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eSport wächst weiter

eSport? Wikipedia:

Der Begriff E-Sport (elektronischer Sport; weitere Schreibweisen im deutschsprachigen Raum sind eSport, e-Sport, E-Sports, eSports und e-Sports) bezeichnet den Wettkampf im Spielen von Computerspielen im Mehrspielermodus. Die Spielfelder und Regeln werden durch die Software des Wettkampfspiels sowie externen Wettkampfbestimmungen (z. B. das Reglement der jeweiligen E-Sportliga) vorgegeben.

Ich denke nicht, dass die meisten Bundesbürger Computerspiele-Zocker überhaupt als Sportler i.e.S. definieren würden, eben als Gamer, aber als Sportler? Jedoch, in der Tat gibt es zunehmend mehr und mehr Profis wie auch angehende Profis, die auf immer höher dotierten Wettbewerben teilnehmen. Aber auch in Ligen regelmäßig gegeneinander antreten. Schon alleine die Höhe der Preisgelder würde einen üblichen, professionellen Sportverdächtigen blass vor Neid machen, wenn man Preisgelder als Definitionsmaßstab zugrunde legen möchte, um Sport zu definieren. Und wer einmal einen Profi beim Daddeln zugesehen hat, der wird erkennen, welche Leistungen dort geboten werden (schon mal 800 Befehle pro Minute in einem Strategiegame wie Starcraft ausgeführt?). Gerade wenn man mal selber zockt, erkennt man sehr schnell die meisterliche Beherrschung des Games. Für mich sind diese Profis Wahnsinnige im positiven Sinne, deren Leistungen ich natürlich als Hochleistungssport betrachte und auch honoriere.

Weiterhin heißt es in der Wikipedia, um mal die Bedeutung dieser Sportart plastisch vor Augen zu halten, dass es schon längst kein Randphänomen mehr ist:

In Südkorea wurden über 200.000 Arbeitsplätze geschaffen, die mit E-Sport in Verbindung stehen und über 10 Millionen Südkoreaner verfolgen E-Sport. Finale der größten StarCraft-Ligen ziehen in Südkorea bis zu 100.000 Zuschauer an. In Deutschland werden die Finals der ESL Pro Series von bis zu 5.000 Zuschauern vor Ort und von über 40.000 Zuschauern via IPTV verfolgt. Es gibt derzeit keine genauen Zahlen über die Anzahl der E-Sportler. Die Zahl der E-Sportler in Deutschland schwankt von Quelle zu Quelle und reicht von nahezu 1.500.000 bis zu über 4.500.000 organisierten E-Sportlern. In Europa geht man von ca. 22.000.000 E-Sportlern aus. Die Global Gaming League (inklusive Clanbase) gibt an, über 1.500.000 Mitglieder zu haben. An den World Cyber Games 2005 haben ca. 1.250.000 Spieler teilgenommen und in der Electronic Sports League sind über 740.000 Spieler registriert. Der Electronic Sports World Cup geht davon aus, dass 2007 über 500.000 Spieler an ihren Qualifikationsturnieren teilnehmen

Und die aktuelle Pressemeldung der „ESL – Electronic Sports League“ (Deutschland) lautet wie folgt und klingt auch zurecht sehr stolz:

In der größten europäischen Liga für Computerspieler, der Electronic Sports Legaue (ESL), sind alleine in Deutschland 435.000 Mitglieder organisiert. Damit hat die Electronic Sports League mehr aktive, organisierte Mitglieder als zum Beispiel Basketball in Deutschland. Nach der Bestandserhebung des Deutschen Olympischen Sportbundes 2007 (Seite 11, .pdf) sortiert sich die Electronic Sports League hinter Volleyball auf Platz 16 der größten Sportverbände ein. Die Mitgliederzahl ist doppelt so groß wie die der organisierten Basketballmitglieder (knapp 200.000).

Weltweit hat die Electronic Sports League bereits über 800.000 Mitglieder. Diese sind in insgesamt 375.000 Mannschaften eigenständig organisiert und tragen im Monat circa 170.000 Spiele untereinander aus.

