Sonstiges

gebrauchte Brillen ohne Grenzen

war mir als Brillenträger nicht bewusst, dass man seine alten Gestelle und Gläser nicht wegwerfen muss, sondern stattdessen an L.S.F. Lunettes sans Frontiére senden kann. Background:

In Afrika stellt eine Brille den Gegenwert von 6-8 Monatslöhnen dar, ist also für die meisten der dort lebenden Menschen unerschwinglich. Die Kosten für die Reise zum nächsten Optiker, der oft ca. 1.000 Kilometer entfernt liegt, ist meist unbezahlbar. In Afrika kommt statistisch gesehen nur ein Facharzt für Augenheilkunde auf eine Million Menschen!

Seit 1974 sammelt Pater Francois Meyer vom Kapuzinerkonvent in Hirsingue Brillen für arme Sehbehinderte. In Hirsingue sortiert eine Gruppe von etwa 30 motivierten Helfern das Sammelgut, vermerkt die Dioptrien auf jedem Brillenglas, verpackt die Brillen in Etuis und in Päckchen von 1, 2 oder 3 kg.

Da ich weiß, wie blind man sich ohne Brille fühlt und in vielerlei Hinsicht dadurch behindert wird, wenn man nicht mehr sonderlich gut sehen kann, freut es mich, darauf hinweisen zu können. Siehe Blindflisch Blog: Was machen mit alten Brillen?


Vernetze dich mit uns!

Like uns auf Facebook oder folge uns bei Twitter


Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

30 Kommentare

  • Sattdessen landen die Brillen im Müll oder auf eBay. In Deutschland gibts meiner Meinung nach einen viel zu schwachen Trend zu gebrauchten Handys.

    Da könnte man doch schnell ne große Kette aufmachen: Second Handy. Warum nicht gut erhaltene Handys vertickern, oder auch Akkus, billige Netzteile und Tarife, welche noch nicht abgelaufen sind?

  • Hallo Rob Vegas,

    ich sehe das Problem eher in der Qualität der Geräte. Mit einer Brille kannst nach 3 Jahren schon noch etwas anfangen, aber mit einem Handy? Die sind doch meistens so im Eimer das sowieso nichts mehr geht.

    Nichtsdestotrotz gibt es in München ein Laden und der heißt auch so wie Du vorgeschlagen hast „Second Handy“. Im münchner Radio kommt hierzu immer Werbung.

    Schöne Grüße

    Florian

  • @Rob Vegas: Das mit den Handys funktioniert mittlerweile genauso gut wie mit Gebrauchtwagen: Es werden bereits viele Gebrauchtgerte kostenlos oder für einen kleinen Obolus eingesammelt und die Handy-Industrie mischt da fleissig mit, weil zu geringe Recycling- oder Weiterverwertungsquoten bald Strafzahlungen zu Folge haben. Eigentlich pervers, dass ein zu lange haltbares Handy Ärger macht, weil es verhindert, dass Akku-Recycling-Quoten erfüllt werden.

    Viele der Handys landen in Afrika oder Osteuropa, wo sie noch sehr lange weiterbenutzt werden. Ist auch nicht schwer, weil sich viele typische Schäden („Wasserschaden“) mit einfachen Mitteln und etwas Zeit beheben lassen. Wer im Detail wissen will, wie anderswo mit unseren alten Handys gearbeitet wird, sollte mal bei Jan Chipchase vorbeischauen, der für Nokia sehr detaillierte Nutzungsstudien erstellt.

    http://www.janchipchase.com

  • Also Brillen sammelt mein Optiker und Handys gehen hier in Österreich an die Aktion „Licht im Dunkeln“. Eine Recycling-Firma spendet dann 3 – 5 Euro an die Aktion. In Deutschland habe ich bei der Telekom eine Handytüte angefordert und mein altes Handy darin in den nächsten Briefkasten gestopft.
    Second Handy Läden gibt es hier in Österreich auch.

  • Vor genau einem Jahr war ich zwei Wochen zu Gast in einem Waisenhaus in Ouagadougou. Während dieser Zeit wurden zwei Container (!) voll mit „für das arme Afrika“ gespendeter Kleidung und Schuhe geliefert.

    Was war der erste Kommentar, den ich dort hörte?

    „Scheiße, jetzt verlieren schon wieder zig Schneider und Schuster ihren Job“.

    Hier mehr dazu.

  • Bin auch Brillenträger. Kann mich erinnern dass mein Optiker vor 10-15 Jahren schon einmal so eine Sammelaktion für Tahiti (wenn ich mich nicht irre) veranstaltet hat.
    Super Sache sowas!

  • Ja, ich finde auch, das sollte man unterstützen. Meine alten Brillen habe ich mir zwar immer als Zweitbrille ins Auto gelegt, falls mal was passieren sollte, aber mittlerweile haben sich doch schon ein paar angesammelt, die ich noch nie gebraucht habe. Ich kann die alten Brillen allerdings bei meinem Optiker abgeben, der sie dann weiterreicht an Hilfsorganisationen.

