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paid links vs Google: flee or ignore

Nachdem die Google-Kampagne gegen Bezahllinks einige Wochen alt ist (Okt 07), sich abertausende User auf Foren und Blogs mit dem Thema beschäftigt hatten, wäre es doch mal interessant zu schauen, wie nun der Markt reagiert hat und ob die Google-Ergebnisse viel sauberer sind? Zur Erinnerung: Google hatte Publisher gezielt abgestraft (nicht alle), die bezahlte Links auf ihren Seiten eingebaut hatten. Indem man deren PageRank empfindlich abgesenkt hatte. Nicht aber ihre Seiten aus den Suchergebnissen herausnahm. Die Ergebnispositonen blieben soweit ich weiß gleich. Ziel war, dem Linkhandel die Basis zu entziehen, indem man das entscheidende Kritierum zur Berechnung eines Linkpreises entwertete, den PageRank eben. Legt man den Linkhandel weitestgehend lahm, müsste sich Googles Suche eigentlich verbessern. So die Strategie. Das war vor der Schlacht. Wie sieht es nun aus, nachdem sich der Schlachtennebel gelichtet hat?

Google-Ergebnisseiten
Was die Google-Treffer („SERPs“) angeht, kann ich persönlich nicht sagen, dass irgendwas besser oder schlechter geworden ist. Es schaut halt aus wie immer, je „shoppiger“/“downloadiger“ man sucht, desto mehr Unsinn findet man, das ist nix Neues. Man trifft dort immer noch auf zahlreiche Sprungseiten, die außer Linkverweisen nur Werbung enthalten. Aber ich kann mich auch täuschen. Ist da was besser geworden?

Linkhandel gekillt?
Was den Handel mit paid links angeht, kann ich zunächst ebenso nur von mir ausgehen: Vor der Google-Maßnahme waren via Textlinkads acht von acht Slots auf diesem Blog belegt, auf Linklift waren sechs von sechs Slots komplett ausgebucht. Heute sinds auf TLA 5/8 und auf Linklift aktuell 5/6. Also knapp ein Drittel weniger Buchungen. Das liegt mit Sicherheit auch daran, dass der nach außen hin sichtbare Pagerank von 6 auf 3 heruntergestuft wurde und der Linkbuchende gerade auf diesen Wert extrem achtet.

Hat aber der Linkhandel insgesamt abgenommen? Hat er sich lediglich gen „unsichtbareren Links“ verschoben? Linkvermarkter wie TLA und Linklift sprachen damals davon, dass es einerseits eh nicht viele Publisher getroffen habe, also alles halb so wild. Zudem wolle man bei der Berechnung des Link-Preises künftig mehr Wert auf andere Faktoren legen, statt weiterhin auf den PageRank zu setzen. Musste schon damals schmunzeln, dass alles halb so wild sei und der PageRank ja eh nicht so wichtig sei:) Und wenn ich mich recht entsinne, hat TextLinkAds nach der Google-Kampagne wohl nicht zufällig einen neuen Advertising-Dienst gestartet (ShoppingAds). Und die Linklift-Macher haben ebenfalls kurz nach der Google-Attacke einen neuen Dienst aufgetan, CaptainAd (Werbelayer auf in Websites embeddeden Videos, s. Artikel). Man kann demnach nur vermuten, dass der Linkhandel durchaus getroffen wurde. Natürlich weiß ich nicht, was andere Anbieter wie Teliad (deutscher Linkhändler) gemacht haben. Und wie es da ausschaut. Es ist durchaus ein Indikator, wenn ein Linkhändler auf neue Services setzt, dass man seitens Google zu einer Marktreaktion gezwungen wurde, sonst hätte man ja auch nix machen müssen. Infos dazu, was sich auf anderen Marktplätzen getan hat? Ist man vorsichtiger geworden? Geht man andere Wege? Sind Links nicht mehr so spannend?

Dennoch, schaue ich mir meine Linkbuchungen an, so bin ich ob der Persistenz der Buchenden überrascht. Hätte erwartet, dass das dramatisch zurückgeht. Denn, logischerweise müsste ich ja als Buchender Bammel haben, dass mich Google ebenso wie den Publisher abstraft, wenn ich weiterhin Links buchen täte.

