Sonstiges

Verständnisfrage

vorneweg, nein, ich bin kein Moralapostel und Fanatiker, der anderen Menschen vorschreibt, wie sie zu leben und mitunter zu bloggen haben, wenn sie denn Bloggen. Ich versuch nur was zu verstehen.

Ausgangssituation:
Trigami vermitelt einen Auftrag zu einer Seite namens Beta Tester Wanted. U.a. schnappt sich Blogging Tom den Auftrag und recherchiert so gut, dass nur noch Dunkles bei rumkommt (bitte lesen, prima Verweise zu den Machern hinter der Seite). Kurz darauf gibts einen Folgeauftrag, über Netvoting trigamizubloggen. Hinter diese Seite verbergen sich die gleichen „Machenschafter“. Obwohl bis dato einigen Bloggern auch durch den Beitrag von BloggingTom die Hintergründe klar sind und auch die Verknüpfung zu den gleichen Personen hintern den beiden Seiten offenbar bewußt zu sein scheint, bloggt man es dennoch runter. Soweit ich es überflogen habe, verweist man manchmal auf den Beitrag von BloggingTom, manchmal gar nicht, weil man es wohl nicht wusste.

Meine Fragen:
– erkundigt Ihr Euch bei der Recherche übers Netz immer zu den Betreibern?
– auch wenn die Betreiber eine ziemlich dunkle Vergangenheit aufweisen, verweist ihr beim Blogartikel darauf explizit, bevor man die Leser möglicherweise nicht 100% darauf hinweist, dass das uU nicht besonders smart ist?
– ist es dann nicht besser, Vorsicht walten zu lassen und im Zweifelsfall den Trigami-Auftrag nicht anzunehmen, auch wenn man je nach persönlicher Situation dann eben auf wenig bzw. viel Geld verzichten muss?

Was ich seitens Trigami nicht ganz verstanden habe: ich bin eigentlich durch die Trigami-Vorgeschichten davon ausgegangen, dass man im Vorfeld eines Auftrags den teilnehmenden Bloggern intern den Auftrag bzw. die Seite wie auch den Namen des Auftraggebers mitteilt, um zu klären, ob man wieder mal ins Fettnäpfchen treten könnte. Ich gehe demnach -ausgehend vom obigen Fall- davon aus, dass man nach wie vor ohne doppelten Boden ungesichert fährt, sprich kein Qualitätsmanagement betreibt.

Mein Vorschlag: richtet bitte ein internes Forum ein, ihr müsst dazu nicht auf Trigami warten, wenn die das halt nicht gebacken bekommen (?), um solche Risiken einfach mal auszuschließen, bevor man sich ein faules Ei ins Nest legt. So ist man wenigstens nicht schlechter als die Presse:)) Wenn die eigenen Recherchefähigkeiten wie auch -kapazitäten nicht ausreichen, bietet sich eine Zusammenarbeit im Vorfeld an. Nicht hinsichtlich der Inhalte, sondern ob und überhaupt der Auftrag Risiken birgt. Will ja nicht, dass ihr jetzt gleich einen Gütesiegel kreiert, um einen Mindeststandard festzulegen, der auch nach außen hin Wirkung entfalten kann, das ist euer Ding alleine. Wie gesagt: man braucht dazu nicht unbedingt nen Vermittler wie Trigami, um einen Anfang zu machen. Was auch immer sich daraus dann entwickelt. Zudem stärkt ihr eure Position gegenüber paid blogging Vermittlern, was preislich wie auch verhandlungstechnisch der Publishergruppe -also euch- in die Hände spielt. Ach ja, nicht zu vergessen, der Leser ist ja auch noch da. Auch dem kommen Mindeststandards zu Gute.


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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

37 Kommentare

  • Ich erkundige mich immer und schreibe meiner Rechercheergebnisse auch in meinen betreffenden Beitrag. Und wenn das ganze Nepp ist, wie ich es beispielsweise bei diesem Netvoting glaube, dann schreibe ich das ordentlich begründet in die Rezension und fertig ists. Wüsste auch nicht, was dagegenspricht 🙂

  • Öhm. Also bei meinen Suchen entdecke ich dann doch ziemlich oft, dass ne Menge Leute einfach nur die erforderliche Wortzahl runterschreiben und die Rezension mit Billig-Content füllen… Ich würd mal schätzen, dass das knapp 60% sind. So Pi mal Daumen halt.

