Sonstiges

Einpflanzen eines Chips: 54% sagen ja

hatte gefragt, ob man persönlich bereit wäre, sich einen Wikipedia-Chip im Körper einpflanzen zu lassen, der mit dem Gehirn verbunden ist und mit dessen Hilfe man auf den Wissenspool lediglich auf einen Gedanken hin zurückgreifen kann.

Von 221 Teilnehmern würden sich
54% einen Chip einpflanzen lassen
9% sind sich unschlüssig und
37% keinen Chip einpflanzen lassen

Die Pros und Contras sind sehr interessant, zeigen sich doch teilweise auf, welche gesellschaftlichen Folgen das haben kann. Ich zähle jetzt mal nur die negativen Folgen auf, die die Umfrageteilnehmer genannt haben:
– Sicherheit sieht man als ein Riesenproblem
– die Menschen würden noch weniger bewußt Wissen erlernen und damit umgehen können, sie würden gar mit der Zeit immer mehr bequem werden und sich damit immer stärker auf irgendwelche Neurochips verlassen, und damit in ein unumkehrbares Abhängigkeitsverhältnis begeben
– ausgefeiltere Chips wären für viele unbezahlbar, so würde eine noch viel schärfere, gesellschaftliche Ungleichverteilung die Folge sein
– die Wikipedia würde noch viel anfälliger für Manipulationen werden
– man kann kaum nein zu solchen Chips sagen, wenn man nicht gegenüber denen, die welche haben, „zurückfallen“ will
– die normalen Menschen würden durch Cyborgs ersetzt werden
– die Chips können so ausgefeilt sein, dass man den Willen verliert, sie außer Betrieb zu setzen, somit steigt umgekehrt auch die Gefahr, manipulationsfähige Chips anzubieten

siehe auch Anselm.Peischl und Krootoo .5

Wie man an der Diskussion bereits sieht, dass solche „Neurochips“ weitaus dramatischere Folgen haben werden als jegliche, neue Technik in der Menschheitsgeschichte zuvor. Höchstens davon ausgenommen die absolute Macht der Atombombe, die das Potenzial per se in sich birgt, die Menschheit auszulöschen. Die aber unsere Gesellschaft bis dato imho nicht „verändert“ hat, höchstens auf politischer Ebene bestimmten Nationen zu ungeahnter, historischer Macht verholfen hat. Anyway, umso überraschender, dass die Bereitschaft der Menschen, sich Neurochips einpflanzen zu lassen, jetzt schon bereits immens hoch ist. Kein Wunder, versprechen sie doch eine Erweiterung unseres Geistes wie auch Körpers, das eigentlich keine Grenzen geht, sobald der Geist einmal erst aus der Flasche ist. Ist er ja eigentlich schon: Einen RFID-Chip bekommt man ja schon von ein paar Clubs in Amsterdam zB. als Eintrittskarte unter die Haut gespritzt…sehr cool! Aber… …DAS würd ich jetzt nicht machen, da kein effektiver Nutzen. Nur um meine Drinks zu bezahlen…? Nö danke. (Chris). Wir werden demnach nicht über Nacht vor das Problem gestellt, sondern es wird ein langsamer Vorgang sein. Wir werden es nicht wirklich merken, wir werden normalisiert:)


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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

16 Kommentare

  • Irgendwie komisch: in letzter Zeit lese ich immer öfters vom Einpflanzen eines Chips. Erst kürzlich bei einer Tageszeitung, wonach Eltern ihren Kindern einen Chip einpflanzen lassen würden, um feststellen zu können, wo es sich gerade aufhält…

  • Bei der Arroganz von zahlreichen Wikipedianern, die auch schon mal Korrekturen von nachweislichen falschen Informationen wieder rückgängig machen, kann ich mir vorstellen, dass die Jasager bei einem Brockhaus-chip einen noch höheren prozentsatz ergeben hätten.

    grusz
    klm

  • Laut einer repräsentativen Umfrage auf der (Web)-Straße… letztlich würde es niemand machen.

    Ich zitiere Gordy La Forge aus Star Trek: „Wenn der Visor doch besser ist als die menschlichen Augen, warum lässt sich dann nicht jeder einen einbauen.“

  • Ich denke (und hoffe) auch, dass dein Publikum da nicht wirklich repräsentativ ist, Robert.

    Was mich am meisten beängstigt an dem Gedanken, es könnte solche Wissenschips eines Tages geben, ist es, dass Wissen damit zur bloßen kurzfristigen Information verkommt. Ein eigentlicher Wissenserwerb durch eigenes Lernen wird kaum mehr nötig sein. Doch grade dies ist ja eine Kernfähigkeit des Menschen: sich zu bilden. Wenn alle Information stets abrufbar ist, verliert sich jedoch diese Notwendigkeit. Den Menschen aber, der nichts mehr lernen, sich kein Wissen mehr mühsam aneignen muss, stelle ich mir wie die geistige Version dessen vor, was in materieller Ausprägung bei MTVs „My Sweet Sixteen“ zu sehen ist. Verzogen, unreif, unreflektiert und letztlich: dumm.

    Zudem: Was ist mit neuen Erkenntnissen? Wenn jeder es gewohnt ist, nur noch abzurufen, wird er dann des eigenen Denkens überhaupt noch fähig sein? Wird Innovation und Forschung dann noch über ein reines Kombinieren und Neusortieren des Bekannten hinausgehen? Ist nicht eher zu befürchten, dass aus der geistigen Faul- & Trägheit ein Unvermögen entsteht, komplexe Zusammenhänge selbstständig gedanklich nachzuvollziehen und Neues zu denken? Oder bin ich Kulturpessimist und es wie heute, nur ohne Internet-Tablett sondern mit Chip? (Oder sind wir heute schon auf dem oben geschilderten Weg?)

