arbeiten deutsche Web-Startups zu wenig zusammen?

Robert Basic

in den Gesprächen mit vielen Webgründern fällt mir auf, dass viele die Räder immer wieder aufs Neue erfinden im übertragenen Sinne. Dabei geht es oftmals um Kleinigkeiten, aber auch um größere Dinge, die sich wie ein Musterproblem bei allen Startups durchziehen. Oftmals ist es auch so, dass die Gründerteams ganz unterschiedliche Erfahrungshintergründe mitbringen. Statt die Probleme gemeinsam durchzugehen, versucht das jeder für sich zu lösen oftmals. Angefangen bei der Vorgehensweise beim Programmieren und Testen, bis hin zur Auswahl des richtigen Investors und der geeigneten Vertriebsmethodiken. Das hat mit Wettbewerb zunächst einmal nichts zu tun, wenn man meint, dass zB eine Eventplattform im Wettbewerb mit einer Videoplattform von mir wegen steht, weil man doch um die Eyeballs aller User buhlt. Das ist natürlich Unsinn. Andere wiederum hüten ihre noch so kleinen Ideen wie einen Augapfel. Ganz ehrlich, auch wenn es sooo einen Bart hat: von 1.000.000 Ideen ist eine wirklich brachial einmalig, die für sich alleine spricht. Die Chance ist also, dass Eure Idee zu den 999.999 gehört, die man nicht mal ansatzweise schützen muss. Ich könnte jetzt aus der Neuzeit beliebig viele Beispiele aufzählen, dass kein Startup wirklich was Einmaliges anbietet. Weder Xing, weder Spreadshirt, noch MyVideo, ja nicht mal Last.fm. Vor fünf Jahren dachte ich auch anders: „Mensch, das darf keinen wissen, was wir vorhaben und wie wir es umzusetzen gedenken“. Bullshit:) Selbst die vielgerühmte und vielgepriesene Idee der Campus Captains hat sooo einen langen Bart.

Also, tun sich Gründerteams trotz Barcamps, Blogs und Webmontagen noch viel zu wenig austauschen, weil man Angst hat, sensitive Informationen herauszugeben oder ist das alles halb so wild? Es wird ja niemand gezwungen, seine long term Strategien preiszugeben, wenn überhaupt 1:10 Startups sich darüber Gedanken gemacht haben:))

Fakt ist: wer nicht teilen mag, hat gute Chancen, sein Projekt gegen die Wand zu fahren. Die Successrate beträgt gerade mal 10%. 10%! Das ist eine sehr magere Überlebenschance! Was man im Netz liest, sind die Erfolgsgeschichten einiger Weniger. Den ganzen Eisberg nimmt man nicht wahr. Auch Die zahlreichen Gescheiterten hätten soviel zu erzählen, man lässt dieses Wissen brachliegen.

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Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.