Sonstiges

wenn Kommentare nerven

die meisten werden wohl die Heise-Foren als „bestes“ Beispiel kennen, wie sinnlos Kommentare sind, wenn eine Kultur des gegenseitigen Besserwissens und Angiftens herrscht. Reine Platzverschwendung für den Server.

Und auf Blogs? Schnappen wir uns Deutsche-Startups. Da fällt es extremst negativ auf, wie man über den Autor und/oder das Startup in den Kommentaren herzieht und sich auch untereinander angiftet. Ganz ehrlich? Ich hätte da keinen Bock, mein Startup proaktiv vorzustellen, nur um sich das sich aufschaukelnde Gemaule reinzuziehen. Wenns nur Wenige wären, wärs ja kein Thema, aber das ist einfach zuviel imho.

Was kann man tun, damit Kommentare nicht ausufern und dermaßen unproduktiv werden? Es steht nirgends geschrieben, dass eine beinharte Moderation nicht erlaubt ist. Auch wenn der eine oder andere Leser dann zu jammern anfängt, ist das irrelevant. Lieber einige kicken und sperren, bevor es sich aufs ganze Blog auswirkt. Meinungsfreiheit? Jo mei, jeder kann sich heute ein eigenes Blog antun und seine Meinung kundtun. Das wäre genauso hier: Wenn ich merken würde, dass es zu ätzend wird, würde ich oW löschen und redigieren. Was ich eh schon tue, wenn ein Kommentar zu sehr nach Linksucht riecht. Aber das ist ein anderes Thema. Prinzipiell kann man Kommentare vor dem Veröffentlichen moderieren oder direkt veröffenltichen lassen und dann kicken. Das lässt auf jeden Fall WordPress zu, bei anderen Blog-Systemen weiß ich es nicht. Zusätzlich bietet es sich an, dass nur registrierte Leser kommentieren dürfen. Auch das ist eine zustätzliche Hürde, die man einbauen kann, die aber auf der anderen Seite Leser abschreckt, die mal nur kurz was sagen wollen. So zB auf Gründerszene. Werde ich dort kommentieren? Nope, da ich dort nicht so häufig was sagen will, so aber habe ich halt gar keine Lust mehr.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, von den Kommentierenden einen Klarnamen mit einer echten Mailadresse (nix Mailinator-Mist) einzufordern, was bei vowe superb klappt.

Klar moderiert man nicht so, dass man sich gegenseitig nur noch -mit Verlaub- die Eier schaukelt. Aber ausufernde Gehässigkeiten kickt man eben und lässt die Gekickten halt ob der Unfairness dieser Welt heulen. Gesamtheitlich wirkt sich das positiv aufs Blog aus und zieht auch wieder die Leser an, die auf eine gepflegtere Konversation ohne stetes Gemaule Wert legen.

Eine dritte Möglichkeit besteht darin, vom Admin als allzu negativ gemünzte Kommentare in einen separaten Bereich zu schieben, der nicht mehr unmittelbar unterhalb des Artikels zu finden ist, sondern weitab vom Schuss einzusehen ist. So nimmt man demjenigen, der sich davon ernährt, die Prominenz. Wer redet schon gerne mit sich selbst? Ist ein beliebtes Mittel auf Foren, wenn es heiß hergeht. Man schiebt den Thread einfach in ein spezielles Forum. Und Gekickte dürfen sich dort mit den Moderatoren zanken, warum man denn so fies war. Die Mehrheit hat nun Ruhe von dieser Zankerei. Und tut es sich wieder gemütlich machen. Letztlich ist öffentliche Prominenz eines der Triebfedern für Streitgespräche. Hat man als Herummaulender kein Publikum mehr, hat man keinen Bock mehr. Wie man das bewerkstelligt, dass bestimmte Kommentare nicht mehr im Kommentarverlauf angezeigt werden? Mir selbst ist kein spezielles WordPress-Plugin (um es mal an WP festzumachen) bekannt. Jedoch kann man ja oW ein Forum installieren, sobald nötig, einen Thread aufmachen, die unerwünschten Kommentare da reinschieben und fertig. Um es nicht manuell zu machen, setzt man als Admin zum Kommentar ein bestimmtes Flag, das man wiederum im Forum abfragen kann. Ganz so easy ist das für uns, die keine Ahnung von PHP haben, nicht, aber man kann ja Leute um Mithilfe fragen.

Eine vierte Möglichkeit gibts natürlich auch, die aber nur für ultra high frequency Blogs klappt: Man postet so viel, dass sich negative Kommentare im Artikelwust schlichtweg verlieren. Da man die Leser als Kommentierende auseinanderzieht und es erst gar nicht zu einer Kommentarballung kommen lässt, wo sich eher Kommentare aufschaukeln könnten.

