Primär- oder Sekundäranbieter?

Robert Basic

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heute als Webgründer muss man sich die Frage stellen, ob es smarter ist, einen eigenständigen Dienst mit einer eigenen Userbasis aufzubauen oder ob es nicht noch smarter ist, sich an Brummer wie Myspace, Facebook und Konsorten dranzuhängen, also schon bei den Planungen vor dem Launch ein großes Stück Gehirnschmalz in die Externalisierung des eigenen Dienstes zu stecken? Immerhin scheitern mehr oder minder alle an der Problematik, eine ökonomisch gesunde Nutzerzahl zu erreichen. Nicht unbedingt, weil der Dienst so mies ist, sondern die notwenigen Marketingskills schlichtweg fehlen (ganz zu schweigen vom Kapital für Schema-F Marketingmaßnahmen wie zB Adwords und SEO).

Nehmen wir bspw. das aktuelle Interview auf Mashable mit den Fotoflexer-Machern, einem ganz exzellenten Onlinetool für Grafikbearbeitung. Da werden die Macher nach Open Social und Facebook gefragt, Antwort:

I can say that social networks that are successful domestic or abroad, and they will do what they do. We’ll be doing our best to follow. This OpenSocial technology allows us to do it on a much wider base than before. It’s also important to note that we essentially didn’t exist in terms of a user base a few months ago. Now, due to following the market in terms of social usage, we have more than one million users. The sky’s the limit, and we feel like we’re riding a wild tiger…. Honestly, it has been sprinkled in a lot of areas. We’ve seen substantial on our own website, and Facebook provided great growth for us as well.

Ich würde momentan dazu tendieren, den Service so kompakt und so fokussiert wie nur möglich zu halten, nicht also das große Ding zu launchen und sich dann an der eigens geschaffenen Komplexität eine blutige Nase zu holen. Und diesen Service im Wesentlichen auf die Nutzer in Facebook und demnächst über die an die Open Social Initiative angeschlossenen anderen Social Networks zu verbreiten. Zumal man nicht mal sooo komplex denken muss heutzutage, es reicht schon, wenn man zB ein exzellentes Amazonwidget anbietet und darüber dann die Affiliateprovis abkassiert. Das Gigantische: wenn man es einigermaßen vernünftig angestellt hat, kann man sich Userakquisekosten nahezu schenken. Die User sind direkt vor der Nase. Es ist nahezu völlig egal dabei, dass man auf Facebook mit 10.000 weiteren Applikationen konkurriert. Denkbeispiel: Wer verbietet es denn einem, das Polyvore-System zu kopieren, statt Mode Bücher und DVDs zu nehmen, die mit einem weiteren Dienst wie Last.fm (Musik) und Youtube-Videos audivisuell anzureichern? Mir würde es wohl mehr Spaß machen, innerhalb von Facebook in dieser Applikation herumzushoppen statt direkt auf Amazon. Nicht zu vergessen die Möglichkeiten, dass man über die Beziehungen der User untereinander einige Zusatzmöglichkeiten hat, dieses „Widget“ nochmals anzureichern. Man muss also nur einen Teil sebst schaffen, zahlreiche Features kann man jetzt schon über andere Plattformen abdecken, daraus ein Ganzes schaffen und das dann im SN zur Verfügung stellen und kann dort wiederum sogar dessen eigenen Features nutzen, um die Applikation abzurunden. Die Hälfte der Arbeit (bitte nicht mathematisch verstehen) basiert also auf fremden Diensten. Ein Großteil des Marketings kann man sich schenken. So die Theorie.

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Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.