  • Robert, der wievielte Fall ist das? Wie oft haben sie was Unsägliches in den Himmel geschrieben, selbst, wenn es klare Rechtsverstösse waren? Such mal nach Gamegoods, WoW und Trigami, da kommt das alles wieder hoch. Trigami will kassieren, Trigami wird den Teufel tun und irgendwelche Kunden in den Regen schicken, das Pushen von solchen und anderen widerlichen Anbietern ist deren Geschäft. Trigami verbessern zu wollen ist wie der Versuch, dem Skunk das Stinken abzugewöhnen.

  • Trigami Absicht zu unterstellen, dass man gern die Grauzonen/Dunkelzonen-Anbieter pushen möchte, ist natürlich unrealistisch. Dass die ihre Umsätze maximieren wollen, auch klar. Dass die bisserl langsam beim Lernen zu sein scheinen, wohl eher auch, wie es danach aussieht. Ich für meinen Teil versuche mein Auge zu schulen, wie man paid blogging Beiträge voneinander trennen kann, die Guten und die Schlechten. Dazu gehört es eben auch zu verstehen, wie ein Trigamiblogger normalerweise tickt und vorgeht. Denn grundsätzlich finde ich Testartikel von Bloggern wesentlich spannender als von den meisten Testmagazinen. Was mir klar erscheint, paid blogging wird nicht weggehen, also muss man lernen damit umzugehen. Du negierst sie völlig, ich will lediglich die Ränder identifizieren können. Und ich denke zudem, dass ein gangbarer Weg zu einer besseren Quali aber auch besserer Wahrnehmung der eigenen Verantwortung über eine engere Zusammenarbeit der paid blogger untereinander da zu sein scheint. Denn nicht jeder sieht danach so aus, als ob er medienkompetent hinsichtliche Recherche ist. Das kann man durch ein Zusammengehen ausgleichen.

  • Ich muß mir darüber gar keine Gedanken machen.
    Ich bekomme von Trigami sowieso keine Aufträge. Weiß der Teufel, warum.
    Ich denke, ich werde mich bei dem Laden wieder abmelden.
    Es wird sicher bald einige solche Anbieter geben.

  • Mein Vorschlag: richtet bitte ein internes Forum ein, ihr müsst dazu nicht auf Trigami warten, wenn die das halt nicht gebacken bekommen (?), um solche Risiken einfach mal auszuschließen, bevor man sich ein faules Ei ins Nest legt. So ist man wenigstens nicht schlechter als die Presse:)) Wenn die eigenen Recherchefähigkeiten wie auch -kapazitäten nicht ausreichen, bietet sich eine Zusammenarbeit im Vorfeld an.

    Das brächte aber auch die Gefahr mit sich, dass sich Situationen aufschaukeln. Dass versucht wird, möglich viel schlechtes über einen Anbieter zu erfahren und das wäre auch für den Leser/Kunden nicht hilfreich.
    Ich weiß aber auch, dass das nur ein geringer (vielleicht aber durchaus relevanter) Anteil an Bloggern wäre…

  • Zum einen schaue ich mir natürlich vor der Bewerbung den Auftraggeber (d.h. das Unternehmen) an – und bewerbe mich dann je nachdem, ob ich darüber schreiben kann, nicht nach der Qualität des Produktes. Denn ich will nicht nur loben, sondern tatsächlich kritisch beobachten.

    Bei jeder Rezension gehe ich dann, wenn angenommen, die ersten par Seiten google durch – wenn ich unsicher bin, warte ich lieber noch etwas, bis die „üblichen Verdächtigen“ wie ricdes, die sich da etwas besser auskennen als ich, geschrieben haben.

