Sonstiges

Restposten24 hat drei Probleme

Restposten24 mag scheinbar nicht:
1. kritisierende Kunden
2. berichtende Blogger
3. Smilies, die Blogger in Kommentaren hinterlassen (kein Joke)

1. Dani hat sich auf ihrem Blog Zuckerwatte scheinbar negativ, aber laut eigenem Bekunden nicht beleidigend gegenüber Restposten geäußert. Nix Besonderes, Kunden dürfen Geld ausgeben, also dürfen sie genausogut meckern. Leider ist das Posting nicht mehr vorhanden, da die Firma Dani mit einer Rechtsklage gedroht hat, sollte das Posting nicht gelöscht werden („Soeben habe ich noch ein Mail von restposten24 erhalten, in dem ich aufgefordert werde auch den geänderten Beitrag zu löschen; die Alternative sind Schadenersatzforderungen und eine Unterlassungsklage„). Ich kann also nicht sagen, was drin stand und was daran so wild gewesen sein soll. Nur Google kann das. Soweit so gut, nix Neues, dass sich Firmen auf dem Rechtsweg gegen kritische Kunden zur Wehr setzen.

2. Der Hammer kommt jetzt: Helge.at berichtete darüber, dass Dani ein Problem mit denen hatte. Das war am 11. August:

„Die Zuckerwatte a.k.a Dani hat schlechte Erfahrungen mit Restposten24.at gemacht, und sachlich darüber gebloggt. Die Betreiber der Seite bedrohen sie nun mit rechtlichen Schritten – mit der Begründung, sie würde Unwahrheiten verbreiten. Das halte ich für ganz schlechten Stil. Richtig wäre gewesen, die Kommentarfunktion für eine Gegendarstellung zu nutzen – und mit etwas Kulanz aus einer frustrierten Kundin eine zu machen, die sich gehört fühlt. Denn eine alte Weisheit sagt: Es gibt niemanden, der je einen Streit mit einem Kunden gewonnen hätte. Man konnte die Zuckerwatte zwar dazu bewegen, den Beitrag zu löschen, weil sie sich rechtliche Schritte nicht leisten will, doch das Internet hat ein langes Gedächtnis. (Und falls jemand auch gegen diesen Beitrag vorgehen will: Nur zu, der Rechtsanwalt meines Vertrauens ist bereits vorgewarnt, und die Versicherung langweilt sich eh sonst.)“

3. Doch am 13. August flattert auch bei Ihm eine Androhung der Firma rein, den Rechtsweg zu beschreiten. Das Posting solle gelöscht werden. Morgen. Also: Dani kritisiert eine Firma, Firma reagiert unwirsch, Dani löscht, Helge.at berichtet, Firma reagiert unwirsch, Helge.at fragt.

4. Das ist aber noch nicht alles, ein weiterer Blogger wird ebenfalls angegangen von Restposten24, weil er in Zuckerwattes Blog zum ehemals besagten Beitrag einen Kommentar hinterlassen hat. Inhalt: ein Smilie!!!! Ein Joke, oder? Also, wenn es 1. April wäre, ok, aber es ist keiner. Er möge den Smilie löschen sonst setzt es was.

Baff bin, was läuft denn da für ne Show ab? Die sitzen in D, nicht in China, nicht in Russland, nicht in Syrien, nicht in Nordkorea. In D, Ginsheim-Gustavsburg. Würde mich mal interessieren: wer weiß was über diese Firma und deren Tätigkeiten? Gibts Auffälligkeiten? Was beim Verbaucherschutz bekannt? Ich kann mir so ein Verhalten nicht erklären, wenn eine Firma normal tickt, passiert sowas nicht. Man redet mit dem enttäuschten Kunden und sucht ne Lösung für beide Seiten. Mit bisserl Charme und Menschlichkeit kommt man meilenweit, mit der Keule kommt man bis zu dem, der eine größere Keule hat. Und ich habe noch never ever gehört, dass man nun auch Smilies abmahnt. Ist das am Ende eine Viralmarketingaktion? Wehe.. und tut mir einen Gefallen, die Ihr davon betroffen seid: checkt die Herkunft der Mail und lasst Euch das tel. bestätigen. Nicht, dass das ein Fake ist. Update: Zuckerwatte und Helge.at, aber auch ein Journalist warten auf einen telefonischen Kontakt, bisher keine Reaktionen, weder per Telefon noch Mail… Mailheader der Mails ist schon mal passend zur Domain.

das vierte Problem kommt auch noch, aber Tee trinken, bis es klingelt:) Ich beobachte solange Google und Technorati.

