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what is right, what is wrong

über Wikio bin ich auf einen Blogbeitrag wegen dem interessanten Titel „Guter Bulle, böser Chinese“ gestoßen, der wiederum auf „Chinesische Kampfroboter“ verlinkt. Interessant ist hierbei nicht so sehr der Inhalt, sondern die Art und Weise der Betrachtung und Interpretation des Themenkomplexes „China, Tibet, Olympia, Fackellauf, Medienberichterstattung“.

So what? Auf den ersten Gedanken hin war ich verärgert, wie man denn überhaupt einen guten Ton über China verlieren könne. Auf den zweiten Gedanken hin hats aber Klick gemacht. Beide o.g. Blogs sind wohl als Links zu betrachten, was einem unpolitischen Menschen wie mir nicht so leicht zu erkennen fällt:) Ausgehend von dieser Perspektive ist man eher geneigt, die „andere Seite“ sagen wir mal fairer zu zeichnen, als es zB die westlichen Medien momentan tun. Aber selbst, wenn man weder rechts noch links steht oder gar doch rechts oder links? Dazu muss man erstmal tatsächlich die Perspektive und sein eigenes Gefüge von richtig und falsch verlassen können. Das ist jedoch nahezu unmöglich, weil unser Brain uns dermaßen einschränkt. Gelerntes ist im Speicher eingebrannt, daraus abgeleitet auch Reaktions- und Denkweisen, Abweichendes und Neues wird mit höchster Vorsicht verarbeitet, eher negiert, als angenommen. Wenn es rein um die Ratio ginge, fiele das leichter, aber Erfahrungen und Gedanken werden durch Gefühle gefärbt, die allzu machtvoll sind. Selbst wenn der logische Verstand versteht, heißt das noch lange nichts, wenn man die Gefühle nicht beherrschen kann.

Übertragen auf den Fackellauf, China und Tibet werden demnach folgende Reaktionen aufgerufen: China = Groß und Mächtig, also Vorsicht, China = Kommunisten und Unterdrückung, Tibet = Kleines Volk, alle tragen Glatzen&Kutten und tun keiner Fliege was zu Leide, Tibet = Genozid, Tod, China = Mörder, China = Alle Böse, Deutschland = Gutes Land, gute Menschen, Freiheit, Demokratie, keine Mörder mehr, Deutsche Medien = Deutschland, gute Menschen, alles gut. Das waren jetzt spontane Assoziationen, die mir eingefallen sind. Insofern arbeitet mein Filter genau in dieser Richtung: Egal, um was geht, sobald ich China höre, wird alles mit einem negativ ausgerichteten Filter „geframed„. Da dieser Mechanismus ungemein schwer zu durchbrechen ist, fällt es mir also nicht schwer zu erklären, warum ich grundsätzlich obige Blogs ablehnend gegenüberstehe, obwohl ich deren Argumentation gut verstehe.

Was ist also richtig, was ist falsch? Historisch gesehen könnte ich nun zahlreiche Beispiele aufzeigen, dass zB die Engländer den Iren ein schreckliches Unrecht angetan hatten, das sich über 400 Jahre in den Gesellschaften festgefressen hat. Sprich, die Persistenz von Erfahrungen betrifft nicht nur das Individuum, sondern wird vererbt, das Framing führt dazu, dass Ereignisse immer wieder die Persistenz der Erfahrungen auffrischen und auch verstärken. Ein Mord nach dem anderen, egal auf welcher Seite. Die Erkenntnis aber, dass gesellschaftliche Gewalt zu nichts führt, zu der kommt man nicht, obwohl sie überaus banal ist.

Darin liegt ja auch der „Trick“: Ein Fidel, ein Hitler, ein Stalin, ein Mao und wie sie alle heißen, haben es tatsächlich geschaftt, die Gesellschaft von einem gemeinsamen Framing zu überzeugen. Je strikter das gemeinsame Framing bzw. Verständnis von Zusammenleben ist, desto weniger muss man sich als Individuum zwingen, über alternative Welten nachzudenken, was eklig schwer fällt. Anders denken und anders sein wird in so einem gleichgeschalteten System konsequenterweise bekämpft, mit allen schrecklichen Folgen. Am Rande ein möglicherweise abstruser Gedanke: Als gäbe es ein natürliches Gleichgewicht von Individualität und dem Wir, muss man das Verlassen des Ichs mit Gewalt zu Stande bringen. Je mehr ich also andere gleichschalten will, desto stärker der Einsatz von Gewalt, der auf einem gleichbleibenden Niveau später fixiert werden muss. Schwächt man hingegen die Gewaltgrade, fällt das System in sich zusammen und führt zurück ins Gleichgewicht aus Wir und Ich? Hm.. egal, weiter.