    Und sollte dann tatsächlich Kritik auftauchen, ob jetzt von Blogger- oder sonstiger Seite, wird diese natürlich erwähnt – mehr oder weniger vehement. Das heißt nicht, dass ich nur einen „Meckerpost“ schreibe – aber es fließt eben in die Rezension mit ein.

    Verzichten würde ich wegen Bedenken nur auf Rezensionen mit sehr kurzer Vorlaufzeit, wenn mir also zum Verifizieren der Kritik nur wenig Zeit bleiben würde.

    Was deine Frage angeht, ob man den Auftraggeber mitgeteilt bekommt: Meist nur das Unternehmen. Der Grund ist eigentlich recht einfach: Das Unternehmen selbst ist ja eine juristische Person, d.h. Auftraggeber – und nicht der Geschäftsführer o.ä.
    Außerdem herrscht schließlich Impressumspflicht, somit ist dieser auch nicht so schwer zu ermitteln. Da verlangst du also von Trigami Sachen, die ich für unsinnig bzw. unsachlich halten würde – auch wenn es manchmal die Recherche vereinfachen könnte.

    Nachtrag: Bzgl. deinem Kommentar gegenüber Don Alphonso zur Lernfähigkeit von Trigami:

    Ich empfinde die als alles andere als schlecht. Vergleich doch mal, was Trigami an Leistungen für seine Rezensenten bietet – und was man bei Konkurrenzanbietern sieht. Da steht Trigami nämlich äußerst gut da, ganz zu schweigen von Linklift und Co. – bei denen du nämlich tatsächlich kaum bis keine Info bekommst, wen du da verlinkst. Wo Geschäftspraktiken bis zur Aufforderung zum Gesetzesbruch gehen (Werbung nicht zu kennzeichnen). Dagegen ist Trigami eine ganz andere Liga.

    Das trotzdem viele Blogger unverantwortlich mit Aufträgen umgehen, auf Recherche verzichten und lieber mit austauschbarem Content schnelles Geld einsacken steht auf einem anderen Blatt. Aber dafür kann man Trigami nicht verantwortlich machen – soviel Eigenverantwortlichkeit muss jeder selbst mitbringen.

  • Ich habe selbst über den Anbieter Netvoting, angemeldet gewesen unter Beta-Tester geschrieben und bin eindeutig zu dem Entschluss gekommen, beim nächsten mal vollends eine Stornierung einzureichen.

    Ich finde das Medium Trigami nicht schlecht, wenn auch sicherlich Verbesserungswürdig, jedoch (wie bereits erwähnt) werden den Markt bald auch andere Personen für sich beanspruchen, und Konkurrenz fördert bekanntlich Qualität und Interesse.

    Der Gedanke mit dem Forum ist ja nicht schlecht, doch wieso nicht gleich ein eigenes Konzept?

    Bei mir fragt einer an ob er ein Metalprodukt platzieren darf, ich kenne Blogger A der über Metal schreibt. Blogger A hat einen Auftrag über Tomatensaft bekommen, darüber berichtet Blogger C.

    Gegenseitige Unterstützung, so wie du es selbst bereits bei dir ins Leben gerufen hast wäre Innovativ und durch diesen Austausch auch die beste Alternative zu den genannten Grauzonen.

    Verzichten werde ich derweil auf Trigami trotzdem nicht.

  • @ Fritten:

    „Bei mir fragt einer an ob er ein Metalprodukt platzieren darf, ich kenne Blogger A der über Metal schreibt. Blogger A hat einen Auftrag über Tomatensaft bekommen, darüber berichtet Blogger C.“

    Das würde nicht gehen, zumindest nicht im Rahmen von Trigami. Denn nicht ohne Grund werden die Aufträge bereits nach gewissen Kriterien angeboten und die Blogs von den Unternehmen ausgewählt…

  • Sicherlich nicht im aktuellen Trigami-Konzept, evtl. aber im Bereich der Bloggemeinde.
    Es ist immer besser/einfacher auf Anbieter zurückzugreifen, doch können viele sicherlich mehr und auch besser, wenn auch nur darüber reden.

