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Blognation: Verkauf + Anzeige bei Scotland Yard (auch gegen Techcrunch)?

um die Story recht kurz zu machen, worum es geht: Blognation ist ein mehrsprachiges Blogportal, das sich mit Webstartups rund um den Globus beschäftigt, klasse gemacht imho. Der Gründer ist Sam Sethi, der ehemals Techcrunch UK im Auftrag von Michael Arrington betrieb. Nach einem Streit wegen Scheißendreck hatte Sam Techcrunch verlassen bzw. wurde gekündigt, um es genauer zu sagen. Dabei hatten sich beide Kontrahenten heftigst öffentlich gegenseitig beschuldigt. Kurze Zeit später gründete Sam Blognation, mehrere Mitschreiber, mehrere Sprachen. So weit so gut. Dann war Ruhe im Karton, denkste.

Vor wenigen Tagen, am 05.12., wurde auf Techcrunch eine ewig lange Mail eines Blogmitschreibers von Blognation veröffentlicht, in der sich der Autor beklagte, dass Sam die versprochenen Honorare nicht auszahlen würde und zudem die zugesagte Finanzierung durch einen VC alles nur Lug und Trug sei. Destowegen würde er den Laden verlassen. Gut, diese Veröffentlichung bei Techcrunch soll nun nicht alleine mit schuld sein, dass der VCler sich nun doch zurückgezogen habe und Sam Blognation versteigern muss. Denn, Michael Arrington hat erneut eine intere Information bezüglich der Finanzierung von Blognation erhalten und diese am 07.12. veröffentlicht. Daraufhin habe der VCler die Schnauze voll gehabt. Und Sam muss Blognation verkloppen.

Und nun? Sam schreibt:

Well the matter has now been reported to Scotland Yard’s Internet Crime Unit : Case Number: LC986409807 and the IC3. What happens next I am not sure but the IP address of the person accessing my account will be located and that person will face both criminal charges and eventually substantial damages. As for Techcrunch other parties may still choose to start legal proceedings for damages, I cannot say anymore.

Ohne mich auf die Seite von Sam zu schlagen, da ich die Internas nicht kenne noch kennen will, muss man sagen, dass man dem großen Michael „Techcrunch“ Arrington durchaus einen Vorwurf machen muss, der wohl nicht ganz unschuldig bei dieser ganzen schmutzigen Story ist. Was das für Techrcunch bedeutet? Oh, ganz einfach, das Ansehen von Techcrunch dürfte drunter so oder so leiden, und da es sich um einen Kommerzladen handelt, kann es durchaus sein, dass Michael sich damit selbst mehr ins eigene Fleisch geschnitten hat als ihm lieb sein könnte. Abwarten. Was für mich feststeht: Techcrunch ist ein Wettbewerber, der sich im gleichen Segment wie Blognation tummelt, als No.1 eben. Und genau an dieser Stelle erwarte ich mehr Verantwortungsgefühl, was Michael nicht gezeigt hat. Armseliges Würstchen dieser Typ.


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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

15 Kommentare

  • Naja, wenn Website = Existenz bedeutet, sind wohl alle Mittel recht. Krieg gegen die Konkurrenz und die Liebe zum eigenen Produkt reichen dann als Begründung.

    Dabei ist alles nur einen Klick entfernt und alle Angebote kostenlos: Da gibt es nur noch den Kampf um die Aufmerksamkeit und Zeit der Leser, und nicht wenige lesen doch auf allen Seiten mit.

    In diesem Fall war es aber eine sehr persönliche Auseinandersetzung, vermute ich…

  • Robert, also ich kenne Sam schon seit knapp 2 Jahren… und die Story kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Sam ist super ehrlich und hilft wo er helfen kann….

  • Also ich weiß nicht, wie man Sam Sethi noch in Schutz nehmen kann. Wenn man die ganzen Reaktionen der Editors liest und Sethis letztes Posting, ich meine, du meine Güte. Die haben alle umsonst für ihn geschrieben, er hat sie bezüglich der Finanzierung angelogen, jetzt muss er schließen, weil es keine Finanzierung gibt und er macht ausschließlich Außenstehende dafür verantwortlich. Und die Krönung: Kein einziges wort des dankes an all die leute die umsonst für ihn gearbeitet haben. ja, nee, sethi is voll nett und so.