Update: scheinbar bewegt sich endlich was bei Restposten24. Der GF hat sich zu Wort gemeldet. Siehe Antwort auf Sofastar und bei einem der Betroffenen selbst in den Kommentaren. Beide Antworten sind gleich, also kopiert. Da hat sich wohl jemand konsultiert, was er sagen soll. So heißt es dann: Wir beantworten gerne Ihre Fragen und hoffen im Gegenzug auf eine faire Berichtserstattung [!!!]…. Wie genau es zu einer evtl. voreiligen Klageandrohung gegen einen Seitenbetreiber kam, kann von mir leider nicht nachvollzogen werden. Vermutlich war aber unsere Rechtsabteilung in dieser Angelegenheit etwas voreilig und wir bitten dies zu entschuldigen. Erst Rambazamba machen, dann hat der Verantwortliche keine Ahnung, was los ist in dem RiesenUnternehmen? Interessante Darstellung inkl. der Berufung auf Fairness. Fair ist, wenn man sich in der Mitte trifft und nicht, wenn man zuerst wild um sich schießt, dann fragt, ob alles ok ist. Mal schauen, was noch nachkommt. Frappierend auffällig ist die Rechtschreibschwäche, unter der sowohl die Rechtsabteilung als auch der GF selbst leidet. Zufall oder was soll man sich nun denken? Ich denk mir meinen Teil und behalts für mich. Ok, der Rest ist Sache der Presse, mal schauen, was die Zusammenarbeit bringt.

Update 2: Dani hat sich nun endlich mit dem GF unterhalten können und die Sache ist damit aus der Welt. *kopfschüttel* völlig unnötiger Schlenker, erst schießen, dann reden. Ich hoffe, dass wir ein Unternehmen mehr haben, das erst redet und dann wenn nötig schießt.


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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

32 Kommentare

  • Ich sollte wohl mal was über diese Firma bloggen. Ich freu mich dann über ne Abmahnung und lauf nach Fristverstreichen zu Gericht und reiche eine negative Feststellungsklage ein. Ich wette die Firma hat nicht mal ne Rechtsabteilung, die markieren nur den starken Mann, weil doch die meisten Blogger den Schwanz einziehen, wenn sie „böse“ Post bekommen.

  • Ich hab da noch nen ganz fiesen 😛
    Übrigens, danke für deinen Blog is immer das Erste was ich morgens lese. Wollte ich hier mal angemerkt haben.

  • Also richtig spannend wird es doch erst, wenn du jetzt auch abgemahnt/verklagt wirst und wir dann hoffentlich erfahren wie Gerichte sowas einschätzen.

    Ich wünsch dir nix böses … bin nur neugierig

  • Du sagst es, Robert. Es klingt fast so als ob da jemand einfach zum blinden Rundumschlag ausholt.

    Und sollten sich diese Leute mit dir anlegen, dürfte dies ein riesen Haufen Publicity sein, der durchaus seinen Effekt haben könnte…

  • @Christian: Die Äußerung ist ja schon fast wieder abmahnwürdig ;-). Aber rein rechtlich kann man natürlich auch als Privatperson, also Nicht-Jurist, andere abmahnen.

  • Negative Werbung ist besser als keine, davon haben sie nun genug. Da fühlt sich jemand mächtig angepisst und möchte es nun allen zeigen, dumm nur wenn man sich dabei so öffentlich lächerlich macht. Am härtesten finde ich aber das mit dem Smilie, echt starker Tobak.

