Sonstiges

bewusstes Einkaufen

Thomas verweist eine Edelman-Studie, die im Kern besagt:

86% der Konsumenten weltweit sind bereit, ihr Konsumverhalten zu verändern und andere Marken als bisher zu kaufen, wenn sie dadurch helfen, die Welt zu verbessern

und postuliert zum Schluss zwei Thesen:

# Man stellt die selben Produkte ins Regal wie bisher und verringert eine Zeit lang ein klein wenig die Marge. Die Differenz fließt in tolle Projekte. Also relativ billiges Cause Related Marketing.
# Oder man investiert in umweltfreundlichere und sozialere Produkte bzw. Herstellungsprozesse, ist sich aber bewusst, dass daraus entstehende höhere Preise sehr, sehr gut kommuniziert werden und zum fest verankerten Teil der (Marken-)Kommunikation werden müssen. Was zur Folge hat, dass man erst in die Produktion, dann aber auch in die Kommunikation mehr investieren muss als bisher. Unternehmer werden dann aber fragen, ob es eine Gewähr gibt, dass sich das am Ende rechnet

Solange Resourcen quasi unendlich verfügbar sind, werden Unternehmen stets gewinnmaximierend zu agieren versuchen und sich immer für die ökonomisch effizientere Alternative entscheiden (Input, Output, welche Faktoren auch immer bei den Überlegungen entscheidend sind). Externe Zwänge wie ökologisches Bewußtsein werden lediglich ökonomisch bewertet. Doch eins ist eh klar, die Ultima Ratio Gewinnmaximierung wird eines Tages sowieso keine Rolle mehr spielen, sobald die Ressourcen nicht mehr quasi unendlich verfügbar sind. Nicht, dass die Unternehmen nicht mehr gewinnmaximierend agieren, aber sie werden gezwungen sein, mit geringstmöglichen Einsatz von Ressourcen und möglicherweise auch Energie zu produzieren. Es werden erneut externe Zwänge sein, nicht interne. Ich glaube keine Sekunde daran, dass der Konsument das entscheiden wird. Warum? Ganz einfach, Unternehmen liefern und agieren spiegelbildlich zu den Bedürfnissen und Eigenheiten der Konsumenten. Die die Befriedigung der eigenen Bedürfnisse über alles stellen. Und selbst wenn man ihnen wie auch immer helfen würde, über nahezu vollkommene Informationen beim Kaufentscheid zu verfügen, sie werten alles zunächst über ihr Ego, geschissen drauf, dass Kiddies in Indien den Teppich geknüpft haben, geschissen drauf, dass ich mir das Medikament leisten kann, während in Somalia die Mutter ihr Kind sterben sehen muss. Die Spezies Mensch ist lediglich ein evolutionäres Experiment, wie andere Spezies auch, die so gebaut ist, das sie primär auf Kosten anderer überleben will und das Ego-Element alles dominiert. Irgendein verrückter Evolutionsarchtitekt hat uns die Mittel in die Hand gegeben, das Gesamtsystem zu verändern, in dem unsere Spezies agiert. Bis dato hat diese Spezies mit dieser Fähigkeit im Großen und Ganzen nur Scheiße gebaut (mann mann mann, was ein weiter Bogen:) Ist dem so? Alles fließt:)


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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

7 Kommentare

  • wo sieht Du hier einen Zsh. zwischen Gewinnmaximierung und Ressourcenverfügbarkeit. Also warum sollte sich das wirtschaftliche Grundprinzip der Gewinnmaximierung deshalb ändern? Sorry, aber versteh grad nicht, was Du damit meinst?

    Zu der anderen Sache: Angebotsmarkt (Planwirtschaft, Monopol…) oder nachfragegesteuerter Markt (was wir aktuell eigentlich haben), klar entscheidet da der Konsument durch sein Handeln. Wir müssen nur bissl die Monopole im Auge behalten (google und Konsorten), weil sonst dreht das mal ganz schnell und Du bekommst recht mit Deiner Aussage.

    VG, René

  • Gewinnmaximierung ändert sich in meinem Modell nicht, lediglich wird es exogene Zustände geben, die dafür Sorge tragen, dass Unternehmen umwelt/ressourcenschonender vorgehen müssen.

  • Mannmannmann. Dunkler tag heute? 😉 Wird wieder. Apfelbäumchen kaufen und pflanzen. Aber den Zusammenhang zwischen ressource und Gewinnmaximierung sehe ich auch anders: Der Kaffee wird einfach teurer. Und wenn keiner mehr da ist, wir zeitig genug auf Tee umgesattelt. Ansonsten gebe ich dir bei der beschreibung der Spezies recht: Es wird ja auch das dicke Auto gekauft, für das Ego, und nicht die 1-Liter-Tröte für die Umwelt. Würde sich nur ändern, wenn umweltbewusster Konsum ein masssentaugliches Statussymbol würde. Möglich wär es indes. Immerhin war auch der Aldi-Einkauf in weiten Kreisen ein gesellschaftliches No-go (zumindest aber tabuisiert) bis es schick und Lifestylig war ein Schnäppchenjäger zu sein.

  • @Simon Columbus: Weil mir diese Zahlen wenig plausibel erscheinen, habe ich sie nicht unkommentiert publiziert; das kommt durch die beiden Zitate oben leider nicht raus…

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