    Es ist so einfach, auf den Größeren, vermeintlichen Gegner, einzuschlagen und Arrington hier als den Bösen hinzustellen, aber ernsthaft Leute, die Schuldzuweisung sollten hier doch eindeutig an Sethi gehen.

    siehe auch arringtons sichtweise:
    http://www.crunchnotes.com/?p=438

    und meinen artikel zum thema:
    http://www.neunetz.com/2007/12/14/blognetzwerk-blognation-steht-zum-verkauf/

    schade um blognation germany ist’s.

  • Wenn dieser Sam so ehrlich ist, dann lügen wohl alle Autoren von Blognation, die sich darüber beklagen, dass sie bis jetzt immer noch kein Geld bekommen haben?

  • Die beklagen sich nicht darüber, dass sie kein Geld bekommen haben sondern das Sam bzgl. Finanzierungsrunde gelogen hat. Oder hab ich das falsch verstanden?

  • Nein, bzw. ja.

    Nein, die beklagen sich sowohl darueber dass sie ihnen zustehendes/versprochenes Geld nicht bekommen haben als auch dass er mit den Finanzierungsrunden nicht sehr offen kommuniziert hat.

    Ja, Du hast es falsch verstanden.

  • Sam Sethi hat mittlerweile zugegeben, wegen der Finanzierungsrunde gelogen zu haben, auch dass niemand Geld bekommen hat (bzw. nur einen minimalen Ausgleich, ein paar Hundert Euro, und auch das nur für manche), obwohl allen ein fixes Gehalt versprochen wurde.

    Die Tatsache, dass er kritische Kommentare immer wieder löscht, Überweisungs-Bestätigungen in Photoshop gefälscht hat, etc. zeigt eigentlich recht deutlich, dass man Mike Arrington hier nicht viel vorwerfen kann.

    Er hat das Term Sheet veröffentlicht, aber wie er in CrunchNotes schon selbst richtig gesagt hat: Hätte der VC wirklich mit Blognation zusammen arbeiten wollen, bzw. wäre BN das Investment wert gewesen, hätten die das durchgezogen.

    Sam Sethi wollte halt schnell-schnell eine Konkurrenz aufziehen und hat dabei halt alles falsch gemacht, was man falsch machen kann.

    Während jedes normale Blog-Netzwerk mit einem einzelnen Schreiberling begann und nach und nach gewachsen ist (GigaOm, TechCrunch, Read/WriteWeb, Mashable), wollte er das auf Pump machen. Nur deckt Blognation nicht nur wesentlich unattraktivere/wertlosere Märkte ab als die ganze amerikanische Konkurrenz, er hat auch mit vollen Fixkosten (13 Mitarbeitern) und null Umsätzen gestartet.
    Das ist schlicht und einfach betriebswirtschaftlicher Wahnsinn.

    Was wieder Schade ist, weil die Idee hinter Blognation eine sehr gute ist. Besser wäre es nur, es wäre ein Gemeinschaftsprojekt, das einen gemeinsamen Blog schreibt (man kann beim besten Willen kaum alle BN-Blogs abonnieren, weil man von Posts regelrecht erschlagen wird), der mehr auf Qualität als auf Quantität setzt (bei Blognation wird jeder Müll erwähnt, viele Start-Ups sind aber nicht erwähnenswert…).

  • Ein wenig anders war die Geschichte dann doch.

    Beispiel: „Vor wenigen Tagen, am 05.12., wurde auf Techcrunch eine ewig lange Mail eines Blogmitschreibers von Blognation veröffentlicht,“

    Das war keine Mail – dieser Beitrag erschien bei Blognation selbst und wurde dann gelöscht. Hätte Arrington die nicht dokumentiert, wäre es schon sehr komisch gewesen.

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