Heute gibt es alternative Denksysteme, die dem Individuum mal mehr mal weniger Freiheitsgrade erlauben, in seiner eigenen Welt zu leben, ohne gleich im Umerziehungslager oder im Grab zu landen. Selbst China hat eine Entwicklung durchgemacht, zunächst strikt geeicht, danach Dank Deng Xiaoping, der die persönlichen Freiheitsgerade gelockert und das Wirtschaftssystem auf einen liberaleren Weg geführt hat. Obwohl es zeitweise so aussah, als wäre der Konfuzionist Deng abserviert. Doch das politische System erlaubt sich noch keine dezentraleren Freiheitsgrade. Hier herrscht noch das Denken vor, das Wenige über Viele bestimmen müssen. Ganz so als ob man erkennt, dass man das Individuum nicht wirklich unter Kontrolle halten kann. Ist das nun falsch oder richtig?

Die Krux ist: Wie hält man eine Gesellschaft von 1,3 Mrd Menschen zusammen? Wie hält man eine mit 80 Millionen zusammen? Folgt man dem Glauben, dass man „von oben“ (wie auch immer das „Oben“ zu Stande kommt) keine Vorgaben machen darf und alles von selbst in ein gutes Equilibirum führt oder setzt man Vorgaben, weil man glaubt, dass sonst eine Gesellschaft im Chaos versinkt? Ist zB in D die Vorgabe „gut“ oder „schlecht“, dass nichts und niemand die freiheitlich, demokratische Grundordnung durchbrechen darf? Sollte irgendeine Partei, selbst wenn sie gewaltlos wäre, eine gänzlich andere Richtung propagieren, würde sie gesetzlich (!) verboten werden. Warum diese Diktatur eines Modells? Warum die Dikatur des chinesischen Modells? Was ist falsch, was richtig?

Solange wir als soziale und miteinander agierende Wesen geboren werden, gibt es kein „ich denke, also bin ich“, sondern immer nur „wir denken, also sind wir“. Das Individuum bekommt lediglich soviel Freheitsgerade, wie es das Wir erlaubt. Kommen wir aber endlich zum Abschluss, was ich eh nicht vorher zu Beginn des Artikels wusste, wohin die Reise geht und im Wissen, dass man nur sehr unvollkommen seine Gedanken einigermaßen nachvollziehbar artikulieren kann. Im Zentrum steht das Gefüge, dass wir mehr oder minder sehr unbewusst aufgrund unserer persönlichen Erfahrungswelt, die nur zum Teil selbsbestimmt ist, ungemein schwer Perspektivenwechsel vollführen können. Je physisch regionaler man agiert, desto eher wird man in seiner Welt gefangen sein. Gezwungenermaßen. Wie sonst sollte man in der dörflichen bzw. städtischen Gemeinschaft zusammenleben können? Umso wichtiger werden auch Zentralorgane wie Parteien und Medien, die eine gefühltes „Wir“ vermitteln müssen.

Das Internet, das vielgeschmähte Internet, das vielfach als Porno- und Handelplattform angesehen wird, kann helfen, dass wir voneinander mehr lernen als es geschichtlich jemals zuvor möglich war. Es verschafft uns Zugang zu einer weitaus größeren Gedankenwelt von falsch und richtig, was Lebensweisen und Lebenshaltungen angeht. Und es kann dazu führen, dass man den Teufelskreis des „Framings“ durchbricht, dass man andere versteht und annimmt. Lass es aufgrund sprachlicher und sozialer Barrieren 100 Jahre dauern, egal. Und es wird für die politisch denkenden Menschen, die uns ein „Wir“ aufdrängen wollen, immens gefährlich sein. Das betrifft nationale wie auch politische Systeme, grenzübergreifende Ideen und Vorstellungen, die das „Wir“ predigen. Und es kann sein, dass klassisch denkende Menschen gegen weltweit agierende Menschen, die nach einem gemeinsamen „Ich“ suchen, das das Wir nicht in Chaos auflöst, mehr als nur ein Wortgefecht führen werden. Es kann sein, dass wir eines Tages keine politische Führung und keine politischen Führer mehr brauchen werden. Es kann sein, dass man die eherne Gewaltenteilung durchbricht. Wie das zunächst endet, wissen wir geschichtlich gesehen leider nur zu gut. Sobald eine Nation in ihrer staatlichen Hoheit bedroht wird, setzen abwehrende Mechanismen ein. Nur ein Gedanke: Es ist heute bereits ohne Weiteres möglich, dass sich Menschen der nationalen Gesetzgebung und dem nationalen „Wir“ lossagen. Die landen schneller im Knast, als sie A sagen können. Und wenn die Idee einer weltweiten Gesellschaft mit eigenen Regeln (wir werden sie immer haben, so oder so:) zunimmt, werden immer mehr im Knast landen. Was dann? Unmöglich? Sagt das keiner einer bitte:) Die europäische Union geht doch bereits diesen Weg in kleinsten Ansätze, nationales Denken aufzulösen, ach:)) Die Väter der Grundidee haben weit in die Zukunft geschaut, warum das ein guter Weg sein kann. Wie soll sich denn bittschön Frankreich und Deutschland dann noch den Krieg erklären? Das wird dann wie Bayern contra Friesland sein, hehehe. Kein unschöner Gedanke.