  • „die Menschen würden noch weniger bewußt Wissen erlernen und damit umgehen können, sie würden gar mit der Zeit immer mehr bequem werden und sich damit immer stärker auf irgendwelche Neurochips verlassen, und damit in ein unumkehrbares Abhängigkeitsverhältnis begeben“

    ersatz mal Neurochips durch „Internet“, längst Realität.

  • Fragen zu Cyborgs…

    [Foto: mize2006]
    Warum genau gruselt es manchen Menschen beim Gedanken, sich Sensoren, Speicher oder Computertechnik implantieren zu lassen?
    Und was macht für andere die Faszination aus, sich zum Teil in eine Maschine zu verwandeln?
    Was ist eigentlic…

  • Genau Robert, ein laaangsamer, aber sehr spannender Vorgang! Bis wir wirklich soweit sind, uns eine Wissensdatenbank in unser Gehirn einbauen lassen zu können, wird noch ein Weilchen vergehen.

    Schade eigentlich!
    Oder auch:
    zum Glück!

  • Robert, der alte Cyberpunk…

    Auf basicthinking hat Robert eine ultracoole Umfrage gestartet:

    Würdest du dir einen Wiki-Chip ins Hirn basteln lassen?

    Es dreht sich natürlich nicht speziell um einen Wikipedia-Hirn-Chip, sonder er möchte damit nur ein praktikab…

  • Und wenn man so einen Chip hätte, was würd’s bringen?!? Ich hab das Wiki auf dem PDA und wie oft nutze/brauche ich es? Also, auch dumm kommt man zu was 😉

  • Anfangs erscheint vielen ein eingepflanzter Chip als vorteilhaft. Wenn die Akzeptanz wächst, wachsen auch die Begehrlichkeiten der Politiker. Das kann dann soweit gehen, dass der Bürger keinen eigenen Willen mehr hat, sondern von der Regierung gesteuert wird. Wirklich ideal für diejenigen, die gerne die Macht des Staates auf Kosten der Freiheit immer mehr ausweiten wollen!
    Beispiele für wachsende Begehrlichkeiten gibt es in der Vergangenheit genug. Das Geldwäschegesetz sollte ursprünglich nur dazu dienen kriminelle Machenschaften aufzudecken. Jetzt dient es den Finanzbeamten zur Überwachung des steuerehrlichen Bürgers. Das Mautsystem sollte ursprünglich auch nicht zur Überwachung von Kriminellen eingesetzt werden. Ich frage mich, wie lange dauert es noch bis es zur Überwachung des Bürgers eingesetzt wird. Oder ist es heimlich schon soweit? Sollte das mit einem eingepflanzten Chip, der noch viel mehr Möglichkeiten bietet, ganz anders sein???

  • Mhh, das erinnert mich an eine der letzten Geschichten in der c’t. Dort existiert die Menschheit anfangs nur in einer Pseudorealität in 1984. In Wirklichkeit ist sie schon längst entkörpert und ist nur noch als reiner Geist präsent. Ein Neurochip ist so ein Schritt in diese Richtung. Aber so sehr verlockend solch ein Chip ist, ich wäre nicht bereit mir sowas einpflanzen zu lassen. Zu groß sind die Risiken, dass etwas schief geht, dass Missbrauch getrieben wird und dass ich und meine Persönlichkeit durch solch einen Chip kontrolliert werden.

    Nein, ich möchte so bleiben wie ich bin. Ohne Chip – offline. Ein Handy und der Internetanschluss reichen da völlig aus. Ist schon schlimm genug wie abhängig wir heute von diesem ganzen Mist sind 😉

  • […] Basic Thinking Blog | Einpflanzen eines Chips: 54% sagen ja (tags: technologie) Artikelansicht: Artikel anzeigen Blog-Tags: No Tags Abgelegt unter: Links Trackback-Link: TrackBack URI Artikel-Adresse: Permalink-URI  Keine Kommentare – jetzt Kommentar schreiben » Noch keine Kommentare. RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag. Einen Kommentar hinterlassen […]

  • […] aus banalen Gründen, wie bequemer Einkaufen und schnellere Eingangskontrollen machen. Bei basicthinking.de geht es um eine Umfrage, die schon ein bisschen her ist, ob man sich einen Wikipedia-Chip einsetzen […]

  • BESSER ALS JEDER CHIP DER EINGEPFLANZT WÜRDE WÄRE DOCH EINE MASCHINE DIE AUF EINE BIS HEUTE NOCH NICHT ERFORSCHTE TECHNIK ZURÜCKGREIFT. EINFACH ALLES WISSEN DER GESAMTEN GESCHICHTE DER MENSCHHEIT IN JEDES GEHIRN EINSPEISEN OHNE CHIP DER ZUR VOLLSTÄNDIGEN KONTROLLE FÜHRT. NUR LEIDER IST ES UNS NOCH NICHT MÖGLICH EINEN BINÄR CODE IN DIE SPEICHER-FORM DES GEHIRNS UMZUWANDELN UND DIESEN DIREKT AN DIE SYNAPSEN ZU SENDEN.
    WÄRE AUCH ZU SCHÖN!!!

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