Sonstiges

Google Maps: mehr Push

sehr interessant, Google führt zwei Neuigkeiten ein, die dem Monetizing von Googles Local Search Services dienen:
1. man sucht „Local Business Referral Representative“, die rumlaufen und lokale Geschäfte abknippsen und Eckdaten eingeben. Dafür soll es pro Eintrag 10 USD regnen, sobald der Ladeninhaber per Postkarte von Google den Eintrag bestätigt. Laut Spon ist die Idee von Google charmant und möglicherweise auch erfolgreich: Wenn sich das durchsetzt, entsteht hier ein ganz neuer Werbemarkt: So etwas wie Kontextanzeigen, die Google heute schon neben Suchergebnissen präsentiert, für die physische Wirklichkeit. Und dieser Werbemarkt erscheint Google sehr lukrativ: „Anzeigen auf Mobilgeräten sind doppelt so profitabel wie nicht-mobile, weil sie personalisierter sind“, sagte Google-Geschäftsführer Eric Schmidt im Mai auf einer Konferenz.
via Handelskraft
2. gleichzeitig wird man Google Maps auf fremden Seiten direkt via einem Codeschnippsel einbetten können, ganz so wie YouTube-Videos. Siehe read write web.

Dürfte wohl kein Zufall sein, dass beide Maßnahmen parallel eingeführt werden. Und die dritte Maßnahme ist wohl auch nicht zufällig: Google ist scharf auf eine Mobilfunklizenz. Google wird ganz sicher nicht Mobilfunkanbieter imitieren. Und ich würde nicht drauf wetten, dass Google Gesprächsgebühren verlangen wird. Schwer zu sagen, wahrscheinlicher ist es aber, Datentarife kostenlos anzubieten.

Und zugleich hat Qype mit Coupons gestartet, die Qyper einlösen können, sobald sie einen Aznahl X an Einträgen vorgenommen haben. Spannend, oder? Wie wird die Konkurenz wie Yelp in den USA und Qype in D auf Googles Initiative reagieren? Immerhin ist das Maßnahmenpackage von Google ziemlich heavy, sobald auch der Mobilfunkbereich abgedeckt wird. Trösten können sich wohl eher die Non-US Anbieter, die sich im Lokale Suche Bereich tummeln, denn Google braucht immer etwas, bis man die hauseigenen Angebote aufs Ausland ausdehnt. Immerhin ist Google ein furchterregender Gegner mit Manpower und Cash bis zum Anschlag. Zudem drängen Microsoft und Yahoo ebenfalls mit voller Wucht in diesen hochspannenden Bereich. Eklig, oder? Da haste ein schönes Teil aufgebaut, was den Usern in ihrer Nähe gelegene Geschäfte anzeigt und da wirste von drei Giganten umzingelt. Denn, sobald der eine gut verdient, werden die anderen mit aller Macht nachziehen. Und in letzter Zeit lassen MS wie auch Google Autos mit speziellen Kameras durch die Gegend fahren und alles knippsen, was nicht auf 3 auf den Bäumen ist. Auch das noch… Klar ist, dass man als „Kleiner“ sein Profil an den 3Gs vorbei schärfen muss, alles andere ist ein totes Pferd imho. Ob man sich nun in der Breite positioniert oder aber hochspezialisiert, hängt davon ab, was GMY tun und anbieten werden. Doch noch ist nicht aller Tage Abend, es gibt andere Player am Markt, mit denen man sich verbünden kann. So ist es nicht undenkbar, dass sich die local based search Anbieter an die Handyhersteller wenden, um gemeinsam Services anzubieten. Dazu muss man aber in einer extrem guten Position sein, denn Nokia wird sich nicht mit einem einlassen, der nix vorzuweisen hat. Qype und Konsorten, rennt um Euer Leben:)


Vernetze dich mit uns!

Like uns auf Facebook oder folge uns bei Twitter


Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

11 Kommentare

  • Die Sache mit den Bildern von Geschaeften ist allerdings nicht alleine Google’s Idee, so etwas aehnliches hatte Amazon vor ein paar Jahren mit den A9 Maps versucht.

    Ist damals aus irgendwelchen Gruenden allerdings wieder eingestellt worden.

  • Danke Robert für die gute Aufarbeitung.

    „Rennt um Euer Leben“ – rätst Du das jetzt auch Deinem Kunden, dem zukünftigen Wettbewerber von Qype? 😉

    Mich schockt die Google Geschichte nicht. Google zahlt den Leuten Geld, damit sie Daten sammeln, nicht damit sie ihre Meinung sagen. Wenn wir GelbeSeiten-Anbieter wären, wären wir etwas unentspannter.