Also, hats den Linkhandel empfindlich getroffen? Werden Links lediglich besser versteckt? Sind die Google-Trefferseiten besser geworden? Fragen über Fragen.


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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

16 Kommentare

  • Ich merke durchaus gewisse Verschiebungen bei den „SERPs“, wenn auch nur minimal und auf Gegenseitigkeit, d.h. bestimmte Begriffe fallen, bestimmte Begriffe kommen merkwürdigerweise stark.

    An der Textlinkfront hat sich nichts geändert, keine Verluste, wohl aber Verschiebungen im Segment. Mehr Einzelbucher gehen, dafür kommen SEOs nach. Nach Gesprächen mit SEOs weiß ich auch, warum: Den meisten SEOs ist der Pagerank inzwischen egal, da kein verlässliches Kriterium mehr. Wichtiger sind da eher die „Vitalwerte“, also Linkbasis, Stabilität des Contents, wenig themenfremde, ausgehende Links etc.

    Letztendlich ist viel Voodoo dabei. Ich denke aber, dass Google genauso nach dem Stein des Weisen herumstochert, wie die SEO-Szene. In diesem Sinne: Business as usual.

  • Teliad hat den Mindestpagerank von früher 3 auf 0 abgesenkt um so die Angebotsbasis an Publishern zu vergrößern. Hier scheint es also schon zu Verschiebungen gekommen zu sein.

  • Teliad hat, nachdem ich auf 0 runtergestuft worden bin erstmal mich 2 Monate jeden Tag mit einer Email belastet, das ich doch meinen PR anpassen sollte dies ging aber nur bis 2. Mittlerweile haben sie es wieder geändert. Aber ich hab bis jetzt für eine PR 0 Seite noch keinen Link gebucht bekommen. Aber bei den anderen Seiten die es nicht getroffen hat, hat sich auch nichts verändert, Buchungen blieben beständig.

  • Ach, das ist ja interessant! Wusste gar nicht, dass deine Werbepausen von TLA und Linklift stammen. Du bist von PageRank 6 auf 3 gefallen? Wie hat sich das denn auf die Linkpreise ausgewirkt – falls überhaupt?

  • Ich hab zwei Webseiten bei LiftLink angemeldet, die beide vor der „Strafaktion“ ausgebucht waren, und das auch immer noch sind. Bin mit meinen Pageranks von 5 und 6 von Google auch nicht herabgestuft worden. Die haben mich entweder übersehen oder mögen meine Inhalte. Jedenfalls sind die Werbelinks nicht versteckt, sondern offen als Werbung gekennzeichnet.

  • Hallo Robert,

    ich kann dir meine Beobachtungen garniert durch Gespräche mit anderen Kollegen weitergeben. An dem Umsatz hat sich ein bisschen etwas geändert, aber nach oben. Da durch die PR-Aktion von Google einige Webmaster unsicher geworden sind, aber die Nachfrage eher gestiegen ist, bekommt man zum Teil auch höhere Preise durch und viele handeln jenseits von Teliad und Linklift.

    So gesehen, deckt sich meine Beobachtung mit einem Artikel (finde den auf Anhieb nicht), in dem eigentlich die Aktion von Google dem Linkhandel eher genutzt hat. Der Markt ist überschaubarer geworden, aber dafür verdient man stabiler. Google wollte das ganze halt etwas stutzen und ein Zeichen setzen aber nicht zu brachial vorgehen, da dann die ganzen Leute es versteckt gemacht hätten und dagegen kann man viel schwerer vorgehen.

    So lange die Nachfrage da ist, wird sich an dem Thema nicht viel ändern.

    Grüße

  • Da hier ein wenig spekuliert wird, dass es den Linkhandel in Deutschland getroffen haben soll und die Frage gestellt wird, wie es denn bei teliad aussieht, möchte ich als Geschäftsführer von teliad kurz dazu Stellung beziehen.

