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DSDS für uns Alte?

hey, wo liegt das Limit für eine DSDS-Bewerbung? 29? Oder 30? Lasse ich die Teilnehmer vor meinem geistigen Auge vorbeischwimmen, sehe ich junge Menschen, die Schwierigkeiten haben, der Musik eine gewisse Reife und ein Gefühl zu verleihen, das eher reiferen Menschen zu eigen ist. Warum nicht also eine Art von DSDS für ab 30? Hä? Oder bin ich einfach zu alt geworden und kann mit Jungspunt-Musik nicht mehr so viel anfangen? Schaue ich mir die Perfomance eines alternden Profis wie Bruce (ok, ein echter Superstar;) oder die von Tom Waits an, kann ich mir einen Zwanzigjährigen schwerlich vorstellen, der ähnlich Schmackes und Gefühl reinbringen kann. „Wir Alten“ tragen doch etwas mehr mit uns an Glück, Schmerz, Tod, Liebe, Kindern, Narben, Erfahrungen, Gute wie Schlechte, das prägt eine Performance weitaus mehr als ein „unberührter“ junger Mensch.


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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

33 Kommentare

  • Das Problem ist halt, dass man mit den Teenies viel besser Geld machen kann. Wer von uns „alten“ würde schon 100-mal für den Lieblingskandidaten anrufen? Oder alle 3 Monate eine CD kaufen wollen? Ich glaube das hat einfach praktische Gründe dass keiner so ’ne Sendung machen will.

  • Ergänzung zu Schmackes, Schmerz und Gefühl:

    RTL-Superstar Thomas Godoj ist 29 Jahre alt.

    Tom Waits ist (im Video von 1977) 28 Jahre alt.

  • Da kann ich mir ein bisschen schamlose Eigenwerbung nicht verkneifen. Falls du vor hast etwas in der Art zu veranstalten wär ich mit dabei. Rein zufällig habe ich auch die richtige Plattform für den Job.

  • Erfahrene und reife „Alte“ lassen sich tendenziell nicht so leicht verbiegen, wie’s die TV-Humankapitalverbrenner gern möchten. Nur ne Vermutung.

    Generell stimme ich dir aber zu. Ohne Einschränkung bzgl. Alter würde man bestimmt mehr Qualität unter den Kandidaten haben. Aber Qualität war AFAIK bei DSDS noch nie ein Faktor.

  • Die Sache mit der Kreativität…je älter der Künstler, desto weniger neuer Output ist nach vielen beruflichen Musikerjahren zu erwarten. Wiederholungen, ähnliche Passagen, viele gleiche, musikalisch emotionale Ausdrücke. Bruce Springsteen & Co waren und sind sensationelle Künstler, allerdings vor allem bezogen auf deren alten Songs…damals, als sie noch sensationell gut waren; aber alles was neu hinzukommt, ist zunehmend wenig neues und sogar langweilig.

    Es ist aber wirklich unfair, Bruce und „Künstler“ aus DSDS zu vergleichen. Schließlich sind die DSDS-Leute keine Songwriter, sondern Nachsinger von Dieter Bohlens Sülzwerke, der trotz seiner Erfahrung weder jetzt noch vor vielen Jahren ansprechende Musik liefern konnte.

  • Mit Deiner Analyse hast Du wohl weitgehend Recht (ich selber bin übrigens 51). Allerdings denke ich, dass Du Dich bezüglich des eigentlichen Zwecks solcher Veranstaltungen irrst. Dabei geht es, wenn überhaupt, nur am Rande um gesangliche, musikalische oder schauspielerische Qualität, sondern um die Möglichkeit des Publikums, eigene Sehnsüchte und verloren geglaubte „Unschuld“ optimal projizieren zu können. Je unschuldiger und kindlicher die da oben auf der Bühne aussehen, desto besser geht das.

    Die von die angesprochene „Reife“ der Älteren ist nämlich in den meisten Fällen nicht vorhanden.

  • Wenn Du dabei bist gucke ich mir die nächste Staffel auf jeden Fall an! Und wenn Du es über diese ganzen Recalls in die Mottoshows geschafft hast rufe ich auch an. Ich schwöre!

  • Hi Sehr schöner Betrag nur leider funktioniert das Video bei mir nicht richt. wenn ich auf play drücke merke ich zwar das etwas geladen wird aber das bild bleibt schwarz.

    Aber ich werde mir DSDS nicht weiter anschau langsamm wird es doch wirklich langweilig da sich alles wiederhollt

  • Um schon während der Ausscheidungskämpfe möglichst viel Geld zu machen, werden ständig die Telefonvotings durchgeführt. Ich denke, dass überwiegend junge Leute für ihre „Stars“ anrufen. Zudem lassen sich dann kurzfristig die CDs der Gewinnerperson besser an die jüngeren vermarkten. Bei diesen Shows geht es doch nur um Geld, um nichts weiter. Oftmals bleiben ja die Teilnehmer später böse auf der Strecke.. Diese Geldmaschine dürfte schwer mit „älteren“ funktionieren.

    Vielleicht eine nette Idee: DSDS im Internet. Teilnehmer stellen ihr Gesangsvideo ins Internet (im Vorfeld wird ein fester Terminrahmen und eine Songpalette festgelegt). Die User stimmen dann bis zu einem gewissen Zeitpunkt ab. Die User, die übrigbleiben, bekommen eine neue Chance einen neuen Song einzustellen. So geht es weiter bis zum Schluß. Alles ohne Telefongebühren, nur mit viel Spaß. In Kooperation mit Youtube/Myvideo könnte das spannend werden. Dann hat vielleicht auch Robert eine Chance unter die ersten 10 zu kommen ;-).