Klar muss ich nach Blogs fragen, die von eSportler betrieben werden hierzulande: Welche bekannt?

Man muss nicht zu sehr visionär sein, um sich vorstellen zu können, dass wir übermorgen einen deutschen Boris Becker oder Michael Schumacher sehen werden, den jeder kennt, der als Superstar gilt und statt real auf Bälle zu dreschen und um die Ecken zu brettern, das alles eben virtuell macht. BILD wird am 01. August 2012 titeln „Jaaaa, wir sind Weltmeister“ :)) Wartet es ab. Musiker sind Superstars, manche, ja. Aber Musik setzt mittlerweile weniger um als die Gaming-Industrie.


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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

20 Kommentare

  • Das sehe ich auch so… des weiteren ist die Gaming-Industrie auch schon nahe an der Film-Industrie dran, eventuell auch schon vorbeigezogen.
    Allein auf dem Blizzard Entertainment Worldwide Invitational 2008 in Paris werden Preise im Wert von über $100.000 auf diversen Warcraft III-, Starcraft- und WoW-Arena-Turnieren verteilt ( http://eu.blizzard.com/wwi08/event.xml ).
    Es ist deutlich zu erkennen, dass die virtuellen Welten und eSport immer mehr an Bedeutung gewinnen und bald nicht mehr wegzudenken sind.

  • Joa, ich bin selber eSportler, allerdings noch in der nicht so populären Konsolenriege von Nintendo. Bei manchen Spielen ist es auch krass mir zuzusehen, und manchmal find ich das auch selbst komisch, aber ich hab für sowas scheinbar ein natürliches Talent, und habe großen Spaß dabei. Die Events für Nintendo-eSports sind natürlich weitaus kleiner, allerdings gibt es schon Preisgelder von gut und gerne 500-1000€ für deutsche Meister in etwa. Kein Vergleich zu War- und Starcraft und dem Zeug, aber eher mein Genre =D

  • ich frage mich ob die „Mitglieder“ der ESL sich auch als Mitglied eines Sportverbandes sehen und ob eine GmbH überhaupt ein Verband sein kann und ob sich die ESL auch Interessenvertretung seiner Mitglieder versteht?

  • die esl ist kein verband, die esl ist eine liga. die firma dahinter heisst turle entertainment und ist alles andere als ein verband.

  • Superstars in der eSport-Szene gibt es schon lange, nur ist es leider so, dass sich die Mehrheit der Leute immer noch nicht für dieses Thema interessiert, weshalb diese Stars auch meistens „nur“ bei Computer-/Konsolenspielern, Software-Unternehmen und den entsprechenden Medien und ihren Redakteuren (Publikumspresse + CP) bekannt sind. Ich denke auch nicht, dass e-Sport Stars jemals mit Stars nicht-virtueller Sportarten konkurrieren werden, weil zweitere immer ein größeres Publikum und auch eine größere Bekanntheit erreichen werden. Das wird sich imho nicht ändern – trotz Wachstumsraten/-potenzial und Hype.

    Der bekannteste Superstar (aus Amerika) ist Johnathan Wendel aka „Fatal1ty“. (http://de.wikipedia.org/wiki/Johnathan_Wendel), der sich überwiegend mit Ego-Shootern beschäftigt. Daneben gibt es noch viele andere Stars aus allen möglichen Nationen der Erde.
    Hierzulange sind die „Fifa-Zwillinge“ Dennis und Daniel Schellhase relativ gut bekannt. In den Niederlanden ist Sander Kaasjager alias „Vo0“ ein „Painkiller“-Superstar, der mehr Tuniere in diesem Spiel gewonnen hat, als jeder andere und zu Recht als bester Painkiller-Spieler des Planeten gilt. Daneben haben wir einen deutschen Weltmeister bei Need for Speed, das ist Niklas Timmermann. In Südkorea: u.a. Lim Yo-hwan (Starcraft)

    Weitere Quellen (Liste bekannter eSportler):

    http://www.esport.de/wiki/Stars
    http://tinyurl.com/6j8tek
    und hier noch ein Artikel, den ich selbst damals geschrieben habe, mit Hintergrundinfos und einer ganzen Reihe von Links: http://tinyurl.com/6z8k57

    PS: Ich bin selbst eine Zeit lang eSportler gewesen.