    Das Google-Update Ende Oktober hat zu einem zusätzlichen Run bei teliad geführt. Durch unsere sehr transparenten Angebotszahlen und fortlaufenden Buchungsnummern ist es für jeden teliad-User ersichtlich, dass zu keiner Zeit so viele Angebote und aktuelle Buchungen vorhanden, waren wie derzeit. Der Januar war ein neuer Rekord-Monat in sämtlichen Bereichen (neue Angebote, Buchungen, Neukunden) und wird im Februar sogar noch einmal weit übertroffen.

    Die Abschaffung des Mindest-PageRanks (auf vielfachen Kundenwunsch!) war nur eine kleine Maßnahme von vielen, die wir in den nächsten Wochen und Monaten launchen werden, um den teliad Marktplatz noch weiter zu verbessern.

  • also hat die Google-Maßnahme genau das Gegenteil bewirkt und den Linkhandel zu einem neuen Höhenflug verholfen? Wie erklärst Du Dir das im Detail? Wo liegt die Ursache?

  • @Robert,

    also hat die Google-Maßnahme genau das Gegenteil bewirkt und den Linkhandel zu einem neuen Höhenflug verholfen? Wie erklärst Du Dir das im Detail? Wo liegt die Ursache?

    Ich weiß jetzt nicht ob du die Frage an mich gestellt hast, aber wie ich bereits schon oben sagte: die Nachfrage ist da … und wo Nachfrage da wird sich immer irgendwie ein Markt etablieren.

    Nicht jede Firma hat so viel relevanten Inhalt zu bieten so dass sie eine gute Position von alleine in den Suchmaschinen erreichen. Sie wollen aber dennoch ihre Produkte an den Mann bringen. Gut die könnten sich Texter holen um Inhalt zu generieren und dann viel Geld in AdWords investieren, aber imho sind dann Textlinks für solche Firmen doch günstiger.

  • @Robert

    Ich kann nicht behaupten, dass der Linkhandel *allgemein* zu einem neuen Höhenflug
    verholfen hat, da ich diesbezüglich keine Zahlen kenne. Der Linkhandel entwickelt sich zumindest weiter von simplen Footer- und
    Linklisten-Links, zu hochwertigen thematischen Content-Links. Dies merkt man bei
    uns ganz klar. Durch die manuelle Integration bieten wir hier auch sehr gute
    Möglichkeiten und daher boomt unser Marktplatz enorm.

  • Zumindest Linklift scheint gut im Geschäft zu sein – seit fast zwei Tagen warte ich auf ein „Approval“.

    Mal ’ne Off-Topic-Frage: Kennt jemand eine Seite, auf der für Steuer-Analphabeten erklärt wird, wie geringe Nebenverdienste über AdSense oder Text-Links versteuert werden und welche Kosten man gegen die Gewinne aufrechnen kann (Computer, Webspace, Internet-Provider etc.)? Ich hab mir schon einen Wolf gegoogelt aber noch nichts Passendes gefunden.

  • […] so wie es aussieht, hat Googles Kampagne gegen bezahlte Links nicht dazu geführt, dass der Markt für paid Links besonders stark beeinflusst worden ist. Nicht so, dass weniger Links verkauft und gekauft werden. Was ja eigentlich Googles Absicht war. Die Linktrader agieren lediglich etwas verdeckter. Früher wurden Links zB in der Sidebar oder aber im Footer ganz offen platziert. Heute erhalten Webmaster vermehrt inhaltsorientierte Angebote. Die zudem teurer sind. Inhaltsorientierte Angebote? Man platziert einen Link mitten im Content. Da steht dann auch nicht “Achtung, gekaufter Link”, sondern einfach nur der Text + irgendein verlinktes Keyword. Auch zentrale Linktrader wie Linklift oder Teliad haben ähnlich gelagerte Handlungsempfehlungen verfasst. Man möge als Webpusbisher nicht mehr so deutlich von “Achtung, hier kommen gekaufte Links” sprechen. Um es Google aber auch den Verpetzern (die Seiten melden, die gekaufte Links platzieren) etwas schwerer zu machen. Im Großen und Ganzen ist also das eingetreten, was damals im Oktober viele prophezeit haben. Dass sich nicht viel ändern wird, außer dass man eben verdeckter vorgehen wird. Artikelzusatzinfos 1. Tags: paid links 2. weitere Artikel (Kommentare) […]

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