Und eine fünfte Möglichkeit, die Michael erwähnt, soll nicht verschwiegen werden: Wer Digg.com kennt, kennt die Kommentarbewertung. Kommentare mit negativen Votings kann man ausblenden. Läuft aber imho nur, wenn man zahlreiche Kommentare hat. Sonst ist das imho sinnlos.


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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

22 Kommentare

  • Ich vermute, es liegt an der Obrigkeitshörigkeit der Deutschen, daß man kontroverse Diskussionen als bedrohlich begreift. Ich persönlich halte diese Aversion gegen meinethalben auch persönlich abwertende Kommentare für einen Ausdruck von Demokratieferne und fühle mich eher durch die „Zensurkultur“ bedroht. Wobei ja glücklicherweise die Bloggerei die ganze Zensur ad absurdum führt, denn wie richtig gesagt, kann sich jeder ein Blog zulegen.
    Und so sehr sich auch gutmenschliche Blogger im Verein mit dem sogenannten “ Qualitätsjournalismus“ bemühen, unliebsame Meinungen zu zensieren: der große Erfolg von PI zeigt, daß es nicht mehr greift.

  • was ist PI? Und kontroverse Diskussionen sind doch super, solange es nicht in Gemaule, Geflame und persönliche Besserwisserei andauernd abgleitet. Kontrovers kann man auch in D ganz hervorragend diskutieren, schau dich doch einfach nur in den Foren um. Weil einige Threads Murks sind, ist nicht das Ganze schlecht. q.e.d.

  • Der Blog “ Politically incorrect“ ist Dir unbekannt? Ich fasse es nicht. Ich habe dort übrigens wegen zu rechtslastiger Ansichten Hausverbot… Und das bei einem Blog, das zwar betont israelfreundlich auftritt, dessen Kommentare aber oft implizit sehr viel rechter sind als meine explizit rechten Ansichten.

  • Bei manchen Seiten können die Benutzer Kommentare bewerten. Mit einem einfachen Plus- und Minus-Button. Kommentare die mehr als 5 Minus-Bewertungen zeigt man dann einfach nicht mehr an. Dürfte auch was bringen.

    Ein Plugin für Wodpress & Co ist mir aber auch nicht bekannt.

  • Bisher bist Du der einzige “ Großblogger“, der das allermeiste meiner Ansichten veröffentlicht hat.Bei allen anderen besteht Hausverbot, ich sehe also keine kontroversen Diskussionen über das nationale Thema in Deutschland, und selbst bei Dir greift bei zuviel “ Glitschigkeit“ dann die Zensur.
    Mit meinen zugegeben oft provokanten Thesen hoffe ich ja, die Diskussionskultur und damit die Demokratiekultur in Deutschland etwas verbessern zu können.

  • PI ist pi minus news punkt net. Ein Blog, das den Islam als Ursache allen Übels und Christentum in Verbindung mit den USA als Ultima Ratio sieht.
    Gutmensch ist im Jargon der PI-Leser die Bezeichnung für Kommentatoren, die ihnen nicht in den Kram passen.
    Die Zensur bei PI hab‘ ich schon selbst mitbekommen.
    Naja. zum Thema:
    Ich versuche Moderation möglichst zu vermeiden um eine eventuell aufkommende Diskussion nicht zu behindern. Gerade bei viel besuchten Blogs gerät damit die Diskussion ins Stocken, wenn der Admin mal keine Zeit hat. Manchmal ist es aber aus Angst vor zweifelhaften Äußerungen oder Links in Verbindung mit Abmahnanwälten gar nicht anders möglich als bei längerer Abwesenheit die Moderation zu aktivieren.
    Ein Blogger, der sich über zu viele link-lastige Kommentare beschwert, jammert auf jeden Fall auf hohem Niveau, immerhin hat er schon viele Kommentatoren und hat die Bekanntheit, dass sich das Spammen an dieser Stelle lohnt.

  • Das ist nunmal Web 2.0 jeder möchte seine Meinung mitteilen.

    Leider kommt es ab einer gewissen Anzahl immer wieder zu sinnlosen oder dreisten Kommentaren. Ich denke niemand hat etwas gegen Kritik, aber leider machen sich die wenigsten die Mühe ihre Kritik auszuformulieren, sondern sagen einfach dass es scheisse ist oder schon 1000mal da war.

    Sowas ist man eigentlich von Seiten wie winfuture oder wie schon erwähnt heise gewöhnt. Ab einer gewissen Größe hält diese Umgangsform leider langsam aber sicher auch Eingang in die Blogosphäre.

    Ich warte nur noch auf die #1 oder erster Kommentare hier bei Dir.

  • Ich bin generell dafür das ein Blogger die Kommentare seiner Benutzer löschen kann, sofern diese Kommentare nicht zum Thema passen oder Firmen beleidigen. Ich als Blogger, wenn auch einer der letzten, möchte keine Abmahnung kassieren nur weil ein Kommentator seine Meinung durch Beleidigungen formulieren muss.