Sorry, wenn man mir nicht folgen konnte, ich weiß es selbst nicht so genau, wie ich das alles zusammenfassen soll, ohne gleich ein blödes Buch zu schreiben. Bücher sind doch gefährlich, da sie Menschen zu einem Wir geführt haben, dass unendlich Leid erzeugt hat. Ja, ja:)) Ihr glaubt das nicht? Dann lest die Bibel oder den Koran. Was hat diese Idee außer Leid bisher unter dem Strich verursacht? Was hat Marx angerichtet? Und was Luther? Voltaire? Ohne Gewalt ging es nie von Statten, dass sich Menschen ein neues Gleichgewicht gegeben haben. Ein Idiot hat eine Idee in die Welt gesetzt, andere Idioten haben sie aufgegriffen und den „Rest“ gezwungen, nach einer Idee zu leben, teils Wort für Wort. Menschen sind … so begrenzt:) Letztlich: Ich bin auch nichts weiter als ein Idiot, der die Welt nicht mal ansatzweise begriffen hat. Immerhin, wenn man das begreift, beginnt das Verstehen.

komisch, dass Künstler immer die richtigen Worte finden und einpacken:)))


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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

22 Kommentare

  • Der chinesische „Staatskommunismus“ hat bloß leider nichts (mehr) mit der politiischen Theorie des Sozialismus/Kommunismus zu tun.

    Das ist staatlich gelenkter (Turbo)Manchesterkapitalismus.

  • Hey Robert,

    danke für deinen vorletzen Satz 😉 Das Ganze ist echt super komplex – halt Weltpolitik… habe die letzten Tage mit ner Reihe von „Experten“ geredet und in der Tat, je mehr man redet, desto schwieriger wird es. Bin gespannt was sich da noch tut…

    Gruß,
    Stefan

  • Es war wirklich schwierig zu folgen. 😉

    Im obigen verlinkten Artikel geht es aber nichtmal um Gut und Böse sondern einfach um eine realistische Betrachtung der Geschehnisse um den Fackellauf. Und ich denke mal, egal ob rechts, links, mitte oder völlig unpolitisch, die Aussagen, die der Spiegelfechter da macht, kann man nicht wiederlegen.

  • Interessante Überlegungen, einige Anmerkungen in Kürze
    1) Zu Tibet: Deren Kampf ist letztlich ein Kampf um die eigene national-ethnische Identität, man fühlt sich “ als Volk“, nicht nur als Kultur, von den Chinesen bedroht. Dieselbe Furcht haben übrigens auch Nachbarländer von China, so ist die Übernahme mongolischer Unternehmen durch chinesische Strohmänner ein vieldiskutiertes Thema in der Mongolei. Ich finde es interessant, daß viele derjenigen, die vom Nationalismus in Europa nichts wissen wollen, unreflektiert für einen tibetischen Nationalismus eintreten.
    2) Zum “ Framing“: Die Details, ohne diesen Begriff zu nennen, der Entwicklung eines solchen Denkrahmens beschreibt wohl besten Robert Cialdini
    http://en.wikipedia.org/wiki/Influence_Science_and_Practice
    3)Nur entfernt zum Thema passend, hat aber auch viel mit Vorbehalten und erstarrtem Denken zu tun: der Brandgutachterskandal in Berlin
    http://www.tagesspiegel.de/berlin/Justizirrtum-Brandursache;art270,2510768

  • Das Internet, das vielgeschmähte Internet, das vielfach als Porno- und Handelplattform angesehen wird, kann helfen, dass wir voneinander mehr lernen als es geschichtlich jemals zuvor möglich war.