  • schade das Giga-E-Sports nicht mehr im „normalen“ TV läuft… ich war immer wieder begeistert, was die Jungs/Mädels egal welches Genre sie gespielt haben geleistet haben und ich glaube E-Sport wird es noch weit bringen… und ich bin selber mit 32 Jahren nicht wirklich die Zielgruppe von E-Sport, oder doch?

  • „der Electronic Sports Legaue (ESL), sind alleine in Deutschland 435.000 Mitglieder organisiert. Damit hat die Electronic Sports League mehr aktive, organisierte Mitglieder als zum Beispiel Basketball in Deutschland.“

    Was ist das bitte für ein empirischer Vergleich? Ich sage doch auch nicht, dass Handball, Eishockey und Pferderennen zusammen mehr Zuschauer haben als Fußball oO
    E-Sport mit Basketball zu vergleichen paßt nicht, da wohl innerhalb der e-Sport Szene unterschiedliche Spiele unterschiedliche Bedeutungen haben. Und die Counterstrike Spieler eine andere Ansicht haben, als Fifa Spiele. Die sich überschneidene Schnittmenge ist gering. Eine Homogenisierung des E-Sports halte ich für falsch.
    Außerdem stellt sich für mich die Frage, ob zwei Finger-Bewegung wirklich Sport ist. Ich würde es eher als neues Produkt im Kapitalismus verstehen, als weitere Option den Zwängen des Systems für kurze Zeit zu entfliehen. Sport als körperliche Betätigung ist hier nicht gegeben, da müssen ja Autorennfahrer mehr leisten. Diese neuartige Bewegung alle Spiele als Sport zu verkaufen finde ich echt nicht mehr lustig. Poker, E-Sport… und schön alles von zu Hause am PC. Für die gesellschaftliche Verdummung!

  • Die Pressemitteilung ist natürlich Schmuh. ESL zählt schlichtweg jeden Account – auch die kostenlosen. Dass mehr Leute sich irgendwo einloggen als Beim lokalen Basketballtraining auftauchen und Mitgliedsbeiträge zu zahlen, dürfte selbstverständlich sein.

  • Hallo Robert,

    wir sehen einen ähnlichen Trend wie Du. Wie in jedem Sport, der sich professionalisiert, wird auch im Gaming das Thema Leistungssteigerung ein großer Punkt werden. Ein Grund für uns, FpsBrain auf den Markt zu bringen.

    Viele Grüße

    Thomas

  • Thomas: Du hast recht – solche Trends muss man nutz- und umsatzbringend aufgreifen. seit das iPhone auf dem Markt ist, hab ich auch deutlich mehr WLAN-Kabel über Ebay verkauft.

  • @ Sascha (3) Die ESL ist kein Verband, sondern wie schon geschrieben eine Liga, welche ein „Produkt“ von Turtle Entertainment ist. Vertreten werden die „Esportler“ mittlerweile recht repräsentativ durch den Deutschen Esportsbund (http://e-sb.de) und organisieren sich in kleineren, größeren, professionellen und weniger professionellen Teams. Ich denke auch das sich der Esports immer mehr in professionellen Bahnen bewegt, leider kommt das meist nur bei den erfolgreichsten Teams an.

    Schade ist nur das es Leute gibt, welche das Computerspielen als Gesellschaftliche Verdummung dar stellen. Meist sollten sich genau diese Leute besser mit dem Thema auseinander setzen.

    Ich selbst arbeite bei einem recht professionell organisierten Verein und finde es schade zu hören, wir hätte an der Gesellschaftlichen Verdummung einen Anteil. Zu mal Sport nur in seltenen Fällen für wirkliche Intelligenz steht.
    So wirklich viele Blogs gibt es im Esports nicht, eher Community und News Seiten wie: http://www.readmore.de, http://www.fragster.de, http://www.mymtw.de
    Außerdem schreiben die meisten Clans auf ihren Seiten viel über eigene Spiele und Events.

