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Blog ROI

Nils versucht auf dem Daimler-Blog die Erfolgsmessung von Corporate Blogs zu bleuchten und arbeitet sich dabei am Modell von Matthias ab. Auch er stellt schnell fest, dass es schwer ist, harte Faktoren zu finden, die auch den Unternehmenscontroller glücklich machen würden. Zumal das Daimler-Blog als Mitarbeiterblog aufgezogen ist.

Wenn wir schon mal dabei sind: Daimler muss als Arbeitgeber wirklich das reinste Paradies sein. Habt Ihr denn keine eigene Meinung zu dem neuen Daimler-Logo, den neuen Mercedes-Modellen, der Mitarbeiterführung, doofen und guten Chefs, der Bezahlung, dem Kantinenessen, usw? Einblicke in einen Konzern stelle ich mir irgendwie lebensnaher vor, statt das Leben einer Firma immer nur durch einen Positivfilter zu jagen:) Dann lasst mich halt wenigstens zwischen den Zeilen lesen. Oder zwingen Euch die Obersten dazu, bloß kein Zwischentönchen durchklingen zu lassen? Ich weiß, Daimler gehört zu den konservativeren Automobilkonzernen, höchstens noch von BMW getoppt.


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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

23 Kommentare

  • Mit der Polemik ist es so eine Sache: Klar wird es auch in Stuttgart „doofe Chefs“ geben – aber darüber bloggen? Und was würde es den Lesern bringen?

    Aus der Tech-Branche sind wir es gewohnt, einen sehr guten Einblick in Entwicklungen zu bekommen und Trends offen zu diskutieren. Da geht es bisweilen auch hart zur Sache – siehe das Fake Steve Jobs Blog – bei uns völlig undenkbar.

    Andere Branchen, andere Sitten. Da braucht es wohl noch etwas Zeit und auch mehr Mitspieler. Warum sollte der Daimler offener bloggen, wenn BMW oder Audi nicht mitziehen? Wo wäre da der Reiz?

  • Hallo Robert,
    danke für deine Einschätzung. Dazu muss ich sagen, dass wir uns eben jene Fragen auch bereits gestellt haben. Wir sind uns schon bewusst, dass die Beiträge einen fast durchgängig positiven Tenor haben. Die Beiträge kommen hier wie sie kommen, ungesteuert und unzensiert. Es gab bisher einfach keine negativen Posts.
    Wir erklären uns das dadurch, dass Mitarbeiter in der Öffentlichkeit generell nicht gern als „Nestbeschmutzer“ da stehen möchten (mit Bild und Namen).
    Ein zweiter Aspekt ist, dass Mitarbeiter sich ihren Arbeitgeber selbst aussuchen und in der Regel auch gern dort arbeiten.
    Liebe Grüße, Nils vom Daimler-Blog

  • Ich werde mit Sicherheit nicht über negative Dinge schreiben, weil es geht mir bei Daimler wirklich sehr gut! Klar gibt es Details die störend sein können, aber das sind interne Dinge, die intern geregelt und nicht öffentlich breitgetreten werden. Warum auch?

    Zensur gibt es tatsächlich nicht. Mein Eintrag zur „Blau Blau Blau“ Werbung wurde ziemlich schnell freigeschaltet (Womit ich selbst eigentlich nicht gerechnet hätte). Und auch alles andere was ich bisher geschrieben habe wurde veröffentlicht.

    Was ich mir aber auch wünsche, wären ein paar Autoren aus der Produktion mehr. Allerdings trauen sich die meisten nicht, wollen nicht mit Namen und Bild auf ner Website auftauchen. Aber ich denke auch da wird sich noch das ein oder andere tun.