    Wichtiger als das Werkzeug ist der Mensch und seine Einstellung selbst. Wenn der Mensch schon das wenige nicht lernen wollte, das er bereits vor der Existenz des Internets lernen konnte, warum sollte er dann das viele lernen, das jetzt möglich ist? Anders gesagt: man lernt nur das, was man lernen will. Auch im Internet sucht der Mensch oft nur das, was ihn und seine Vorurteile bestätigt und kommuniziert mit denen, die das gleiche denken wie er.

  • Uff, das war ja eine dicke Kiste, die du hier gepackt hast.

    Einige Sätze musste ich schon mehrmals lesen, aber so ist das halt, ist auch wirklich ein schweres Thema. Auf das Politische mag ich garnicht so gerne eingehen, da ich selbst „so unpolitisch und so unreif“ bin.

    Aber dein Gerde vom „Wir“ und sowas ist nicht ganz unbekannt. Ich besuche den Philosophie GK, und das wovon du redest, ist das, was Siggi Freud als „Kultur-Über-Ich“ bezeichnet. Das heißt, dass man in eine Kultur hineingeboren wird, und so von vornerein bestimmte Denkmuster in den jungen Menschen einfließen. Viel machen kann man da natürlich nicht. Entweder man übernimmt das von den Eltern, oder ist clever genug sich seinen eigenen Kopf zu machen.

    Naja, mehr wollt ich auch garnicht sagen.. hust hust…

  • Bedauerlicherweise haben wir Freud letztes Jahr behandelt, und das mit dem Kultur-Über-Ich kam leider nur in einem kurzen Klausurtext, sonst würde ich dir das natürlich näher bringen. Ich kann ja auch einfach ein Buch darüber lesen…. so wie die 12 Millionen anderen Bücher, die ich mir vornahm „irgendwann mal zu lesen“

    I break together…

  • @7: Ich glaube schon, daß die Internetkultur den Menschen verändert, eben weil sie die “ Cialdinischen Überzeugungselemente“ verändert und damit eben auch den Menschen. Weg von einseitiger Autoritätsorientierung gegenüber Einzelpersonen, der “ Masse“ und “ Freunden“, hin zu mehr eigener Entscheidungsfreude. Denn normalerweise versinkt die querköpfige Individualmeinung in der Schweigespirale, wie sie Frau Noelle-Neumann skizziert hat. Durch das Web jedoch findet der querdenkerische Geist Freunde, wird vielleicht sogar zur Autorität für diese Freunde und es bildet sich eine neue Masse.Durch die Internetkultur 2.0 wirken also die Cialdinischen Einflußelemente gegen die Entwicklung einer diktaturähnlichen Meinungsdominanz . Es wird z.B. interessant sein zu sehen, ob so eine internetbasierte Gegenbewegung geeignet ist, Fehlgutachter des LKA Berlin aus ihrem Job herauszubefördern. Sicherlich sind klassische Medien wie der Tagesspiegel hier im Moment federführend, ich könnte mir aber eine viel größere Wirkung vorstellen, wenn eine Vielzahl von Bloggern plötzlich ebenfalls bekundet, nicht wegen jedes Zufallsbrandes automatisch als Brandstifter zu gelten.

  • Noch @7: Natürlich ist das Internet nur eine Chance in Richtung mehr Demokratie, und gerade in Deutschland kann man hier schon oft frustriert sein, weil “ der deutsche Mensch und seine Einstellung“ nicht gerade demokratieverliebt sind.
    Ich habe z.B. in den letzten Tagen auf vielen Weblogs in Kommentaren auf die Tagesspiegelartikel zu dem Brandgutachterskandal hingewiesen.Die Reaktionen sind leider sehr dürftig, um nicht zu sagen: sie sind gleich null. Ich fürchte, Herr Burrasch hat gute Chancen, in Deutschland, dem Land, in dem man hinter vorgehaltener Hand gerne meckert, dann aber gehorcht, im Amt zu bleiben. Daß nur direkt von Fehlurteilen Betroffene oder mit dem Justizsystem vertraute Laien wie ich was sagen, reicht keinesfalls. Die “ Bloggerelite“ hat auf keinen Falle Interesse an dem Thema, vom lawblog bis basicthinking kam keine Reaktion, auch von den dortigen Lesern nicht. Ich vermute, daß es gar nicht am bösen Willen der Leute liegt, sondern am typisch deutschen Gehorsam gegenüber staatlichen Autoritäten. Wenn eine bestimmte Kritik Mode ist, z.B. gegeüber der “ Stasi 2.0″, dann kommt massiv Kritik, manchmal auch sehr undifferenziert. Ist aber eigenständiges Engagement nötig, kommt nix, auch und gerade von den “ Engagierten“ nicht.