  • In diesem Fall finde ich die Sachlage gar nicht mal so schlimm. Jeder hat irgendwo eine Leiche im Keller. Ausserdem hat ja Tom selbst eine Rezension geliefert:

    http://bloggingtom.ch/archives/2007/11/09/online-umfragen-mit-netvoting/

    Bis auf eine Rezensionen sind alle mir bekannten negativ ausgefallen, die Blogger schrieben wohl korrekt und sachlich, aber nicht für sondern gegen den Dienst und weiter dürften mittlerweile sämtliche Links der trigami-Beiträge auf nofollow gesetzt sein. Also entstand kein wirklicher Dienst an netvoting und den Jungs dahinter.

    Was trigami betrifft, so meine ich, dass das Unternehmen erst mal andere Sorgen hat und schauen muss, dass es aufgrund der Google-Praktik die ohnehin knappen Blogger, welche für trigami schreiben möchten, behalten kann.

    Aber grundsätzlich gilt: Weder als Gemeinschaft, noch als Jurist und schon gar nicht als einzelner Blogger ist es möglich, von allen potenziellen Auftraggebern für trigami-Beiträge sämtliche Leichen in deren Kellern zu finden. Wer denkt, man müsste da zuerst sauber recherchieren, um sauber alles aufzudecken, läuft einer unjungfräulichen Jungfrau nach. Eigentlich müsste trigami weitgehendst dafür sorgen, dass die Auftraggeber „sauber“ sind und wenn nicht, darauf hinweisen oder den Auftrag ablehnen.

    Und jene Blogger, welche das Restrisiko nicht tragen möchten, dass sie zu einem faulen Ei kommen, dürften meiner Meinung nach nicht für trigami schreiben.

  • Relativ offene Konzepte wie ReviewMe oder dessen Billig-Klone haben sich ja in Deutschland bisher nicht durchgesetzt – Trigami ist definitiv der einzige ernstzunehmende Anbieter im deutschsprachigen Raum. Das eine echte Alternative nicht schaden würde stimmt natürlich – sollte sich derartiges, vielleicht auch tatsächlich als Blogger-Verbund – formieren, wäre das sicher ebenso interessant wie qualitätssteigernd.

  • @Roman:

    Ich selber vertrete auch die Ansicht, dass Trigami erstmal eine absolut PageRank-Unabhängigkeit erreichen muss und weitere Kunden, wie Blogger durch größtmögliche Transparenz, wie Selbstvermarktung weiter fördern sollte.
    Schritte, wie Einstellungen in Deutschland vorzunehmen sind hierbei sicherlich eine Möglichkeit, doch sollte berücksichtigt werden das größtenteils das Laster an schlechten Auftraggebern Trigami ausbaden muss…

    Leichenfledderer gibt es viele, Schuld am Tod sucht man aber im Netz nicht bei den Mördern sondern bei denen die sie einen als Erstes gezeigt haben.

  • Ich hab mich bisher nur auf wenige Rezensionen beworben und vorher jeweils recherchiert was dahintersteckt.
    Zudem musste das Produkt/die Seite irgendwas mit mir zu tun haben, damit ich mehr schreiben kann, als Suchmaschine und der Auftraggeber an Material liefern. Die „skurilen“ Aufträge habe ich von vornherein ausgeschlossen, entweder weil eine allseits bekannte Suchmaschine nicht gerade Gutes ausspuckt, weil ich selbst SPAM in der Snail-Mail-Box vom Auftraggeber hatte oder weil der Auftrag so substanzlos ist, wie bei dem Beispiel hier.
    Für mich heißt das dann einfach Finger weg.
    Von einem Bashing von paid-blogging, wie es der Don macht halte ich gar nix, sondern ich sehe die Lösung in der Medienkompetenz der Auftraggeber, Vermittler und Blogger. Und da wir alle Menschen sind menschelts halt.
    Wenn die Gier nach ein paar Euro fuffzig bei einigen Trigami-Schreibern größer ist und das zwielichtigen Auftraggebern in die Tasche spielt wird das auch bekannt und die Spreu wird sich vom Weizen trennen.
    …das ist zumindest meine Prognose.

  • Servus!

