Google: April, April

Robert Basic

Bis rund 2006 wurde Google weltweit von einer bis dato unerreichten Mundpropagandawelle getragen. Nahezu jede Aktivität und jedes neue Produkt wurde positiv aufgenommen und verbloggt. Das spiegelt sich auch darin wieder, dass Google weltweit zu den beliebtesten Arbeitgebern gehört. Auch die Tatsache, dass Google sich innerhalb von nur 10 Jahren zu einem der bekanntesten Unternehmen der Welt aufgeschwungen hat, spricht für die Kraft der Mundpropaganda. Ein Ruf wie Donnerhall also. Friede, Freude, Eierkuchen?

Entweder täuscht mich mein subjektiver Eindruck, aber seit Mitte 2007 habe ich das Gefühl, dass Google nicht mehr auf dieser Rosa Wolke getragen wird. Seitdem mehren sich negative Stimmen, nicht alle Blogartikel schwärmen nur, man liest auch immer öfters kritische Abers. Spätestens seit Microsofts Versuch, Yahoo zu übernehmen, wurde das Bild klarer. Googles Antworten zum Übernahmeversuch wurde nicht selten mit Häme und auch mit klarer Kritik ob deren Vormachtstellung entgegnet. Und der Slogan „dont be evil“ wird mehr und mehr als Joke verstanden. Der Verfall des Brandings von einem Überflieger-Unternehmen zu einem lediglich exzellent geführten Unternehmen wird mit Sicherheit nicht dazu führen, dass Google übermorgen pleite ist. Dazu ist Google viel zu mächtig und groß, so ein Tanker hat einen ewig langen Bremsweg. Es kann dazu führen, dass ähnlich wie bei eBay der Verlust des Sex-Appeals zunehmend zu Problemen führt. Natürlich ist eine weiterere Ursache darin zu suchen, dass Google nicht mehr soo jung ist. Es ist „normal“ geworden, irgendwann ist es nicht mehr cool, über Google zu sprechen. Zudem kommt hinzu, dass Google außer der Suchmaschine (mit der höchste Need im Netz) im Grunde genommen nichts mehr Geniales herausgebracht hat, womit sie auf ähnliche Art und Weise Umsätze und Buzz generieren könnten.

Welche Netzunternehmungen sind eigentlich mit dem brachialen Erfolg von Google vergleichbar? Die Wikipedia hat es zwar in noch kürzerer Zeit geschafft, weltweit zu Ruhm und Ehren zu kommen, doch handelt es sich dabei nicht um ein kommerzielles Unterfangen. Aber, sie wurde ebenso von der positiven Mundpropaganda getragen, das eine Parallele zu Google darstellt. Und, es gibt Mozilla, die mit Hilfe von Firefox tagtäglich und stundenlang ihre Kunden beglücken. Wenn es Mozilla versteht, den Brower zum „OS for Web“ weiterzuentwickeln, könnte dieses Unternehmen in der Tat eines Tages auf gleicher Augenhöhe mit Google stehen. Erste Ansätze mit Prism und an den künftigen Plänen mit Firefox sieht man bereits, wo es langgehen könnte. Die haben den Drive, das Image und die Mundpropaganda, dass ein weiterer Riese entstehen könnte. Im Unterschied zu Google setzt man auf die verteilte Brainpower der Nutzer, die zugleich zu Machern werden und man kommunziert wesentlich offener. Das ist in der Tat anders. Ich habe es schon mehrfach angedeutet, dass Mozilla ein Role Model für künftige Unternehmen sein könnte, die eine Wikinomics-Strategie verfolgen und exerzieren.

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Also? Google hat seinen Sex-Appeal verloren, morgen werden andere Unternehmen im Fokus stehen. Verlassen u.a. auch deswegen alteingesessene Mitarbeiter Google, was meinen letzten Indikator darstellt, dass Google nicht mehr das over the top Projekt ist?

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Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.