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Silversurfer: dürfen nun auch kuscheln

bei Iquarius. Kurzbeschreibung bei deutsche startups:

Neben dem Suchen und Finden von Menschen mit ähnlichen Interessen können die Mitglieder bei iquarius auch nach Reise- oder Wohnpartnern suchen und eine eigenen Chronik anlegen. In dieser Chronik kann jeder Nutzer Momente und Erlebnisse seines Lebens festhalten. Wobei jeder User selbst bestimmen kann, wer welche Inhalte abrufen kann. Die Grundfunktionen der Community sind kostenlos. Für vier Euro im Monat können registrierte Mitglieder außerdem eine Reihe von Sonderfunktionen – wie „€œdie Gruppenbildung oder die gezieltere Suche nach neuen, ehrenamtlichen Herausforderungen“€? – nutzen. Zu guter Letzt sind für zahlungswillige User „€œbesondere Angebote von ausgewählten Partnern“€? geplant.

Ich habe mich testhalber dort angemeldet und von der Technik wie auch Navigierbarkeit .. ich schenk mir lange Worte: 0.01. Also nix für mich, kann aber auch daran liegen, dass ich als hochgezüchtetes SN-Meerschweinchen zu viele SNs gesehen und mein eigenes state of the art Empfinden entwickelt habe (auch unter Berücksichtigung dessen, dass Ältere keine bleeding edge Features benötigen). So wie jetzt Iquarius aufgebaut ist, sehe ich keine Erfolgsstory in meiner Kristallkugel, doch stehen die erst am Anfang, schauen wir mal. Btw, Eure Anmeldemaske ist viel zu umfangreich und zudem muss da kräftig nachdesignt werden, grusel.

Alternative: Platinnetz. Wirkt aufgeräumter, etwas moderner, Anmeldeprozess ist schlanker, etcpp, auch wenn Einiges im Argen liegt. Das ist schon eher was imho gegenüber dem o.g. Versuch. Aber, es wird eh noch viele SNs in diesem Segment geben, da ist noch lange nicht das letzte Wort gesprochen. Einfach deswegen, da SNs per se schon mal eine gute Zwischenlösung sind, menschliche Beziehungen abzubilden, zu knüpfen etcpp, universell über alle Altergruppen hinweg. Und die Altersgruppe der Silversurfer… tja, Cash + Immer Mehr (höchste Steigerungsrate der Onlinenutzer in dieser Altersstufe) = logisch wird da der Wettbewerb knallhart. Und ganz ehrlich: mir ist ein SN für diese Altersgruppe lieber als die ganzen Küken-Netze, da komme ich mir immer wie so eine Art „Alter Sack mag Junge Menschen“ vor.

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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

19 Kommentare

  • Nicht zu vergessen ist das Social Network der Feierabend AG. Die Truppe um Alexander Wild dürfte Marktführer in diesem Segment sein. Auf dem Community Summit in Wiesbaden gab es dazu einen interessanten Vortrag, der sich noch auf sevenload.de befinden dürfte.

  • Ich finde schon den NAMEN „Feierabend“ abstoßend! Wer will denn heute als älterer Mensch noch „Feierabend machen“? Das Interesse am „dran bleiben“ ist jedenfalls in meinem Umfeld um Lichtjahre größer!

    Was ich mir wünsche ist schlicht ein Soziales Netzwerk FÜR ERWACHSENE: nicht diese anbiedernd und manchmal krampfhaft jugendliche Ansprache, sondern was für alle Altersgruppen und speziell auch für Menschen, die im Leben schon anderes vorhaben als bloß „coole Leute treffen“, Bilder zeigen und Katzen-Content austauschen. Speziell im lokalen Bereich wär das Potenzial riesig und der soziale Nutzen immens – aber solange es nur ums Entertainment Jugendlicher geht, wird das nicht mal angekratzt!

  • Platinnetz ist nicht nur aufgeräumter etc., sondern auch aktiver als die anderen Netzwerke für Erwachsene. Und – auch nicht ganz unwichtig – 100% kostenlos!

    @Thomas: ich würde sagen, feierbend geht den Weg aller Dinosaurier. Marktführerschaft war einmal. Nach Alexa.com hat Platinnetz sie inzwischen längst abgehängt.

    @Claudia: genau das haben wir uns auch gedacht und deswegen Platinnetz so entwickelt wie es ist: Wir rennen weder dem Jugendwahn hinterher, noch machen wir Werbung für Stützstrümpfe. Einfach mal ansehen!

