das Werden eines großen Blogs

Robert Basic

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These: Je größer Dein Blog desto mehr muss man sich persönlich zurücknehmen und versuchen, alle Seiten eines Topics neutral zu beleuchten. Nun haben wir in D keinen Beppe Grillo (der in Italien nahezu jedem bekannt ist, nicht nur wegen seinen Blog, sondern er war schon zuvor bekannt). Also ist es ein Gedankenspiel.

Stell Dir vor, Du hast ein Blog, das von der Leserreichweite in nichts der BILD nachstehen würde. Und stell Dir weiter vor, Du würdest „wie immer“ mit Schmackes und scharfer Zunge Deine Position vertreten. Meinungsbehaftet. Ob man will oder nicht, man wird zum Populisten. Stell Dir von mir wegen vor, Du bist ein ehrwürdiger Imam, den weltweit 100 Mio Menschen lesen würden und der zur Radikalisierung der gesellschaftlichen Haltung auffordert. Du wärest der Papst, der die Katholiken zum Kampf gegen Andersgläubige auffordert. Du wärest ein Rechtsradikaler, der zum Kampf gegen die Vermischung der Kulturen ruft. Ist das so ungefähr klar, auch wenns arg pauschalisierend ist, was das bedeutet? 4 Mio und mehr Menschen hängen an Deinen Lippen. Dein Wort bestimmt Schicksale. So what? Nix so what. Wer Intoleranz und einseitiges Wissen predigt, ist auf dem falschen Weg.

In meiner Welt steigt die Verantwortung, wenn Du zum Wortführer wirst. So eben die BILD, leider Gottes. Und es ist absolut verantwortunglos, dass man polarisiert. Man muss nicht smart sein, um zu verstehen, dass man Dinge von vielen Seiten betrachten kann. Und je besser man eine Sache aus verschiedenen Winkeln beleuchtet, ungeachtet seiner eigenen Positionen, die man ja gerne auch kundtun kann, eröffnet man den Lesern die Chance, sich selbst ein Bild zu machen. Das ist auch der Grund, warum ich den Medien einen Vorwurf mache, dass sie zu Gunsten der Umsatzzahlen ihre immens wichtige Rolle immer mehr vergessen, die ihnen obliegt. Eine neutrale Berichterstattung erschöpft sich nicht darin, dass man Dinge verkürzt darstellt. So ist die BILD ein Paradebeispiel, wie man es falsch macht. Auch die FAZ oder einen Spiegel möchte ich davon nicht ausnehmen. Würde aber ein werdender Großblogger dieses Spiel der Kräfte und der Verantwortung verstehen? Wenn es schon den Medien nicht gelingt, wie dann einem Blogger alleine? Ich bin froh, dass wir keine Großblogger in D haben. Die Medien haben die konsumierende Haltung gefördert, aber nicht verhindert. Show statt Information. Also bleibt es den Netzbewohnern überlassen, das im Kleinen zu korrigieren? Mach ich das? Macht das jemand anders? Warum nicht?

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Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.