  • tja da kommt die idee wieder zu spät, doch ich weiß sogar aus dem eigenen bekanntenkreis, dass ganze container mit alten fahrrädern/rostlauben nach afrika gehen.

    wahrscheinlich fährt mein kleiner mazda irgendwann auch noch in ghana durch die gegend und staubt ein paar afrikanische bräute an der eisdiele ab 😉

  • @Rob Vegas: Prinzipiell ist zu bedenken, wieviel Aufwand ein hier abgelegtes Konsumgut macht, das in der sogenannten Dritten Welt weiterverwendet wird. Bei Kleidern ist tatsächlich ein Problem, dass die oft lokal vorhandene Industrie und Manufakturen bis hinunter zu kleinen Handwerksbetrieben zerstört werden. Kleider spende ich deshalb nur an Projekte, bei denen sichergestellt ist, dass diese geschreddert werden und bspw. in der Automobilindustrie als Dämmstoff zum Einsatz kommen. Wenn subventionierte Behindertenwerkstätten das Waschen und Sortieren übernehmen ist das OK.

    Bei Fahrrädern kann ich es schlecht beurteilen, aber ich keine kein afrikanisches Land, dass eine nennenswerte Fahrradindustrie hätte. Hier ausgemusterte Drahtesel, die billig auf dem Dorf landen, bringen dem „Dorfschmied“ Arbeit, zudem entstehen oft kreative Lastenfahrräder, was eine echte Bereicherung sein kann.

    Mit Mobiltelefonen sieht es ähnlich aus. Billig verkaufte Zweit- und Dritthandmobiltelefone schaffen wahrscheinlich in den vielen informellen Reparaturbuden weit mehr Arbeitsplätze als es eine lokale CKD-Fertigung könnte.

  • Bei Brillen kann ich es mir auch noch als einigermaßen sinnvoll vorstellen – eine afrikanische Brillenindustrie muss es nicht notwendigerweise geben. Sollte es sie aber geben, so hätten die durch so etwas ein Problem. Die Situation bei der Altkleiderspende wurde ja bereits angesprochen.

  • Hätte ich gewusst, dass es sowas gibt! Erst vor ein paar Tagen habe ich meine alte Brille weggeworfen, weil ich einfach nicht wusste, ob man die irgendwie noch sinnvoll nutzen könnte.
    Schade aber ich werde es mir für die nächste merken 😉

  • Alte Brillen sinnvoll entsorgen…

    Ich bin sicher nicht der einzige Brillenträger, der eine ganze Schublade voller alter Brillen hat. Und wenn dann auch noch weitere Brillenträger in der Familie sind, kommt über die Jahre wirklich ein ansehnliches Sammelsurium zusammen. J…

  • Achtung, es gibt auch Sammelstellen, die versprechen die Brillen einer Sammelaktion zuzuführen, um sie dann z.B. über Eba… zu verticken.
    Bitte immer an Lunettes sans Frontiere oder an den ZVA (Zentralverband der Augenoptiker)

  • Gebrauchte Brillen sind ein wertvoller Rohstoff und erhalten im Idealfall auch Ihre Funktion als Sehhilfe bei. Daher ist es wichtig diese Brille z.B. für Hilfsprojekte zu spenden!

    Manche Brillen wie billige „Saisonsonnenbrillen“ ohne Sehstärke sind aber auch noch für andere Projekte interessant. Wer Lust hat kann seine „Gebrauchte“ gerne bei unserem Projekt „Alte Brillen“ abgeben: http://projekte.realisr.com/1328/Alte_Brillen-Deutschland. Wir bedanken uns schon jetzt für eure Untersützung

  • Finde das ne klasse Sache! Bin auch Brillenträger und habe mich jetzt zu Weihnachten an der LSF Aktion beteiligt. Beste Grüße!

  • Alte Brillen recyceln…

    Was soll ich mit meiner alten Brille machen?

    Diese Frage stellten sich sicher schon einige. Ich fragte Kay, den Optiker meines Vertrauens, ob ich ihm alte Brillen zum „Recyceln“ geben kann. Brillen Recycling heißt in diesem Fall, dass der Optike…

  • Ist schon eine tolle Idee das man diese Brillen dein Kinder die sich die nicht leisten können einfach verschenkt. Mal ehrlich – meine alten Brillen liegen doch nur einfach im Regal

  • Sorry ,aber das mit den Handy`s ist ja wohl Käse ! Den Leuten mangelt es an wirklich wichtigen Dingen.Das mit der Brille finde ich super,das Augenlicht ist und bleibt eines unserer wichtigsten Güter.
    Ebenso wie Brunnenbau und Lebensmittel sind das wirklich zum Leben notwendige Hilfen.

Kommentieren