  • Ordentlicher Artikel, gefällt mir echt gut.
    Schön finde ich den Verweis auf das social Framing – im Grunde bedeutet es ja, das im Interesse der eigenen Freiheit ein umfassendes Framing so weit wie möglich vermieden werden sollte – im Idealfall sollte ein Standpunkt/eine Sicht „ausserhalb“ gefunden werden, um andere Standpunkte zu verstehen.

    Meiner Meinung nach wird so ein unvoreingenommener Standpunkt ganz schön vom „Atlas der Globalisierung“ von der Le Monde diplomatique visualisiert, mit Karten nach dem Motto „Die Welt aus der Sicht Chinas“.

  • Schwieriges Thema, ja, und bitte mehr davon. Mich erstaunt, dass man alles so hinnimmt, was über China geschrieben wird, ohne wirklich nachzuforschen und sich mit der Gegenmeinung auseinanderzusetzen. Nur weil in China Zensur herrscht und bestimmte Webseiten nicht zu erreichen sind, heißt das doch noch lange nicht, dass wir im Westen nicht auch von unseren Medien dazu gebracht werden in eine bestimmte Richtung zu schauen. Nur sind die Methoden subtiler und die Masse an Menschen ist einfach nicht so groß, so dass die paar Leute, die sich mehr Gedanken dazu machen, nicht weiter stören.

    Danke für die Inspiration und dieses politische Statement.

  • sich selber als unpolitisch bezeichnen und dann trotzdem munter feststellen welche ansichten man zu einem thema hat.

    lustig.

    insgesamt kann man nicht unpolitisch sein – auch wenn mensch das zwischendurch glaubt wenn er die meinung der mehrheit vertritt.

  • Naja ich finde auch, in dem Blogeintrag ging es hauptsächlich um den Fackellauf und die Berichterstattung darüber. Natürlich kann man darüber ins Philosophieren geraten und erkennen, dass die Medien immer nur einen Ausschnitt der Wahrheit zeigen und sie daher stark verzerren, und dass Menschen dazu neigen nur dass zu sehen, was sie sehen wollen (und das ist das, was ihre Vorurteile und Investitionen bestätigt). An letzterem wird auch das Internet nichts ändern, denke ich (zu den Investitionen gehört auch, welchen Gruppen man sich anschliesst). Mit mehr Informationen können die Menschen aber vielleicht besser investieren.

    Der Artikel in seiner Länge kam mir aber trotzdem wie eine Strohmannargumentation vor: es geht doch bei der China-Olympiaproblematik nicht um das Gebaren beim Fackellauf!

    Angenommen die Tibetischen Demonstranten würden sich ganz furchtbar aufführen (könnten aber auch angeheuerte Agent Provokateuers aus China sein), und die Chinesichen wären fromme Lämmer: was können die Tibeter in Tibet dafür, wie ihre Landsleute sich aufführen, und was die Chinesen? Aus dem Getue um den Fackellauf lassen sich doch keine moralischen Umkehrschlüsse ziehen. Wenn man den Artikel liest, kriegt man ja echt Mitleid mit China, die armen, kriegen so viele böse Kommentare über ihre Fackelwächter, dabei haben alle anderen das auch gemacht.

    Hallo?? Es geht um die Besetzung eines Landes und Unterdrückung eines Volkes (Disclaimer: die genauen Umstände kenne ich nicht, war noch nie in Tibet). Der Rest ist nur Ablenkung und Augenwischerei.

  • In Deinem Artikel nicht, in dem verlinkten aber schon – meiner Meinung nach. Und den/die verlinkten Artikel fand ich in der Hinsicht eher suspekt, wie gesagt – also ich meine, ich vermute der Author war nicht einfach nur ein Opfer des Framing Problems, sondern hatte eine Agenda. Hätte mich klarer Ausrücken sollen, mit „dem Blogeintrag“ meinte ich den verlinkten Artikel.

    Edit: ich habe mich jetzt auch mal bemüssigt gefühlt, in meinem Blog was zu Chilympia zu sagen. Zaghafte Blogversuche…

  • Der chinesische “Staatskommunismus” hat bloß leider nichts (mehr) mit der politiischen Theorie des Sozialismus/Kommunismus zu tun.

    Das ist staatlich gelenkter (Turbo)Manchesterkapitalismus.

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