    Ich musste mich sogar schonmal deswegen beleidigen lassen, nur weil ich einen Kommentar nicht freigeschaltet habe.

  • @gr4y: rechtlich bist Du solange aus dem Schneider, bis Dich niemand auffordert, den Kommentar zu löschen … also kann Dir bis dato ne Mahnung am *piep* vorbei gehen

    – generell wären vielleicht mal Benimmregeln für Blogs nicht schlecht: wer sich nicht dran hält, wird geblockt oder fliegt raus / ist ein bißchen Aufwand, sollte aber machbar sein

  • @15 Falsch:Eine Abmahnung ist auf jeden Fall ernstzunehmen. Für die in den Kommentaren geäußerten Ansichten haftet sowohl zivil-als auch strafrechtlich der Blogbetreiber. Deshalb habe ich schon seit etlichen Monaten bei mir die Kommentare auf “ moderiert“ geschaltet, die Staatsschutzkammern warten doch nur darauf, daß in der Nacht mal ein Kommentar strafrechtlich relevanten Inhalts einige Stunden auf dem Blog steht.Bei unliebsamen Blogbetreibern kann sowas sicher auch mal eine mehrjährige Haftstrafe nach sich ziehen, da gehe ich lieber auf Nummer sicher.

  • ACK insbesondere zum dritten Abschnitt. Hab‘ lange Zeit Ärger mit ein paar Leuten gehabt, die mir und anderen Kommentierenden gegenüber teilweise wirklich beleidigend aufgetreten sind. Hinzu kommt permanente Werbung der Konkurrenzm, was ja nun auch nicht sein muss.

    Konsequenzen:
    a) NoFollow in den Coments – bin ich eigentlich kein Freund von, aber mir ist meine Zeit zu schade zum Editieren von Namen
    b) Posts mit div. Schlüsselbegriffen sowie über einen recht exotischen Provider werden erst nach Moderation angezeigt
    c) Belehrung zwischen Eingabefeld und Absenden-Button, dass Trollerei unkommentiert gelöscht wird

    Ganz wichtig: Den Worten auch wirklich Taten folgen lassen, damit die Idioten sehen, dass durchgegriffen wird.
    Seitdem hab‘ ich gottlob weitestgehend meine Ruhe. Auch den letzten Spinnern ist es verständlicher Weise zu blöd, Schreibzeit für einen Kommentar zu stecken, der entweder niemals angezeigt wird oder nur einige Minuten sichtbar ist.

    Die Typen beschränken sich nun darauf, meine Blogs in div. Toplisten runter-zu-bewerten (zB http://www.bloggerei.de/bewertung_6180_blog.php), was mir aber nun wirklich egal ist 🙂

    Ciao
    Johannes

    Ciao
    Johannes

  • Bei Volker klappt das nur, weil er eine Heulsuse ist und sich sogar die Zeit nimmt, Bildschirmfotos von meiner Seite anzufertigen und mich an seinen „Pranger“ zu stellen, weil ich wissentlich mit falschem Namen kommentiert habe.

    Also sprich bitte nicht von „klappt gut“, wenn ein unsouveräner Mensch als Kommentar-… agiert.

  • Der Vorwurf der Zensur ist meiner Meinung nach Blödsinn. In Blogs gilt Hausrecht, da kann jeder „Besitzer“ sagen, was er nicht will und fertig. Gibt’s im Real Life ja auch, oder was kommt als nächstes? Wird ein politisches Graffiti an der Wand, was entfernt wird, als Zensur gewertet?

  • @#14: weisste, genau da ist das Problem. Warum sollten man keine Firmen beleidigen dürfen? Wenn man was gegen persönliche Beleidigungen hat – okay, aber Firmen? Für mich ist der Nestle ein Arschloch. Und ich distanziere mich direkt mal davon, dass Robert das auch meinen könnte xD

    @#20: Jedes entfernte Graffiti ist Zensur.

    P.S.: Robert, es gibt jetzt was neues gegen Kommentar Spam (http://wordpress.org/extend/plugins/wp-spamfree/) . Ich bin einfach so schlecht in Mathe…

  • eigentlich ist das doch schon langsam normal, das überall ein Besserwisser auftaucht und quertreibt
    entweder sind das kleine Kinder oder Erwachsene, denen langweilig ist oder einfach nur stur?
    nur wenn ich teilweise in Blogs lese „Du A….“ usw., wo man sich nur noch Beschimpfungen an den Kopf wirft, was bringt das? Irgendwann muß man eingreifen, das sollte Jedem klar sein
    Und das ist für mich keine Zensur, sondern einfach nur Benehmen 🙂

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