Sonstiges

gekündigt? Dann blogg doch drüber…

macht er auch: Eine Zeile Lebenslauf

Doofe Frage: wie kommt das bei den potenziellen Arbeitgebern an, wenn ein Kandidat gerne über seine früheren Arbeitgeber bloggt? Ich tippe nicht gut, aber was meinen die Experten? Muss man das unter Offenheit im Webzeitalter verbuchen, die zu akzeptieren ist, solange keine Betriebsgeheimnisse ausgeplaudert werden? Sollte man gar nie egal wie über seine Kündigung schreiben?

via Rivva


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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

8 Kommentare

  • Die meisten AN haben doch eine Verschwiegenheitsklausel im Vertrag die auch über die Zeit bei der Firma hinausgeht. Was ein Verstoß dagegen ist und was nicht, muss im Zweifel ein Gericht klären.

    Ich denk ein ein Verstoß gegen diese Klauseln wirkt im Zweifel schwer im Lebenslauf.

  • Normal ist das nicht über seine Kündigung zu bloggen. Vielleicht 10 Jahre später als War Story.
    Bei Geschäftsbeziehungen achte ich immer darauf, dass man sich im Falle einer etwaigen Trennung (kann ja auch bei Projekt-Kunden passieren) sauber und für beide Seiten transparent scheidet. Bin natürlich emotional eher auf Seiten der Angestellten als der Entrepeneure, aber ich finds fast schon unfair darüber zu bloggen. Es gibt gerade zu solchen Scheidungs-Geschichten immer zwei Seiten. Ein Arbeitgeber wird nicht per Kommentar auf dem Blog des Gefeuerten über den Vorfall diskutieren.
    Als War Stories über 10 Jahre vergangene Ereignisse würd ich das aber sehr gerne lesen. Ich kenne in diesem Bereich herrlich absurde stories.

  • Wen jemand gekündigt wird, egal wie cool sich jener geben will, geht das an die nervliche Substanz. Verletztheit, Enttäuschung, Trauer, Wut, Zorn, … alles dabei. Und wer sich in solch einer emotional-labilen Situation an den Rechner setzt, darüber schreibt, und dabei Ross&Reiter nennt und es veröffentlicht, kann leicht unabsichtlich die Grenze zu Rufschädigung, übler Nachrede sowie der im Arbeitsvertrag stehende Vertraulichkeitsklausel überschreiten, was nicht nur (rechtliche) Probleme mit dem früheren Arbeitgeber bringen kann, sondern auch zukünftige Arbeitgeber abschrecken würde.

    Wer meint darüber bloggen zu müssen, dem rate ich, seinen Text vor der Veröffentlichung von 1-2 neutralen/sachlichen Vertrauenspersonen durchlesen zu lassen, damit jene rechtzeitig auf eventuelle Probleme hinweisen können.

    @Tim: Ein Whistleblower, also jemand der ethisch-moralisch-rechtlich verwerfliche Missstände aufdeckt, muss nicht auswandern. Es gibt durchaus Firmen, die Menschen mit Rückgrat einstellen. IMO kommt es da bei der Beurteilung aber auf den jeweiligen Fall an. Denn je nachdem, wie der Whistleblower damit umgegangen ist, und darüber schreibt, kann das sogar eine Art Empfehlung für ihn/sie sein, muss aber nicht.

    @Axel: „War Stories nach 10 Jahren“… guter Ansatz. Ich hadere mit mir ja auch noch ob ich meine Erlebnisse mit einem gewissen amerikanischen Konzern irgendwann mal ins Blog schreiben soll oder nicht. Skurril wären sie ja schon …

  • @Andreas
    Gehen wir mal davon aus, dass whistleblower eher in den gehobenen Positionen mit Einblick in Details tätig sind (gehoben hört sich wie Top-Management an, aber ich meine halt keine eigfachen Tätigkeiten).

    Und gehen wir mal davon aus, dass besonders Branchen anfällig für whistleblowing sind, wo es eben nicht besonders ethisch zugeht (bps. Pharmaindustrie, Finanzwesen).

    Wie stehen die Chancen für einen whistleblower ein Unternehmen in der Branche zu finden, die „Verräter“ schätzt? Genau als Verräter werden sie nämlich branchenintern gebrandmarkt.

    In Deutschland gibt es anders als in den USA keine Gesetze, die whistleblower vor Nachteilen schützen.

  • Interessante Frage, vor allem wenn es um wirklich wichtige Vorgänge geht; aber zu meinem Fall ist soweit festzuhalten, dass ich nicht im Affekt geschrieben habe, sondern mit sechs Wochen Abstand. Zudem enthält mein Text meiner Meinung nach weder Betriebsgeheimnisse noch beleidigende Aussagen.

    Und (jetzt mal wieder polemisch, zum Zitieren): Bei einem potentiellen neuen Arbeitgeber, der sich daran stört, würde ich auch nicht arbeiten wollen.

  • einige haben es schon angesprochen: die frage ist nicht, wie wirkt das auf den alten arbeitgeber, sondern: wie findet das der neue? und der schätzt solche schwätzer gar nicht – könnte er doch bald das nächste opfer sein. kurzum: auch wer im zorn geht, sollte sich immer professionell verhalten.

  • Ich find Phils herangehensweise gut. Als Journalist sollte man sehr allergisch auf Zensur (auch Selbstzensur) reagieren und einen integeren Charakter haben. Offenheit und die Freiheit Information und Meinung an Leser weiterzugeben sind extrem wichtige Werte.

    Natürlich muss man sich vorher Gedanken machen wie bestimmte Publikationen (egal ob online oder offline) wirken. Aber ich finde es eher erfrischend, wenn Karriereplanung und Überlegungen wie „welcher meiner potentiellen zukünftigen Arbeitgeber könnte sich denn daran stören“ nicht über Veröffentlichung oder Zensur entscheiden. Es sollte ja um die Sache gehen und um Überzeugungen.

    Seine Publikationen nicht von der Meinung von Arbeitgebern (also indirekt Geld) abhängig zu machen scheint ja auch eine Eigenschaft von Alan Posener zu sein und ich denke er ist im Axel Springer Konzern doch ein journalistischer Lichtblick.
    Ich würde da auch eher die Gegenthese aufstellen, dass Arbeitgeber mit charakterfesten Mitarbeitern umgehen lernen müssen, nicht erst – aber noch mehr – seit dem web 2.0.

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