  • ich würde das wohl jedem empfehlen, der jetzt einsteigt, da ich felsenfest davon ausgehe, dass wir kurz vor dem Durchbruch der mobilen Nutzung stehen. Dann werden meiner Meinung lokale Webangebote erst richtig spannend. Nur ist das eben ein Ding, was die Großunternehmen auch sehen und schon lange in den Startlöchern stehen.

    Was das Thema Datenerhebung und Feedback geben angeht, liegt das eine nahe neben dem anderen. Siehe Beispiel Yahoos redesign, Microsoft pusht natürlich ebenso auf eine Synthese beider Dinge in Kombination mit Routing, Visualisierung, auch die lange Ehe mit Mobilfunkern wird denen nicht schaden.

    Was nun die mächtigen Gelbe Seiten angeht, würde ich nicht auf Dauer davon ausgehen, dass die reine kategorisierte Listen von Adresse anbieten. Immerhin haben die seit langer Zeit den mit Abstand besten Direktdraht zu den abertausenden von Geschäften aufgebaut und einen immensen Bekanntheitsgrad in allen Bevölkerungsgruppen.

  • Robert, leider nicht viel mehr als ein vage Erinnerung und das was ich mit etwas schnellem googlen noch gefunden habe (mal sehen wieviele Links Dein Spamfilter akzeptiert):

    Amazon’s Map Search Shows Street-Level Photos

    Amazon A9 takes it to the streets

    Habe ich jetzt auf Anhieb nichts mehr zu gefunden, aber ich meine mich erinnern zu koennen dass es irgendeine Moeglichkeit gab fuer Benutzer und/oder Geschaeftseigentuemer die Angaben zu berichtigen und den Bildern richtig zuzuordnen. Etwas in der Art. Das ganze sollte ja hauptsaechlich in den Yellow Pages von A9 zur Anwendung kommen, soweit ich mich erinnern kann.

  • @Robert
    die „mächtigen“ gelben Seiten sind ohnmächtig bzw. in 7 Einheiten zerfasert. Dahinter stehen satte Verlagshäuser, die seit Jahren ihre Webstrategie diskutieren, aber nix machen, geschweige denn an einem Strang ziehen.
    Hatte vor 3 Jahren mal Kooperationsgespräche mit einem von denen. Grausam.

    Achte auch mal auf gelb.de (Stroer) und auch Skype, die seit März auch schon lokale Bewertungen anbieten. Das sind für D auch noch mal zwei scharfe Wettbewerber für den lokalen Markt. So ganz nehme ich Qype die Gelassenheit nicht mehr ab ….

  • Bisland sind die „Local Business Representatives“ ja nur in den USA unterwegs. Sobald diese Business-Blockwarts aber auch in Europa tätig werden, wird folgender Zwischenschritt etwas heikel: Die von den Representatives fotografierten und beschriebenen Läden werden Google zur Kenntnis gebracht. Google wiederum holt sich dann das schriftliche Einverständnis der Ladeninhaber ein. Sollte ein Ladeninhaber den Eintrag bei Google ablehnen: Was geschieht mit den Informationen, die Google vom Representative erhalten hat? Werden sie gelöscht? Oder könnten sie noch für eine weitere Verwendung nützlich sein und werden gespeichert? Rechtlich sehr heikles Thema!

  • @Wilhelm, ah, kennst das Gefüge auch? Witzig:)) Der Leidensdruck wird zu einer Einigung führen, da mache ich mir keine Sorgen. Vor lauter Cash wird man halt gierig und bequem. Auch das wird den Leidensdruck erhöhen.

  • Hallo, ich habe vor kurzer Zeit ein auf Google Maps basierendes Spiel implementiert. Man muss gegebene Orte auf einer Karte finden. Ausserdem kann man selbst Rätsel erstellen und an seine Freunde verschicken.

    Im Moment sind knapp über 600 Rätsel gespeichert und es wurde bereits über 80’000 mal versucht ein Rätsel zu lösen, wobei ca. 9’500 Versuche erfolgreich waren.

    Das Ding is natürlich gratis…

    Hier der Link: http://www.placespotting.com

    Und hier ein Beispiel eines Rätsels: http://www.placespotting.com/solve.php?placeId=1B62-46B80A0E-8AD

Kommentieren