  • Momentan scheint es voll „hip“, „in“ bla … zu sein auch für die älteren Surver Communities und Portale zu bauen und es so hinstellen, als ob man das Rad neu erfunden hat. In Wirklichkeit geht es wahrscheinlich den meisten Unternehmern und Gründern eher darum schnelles Geld machen. Ich denke die Motive für das Interesse an den Silver Surfern“ sind am ehesten mit der Web 2.0 Euphorie von Investoren zu erklären, als dass die Gründer sich für die Zielgruppe interessieren. Vergleicht man den vorhandenen Content von Platinnetz, iquarius und Feierabend.de so muss ich sagen, dass mir Feierabend.de am besten gefällt. Der Grund dafür ist, dass sie meines Wissens nach keine Kopien von Vorhandenen Ideen gemacht haben, sondern sich ihren Content über viele Jahre aufgebaut haben und dadurch einen treuen und aktiven User-Kreis bekommen haben, die auch bleiben nach dem die erste Neugier verflogen ist. Meiner Meinung, werden sich langfristig nur die Anbieter behaupten können, die über Jahre hinweg guten Inhalt liefern werden und das kann meines Erachtens nach, zurzeit nur Feierabend.de. Mit den Regionalgruppen haben sie außerdem geschafft „realitätsnahes Internet“ (erinnert mich ganz wenig an O’Reilly Gedanken zum web 3.0) zu schaffen. Da müssen die „Aufgestylten“ und alles besser machen wollenden noch einiges aufholen.

  • nimue spricht mir aus der Seele!
    Aber vermutlich ist das Problem auch grundsätzlicherer Art: anders als Technik-affine Jugendliche, die es geil finden, „dabei zu sein“ und so immer eine dankbare Zielgruppe abgeben, brauchen Ältere gute Gründe, ihre Zeit hier oder dort zu verbringen. Und diesem Bedarf decken unzählige Foren und Themen-Communities bereits recht gut ab!
    Arbeit, politisches und soziales Engagement, Hobbys, Reisen und Partnersuche – zu all diesen Interessen Erwachsener gibts jede Menge Angebot, warum sollte man statt dessen Zeit in einer Community verbringen, deren Mitglieder einfach nur „ein gewisses Alter“ verbindet?

    Eine neue Dimension und Qualität würde der Lokalbezug schaffen, wie ihn auf innovative Art townkings.de mittels Google-Maps und Positionierungsmöglichkeiten nicht nur für den EIGENEN Standort anbietet – leider ist das wieder derart massiv an Jugendliche gerichtet, dass mehr als eine Besichtigung für Ältere kaum zumutbar ist (außerdem alles Flash, was für mich eh eine Totschlag-Eigenschaft ist!). Sowas „für alle“ und nicht bloß auf Freizeit/Unterhaltung beschränkt würde das städtische Leben verändern – Nachbarschaftshilfe wäre „auf Zuruf“ organisierbar, Bürgerengagement im Stadtteil viel leichter, und wer „was machen“ will, auch im Sport/Freizeit/Unterhaltungsbereich, fände Leute aus der Umgebung.

    Dafür braucht es aber gerade NICHT diese Trennung in diverse, gut zu „monetarisierende“ Zielgruppen, sondern eine sehr „web-typische“ und eher zurückhaltende Gestaltung, sowie fortwährende Weiterentwicklung entlang an den sich entwickelnden Bedürfnissen der User, wofür es in der Community auch einen festen Platz / ein Forum geben sollte. (Mittels CSS und Style-Switching ließe sich die Optik für verschiedene Altersgruppen und Geschmäcker anpassen).

    Platinnetz hab ich mir angesehen und werde evtl. die Tage mal drüber bloggen.

  • wenn ich als mittelalterlicher heavy-metal-fan und immer-noch-goth- mich in eine com einlogge und als erstes die ankündigung eines chats mit einem volksmusikstar sehe (wie bei platinnetz) ist das für mich schon ein no-go-kriterium.
    mein vater ist 61 und auch auch heavy-metal-fan, der würde sich als silversurfer auch an den kopf fassen. 😉

  • Hallo,

    ich bin eher zufällig eben auf deinen Blog gestossen und wollt ihn auch eigentlich gar net so genau lesen, aber dann erinnerte ich mich, dass dieser Blog in einem Buch (von Tom Alby) was ich kürzlich gelesen habe erwähnt wird und ich dacht mir, na dann kannste dirs ja mal etwas genauer anschauen. Und der Gedanke war nicht verkehrt…