  • interessant, dass Ihr Euch auf einen Punkt konzentriert:) Soweit ich Mitarbeiter zu schätzen gelernt habe, beziehe ich mich auf den Punkt „eigene Meinung“ haben;) Niemand erwartet, dass man am Firmeneingang den eigenen Kopf abgibt, ohne dass man die Loyalität aufgeben muss, was keiner ernsthaft erwartet. Sprich: Mir fehlt beim Lesen oftmals die persönliche Note zum Arbeitsumfeld. Es handelt sich mehr oder minder um rein deskritpive Darstellungen, was auch ein Externer ebenso gut machen könnte. Da das wohl aber nicht der Sinn ist, fehlt mir kurzum die persönliche Note. So bleiben die Blogger auf dem Daimler-Blog doch recht austauschbar. Versteht Ihr, was ich meine? Meinung haben, profund berichten und dabei Spaß haben, das lässt sich nach außen und nach innen sehr wohl vertreten. Das macht auch ein gutes Blog aus, das nicht austauschbar ist und nicht in der Masse der Webseiten untergeht. Zwängt man hingegen die Blogberichte auf die Linie, dass man ja bloß niemanden auf die Füße treten darf, wenn man zB über die zu teuren Kantinenpreise spekuliert, wird man von vornherein aus dieser Perspektive heraus viel Spielraum nach oben verschenken. Und bleiben wir realistisch: Wenn nun der Facilitymanager nicht besonders glücklich ist, dass die Kantine zu teuer ist, wird der Aktienkurs und der Glanz des Daimler-Brandings nicht schwinden. Ebenso wird der CIO es verkraften, wenn man das interne Kommunikationssystem hinsichtlich Verteilung der Infos bemängelt. Klar, es gibt CIOs und CIOs. Die berüchtigte Sorte wird sich beim Vorstandskollegen ausheulen, was dem bloggenden Praktikanten bloß einfällt, das System zu kritisieren. Auch das wird man überleben, sollte die Unternehmung nicht für den Boppes sein. Und ein geschickter Blogger weiß sehr wohl, wie man Dinge bespricht und Tretminen aus dem Wege geht. Dennoch, „transparency cuts both ways“, sagte mal ein anderer, bloggender Blogger und CEO eines Großunternehmens. Gespannt zu beobachten, wie sich ein Großunternehmen in D mit einem Mitarbeiterblog schlägt:))

  • Robert, ich glaube nicht, dass da die Obersten die große Rolle spielen, es werden die Kollegen sein. Was machst Du, bloggen? DU?

    Stimmt’s Mario?

    Ich hab einmal eine ganze Seite in der Firmenzeitung gehabt mit Gedichten zur Arbeitswelt in der englischen, chinesischen und der deutschen Ausgabe.
    DIE Gesichter der Kollegen! 😉

    Ich denke wirklich, dass das Ausbrechen aus der Anonymität der große Knaller bei solchen Unternehmungen sind und dann auch noch Weihnachtsferien machen…

  • Ich würde es gar nicht mal so sehr an der Berichterstattung über Negatives festmachen – sondern wie du oben weiter schreibst – Die persönliche Note fehlt, es klingt halt alles etwas distanziert und eher nach Schulaufsatz. Nur: Das liegt in diesem Fall daran, dass dort zum einen Mitarbeiter bloggen, die vorher vielleicht noch nie gebloggt haben, und durch irgendjemanden dazu aufgefordert wurden. Zum anderen fehlt sicherlich die Regelmäßigkeit pro MA. Möglicherweise wird sich das über die Zeit legen und sich eine Kernschreiberschaft herausbilden, die ihren ganz eigenen Stil entwickeln wird. Das wäre zu wünschen, denn ich finde es von Daimler sehr mutig, ein nicht zensiertes Corporate Blog zu unterhalten.

  • Tja, Robert, ich denke da müssen wir, die bloggenden Mitarbeiter und die entsprechenden Chefs noch lernen und üben.

    Natürlich gibt es Dinge, über die ich sehr sehr gerne schreiben würde, Dinge, die nach außen interessant sind. Aber gerade in meinem Arbeitsbereich geht das nicht.
    Auch würde ich liebend gerne kurzfristiger schreiben. Situationen erfassen und wiedergeben. Eben nicht nur aus meinem Arbeitsumfeld. Aber das gibt das System noch nicht her. Ich kann auch nicht hergehen und fordern. Nö, ich lass das jetzt mal so laufen, schreibe meine Geschichten auf und freu mich auf Kommentare.

