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Blog-Hamster II.

nochmals bezugnehmend auf den Artikel der NY Times, dass sich angeblich manch ein US-Blogger aufgrund Stress und Hetzjagd nach den allerneuesten News die eigene Gesundheit zerstört: Ich habe da meine starken Zweifel, wenn ich mir so die Artikel auf Techrunch und anderen Topblogs anschaue. Die meisten Artikel sind nicht gerade selten nur mit etwas Analysesenf durchsetzt, doch erst die Analyse macht das Ganze zeitaufwendig. Aber darauf wollte ich nicht hinaus.

Sondern auf die Tatsache, wie man sich überhaupt einem Redaktionszwang unterwerfen kann. Auch wenn ich mich selbst von der Postingfrequenz her nicht vor den Topblogs in den USA verstecken muss, so empfinde ich weder Druck noch Stress. Auch habe ich null Bock, aus dem Blog eine Art Fachmagazin zu machen und quasi als Journalist zu arbeiten. Nix gegen diesen Beruf (solange es nicht um die herumzickenden Blog-Journalisten geht:), aber mediale Berichterstattung empfinde ich nicht als den Job meiner Träume. Über etwas zu schreiben zu müssen, das einen nicht wirklich juckt, muss ziemlich frustend sein in meinen Augen. Da muss man schon den Job als Journalist wirklich mögen. Wobei die Motivation wohl auch zum Teil durch die Schreibverliebtheit getragen wird. Aber alles, was Richtung Professionalisierung geht, entspricht für mich dem Aufziehen eines Verlagshauses, so klein das auch sein mag. Verbunden mit Planung, Redaktion, Abstimmung und dem ganzen Zeugs, was den Alltag zum Alltag macht. Und es führt weg vom Bloggen, dem menschverbinden, hin zum technischen Publizieren. Bloggen als Traumjob? Na, lass mal.


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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

16 Kommentare

  • Och mein Traumjob isses schon 😉
    Stress empfinde ich auch so gut wie nie dabei…höchstens wenn mir mal wieder kein Synonyme für schon 13x in einem Beitrag verwendete Wörter einfallen…dann könnte ich den Laptop zerhacken!!!

  • Naja, da wirfst du jetzt aber schon etwas zusammen: Ein Journalist ist nicht automatisch gleich eine ganze Redaktion, sondern eine Redaktion besteht aus einer Sammlung von Redakteuren, die normalerweise ein oder einige wenige Schwerpunktthemen behandeln, im Idealfall sind darunter einige Themen, in denen sich der jeweilige Journalist besonders gut auskennt und gern macht.

    Multifunktionsblogger gibt es zwar auch nicht gerade wenige, aber ein Blogger schreibt halt nun einmal schon aus physiologischen Gründen weniger, als eine ganze Redaktion. Dass die Tiefenschärfe eines einzelnen Bloggers, der zu allem eine Meinung haben will, nicht sonderlich tief reichen kann, ist damit auch erklärbar.

    Ich kann das Thema eigentlich inzwischen kaum noch hören: Journalisten und Blogger sind zwei grundverschiedene Berufe, die miteinander nur gemein haben, dass sie schreiben, sprechen oder auf Bildern hampeln. Die wenigsten Blogger sind Journalisten und die wenigsten Journalisten Blogger.

  • Offtopic:
    Hi Robert.
    Sag mal draf man Dich eigentlich einfach so anrufen ? Ich lese öfters mal hier in den Kommentaren von netten Gesprächen 🙂

    Oder ist Dir sowas eher lästig.

    Ontopic:
    Synonyme? Die Lösung ist SEO !!! 🙂

  • Ja da hat Robert vermutlich Recht, hinter den besten und wohl auch professionellsten Blogs sthet auch ein entsprechend professionelles Redaktionsteam aber ein Funken von Stress bringt meiner Meinung nach auch den entsprechenden Erfolg, viele Menschen sind ja erst unter Druck richtig Leistungsfähig, aber trotz allem sollte das selbstverständlich im Rahmen ausgeführt werden, weder die Redaktion noch die person selbst hätte was davon wenn sie sich über kurz oder lang Krank macht.

