Sonstiges

Amazon S3 und EC als Alternative zum eigenen Server?

Zunächst, was ist Amazon S3 und EC2? Beide Lösungen beziehen sich im weitesten Sinne auf das Outsourcing von Webhostingfunktionen. Bei S3 handelt es sich simpel gesagt um einen Fileserver, der Datenobjekte jeglicher Art vorhält (zB Videos). EC2 dahingegen verarbeitet Anfragen zB zur Auslieferung des Videos und wird daher von Amazon wie folgt definiert: Amazon EC2 presents a true virtual computing environment, allowing you to use web service interfaces to requisition machines for use, load them with your custom application environment, manage your network’s access permissions, and run your image using as many or few systems as you desire.

Kostenpunkt für die Nutzung?
EC2:

Instances
$0.10 per instance-hour consumed (or part of an hour consumed)

Data Transfer
$0.10 per GB – all data transfer in

$0.18 per GB – first 10 TB / month data transfer out
$0.16 per GB – next 40 TB / month data transfer out
$0.13 per GB – data transfer out / month over 50 TB

Data transfer „in“ and „out“ refers to transfer into and out of Amazon EC2.
Data transferred within the Amazon EC2 environment, or between Amazon EC2 and Amazon S3, is free of charge (i.e., $0.00 per GB). All Amazon S3 storage and request charges will still apply.

S3:

Storage
$0.15 per GB-Month of storage used

Data Transfer
$0.10 per GB – all data transfer in

$0.18 per GB – first 10 TB / month data transfer out
$0.16 per GB – next 40 TB / month data transfer out
$0.13 per GB – data transfer out / month over 50 TB

Data transfer „in“ and „out“ refers to transfer into and out of Amazon S3.
Data transferred between Amazon S3 and Amazon EC2 is free of charge

Requests
$0.01 per 1,000 PUT or LIST requests
$0.01 per 10,000 GET and all other requests*
* No charge for delete requests

Storage and bandwidth size includes all file overhead.

Wer hat denn eigentlich schon mal die Kosten projiziert und mit einem eigenen Serverhosting verglichen? Der Vorteil, den ich persönlich sehe, ist das Ausknippsen von jeglichen Fixkosten, man kann seine Kapazitäten variabel ausbauen, je nach Bedarf, weil nutzungsabhängig. Auf der anderen Seite spielen mit Sicherheit zwei Faktoren eine Rolle bei einem Einsatz für deutsche User: ich gehe davon aus, dass die Server in den USA stehen, hier kauft man sich also eine längere Responszeit ein. Und, es gibt kein SLA (service level agreement), was öfters bemängelt wurde. Insofern kann man sich im Notfall nicht an Amazon wenden und um Hilfe bitten, wenn es brennt. Ein weiterer Faktor: was passiert, wenn Amazon Deinen Account warum auch immer kickt bzw. seinen Service einstellt? Gut, ich gehe nicht davon aus, dass Amazon über Nacht S3 und EC2 ausschalten wird, dafür ist die Firma zu groß und die Verantwortung zu hoch, einfach so einen Haufen von Webanbietern vor den Kopf zu stoßen. Und noch ein letzter Aspekt: Amazon kann oW die Gebührenstruktur verändern. Wenn man dummerweise zu knapp kalkuliert hat, kann das in ein echtes finanzielles Problem münden. Denn über Nacht wird man wohl kaum ein alternatives Rechenzentrum finden. Zumal man dann vorher bereits schlecht kalkuliert hat, welche Alternative man wählen soll, sobald Amazon seine Gebühren um 10-20% anheben würde.

Siehe auch Techcrunch mit einem aktuellen Beispiel, bei dem es um 40 Terrabyte an Daten geht und auf O’Reilly nach den zahlreichen Einträgen suchen. Auf Techcrunch kann man lesen, dass Amazon einen dritten Service anbieten wird, der es dann noch spannender macht, nämlich eigene MySQL Datenbanken anzubieten. Wie gesagt, unter dem Aspekt der Skalierungskapazitäten und Vermeidung fixer Kosten ist Amazons Angebot hochspannend.


