Sonstiges

eBay resozialisiert sich?

eBay hat die sogenannten „Neighborhoods“ gestartet. Um was handelt es sich dabei? Techcrunch, kurz und bündig:

Each one is organized around a different product, like coffee, iPhones, Eames furniture, Seinfeld memorabilia, or Ford Mustangs. Content from across eBay—including eBay blogs, guides, reviews, and product search—is pulled into each eBay neighborhood and packaged into widget-like modules. Members can join whatever neighborhoods they like, and add to discussion boards there, post photos, invite friends, and meet other people who share the same consumer obsessions.

Alles schön und gut, dass man nun vor dem Kaufen miteinander kuscheln kann, aber angesichts dem Haufen zerbrochener Kundenscherben frage ich mich, ob das eBay helfen wird, den good old sex wieder zu erlangen, den man früher gemeinsam genossen hatte. Denn, die Kernprobleme geht man damit nicht an: bescheidene Mitarbeiterführung, schlechter Kundenservice, hohe Gebühren, Betrügereien, überhöhte Auktionspreise.

Anyway, ein Screenshot von der iPhone-Minicommunity:
ebay neighborhoods
1. Photos vom iPhone
2. Freunde einladen, Community beitreten
3. Bilderlinks zu laufenden Aktionen = Hovereffekt zeigt aktuellen Preis an, verbleibende Zeit und Artikelüberschrift. Schade, Rating des Sellers fehlt imho
4. Related Neighborhoods = zeigt benachbarte Communities wie zB Cellphones an, visualisierte Anzeige mit Hovereffekten, ähnlich einem Stammbaum. Anzeige, wie viele Members aus der iPhone Community auch Mitglied in der Community XYZ sind
5. Userdiskussionen, unterteilt nach „Recent“, „Userful“ (Diskussionen werden demnach bewertet) und „Funny“… imho Dummheit, dass man das nicht direkt bei den Aktionen findet
6. Guides = nomen est omen
7. Mitglieder der Community, Klick führt zum Userprofil (Beispiel), in dem nunmehr auch die Mitgliedschaft in den Neighborhoods angezeigt wird
8. Reviews = Rezensionen
9. Blogs der Händler

Insgesamt ein imho recht geekiger, aber dennoch schwacher Ansatz, was die Förderung der Interkonnektivität der User untereinander angeht. Was ich zB nicht gefunden und vermisst habe: einen RSS-Feed (ok, für Nerds, nix für die Massen), vaD endlich die Einführung von Facebook artigen Aktivitätsnews der User untereinander. Wie auch, so fehlt doch immer noch – oder hab ich es nicht gesehen – ein echte Social Networking Kernfunktion, Kontakte zu Buddies zu erklären (Standard bei Xing, Facebook, MySpace…). Ebenso würde ein twitteresques eBay gerade bei den Neighborhoods gut zu Gesicht stehen. Nun ja… lets see. Giganten bewegen sich halt langsam. Angesichts der Größe von eBay ist aber festzuhalten, dass der Schachzug mit den Neighborhoods einer kleinen Revolution gleicht, immerhin weicht man dabei sehr stark von den bisherigen ECommerce-Patterns für die Massen ab. Doch in den USA dürfte das kein großes Ding sein, haben Plattformen wie MySpace, Facebook und Friendster doch umfängglich Erziehungsarbeit geleistet, was „Social“ eigentlich heißt und wie sich das anfühlt. Und das hat nicht nur 1 Mio erreicht, sondern mittlerweile dürfte die Mehrheit US-User dem modernen Social Internet über den Weg gelaufen sein. Riskant ist damit der Zug von eBay nicht, nur etwas technisch-funktional leicht rückständig und wenig innovativ.


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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

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