Sonstiges

Smartdex

Smartdex ist ein junges Web-Startup aus dem B2B Bereich. ZWeck: user generated Eingabe von Geschäftskontakten und Verkauf an Dritte. Also Adresshandel 2.0. Denn Adresshandel selbst ist ein alter, aber begehrter Hut. Führendes Unternehmen in diesem Bereich müsste Schober sein, oder? Die Besonderheit an Smartdex ist eben, dass man nicht selbst die Adressen wo auch immer herbekommt, sonder das dem User überlässt. Für jede verkaufte Adresse gibt es 1 Euro, davon gehen 40 Cent an den Einsteller (allerdings mit einem Knackpunkt, auf den Webovgel eingeht). Am Rande: keine Ahnung, wie man Doppeleingaben vermeiden möchte. Auf jeden Fall muss die Adresse aus „öffentlich zugänglichen Quellen“ stammen. Also zB meinem Impressum.

Wenn man so will eine intelligente Zusammenarbeit im Sinne AAL (andere arbeiten lassen)? Der Adresssammler sammelt das Spice ein, bekommt dafür bei Verkauf eine Provision, Smartdex selbst verkauft das Spice weiter.

Anyway, ich weiß auch nicht, warum, aber mich erinnert die Story an Dune („Der Wüstenplanet“):

Die Dune-Saga entfaltet sich in dem Konflikt zweier Fürstenhäuser, Atreides (gesprochen: A-tre-ides, nach dem legendären griechischen Ahnherrn Atreus) und Harkonnen, um die Herrschaft über den Wüstenplaneten (Arrakis, von den einheimischen Fremen Dune genannt). Dieser ist aufgrund der nur dort zu findenden Droge „Melange“ (zu deutsch Mischung), auch bezeichnet als Spice (deutsch Gewürz), von herausragender Bedeutung: nur die „Melange“ ermöglicht den Navigatoren der Raumschiffe, die Verbindung zwischen weit entfernten Welten herzustellen, indem sie durch ihre hellseherischen Fähigkeiten die überlichtschnellen Schiffe sicher durch den Hyperraum steuern. Dabei „falten“ die Navigatoren den Raum. Ohne „Melange“ käme somit die interstellare Raumfahrt zum Erliegen und das Imperium würde in einzelne unabhängige Sternensysteme auseinanderfallen. Daneben hat „Melange“ bewusstseinsverändernde und das Altern verlangsamende Eigenschaften und kann entsprechend der Dosierung zu leichten bis erheblichen Suchterscheinungen führen. Aus diesen Gründen ist die Herrschaft über den Wüstenplaneten von entscheidender Bedeutung

Ob nun die Methodik externalisierter Adresssammler ökonomisch effizienter als informationstechnisch gestütze Verfahren ist? Letztlich kann so eine Firma skalieren, wenn mit besseren economies of scale gefahren wird. Sonst ist Smartdex eine Totgeburt.

Ach ja, siehe Videointerview auf Gründerszene mit den Machern


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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

5 Kommentare

  • Ich glaub das ist der erste Internetdienst von dem ich mich abmelden möchte bevor ich mich überhaupt angemeldet (oder ein anderer) hab.

    Wie wohl die fleißigsten Data Miner heißen?

    Allerdings glaub das Geschäftsmodell wird Erfolg haben.
    Viele Menschen erzählen am liebsten über sich, deswegen gibts social Networks, noch mehr Menschen erzählen noch viel lieber was über andere.

  • Hallo,

    auch wenn es verlockend wäre den Dune-Vergleich zu diskutieren, möchte ich stattdessen ein paar der anderen Punkte kommentieren…

    Es stimmt, der Adressmarkt existiert schon lange und dort tummeln sich zahlreiche Firmen, die damit offenbar gutes Geld verdienen. Wo genau die weiterverkauften Daten eigentlich herkommen, wird gerne verschwiegen. Wer z.B. Geschäftsführer einer Firma ist oder aus sonstigen Gründen im Handelsregister eingetragen ist, taucht schnell auf (teilweise dubiosen) Wegen auf diversen Listen auf. In der Regel ohne dies zu wissen oder sich austragen lassen zu können. Wir möchten mit Smartdex einen anderen Weg gehen und etwas Licht in dieses Halbdunkel bringen: Bei Smartdex werden sämtliche Daten von Nutzern erhoben, jeder kann sich eintragen, austragen oder sperren lassen. Keine dunklen Kanäle.

    Doppeleingaben werden übrigens systemseitig verhindert. Hat ein Nutzer Kontaktdaten, die von denen eines bereits eingestellten Kontakts abweichen, kommt ein Aktualisierungsporzess zustande. Das ist ein Dialog von zwei Nutzern untereinander – dem Aktualisierer und dem Einsteller. Diese beiden einigen sich darauf, ob ein Kontakt veraltet ist oder nicht. Kommt es zu keiner Einigung, schaltet sich Smartdex als Schlichter ein.

    Den erwähnten „Knackpunkt“ sehen wir übrigens nicht. Zur Erläuterung: Es gibt eine Frist von 30 Tagen zur Sicherstellung der Datenqualität. Stellt jemand Kontaktdaten ein, die von einem Nutzer innerhalb von 30 Tagen als veraltet klassifiziert wurden, dann gehen wir davon aus, dass die Daten schon bei Einstellung nicht korrekt waren. Ziel der First ist, dass jeder Nutzer dazu angehalten wird, auf Aktualität der eingestellten Kontakte zu achten. Dahinter steckt ein Service-Gedanke: Ist ein Kontakt nicht korrekt, bekommt der Nutzer sein Geld/seine Punkte zurück (Smartdex kann kostenlos mit „Punkten“ genutzt werden). Das hat nicht mit Einhalten von Provisionen zu tun – im Gegenteil!

    Beste Grüße aus Hannover

  • Das Problem dabei wäre, dass wir täglich ungefragt tausende Mails verschicken müssten und dabei die Gefahr sehen, als Spam-Versender wahrgenommen zu werden. Das wäre ja fast so, als wenn Du auf einer Website im Impressum erwähnt bist und jedes Mal eine Mail bekommst, wenn sich jemand Deine Daten in Outlook speichert. Aus dieser Überlegung heraus gibt es bisher keine aktive Benachrichtigung.

    Beste Grüße

  • „… täglich ungefragt tausende Mails verschicken müssten und dabei die Gefahr sehen, als Spam-Versender wahrgenommen zu werden…“

    Das wäre meiner Meinung nach nicht nur eine Gefahr so wahrgenommen zu werden. Das wäre für mich eindeutig Spam. Da würde es wohl schnell Abmahnungen hageln (beonders, wenn auch viele Juristen angemailt werden).

    Ich hätte beim Kauf/Miete von Adressen sehr grosse Bedenken bzgl. der Qualität der Adressen. Die Qualität wird wohl extrem heterogen sein. Die Adressen stammen ja von vielen einzelnen Quellen. D.h. von hervorragend bis grottenschlecht dürfte alles dabei sein. Das macht es schwer zu kalkulieren. Wenn man regelmäßig gekaufte/gemietete Adressen einsetzt, versucht man normalerweise Adresslisten zu verwenden, die „gut funktionieren“ und versucht „schlechte Adresslisten“ auszuschliessen. Je heterogener die Quelle, umso unkalkulierbarer wird eine Aktion.

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