Sonstiges

Paulsmama verkauft

an sich wäre das keine Meldung imho wert, da es weder ein bekanntes Social Network in D ist noch handelt es sich um Summen, die an einen Lottogewinn erinnern. Viel spannender finde ich die Begründung, warum man das Familiennetzwerk verkauft hat. „Man“ ist Jens Kunath, der auf www.jenskunath.eu/2008/02/02/paulsmamacom-verkauft u.a. schreibt :

Ich habe völlig unterschätzt, welchen zeitlichen Aufwand eine Mutter mit einem neugeborenen Kind hat. Der Start von PaulsMama.com erfolgte zu einer Zeit, als mein Sohn Paul gerade ein halbes Jahr alt war. Meine Frau konnte sich nicht ausreichend um das Unternehmen kümmern, ohne dass sie unseren Sohn vernachlässigt hätte. Und da ist einfach unser Sohn Paul wichtiger gewesen. Ich hätte es besser wissen müssen. Aber ich wusste es zu diesem Zeitpunkt noch nicht – es ist mein erstes Kind.

Na, das nenn ich doch mal einen Grund, der sich vernünftig anhört:) Wegen Familie geschlossen. Na ja, ok, geschlossen nicht, aber aufgegeben. Ein schöner Grund, ehrlich. Die anderen Gründe, wie zu spät gekommen und so weiter finde ich unerheblich, da sie im imho nicht wirklich kriegsentscheidend waren und sind.

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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

28 Kommentare

  • Interessanter ist doch eher dieser Kommentar von Roland bei DS:

    „hm hat Kuborg nicht auch das ganze entwickelt oder verwechsel ich jetzt was ?

    edit: ich verwechsel es doch nicht. Laut Cache von Google in dem die Seite noch zu finden ist ist kuborg auch noch im quellcode zu sehen. D.h. Herr Kunath hat den Code erst bei Kuborg gekauft und dann wieder an sie zurückverkauft – laut seinem Blog mit gutem Gewinn ?! Hört sich für mich etwas seltsam an… Ich meine wäre ja schon logisch wenn da tausende von Usern gewesen wären aber wegen viell. 200 usern einen aufpreis zahlen klingt für mich unlogisch…“

  • wenns so wär, wo liegt das Problem? Sehe keins. Wenn sich ein Käufer und Verkäufer einig sind ob des Wertes, kommt der Kauf eben zu Stande. So ist das mir schnuppe, wie hoch der Preis war und dass sich die Käuferrolle umdreht.

  • Wenn Käufer und Verkäufer sich einig sind… so einfach ist es ja nicht. Da sind ja noch die Daten von mehrern tausend Nutzer/innen, die mit verkauft worden sind. Könnte ein Geschäft zu Lasten Dritter werden, je nachdem, was der Käufer mit den Daten anstellt. Wenn man da an den Anfabg denkt, wo der name und das Konzept zusammen mit der Communuty entwickelt worden ist. Sollte Vertrauen erwecken.

    Und „keine Meldung wert“. Das war kein Anfänger-Startup, sondern da stand J.K. dahinter, der in seinem blog gerne verlauten lässt, was für geiler Business-Angel und Gründer er wäre. Da ist der Verkauf – früher im web1.0 wurde sowas einfach in die Insolvenz geschickt – mehr als eine kurze Meldung wert, Lange niochts mehr von shoppero gehört?

  • uninteressant, wer JK ist, da er keinen Erfolg gepachtet hat, das unterscheidet ihn fast in nix von anderen. Mir geht es um die Aussage, warum er das Projekt abgegeben hat, das ist angesichts der Erfolgsgeilheit vieler Webworker mal ein echtes Wort:)

  • Hat halt nicht jeder Webworker ein kleines Kind als Pleiten-Ausrede. Kinder und Tiere kommen immer gut. Und was mit den Daten der Nutzer passiert, ist eh egal. was? Nur Klickvieh für die Werbebanner, oder wie?

  • Früher wäre es eine Insolvenz gewesen, weil keiner die Daten von – nach den letzten Angaben von paulsmama, die ich kenne über 5000 Nutzerinnen kaufen hätte können. Dann hätte der Investor den Hahn abgedeht und das Ding wäre zhakungsunfähig gewesen.

    Selbst wenn wir die kolportierten 100.000 Euro annhemen sind das im Höchstfall 20 Euro je Nutzer. Bei mehr Datensätzen und realistischem Kaufpreis eher 10 Euro. Und sicher weniger Fake-Profile als bei Teenie-Communities und eine Zielgruppe (Familien, Eltern), die interessant ist.

    Die Nutzer sind das Fleisch, das zu Markte getragen wird und nicht die Software. Oder?

  • Was ist so toll an der Begründung des Scheiterns ?

    Diese Person ist doch ein „angesehener“ BA und Unternehmensgründer; und folglich sollte diese Person doch abschätzen können, welcher Aufwand dahinterstecken würde und dass eine seriöse Website nicht alleine von einer jungen Mutter bewältigt werden kann.

