Marmor, Stein und Eisen bricht

Robert Basic

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nur unser Social Network nicht. Eine PWC-Umfrage hat nämlich ergeben:

Das Web 2.0 hat seine Nutzer fest im Griff: 85 Prozent der Deutschen, die oft im Internet surfen und dabei auch Seiten wie YouTube und Clipfish ansteuern, sind selbst Mitglied in sozialen Online-Netzwerken, wie aus einer Studie „Web 2.0 – Soziale Netzwerke“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) hervor geht. Dabei sehen die Mitglieder einer Online-Community ihr Engagement selten als vorübergehendes Hobby, sondern meist als langfristig angelegte Beziehung. So wollen 70 Prozent der Befragten zumindest in ihrem wichtigsten sozialen Netzwerk „für immer“ bleiben

Angesichts dessen, dass Martin rund 150 Social Networks in D zählt, ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass diese Treue nicht erwidert werden kann. Denn hin und wieder werden einige Anbieter ihre Tore schließen müssen, das so sicher wie das Amen in der Kirche ist. Das ist für beide Seiten unangenehm. Besonders dann, wenn der Kunde seine Inhalte nicht exportieren kann, wo es was zu exportieren gibt. Und wenn er es exportieren könnte, in welchem Format und wo importiert er das wieder? Das kann nach Jahren mühseligen Daten- und Beziehungsaufbaus ziemlich frustend sein, stelle ich mir vor, wenn man eine CD in der Hand hält und kein anderes System kann es wieder einlesen. Umso wichtiger ist, man kann es nicht genug betonen, dass sich die deutschen Anbieter auf einen gemeinsamen Standard einigen (siehe Initiative Data Portablity), um den Kundeninteressen entgegenzukommen. Natürlich ist das kein Grund für die Anbieter, um sich zusammenzuschließen, nur weil einer von denen mal pleite machen könnte. Auch das ist Tatsache, dass man zwar vordergründig an den Kunden denkt und entsprechend argumentiert. Eher wird das Argument ziehen, dass der Kunde Anspruch auf seine Daten hat und damit tun und lassen kann, was ihm beliebt. Dazu gehört natürlich auch das Mitnehmen.

Wenn man so will, ist ein eigens gehostetes Blog (also nicht über WordPress.com und andere Anbieter) die weitaus bessere Wahl, dauerhaft sein Leben im Netz auszubreiten. Die eigene „Pleite“ ist letztlich entweder die Unlust, am digitalen Leben teilzunehmen oder aber die biologische Grenze. Man ist nicht mehr fremdbestimmt. Und ich kenne bis dato keine Software, die das Individuum besser repräsentiert und greifbarer herüberbringt als ein Blog. Da es jedoch noch keine expliziten Funktionen gibt, um die Personen hinter den Blogs untereinander zu vernetzen (das Thema hatten wir schon mal), ziehen die meisten User fertige Vernetzungspakete wie StudiVZ/Myspace den Blogs vor. Wenn man aber ein Blog nicht als Textwüste, sondern als Mittelpunkt des digitalen Daseins definieren und verstehen würde, hätte sich schon längst in dieser Richtung etwas getan und der Nachteil eines Blogs -„man muss da immer was schreiben“- würde sich schnell im Nichts auflösen. Der Grundgedanke dahinter ist eigentlich recht simpel: Der Mensch -nehme ich an- bevorzugt stets etwa Eigenes, statt Ausgeliehenes. Wenn dieses Eigentum nicht so komplex bedienbar wäre (Installation, Updates, Template, Plugingewust…), hätten sich schon längst mehr Menschen auch Blogs angeschaut und angetan. Das kommt zum Denken in Textwüsten dazu. Dennoch bleibe ich dabei: Blogssystemanbieter haben die Chance – allen voran Automattic und Six Apart -, aus dem jetzigen Blog-Gefüge ein kleines, dezentrales SN zu machen, das dem User völlige Wahlfreiheit lässt, was er damit anstellt und wie er es befüllt. Ich befürchte aber, dass man aus dieser systemischen Denke (ein SN ist ein SN, ein Blog ist ein Bog, ein Forum ist ein Forum, usw) nicht herauskommt. Und es hoffentlich dafür eines Tages etwas geben wird, das die Vorzüge von Blogs und SNs zu einem neuen Ganzen verbindet. Mietwohnungen sind nett, aber Eigenheime rocken!

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Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.