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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

17 Kommentare

  • Wir lagern unsere Bilder bei S3 aus und sind bislang sehr zufrieden, sowohl was Preis und Leistung angeht. Zumindest unser Hoster kann mit den Preisen nicht mithalten.

    Grüße aus Köln,

    Gleb

  • Wenn ich mich nicht täusche, dann nutzt Amazon seine Infrastruktur selbst für seine weltweiten Shops und damit dürften das Zeug nicht nur in den USA stehen.

  • […] Nachdem ich schon so viel von Amazons S3 Service gelesen habe in letzter Zeit (heute u.a. hier), wollte ich mir jetzt auch mal test weise einen Account erstellen. Im Moment fallen bei mir zwar nicht wirklich viele Daten an, die ich irgendwo auslagern müsste, aber man weiß ja nie was kommt. Besser, man kennt eine Alternative zum fest gebuchten Webspace… […]

  • Wie ich S3 verstehe ist das dafür da, um bestimmte Artefakte einer Webseite einzustellen, die viel Speicherplatz in Anspruch nehmen (Bilder, Filme, Anwendungen zum download). Hosting heisst hier nicht, dass man da seine PHP, Ruby-on-Rails, .NeT oder J2ee Anwendung mit Datenbankbackend draufstellen kann, sondern eben nur diese Teile, die viel Bandbreite beanspruchen.
    Programmier-Technisch hat es eine gut durchdachte REST-Webservice Architektur (einfach).
    Bzgl. der Security gibts keine privacy gegenüber Amazon. Amazon besitzt quasi die private keys aller Kunden.
    Es gibt so features wie-> Du schickst einen Kunden einen Link zu einer Demo, der nur 4 Stunden (oder so) funktioniert.

  • Full-Service Server-Hosting ist eine feine Sache. Startups sollten sich auf ihre Stärken konzentrieren und die liegen meist nicht im professionellen Betrieb von IT Infrastruktur. Normalerweise kommen sie auch nicht mal im entferntesten an die Preise von grossen Providern, die mit der Masse ganz anders einkaufen und kalkulieren können.

  • wir nutzen die kombination von ec2 und s3 für shoppero.com und sind ziemlich begeistert. klar, man muss einige sachen wissen und bei der planung tunlichst berücksichtigen, beispielsweise dass es bei ec2 kein persistentes filesystem gibt und beim crash der virtuellen instanz alle daten weg sind, man daher s3 nutzen sollte für backups, undsoweiterundsofort. die mysql-sache für s3 wird kommen, das munkeln mittlerweile alle, die schon mal mit den amazon-jungs nen kaffee getrunken haben. das wird natürlich sehr fett werden.

    wie cem richtig bemerkt: in der startup-phase gibt es genügend baustellen, da kann man defekte festplatten, murksige netzwerkkarten und ähnliches getrost anderen leuten überlassen. allein schon die möglichkeit, mal eben aus testgründen 20 server zu starten und zu gucken, wie eine anwendung verteilt läuft, ist sehr viel wert, vor allem wenn es kaum etwas kostet, da keine hardware angeschafft werden muß.

    also, wir sind durchaus begeistert und hätten sicherlich ohne AWS nicht so schnell starten können.

  • danke! Würdest Du das prinzipiell jedem Startup empfehlen oder sollte man schon über einen exzellenten Admin wie auch Developer verfügen, der sich verteiltem Datenhosting auskennt?

  • prinzipiell empfehle ich nix 🙂

    einen exzellenten admin braucht man sowieso, und da haben wir einen, aber man muss sich eben überlegen, wozu man ihn einsetzt. ich finde ja, dass das auswechseln von festplatten und rebooten von servern eher zu den nervigen aufgaben gehört und da ist es doch angenehmer, wenn man sich auf spanndere sachen konzentrieren kann.

    ich würde mal sagen, dass es heutzutage zum guten stil gehört, die anwendung gleich zu clustern und für failover/high-availability sowie ordentliches loadbalancing zu sorgen. es ist jedenfalls deutlich angenehmer, gleich so zu planen als dann später in probleme reinzulaufen.

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