    Zuerst muss ich anmerken, das du in deinem Beitrag einen kleinen Fehler hast. Es gab nicht erst einen Aufrag über http://www.betatester-wantet.com zu bloggen und anschliessend über Netvoting. Beides gehörte zusammen. Nur wurde in der Auftragsbeschreibung noch ne große Geheimniskrämerei betrieben und nicht von Netvoting gesprochen, sondern von Betatester.

    Der Blogger bekommt von Trigami eine Produktbeschreibung und eine URL mitgeteilt. Wer hinter dieser URL steckt wird NICHT explizit erwähnt. Das ist in meinen Augen auch nicht nötig. Dafür gibt es denic, nic, impressum etc.

    Wenn ich einen Auftrag von Trigami angeboten bekomme, dann schaue ich mir die Seite KURZ an und entscheide dann, ob ich mich bewerbe. Da bei weitem nicht jede Bewerbung zu einem Auftrag führt, kann man unmöglich verlangen, das VOR der Bewerbung intensive Recherchen betrieben werden. Daher bekommt man auch schonmal eine Rezension, die sich im Nachhinein bei intensiveren Recherchen als „Niete“ entpuppt.

    Wenn hier in den Kommentaren behauptet wird, das vor der Rezension intensiv recherchiert wird, dann kann ich das nur bedingt glauben. Die durchschnittliche Rezension liegt laut der Trigami-Webseite zwischen 35,- und 70,- Euro. Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen.

    Bekommt nun ein Blgger eine Rezension für 50,- Euro angeboten, so muss er dieses Geld selbstverständlich versteuern. Wer also mehr als 2 Stunden in Recherche und Rezension steckt, macht eigentlich ein Verlustgeschäft. Die Zeit könnte erfolgreicher investiert werden. In 2 Stunden kann man aber unmöglich intensiv recherchieren und vernünftig bloggen!

    Viele Grüße

    Ole

  • @ Ole:

    Ich kann das in zwei Stunden, glaub es oder nicht. Wobei „intensiv“ einfach bedeutet: So sorgfältig, dass die Fehlerwahrscheinlichkeit auf einem vertretbar geringen Niveau liegt. Das schließt das Prüfen des Angebots, erste 3-5 Seiten Google und bereits veröffentlichte Rezensionen von Mitbloggern ein, daneben zB ciao.de (in Zukunft ja vllt. auch daswarnicht.net…), wenn möglich.

  • Ja ja, die Recherche. Wo recherchiert (?!) denn Otto-Normal-Blogger, wenn überhaupt? Ich denke mal bei Google, und wenn’s hoch hergeht bei Yahoo. Für uns „Netzweltler“ steht da ja alles drin, aber ist das wirklich alles?

    Nö ist es nicht, und das ist das „Gefährliche“ für die Blogger, wie ich meine. Die derzeitigen Snail-Medien haben immer Zugriff auf mehr Informationen als Otto-Normal-Blogger, sprich Nachrichtenagenturen wie dpa, reuters, ap, apa & co… – und blogger bloggen halt in 99 % aller Fälle hinten nach, sofern sie aktuelles berichten.

    Und deshalb hat „Ole“ auch völlig recht, wenn er sagt, dass man in 2 Stunden nicht invensiv recherchieren und vernünftig bloggen kann, yep!

  • @ Henry:

    Die Tageszeitungen widerlegen deine Argumentation jeden morgen neu… und wenn ich einen Fehler mache, verbessere ich ihn wenigstens. Das kann man von klassischen Medien kaum behaupten, auch wenn deren Autoren mehr Recherche-Möglichkeiten haben.

  • @Simon:

    Tja, da haste Recht. Aber ich wollte auch nur auf die Recherche-Möglichkeiten eines „normalen“ (sorry) Bloggers hinweisen. Ich (Agentur- und Online-Journalist) habe da natürlich viel mehr möglichkeiten und Ressourcen… – als google & co…

  • Zitat von Ole:

    Bekommt nun ein Blgger eine Rezension für 50,- Euro angeboten, so muss er dieses Geld selbstverständlich versteuern. Wer also mehr als 2 Stunden in Recherche und Rezension steckt, macht eigentlich ein Verlustgeschäft. Die Zeit könnte erfolgreicher investiert werden. In 2 Stunden kann man aber unmöglich intensiv recherchieren und vernünftig bloggen!