  • @Thomas: Das sind die Fakten. Die Emails sind in allen drei Fällen ident, oder?. Und über die Qualität der Mails habe ich mich ja (noch) nicht geäußert.

  • Kleine Frage: Hat eigentlich mal jemand bei Markus Filler (verantwortlich für die Pressearbeit von Restposten24) angerufen und ihn gefragt, wie das das Unternehmen sieht?

  • @ Sachar: hab angerufen, hab gemailt. Am Telefon hat leider niemand abgehoben und die Bitte, Herr Filler möge mich doch bitte persönlich kontaktieren, wurde noch nicht erfüllt.

  • Selbst funktionierendes „Viral Marketing“ wär hier ein Schuss in den Ofen: wollte mir gerade mal den Resterampen-Shop angucken, doch lassen sich die Produktkategorien gar nicht aufrufen… ich nehme an, sie haben nicht geschaut, ob’s mit Firefox auch klappt… wirkt amateurhaft!

  • ich kenne den auslösenden sachverhalt zwar nicht, aber egal, was ein blogger meint, kritisiert, worüber er/sie motzt – es muss der wahrheit entsprechen, sollte faktisch belegbar sein und darf nicht verallgemeinert werden. am besten noch er/sie präsentiert es staubtrocken und ohne häme (rache ich ein gericht, dass am besten kalt serviert wird und so…). dann aber sehe ich wenig chancen, dagegen etwas juristisch unternehmen zu können.

  • Österreicher(in) müsste man sein……

    … dann würde man vor fragwürdigen Abmahnungen deutscher Firmen eventuell verschont bleiben, vermute ich. Dies ist wohl die Lehre, die man aus diesem Stück ziehen muss….

  • wo sind eigentlich die zeiten geblieben, als man unzufriedenen kunden keine klagen angedroht hat, sondern gefragt hat, was man tun könne um das „geschmäckle“ aus der welt zu schaffen?
    anscheinend macht das nur noch zippo….

  • Und seit neuestem wird man von restposten24 verklagt, wenn man sich irrtümlich anmeldet. Alle Beteuerungen, dass man keine Firma hat helfen nichts, weil eMails nicht beantwortet werden und am Telefon sowieso keiner rangeht. Selbst der Ombudsmann konnte nichts ausrichten, weil auch er keinerlei Antwort von restposten24 erhalten hat. Ich habe mit Zähneknirschen die Registrierungsgebühr von 79,00 daher bezahlt, da ich mich nicht pfänden lassen will, warne aber alle vor dieser Firma. Scheint ein Ein-Mann-Betrieb zu sein, der kurzfristig absahnen will. Hat mittlerweile sonst noch jemand schlechte Erfahrungen mit restposten24 gemacht? Bin gespannt, wie restposten24 einen Gewerbeschein von mir einfordern will, da ich keinen habe. Vielleicht werde ich ja gerichtlich dazu verdonnert, eine Firma zu gründen. Wundern würde es mich bei denen nicht.

  • Auch ich habe mich bei restposten24.de registriert.
    Bei der Registierung wird Seitenlang erklärt, was alles gratis ist, und irgendwo auf einer Seite steht klein etwas von der Registiergebühr.
    Freigeschaltet wird man erst, wenn man Euro 79.- überweist.
    Wenn nicht, wird mit Inkasso gedroht von Mediafinanz.
    Das Ganze ist reine Abzoke!!
    Ich habe mit einem Mail geantwortet, dass mein Eintrag gelöscht werden soll, da ich kein Interesse mehr habe.
    Als Antwort kam, dass als Gewerbebetreibender man kein Rücktrittsrecht habe. Wenn ich in der Webseite suchen will, bin ich schon Gewerbebetreiber.
    Mit Drohungen versucht man die Leute zum Bezahlen zu verleiten, was ja einige getan hatten, aus Angst vor den Angedrohten Konsequenzen. Scheinbar ist das das Geschäftsmodell von restposten24.

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