    Liebe Grüße David

  • Zum enormen Vertriebsumsatz der Gaming-Industrie wird in den nächsten Jahren ja noch der steigende Anteil von In-Game Advertising kommen. Noch sind die Umsätze sehr überschaubar, aber das Nutzungspotential ist schon enorm: Lt. Time Budget verbringen die unter 49jährigen mehr Zeit beim Spielen als beim Lesen von Büchern und Zeitschriften (zusammen genommen). Bleibt nur die Frage, ob Gamer zukünftig die Wahl haben werden zwischen günstigeren, werbefinanzierten und teureren werbefreien Spielen. Fänd ich eigentlich gut, allerdings würden sich sehr wahrscheinlich die Versionen mit Werbung durchsetzen.

  • Übrigens realtiv lustig zu wissen, dass Readmore nach der immer stärken Kommerzialisierung von mymtw entstanden ist und nachdem Readmore dann von Computec gekauft wurde, kurz darauf viele Redakteure zu fragster abgewandert sind 🙂

    Es scheint in dem Bereich noch viele Idealisten zu geben.

  • #17 So 100% nicht richtig 😉

    Aber in der Tat gibt es natürlich viele Idealisten, wie in jeder Jugendbewegung, in der viele sich noch nicht um den Füllstand ihres Kühlschranks sorgen müssen 🙂

    Ansonsten sehe ich heute – trotz RSS-Abo – zum ersten Mal, dass du, Robert, dich zu dem Thema äußerst. Freut mich natürlich sehr, da nach meiner Beobachtung die Blogger im Schnitt älter sind als eSportler und man hier in einigen Kommentaren ja auch schon tendenziell voreingenommene Meinungen lesen kann. Grade die Sache mit der ‚Verdummung‘ ist natürlich herrlich. Aber darauf möchte ich garnicht im Detail eingehen.

    Was das Wachstum angeht: Leider kann ich deiner Aussage nur bedingt zustimmen. Als Marktteilnehmer sehen wir, dass der eSport momentan „nur“ organisch wächst. Das ist zwar auch schön und im Verhältnis zu anderen Branchen noch immer sehr ordentlich, aber im Grunde wartet die ganze Community bereits seit 2-3 Jahren auf den wirklichen Durchbruch. Es ist vom Wachstum her in keinem Fall mit Poker zu vergleichen, das ja innerhalb von vielleicht zwei Jahren vom Nischenhobby zum absoluten Mainstream gewachsen ist.

    Dennoch sind ‚wir‘ natürlich sehr gespannt, welche Auswirkungen die World Cyber Games 2008 in den Kölner Messehallen haben werden. In der Vergangenheit fanden die WCG trotz Austragungsorten wie Seattle, Monza oder Singapur immer schon sehr viel Mainstream-Öffentlichkeit (SZ, ARD, just to name a few) und in diesem Jahr findet diese ‚Olympiade der eSportler‘ zum ersten Mal in Deutschland statt. Da rechnet die Szene derzeit mit sehr umfangreicher Berichterstattung und hofft natürlich auf einen kleinen Boom, wie man ihn auch nach Dingen wie einem deutschen Sieg bei der Handball-WM beobachten konnte.

  • ja david dieser boom ist iwie ausgeblieben. die bericht erstattung für die Öffentlichkeit war ja eig überhaupt nicht vorhanden! Es hätte zwa was werden können ist wohl aber nichts geworden. Auch ging ja mal das Gerücht durch die Szene das Esports mal Olympisch werden sollte ist aber noch nicht passiert aber wenn der E-sport sich so weiter entwickelt und vielleicht noch größere Aufmerksamkeit genießen würde, könnte das Gerücht in einigen Jahren vielleicht sogar realisiert werden. Wäre ne coole Sache!

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