    Grüße Phil

  • @nimue

    Mir scheint, die Macher/innen vieler „Projekte für Ältere“ haben recht verquere Vorstellungen von ihrer Zielgruppe. Immerhin sind es die 68er, die jetzt in Rente gehen, meine Generation ist in den wilden 70gern sozialisiert, als man kulturell mal eben alles auf den Kopf stellte. (Heutige Junge erscheinen mir vergleichsweise oft stockkonservativ!) Ich muss immer grinsen, wenn ich auf Plakaten die ganzen Bands jener Zeit wieder „on Tour“ sehe… von der musikalischen Power der 70ger zehrt man offensichtlich bis heute. Aber kaum ist man 50plus wird man als „Zielgruppe“ so betrachtet, wie wir UNSERE Omas gesehen hätten – vielleicht ist das ja eine soziale Konstante, was solls! Man muss ja nicht nutzen, was einen nicht anspricht…

  • @claudia

    ja, ich dachte es auch…. vom ersten eindruck her wäre das eher was für meine oma, wenn sie denn surfen würde. und die frau ist 83.

    wie meinte meine freundin dieses jahr bei meinem 41er…. „Zu alt für die Kinderdisco zu jung für den Tanztee im Altenheim.“

    das beschreibt ziemlich gut den derzeitigen stand bei den SN.

  • Natürlich wollen auch ältere Menschen miteinander kommunizieren. Und natürlich auch über das Internet. Die eigentliche Herausforderung ist es doch, das Web 2.0 Oma-kompatibel zu machen.

    Die einfache Usability ist so wichtig, weil menschliche Funktionen wie das Sehen einfach im Alter nachlassen. Navigationsmodelle wie Tag-Wolken etc. gehören dort verboten. Eine hierarchische navigation ist Pflicht. Ebenso große Schrift. Außerdem sprechen viele ältere Menschen kein Englisch. Man sollte es Ihnen daher auch nicht aufdrängen, sondern Hilfen anbieten.

    Bei Usability-Studien zum Thema Handy-Menüs hat man z.B. festgestellt, dass ältere Menschen oft nicht in die unteren Ebenen kommen, weil das Abstraktionsniveau nicht erlernt wurde. Heutige Kids wachsen da sofort rein. Kein Wunder, dass sie mit MySpace kein Problem haben…

    Dennoch stimme ich Claudia voll zu, dass man die Alten nicht unterschätzen sollte. Die Zielgruppe der „late majority“ haben vielleicht im Durchschnitt weniger Interneterfahrung, aber mit Sicherheit genauso viel zu sagen. Diesen Zielgruppen die moderne Kommunikationsmittel an die Hand zu geben ist eine sinnvolle, aber auch herausfordernde Aufgabe.

    Ob Silversurfer, Best Ager oder Late majority: niemand aus dieser Zielgruppe möchte sich wahrscheinlich dort wiederfinden und so angesprochen werden. Sind aber erst einmal genug Personen aus der Zielgruppe im Netz, ist es egal, wie das Ding heisst.

  • Hey Thomas, die „Stichwortliste“ gab es schon Jahrhunderte vor den „Tag-Wolken“ – warum sollte ein alter Mensch nicht begreifen, was es damit auf sich hat? Für wie blöd hältst du alte Menschen?

    Ob Tag-Wolken mehr verwirren als nützen, kommt drauf an, was sonst noch auf der Website ist, ob es z.B. die einzige Navi ist oder eine von zehn! Und natürlich auch darauf, wie sie erläutert wird, denn jeder sieht sowas irgendwann zum ersten Mal.

  • Ich kann mich nur Thomas anschließen. Die Generation 50 plus kommt sehrwohl mit dem Internet zurecht, brauchen allerding an der einen oder andern Stelle etwas technische Unterstützung. Da gilt immer das eigentliche Motto: Die Technik muss sich dem Mensch anpassen und nicht andersherum. Inhaltlich ist es wichtig, ältere Menschen nicht zu diskrimieren. Ich meine die Leute sind zwar älter aber deswegen noch lange nciht doof. Was inhaltlich, nach neusten Studien, sehr gut ankommen soll sind regionale Inhalte, http://www.seniflex.de auf der Seite von Seniflex wurde das mal ausprobiert wie eine solche inhaltliche Ausrichtung aussehen kann. Was sagt Ihr?

  • Ich bin nach lnager Suche auch auf http://www.seniflex.de gestoßen. Platinnetz macht mir zu sehr auf Partnervermittlung und Feierabend… hmm naja. Seniflex bietet viele Infos zu jeder deutschen Region. Ist aber glaube ich noch im Aufbau, aber Berlin/ Brandenburg sind schon ganz gut gefüllt.

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