  • Ich empfinde „Blogs“ wie Techcrunch auch schon lange nicht mehr als Blog. Persönlicher Bezug ist zwar da, aber in solchen Fällen handelt es sich einfach nicht mehr um ein klassisches Blog. In meinen Firefox-Bookmarks ist Techcrunch auch unter „News“ zu finden ^^

  • Enerseits hast Du, Robert, natürlich Recht damit, daß es ja jeweils in der Entscheidung des einzelnen Bloggers liegt, ob er sich an dem Wettrennen beteiligen will. Und Du bist natürlich ein wunderbares Beispiel, wie man souverän und entspannt genau die Themen kommentiert, die einen interessieren und das nicht unter Fremd- und/oder Selbstzwang.

    Das ist zugegeben die ursprüngliche Idee von Blogs. Wenn man aber – wie ja in den USA geschehen – immer erfolgreicher wird, dann den normalen Brotjob aufgibt und alles auf die Karte Blog setzt, dann besteht eben doch die Gefahr, daß man sich (auch selbst) unter zuviel Druck setzt.

    Nicht alle haben das Talent, das Dich auszeichnet und Dich davor bewahrt in Richtung eines fiebrigen Quasi-Journalisten zu rutschen. Andere sind da anfälliger – Menschen sind verschieden. 😉

  • „Die meisten Artikel sind nicht gerade selten nur mit etwas Analysesenf durchsetzt, doch erst die Analyse macht das Ganze zeitaufwendig…“

    Aber ist das nicht auch der Grund, warum so viele Halbwahrheiten im Internet verbreitet werden? Weil keiner mehr seinen Quellen auf Richtigkeit überprüft?

  • Natürlich kann es Stress bedeuten, einen Blog mit Inhalt zu füllen, wenn quasi ein Zwang dazu besteht, weil man mit dem Blog Geld verdient. Ich selbst schreibe (nicht nur) bezahlt für Blogs und… oh ja, ich habe Stress.

    Aber da ist aus meiner Sicht ja nichts blog-spezifisches; wer ein Projekt angeht und es nicht als Hobby sieht, hat nicht selten Stress und muss mitunter um stressfreie Tage kämpfen. Das ist irgendwie nichts Neues. Für gute Blogs muss man Zeit investieren; so etwas kann in Stress ausarten. Auch bei Blogs gibt es – so denke ich – mittlerweile verschiedene Kateorien: eher private und eher kommerzielle, was hier keinerlei Werturteil impliziert. Je mehr man seine Brötchen mit dem Blog verdient, desto eher kann das zum Stress werden und vielleicht auch einmal Unlust erzeugen, schlimmstenfalls, wenn jemand sich dauerhaft überfordert, auch krank machen.

    Ich glaube, wenn ich selbst meinen eigenen Blog füllen würde, würde ich mir den Stress nur bedingt machen, dazu lockt die Offlinewelt zu sehr: Da gibt’s Blümchen, die riechen… und das sind keine JPEGs ;-).

    Liebe Grüße von Ansgar

  • „Bloggen als Traumjob?“ Ja! Aber nur wenn man so weiter machen kann wie bisher und nicht, wie du schreibst, zu irgendwelchen Themen gezwungen wird.

  • achso bloggen, oder mit anderen menschen im internet leid und freut jeden tag teilen soll spaß machen!?

    nun verstehe ich auch wieso so oft die presse bloggs nieder macht, wir haben spaß sie nicht?!

    in diesem sinne, ich fahre mit meinem sohn und meiner liebsten nach mcdonalds, das macht auch spaß 🙂 (und verdient nach knapp 4kg weniger habe ich es auch)

  • @ Gilly

    Ich sehe es weniger als Zwang, weil ich einfach Spaß am Recherchieren und Texten habe und auch Spaß daran bekomme, mich mit Dingen auseinanderzusetzen, die mir bisher eher fremd waren. Insofern mache ich etwas, was mich durchaus ausfüllt.

    Wenn ich ab und an trotzdem müde und etwas lustloser werde, dann hat das weniger mit dem Thema zu tun als damit, dass irgendwie ganz viel anliegt und zu erledigen ist und wenig Zeit bleibt, um gute Freundschaften zu pflegen oder… für etwas mehr Spontaneität. Soll aber kein Wehklagen sein hier :-).

    Nochens ne leeve jrooß vom Ansgar

  • Wer Geld verdienen will, muß Leistung bringen … und wenn er sich in einer Branche bewegt, die (auch) auf „Schnelligkeit“ setzt, muß er sich diesen „Gepflogenheiten“ anpassen.

    Auch *hüstel* Krankenschwestern, Taxifahrer, Feuerwehrleute, Paparazzi, Fernfahrer haben Streß. Wem das nicht behagt, soll „aussteigen“ oder sich ein anderes (Blog-)Konzept einfallen lassen.

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