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Zitat des Tages

Benedikt:

Umgekehrt verlinken Zeitungen, Onlinemagazine und Radiobeiträge nur in Ausnahmefällen (Heises Telepolis ist hier ein lobenswertes Beispiel) auf die referenzierten Blogbeiträge. Auf diese Weise wird der schiefe Eindruck verstärkt, dass die Blogosphäre andere Mediensysteme parasitiert, während Printpresse, TV und Radio ihre Inhalte aus eigener Kraft schaffen (vgl. zur Parasitenthese v.a. den Aufsatz „€œAre blogs a „€˜parasitic“€™ medium?“€? von Robert Niles). Durch dieses auch für die empirische Forschung schwer durchsichtige (Nicht-)Linkverhalten wird die Relevanz der Blogosphäre systematisch unterschätzt.

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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

9 Kommentare

  • Wie soll ein Radiobeitrag denn verlinken?
    Der Regelfall in Radionachrichten ist doch eher, dass eine Person als Quelle genannt wird, die etwas gesagt hat. Da die meisten Radiosender hierzulande stark regionalisiert sind, schaffen sie ihre Inhalte tatsächlich meistens aus eigener Kraft (besorgen O-Töne vor Ort), _müssen_ dies sogar tun. Also: Ich denke, auf Radio trifft diese Äußerung nur sehr eingeschränkt zu.

  • Ich war letztens richtig stolz, dass es die örtliche Presse hier geschafft hat, unter ein Foto das Auftragsblog als Autoren zu benennen. Wird wohl eher die Ausnahme sein. Und dass Zeitungen zugeben, ihr Thema aus nem Blog zu haben – das wird wohl noch seeeeehr lange dauern.

  • Relevanz von Blogs. Schwieriges Thema. In der Masse wird die Meinung der Blogosphäre für „klassische“ Journalisten langsam interessant.

    Ich weiß nicht, ob der Vergleich hinkt, aber ich muss da an meine letzten Schuljahre im Gymnasium denken: da wurde, für Kurzvorträge etc., gerade das Internet als Hauptinformationsquelle entdeckt und auch so als Quelle benannt: „Internet“ — manchmal schon präziser: „Wikipedia“. Dabei bietet das URL-System eine so gute Möglichkeit der Referenzangabe.

    So ähnlich nebulös scheint mir die Blogosphäre momentan noch für die alten Medien zu sein: wenn aus den Blogs mal ein Thema in den Mainstream schwappt, dann wird „die Webcommunity“ oder eben „Blogs“ zitiert. Konkrete Namen fallen (noch) selten, und wenn, dann nur von einer handvoll A-Blogger.

    Hab über die (Ir)relevanz von Blogs auch letztens in meinem Blog ausgelassen: http://pseudopost.org/archives/2008/04/gegendarstellung-blogs-sind-irrelevant-oder/

  • ich war bisher einmal im ksta verlinkt. die ip-adresse seh ich öfter mal in meinen statistiken, dto. vom wdr. heute erst rief mich ein reporter an, der einen bericht über sülz machen möchte und verzällte mir u.a., was er dazu auf suelz-koeln.de fand. letztlich wird das durchaus ein eigenständiger bericht. aber blogs sind durchaus ideenquellen. ist umgekehrt ja auch so.

  • Das Internet ansich wird immer noch nicht als sichere Quelle gesehen.
    Es war direkt auffällig, als Liveleak.com in der Tagesschau als Quelle für das fast abgesürzte Flugzeug in Hamburg genannt wurde.
    Aber das war meines Wissens auch das allererste Mal…zumindest in dieser Sendung.

  • Mich würde wirklich interessieren, wann + wo konkret traditionelle Massenmedien Meldungen von Blogs übernommen haben und den betreffenden Blog nicht als Quelle genannt haben.

  • da es im betreffenden beitrag von benedikt ja konkret um die blogschau geht,
    verweise ich gerne auf die dazugehörige linkliste
    bei del.icio.us/blogschau – da sind alle genutzen blogeinträge verlinkt.
    schön brav jeweils mit dem dazugehörigen sendungs-tag (blogschau06,05,04,03,….)

    würde die links auf besonderen alle gerne noch zusätzlich verlesen (natürlich mit dem vorsatz:
    „und holen sie jetzt bitte einen stift und einen zettel aus der küchenschublade“), einzig: es fehlt die zeit. und außerdem
    würde das niemand auf der welt hören (wollen)

    konzept der blogschau ist ja gerade ein zusammenwirken der medien. digital + analog = besser (vielleicht)

    best,m

  • Seit über zwei Jahren habe ich zum Teil vorher unbekannte WWI Fotos von der Ostfront ins Web gestellt, vom Kriegsgeschehen im Osten, das eher unterpräsentiert ist gegenüber den Vorgängen im Westen 1914-1918. Bei Flickr. Außer einer Verlinkung bei Spon 2005, möglicherweise via BoingBoing, gab es weder von Journalisten noch von Wissenschaftlern in Deutschland Reaktionen, eher aus anderen Ländern, zum Beispiel Lettland. Das ist meine empirische Erfahrung. Und ich bin sicher, dass hier eine Menge Stoff für Forscher und auch Journalisten vorhanden ist, es sind immerhin mehrere hundert Fotos. Aber egal, die Fotos sind da, und wer will, kann sie finden.

  • @marcus Ich finde das sowieso prima. Aber auf was viele Blogger scharf sind, auch wenn manche es einfach nicht zugeben, sind direkte Links. Jeder Link verbessert das Ranking bei Google positiv …. aber das ist ja SEO und damit böse 😉

    Obwohl selber wie schwer erkannbar SEO muss ich den traditionellen Medien beispringen. Ein Großteil der Blogger recycelt den Inhalt anderer Quellen, schreibt vielleicht noch ein paar Sätze eigene Meinung mit dazu. Oft genug entdecke ich solch umweltschonende Wiederverwendung (Satzbau ein wenig verändert) meinen originären Inhalten auf anderen Blogs. Von Ideenklau ganz zu schweigen. Aber das stört mich schon nicht mehr, denn die Kopie ist nie so gut wie das Original.

    Ausgerechnet ein Black Hat (ich hoffe ich trete den Red Hat damit nicht zu nahe) hat dazu einen sehr guten Artikel geschrieben: http://www.redseoblog.com/96-feature-content-vs-blog-posts-vs-durchnittliche-texte.html

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