    Gefährlich ists, für alle zu sprechen. Ich als Azubi finde beispielsweise keinen Nebenjob/habe nicht genügend Zeit (überdeckt sich beides) und kann dann vor allem Abends und Nachts für Trigami recherchieren. Für meine Netvoting-Rezension würden mir knappe 50 Euro zustehen, ich habe für das bloße Recherchieren zu den Machern eine halbe Stunde gebraucht (habe die Hintergründe etwa zeitgleich mit BloggingTom entdeckt, who.is und Google liefern da sehr brauchbare Ergebnisse) und für das Durchgehen der Seite samt darüber Schreiben nochmal ungefähr viereinhalb Stunden (Crawlen durch die Blogosphäre nach anderen Meinungen eingeschlossen). Für fünf Stunden Aufwand knapp 50 Euro, das geht. Ist teilweise mehr als ich bei einem Nebenjob verdienen würde und deutlich angenehmere Arbeit.

    Ok, ich bin damit vermutlich eine Ausnahme. Aber ich denke durchaus, dass sich das für viele Blogger rechnet, denn die Rezensionen entstehen ja in der Freizeit und nicht der Arbeitszeit…

  • Die Ausgangslage bei mir war andersrum: Ich hatte von betatester-wanted.com gehört und mein erster Gedanke war, dass das irgendwie unseriös ist. Also begann ich zu recherchieren und schrieb dann den im obigen Beitrag verlinkten Artikel. Kurz darauf gab es bei Trigami einen Auftrag, der wie folgt beschrieben wurde:

    Leider kann und will ich zum jetztigen Zeitpunkt nichts über unsere Web 2.0 Plattform berichten. Ich kann nur soviel dazu sagen, dass es sich um eine vom Thema her „wirklich“ neuartige Socialnetworkplattform handelt mit diversen technischen Applikationen die besonders für Blogger von Nutzen und Interesse sind.
    Sämtliche Socialnetworkfunktionen die man von den bisherigen hiesigen deutschen Netzwerken kennt, sind selbstverständlich ebenfalls implementiert, jedoch liegt unser Fokus klar bei den zusätzlichen technischen Lösungen, die wir bereitgestellt haben.

    Das weckte natürlich die Neugier, weshalb ich mich für den Auftrag beworben hatte. Und trotz meines nicht ganz netten Beitrages über die Hintergründe des Inhabers wurde ich akzeptiert und schrieb dann auch die entsprechende Rezension.

    Aber ganz allgemein: Ja ich recherchiere grundsätzlich, bevor ich den Auftrag überhaupt annehme. Die weitaus grösste Anzahl der angebotenen Rezensionen lehne ich denn auch ab. Entweder entdecke ich etwas nicht koscheres im Rahmen der Vorrecherche oder dann passt die Thematik überhaupt nicht zu meinem Blog…

  • Ich will hier nicht massenhaft Redundanz produzieren. Daher nur kurz zwei Links. Wer sich für meine Meinung zu Netvoting, die allerdings hinsichtlich des Aspektes der Datenkrake von fast allen anderen Rezensionen zu NV abweicht, kann sie gern hier lesen.

    Zur Recherche: Ich nehme gern gerade die Aufträge an, bei denen ich von Beginn an ein komisches Gefühl habe. Und dann nenne ich, so sich das Gefühl bewahrheitet, in meinen Rezensionen die Kinder beim Namen. Ich bin aber nicht auf destruktives Bloggen á la DA abonniert, sondern lobe auch durchaus, wo Lob angebracht ist.

    Zu Trigami habe ich eben erst meine Meinung gebloggt. Nehmt es als Diskussionsbeitrag hier auf.

  • Naja hier wird sich sicher keiner wirklich outen und schreiben, dass er einen kurzen Artikel verfasst ohne groß zu recherchieren, einfach nur um an das Geld zu kommen. Obwoh ich mir durchaus vorstellen kann, dass es eine Menge entsprechender Artikel samt Schreiber gibt.

