Blog- versus Firmenbezeichnungen

Robert Basic

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nicht mehr ganz so frisches Thema, aber imme noch spannend und aktuell. Arne Trautmann geht im Detail auf das Urteil des OLG Hamburg ein, das einer Firma das Recht zusprach, einem Blogger den Betrieb der Domain mit der Bezeichnung [Firmenname]blog.de zu untersagen. Da Verwechslungsgefahr bestehen würde. Er bezieht sich dabei interessanterweise auf das berühmte Shell-Urteil. Das aber imho anders gelagert ist: Der Domain-Inhaber musste die Domain shell.de an den Shell-Konzern abgegen. Weil einerseits der Name Shell weltweit und in D sowieso ungemein bekannt sei, zudem sei es einem Privatmann zumutbar, seinen Bekannten eine neue Domain mitzuteilen, Shells Aufwand wäre ungleich höher. Doch soweit ich mich erinnern kann, ging das Gericht ausdrücklich darauf ein, dass eben nicht die Wirtschaft nun ein übergeordnetes Erstrecht genieße.

Würde ich also mein Blog „Basicblog“ nennen und nun kommt irgendeine Firma daher, die ebenfalls nur „Basic“ oder „Basic Irgendwas“ heißt bzw. eine Marke verwendet, die „Basic“ beinhaltet, wird die Firma keine guten Karten haben, da mW kein Unternehmen ein so großes Brand besitzt, dass man von einem bewussten Missbrauch ausgehen kann oder aber eine Zuordnungsverwirrung vorliegt. Denn Basic kommt in zahlreichen Kombinationen vor (Zigaretten, Schuhe, Klamotten, Lebensmittel,…), auch gibt es ja einen nicht gerade unbekannten IT-Kontext.

Doch das Bildblog ist nach vorherrschender Meinung geküsst. Wenn die Bild drauf bestehen würde, bin ich mir ziemlich sicher, dass die Domain nicht mehr unter dieser Bezeichnung betrieben werden dürfte.

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Das betrifft wohl aber mehr oder minder alle Blogbezeichnungen [Dax-Untenehmen]blog.de. Was durchaus geht, sind mE Bezeichnungen wie Anti-[Dax-Uternehmen]blog.de oder watch-[Dax-Unternehmen]blog.de. Hier ist von vornherein klar, dass hier nicht das Unternehmen das Blog betreibt. Insofern wäre ein Watch-Telekomblog.de mutig aber machbar. Und auch überaus erfolgreich, wenn man kritische Kunden zu Wort kommen lässt, die darüber berichten, dass sie [x]-Wochen Probleme hatten. Das wird den Unternehmen nicht mal ansatzweise schmecken, klar. Das ist auch kein leichtes Spiel für den Blogger, der bedacht und kritisch die Aussagen der Kunden abklopfen muss. Ich persönlich bin der Meinung, dass ein Watchblog kontra Deutsche Bahn, Deutsche Bank, Allianz und Telekom das Bildblog links liegenlassen würde. Alleine bei der Deutschen Bank würden sich abertausende von gefrusteten Kunden melden, die aufgrund der Privatkundenarien im Laufe der Zeit über 50 Betreuer vorserviert bekamen und sich ständig über „geänderte Regeln“ ärgerten. Nicht umsonst gibt es den sinngemäßen Spruch „wenn die Sonne scheint, bieten sie dir Regenschirme an, wenn es regnet, nehmen sie ihn dir wieder weg“. Manch eine Bank hat moralisch gesehen Selbstmorde zu verantworten, auch manch einer ihrer Mitarbeiter musste wegen gezielten Mobbingmaßnahmen (kein Ton von meiner Seite, glaubt mir eh kein Mensch, welch menschlicher Abschaum sich in Unternehmen tummelt) dran glauben. Und wer schon mal in Pharmaunternehmen Einsicht in die internen Abstimmungen bei Rechtsverfahren hatte, weiß sehr wohl, mit welch erbarmungslosen Methoden die Konzerne gegen manch einen geschädigten Pillenkunden vorgehen (nachdem ich bei einem solchen Unternehmen das live miterleben durfte, halte ich böse Hollywood-Flimchen für Kinderkacke. Man lernt wunderbar, zynisch zu werden). Explosive Themen. Daher glaube ich letztlich nicht, wenn man es wirklich drauf ankommen lassen würde, dass man mit seinem Watchblog lange Spaß haben würde. Die Betroffenen werden alles dransetzen, dich zu plätten. Eher kratzt man nur an der Oberfläche, aber das wäre pillepalle.

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Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.