    Stichwort “ personelle Besetzung nicht ausreichend“

    Scheinbar hat jene Person wieder den gleichen Fehler gemacht wie bei Bonus.net ?
    Ich zitiere :

    „…Leider war die personelle Besetzung nicht ausreichend, so dass viele Kunden uns telefonisch nicht erreichen konnten und auch das Beantworten der eMails zum Teil mehr als eine Woche gedauert hat….“

    Quelle : http://www.jenskunath.eu/2007/03/27/klarstellung-zu-meiner-vergangenheit/

  • 1.) Das Internet vergisst halt nix 😉

    2.) Der Verkauf der Website „mit Gewinn“ und die Begründung des Scheiterns hören sich dubios an.

  • Oh, was eine Überraschung: Paul braucht seine Mama! Sohnemann findet es nicht so toll, wenn Mutti 14 Stunden am Tag am Rechner und/oder Telefon hängt und ihn noch abends um halb zehn zu Meetings schleppt, statt mit ihm zu kuscheln (ja, reine Spekulation!). Und wie vernünftig von Jense, dass ihm das dann auch mal auffällt! Und jetzt wird er hier auch noch dafür bejubelt?

  • Es ist schade, dass auf diesem Blog genau so unreflektiert an die Sache herangeganden wird wie auf deutsche-startups.de. Der Grund ist doch offensichtlich nur vorgeschoben, 100.000 Euro Kapital gab es nie für dieses Projekt. Der „Rückverkauf“ inklusive Nutzerdaten erscheint mir eher die Bezahlung einer offenen Rechnung beim beauftragten IT-Dienstleister zu sein.

    Die Frage ist doch eher, ist dieser Datenverkauf rechtens? Auch wenn es lächerliche 5000 User sind, diese klar umgrenzte Zielgruppe läßt sich wieder gut weiterverkaufen. Was mit diesen Daten nun passiert ist relativ offen, sicherlich werden Sie aber nicht in Form eines gerelaunchten Paulsmama weiterverwendet, soviel ist ja wohl klar.

    Ich kenne die Business Angels/VC-Szene in Deutschland nicht, aber wenn das ein bekannter BA sein soll und die Geschäftsgebaren repräsentativ für die Szene ist, dann gute Nacht!

    Horst

  • 1. paulsmama hat eine Klage am Hals wegen eines unlauteren Gewinnspiels
    2. Jens Kunath glaubt nicht mehr an Web 2.0

    Das sind meiner Meinung nach die wahren Gründe, weshalb die gestresste Mutter jetzt aufgibt. Und das es das Ding verkaufen konnte, glaube ich auch nicht, alles nur gekonntes Bloggeplänkele, um das Scheitern zu vertuschen…

  • @Dieter, es kommt ganz drauf an, ob man einem Menschen lebenslänglich gibt oder ihn mit Fehlern und Schwächen akzeptiert und auch in Betracht zieht, wie er sich heute gibt und verhält. Ich neige dazu, weder Richter noch Gefängniswärter zu spielen, sondern Menschen so zu nehmen, wie sie sich geben, was sie tun und was sie sagen. Heute, nicht vor 100 Jahren.

  • @Robert: Ich will mich da gar nicht groß reinhängen, aber: Erstens habe ich nur darauf hingewiesen, dass es Zweifler an der Person gibt. Ich kenne den Herrn nicht und kann es daher nicht beurteilen, finde aber Blofkaps Blogeintrag durchaus nachvollziehbar.

    Zweitens ist das Ganze nicht 100, sondern wohl eher so drei bis vier Jahre her. Inwieweit danach weitere „Unregelmöäßigkeiten“ aufgetreten sind, entzieht sich meiner Kenntnis.

    Wenn ich aber Kommentar 19 lese und darin die Rede von einer Klage wegen eines unlauteren Gewinnspiels gegen paulsmama ist, dann muss ich schon sagen: Nachtigall, ick hör die trapsen…

  • Also ich kann dazu nur sagen mir ist folgendes passiert: Ich sprach mit jemandem, der sich offenbar nicht so in der web20 Welt rumtreibt, wie ich das angenommen hatte:

    Ich: „Paulsmama wurde verkauft. wie findst´n das?“
    Er, zieht die Augenbraun hoch: „Und Paul?“

  • Also ich sehe das auch eher kritisch: Selbst wenn sich erst im Lauf der Zeit heraus stellt, dass eine Frau mit Kleinkind das zeitlich nicht auf die Reihe bringt, warum wird ihr niemand an die Seite gestellt? Anscheinend war ja noch genug Geld in der Kasse…

    Interessanter ist da schon das Argument, dass man gegenüber den Wettbewerbern zu spät dran war (First-Mover-Problematik). Die Plattform hat ganz offenkundig nicht die kritische Masse an Usern erreicht.

    Hätte man dieses Argument in den Vordergrund gestellt wäre es für mich ok gewesen. Denn das ist das Kern-Risiko jedes Social Networks! Und genau daran dürften die meisten scheitern.

    Aber den kleinen Paul und seine Mama in den Vordergrund stellen? Nicht mit mir!

  • Hmm, gibt es die Seite eigentlich überhaupt noch?

    *such* tatsächlich. Hätte ich ja nicht gedacht. Aber dolle Foto-Contests haben die da. Und für viele der Doppelnamen sollte man die Eltern kräftig hauen. Wer will denn Gabriel-Lisias oder Julien-Miguel heißen ???

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