  • @lens: Du schliesst wohl von Dir auf andere 😉 (Eigentlich bleibt niemandem von uns etwas anderes übrig, als von sich auf andere zu schliessen, denn von wem her sollte man auf andere schliessen, ausser von sich aus?)

    Ich habe eigentlich eher das Gegenteil wahrgenommen: Menschen, die sonst dazu neigen, „mal eben schnell“ einen Beitrag zu bloggen, geben sich bei Auftragsarbeiten deutlich mehr Mühe. Sie forschen nach und schreiben auch ausführlicher. Das bedeutet aber nicht, dass es die Sorte, welche Du beschrieben hast, gar nicht gibt. Aber ich meine, die bilden eine kleine Minderheit.

  • @#28
    Naja, wäre ja auch kein so großes Problem, oder? Ich meine, man soll über das Produkt / die Webseite bloggen, nicht das Unternehmen dahinter….

  • Hi Robert,
    das mit dem Forum finde ich schonmal klasse 😉 mal schauen, wanns eins gibt, ich hab aktuell keine Zeit mich drum zu kümmern, aber vielleicht sieht das in ein, zwei Monaten anders aus.

    Was das Recherchieren über den Anbieter angeht:
    Wenn ich mir ne PC Zeitschrift mit Hardware Reviews kaufe fehlen mir auch immer die Hinweise darauf, welche (nach unserer Sicht) menschenunwürdigen Bedinungen beim Hersteller herrschen.

    Du weißt was ich meine: Ich schreibe ein Produktreview und kein Review über ne Firma. Das ich dabei (überaus gerne) auch dazu bereit bin das Produkt durch den Schmutz zu ziehen ist dabei schon was anderes.

    Natürlich schreibe ich über mir bekannte Probleme mit dem Anbieter – ich suche aber nicht immer danach – je nach zur Verfügung stehender Zeit eben.

    Dazu kommt, dass ich nicht unbedingt zu den Leuten gehöre, die gerne Gerüchte in die Welt setzen. Das Produkt kann ich objektiv oder subjektiv – je nachdem wonach mir gerade ist bzw. was mir sinnvoller erscheint – beurteilen und testen, eine Prüfung des Lebenslaufes des Produzenten obliegt mir dabei allerdings eigentlich nicht. Wer dies tun möchte kann es meiner Meinung nach natürlich gerne tun – meinen Dank für jeden der sich die Mühe macht – aber ich recherchiere nur soweit es meine Zeit gerade erlaubt, mal mehr – mal weniger. Bei diesem Auftrag muss ich zugeben, dass ich nicht viel bis garnicht recherchiert habe sondern ausschließlich das (wenig berauschende) Angebot getestet habe und danach um genau zu sein „die Schnautze voll“ hatte von wegen Superprojekt und Technikschnickschnack Verarsche… Ganz ehrlich ich war einfach enttäuscht und verärgert… Da hatte ich keine Lust wegen diesem Mist auch noch zu recherchieren.

    Gruß
    Alex

  • Dann will ich auch mal antworten und zwar auf die gestellten Frage. 🙂

    >

    Jepp, das gehört dazu – zumindest für mich, denn bevor ich mich auch als normaler Server z.b. wo anmelde, lese ich mich schlau.

    >>

    Alles was ich finde und meines Erachtens wichtig ist, wird von mir erwähnt und wenn ich nur einen Hinweis schreibe und verlinke und auffordere dort nachzulesen. Gerade da ich keine Journalisten bin und auch keine Rechtsanwältin will ich mich nicht unsicherer Formulierungen hingeben aber auch nicht meine Leser täuschen. Ich beginne mit A und nehme meinen Leser auf der Reise zu Z einfach mit.

    >>

    Wenn ich zu dem Thema etwas schreiben kann, weil es mir liegt oder zu mir und meinem Blog passt, dann tu ich das. Und wenn es ein unseriöses Angebot ist, sollte man darauf hinweisen. Es hilft niemandem wenn alle wissen dass etwas mies ist und keiner sagt es……

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