, dass ein Medienwechsel nicht als hip, sondern als lästig empfunden wird. — Worst: auf dem Weg zur Kaffeemaschine das Frühstückgeraffel der Kinder wegzuräumen und sich gedankenverloren Müsli in den Kaffee zu kippen. Eeek.

  • Hallo,

    Ich persönlich bin der Meinung, die technische Entwicklung von Communitys hängt auch ganz stark von den Inhalten und Themen eines Forums ab.

    So wird ein mittelgroßes, themenmäßig allgemein gehaltenes Allerweltsforum wohl keine Probleme haben, ihr Angebot als Social Network ala Myspace umzusetzen. Die Leute können trotzdem noch ihre meist recht belanglosen Mitteilungen über die Profilseiten austauschen und bekommen dazu ein paar nette Features dazu, die aber ehrlich gesagt eh niemand so wirklich braucht.

    Ganz anders sieht die Sache meiner Meinung dann aus, wenn es um wirklich gehaltvollen Informationsaustausch geht. Ich persönlich wüsste ehrlich gesagt nicht, wie ich eine Mathe- oder Physikcommunity mit den dazugehörigen Lateximplementierungen oder eine Community für Hundeaufzucht mittels Bliniki-Bunti-Web2.0- und Social Networking-Features hochziehen sollte. Wahrscheinlich würde es dort auch niemanden interessieren.

  • Ein Forum teilt sich in zwei Gruppen. Die eine Gruppe stellt Fragen, die zweite beantwortet. Bei der ersten Gruppe gibt es häufig Zeitgenossen, die direkt Fragen stellen, weder ältere Threads lesen noch Suchfunktionen benutzen und sich wundern, dass sie dann wie Nadine schreibt „von einem Troll angemacht werden, wie blöd man ist“. Wenn im Blog jeder ein neues Thema eröffnen könnte, würde es die Leser auch ankotzen, wenn immer und immer wieder zum 987 mal fast gleiche Themen neu abgehandelt würden.

  • Ich bin kein Experte aber wenn ich mal erfolgreiche Foren und Social Networks vegleiche, werden doch in Foren eher Problemlösungsinhalte kommuniziert und in den Social Networks eher weitere Medien und der User selbst miteinander vernetzt.

    Foren kanalisieren quasi Themen nur auf die Lösung von Fragen hin und es interessiert mich als Leser auch weniger, wer hinter dem Posting steht oder wer wen über wen kennt. Viel mehr allerdings das, was zur Lösung beiträgt.

    Ich finde Foren deshalb klasse so wie sie sind und können es auch bleiben.

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