    @Mikel: Oh. Da irrst Du Dich, aber sowas von 🙂 Aber ich dachte das auch zuerst. Das Gegenteil ist eingetroffen. „Schreib doch mal was dies oder jenes…“

  • ich muss es ja auc nicht ausbaden, kann das aus sicherer Entfernung beobachten und fordern:)) Ihr macht das oder ihr macht das halt nicht, die Zeit wird es zeigen. Aber fordern kannst Du btw auch, weil Du es erwähnt hast, dass das nicht geht. Täusch Dich da mal nicht, wer den Ball nie fordert, aus dem wird auch nie was, weil er den Ball nie zugespielt bekommt;) Das hat jetzt aber nicht unbedingt was mit Bloggen zu tun.

  • Nein, Robert, manchmal ist es besser den Rückraum zu decken. Den Stürmern den Rücken frei halten, eine Basis schaffen und schauen, das vorne ein Tor geschossen wird. Wenn man dann den Ball hat, nicht gleich ungestüm drauf prügeln. 🙂

    Verstehsch? 😉

  • @Henric: Vollkommen richtig! Theoretisch stehen uns ja ca. 170.000 deutschsprachige Mitarbeiter als „Blogger“ zur Verfügung. Allerdings sollte man bedenken, dass die Daimler-Belegschaft mehrheitlich nicht aus geübten Bloggern besteht, sondern in erster Linie auf eine mehr als hundertjährige Tradition im Automobilbau zurückblickt. Genau dafür bekommen Sie auch ihr Gehalt. Bloggen bedeutet eben auch Zusatzaufwand, der i.d.R. zu Lasten anderer Tätigkeiten geht (Freizeit oder Tagesgeschäft).

    @Robert: Ich denke, da wird zu viel in die Situation hinter den Kulissen hineininterpretiert. Eine eigene Meinung wird jedem Mitarbeiter selbstverständlich zugestanden, doch es ist ein größerer Schritt diese auch öffentlich zu vertreten. Das Thema Blog oder auch Web 2.0 ist für Daimler und die meisten Mitarbeiter noch sehr neu. An die Netzkultur und die Rolle als individueller Teilnehmer muss man sich erst gewöhnen. „Geschickte Blogger“ gibt es dementsprechend nur sehr wenige. Wir sind gespannt, wie dieser Öffnungsprozess intern – also vom einzelnen Mitarbeiter und auch vom Vorgesetzten – angenommen bzw. vollzogen wird.

  • Wie wär’s denn einfach mal mit ein paar harten Zahlen? Die liebt die PS-Branche ja sonst so. Nach Unique Visitors will ich gar nicht fragen. Aber Subscriptions? Mein Bloglines meldet für den Daimler-Blog-Feed momentan 8 Subscriber. Wenn ich mal davon ausgehe, dass Bloglines in etwa 1/4 des Readermarkts belegt (früher waren es mal 1/3 https://www.basicthinking.de/blog/2007/02/23/google-reader-der-neue-rss-king/ ), dann komme ich hochgerechnet auf… uups, dafür brauch ich keinen Taschenrechner.

    Das kann doch nicht sein. Oder hab ich einfach den falschen Feed abonniert?

  • @Lazerte
    Wir haben FeedStats implementiert, was uns zeigt, dass sich der tägliche Durchschnitt, nachdem wir seit 3 Monaten online sind, der 300er-Marke nähert. Bitte nicht vergessen, dass unsere 170.000 deutschsprachigen MA, welche auch Teil der Zielgruppe sind, auf ihren Rechnern keinen RSS-Reader installieren können. Sobald dies der Fall ist, werde ich noch mal durchzählen 😉

  • habt Ihr FF oder IE inhouse im Einsatz? Mit beiden aktuellen Versionen dürfte ein RSS-Reader kein Thema sein (Sage beim FF und beim IE 7 eh mit eingebaut). Bei anderen Konzernen ist mir immer wieder aufgefallen, dass Manager den FF + Sage nutzen.

  • […] Robert fragte mal nach, warum wir, die wir im Daimler-Blog als Mitarbeiter des Konzerns bloggen, im Allgemeinen zufrieden sind mit unserem Arbeitgeber und nicht über die Nichtigkeiten des Alltags laut schimpfen. Einer der Gründe ist hier zu lesen. Nennt sich monetäre Motivatoren 😉 Tags: Blog, Daimler, Geld Passende Beträge: REZEI, MTM, KVP und Taktausgleich(0) – Geld(2) – Das wird langsam anstrengend!(7) – Wahnsinn!(4) – Daimler bloggt!(2) – […]

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