    VG Jörn

  • Es gibt da diesen Spruch von Dieter Bohlen, dass für manche die Gesangs-/Musikkarriere schon mit 30 ‚rum ist. Klar, ist natürlich seine Meinung. Ich muss aber Siegfried recht geben: Bei DSDS geht es jetzt wirklich nicht darum, gute Sänger zu finden – ich würde sogar sagen, dass diese Nummer mit der Projektion eigener Sehnsüchte und Wünsche auch nur Mittel zum Zweck ist. Es geht, wie soll es anders ein, um den Profit. Wir wissen ja alle, dass Dieter Bohlen was von der Musikbranche versteht, auch wenn das vielleicht nicht auf Musik selber zutreffen mag…

  • Genau, warum veranstaltest Du nicht so einen Wettbewerb? Einfach einen eigenen Kanal auf Youtube einrichten …
    Ein Vorschlag für die Juri: Robert, der Schockwellenreiter und Louffi

  • @9 Jörn

    Alles was Du dazu brauchst findest Du bei uns. Auf myPEAK.net kannst Du und jeder völlig kostenlos eigene Video- und Fotowettbewerbe veranstalten. Die Leute können daran teilnehmen indem sie eigene Videos hochladen. Die Gewinner werden von den Besuchern durch Abstimmung gewählt.

    Die Videos liegen dabei auf Youtube etc. und per IFrame lässt sich der Wettbewerb einfach in jede beliebige Webseite integrieren und kann dann dort ablaufen.

    Zur Zeit entwickeln wir eine Facebook Applikation. Mit dieser wird es dann zusätzlich möglich sein aus Facebook heraus an den Wettbewerben teil zu nehmen. Dadurch müssen sich die Leute dann nicht extra registrieren und für den Wettbewerbsveranstalter wird es dadurch einfacher möglichst viele Menschen auf einmal anzusprechen.

    Wir sind immer auf der Suche nach Kooperationspartner für weitere spannende Wettbewerbe. Wer Interesse hat kann sich gerne bei mir melden. Es muss auch kein DSDS Klon sein. Es gibt viele Möglichkeiten einen Video- oder Fotowettbewerb zu veranstalten.

    pst [at] mypeak.net

  • @ Philipp
    Diesen Spaß überlasse ich lieber jemanden, der noch kein Projekt hat. Ich bin voll ausgelastet, auch wenn ich gerne alle meine Ideen selber umsetzen würde ;-). Mit Hilfe Deiner Plattform dürfte es ja vielleicht für einen Studenten eine nette Idee sein…

    VG Jörn

  • @Jörn wir planen etwas ähnliches bereits selbst. Einen Wettbewerb für Nachwuchsmusiker, wahrscheinlich erstmal lokal hier im Raum Köln/Bonn, weil als Preis ein Auftritt winkt. Im Prinzip bleibt es den Bands aber natürlich selbst überlassen von wie weit sie anreisen wollen.

    Sobald es da Neuigkeiten gibt erfährt man bei uns im Blog natürlich davon. Jetzt ist das ganze noch in der Planung.

  • Ich glaube, dass das Alter in diesen Shows so langsam doch ansteigt. Thomas ist ja auch schon 29. Mit dem ständig motzenden, pupertierenden Benny hat der Zuschauer oder wer auch immer kurzen Prozeß gemacht! Es wird aber auch Zeit, das Musik wieder zu Musik wird. Problematisch ist, das es anscheinend zu wenig gute Musik gibt, sonst würde im Radio nicht immer das Gleiche laufen.
    schöne Grüße

  • In Ergaenzung zu #2:

    Springsteen war 25 als er mit dem beruehmten Zitat „I saw the future of rock and roll and its name is Bruce Springsteen. And on a night when I needed to feel young, he made me feel like I was hearing music for the very first time.“ beschrieben wurde.

    „Born to Run“ hat er mit 26 geschrieben, sicherlich eines seiner besten Alben.

  • @16 Thomas: ich habe mal gelesen, dass ein durchschnittliches „Radio“ ca. 200-400 Songs im Portfolio hat. Die meisten Radios setzen „Mixer“ ein, welche die Songs optimal durchmischen. Im Schnitt werden nur 15 Minuten (beim Autofahren) Radio gehört. Wer länger hört bekommt dadurch – zurecht – den Eindruck immer das Gleiche zu hören.

    In einer der Shows hat Dieter B. mal sinngemäß gesagt, dass sich der Gewinner höchstens ein paar Monate im Geschäft hält. So what, es ist ein einfaches Geschäft(-smodell), bei dem „Superstarts“ wegen der TV-Sendung für einen „Hit“ h
    aufgebaut werden. Die Containershow auf RTL2 läuft ja auch noch …

    Wir wäre es mit DSDBS (Deutschland sucht den BlogStar)?

  • Ich glaube gegen eine Teilnahme von [im Berufsleben stehenden] älteren – (ist man schon als 69 alt ?) – Menschen steht ein einfacher Grund, die verfügbare Zeit. Wer gibt seinen Beruf auf um den Strohhalm der Chance eines Superstar zu ergreifen.
    Denkt man an die Haltbarkeitszeit dieser Star´s ist das nicht gerade eine langfristige Geschichte…

  • Bin ich eigentlich der einzige, der die hier verlinkte Matilda-Version für absolut gräßlich hält?

    WAAAAALTZING MAAATÜÜÜÜLDAAAAA …

    Waits’ extrem herausgepresste, ultratief verstellte Stimme hat schon fast was parodistisches. Death Metal meets Pop Ballad. 🙂
    Nein, im Ernst, diese Interpretation finde ich total daneben, gefühlvoll geht anders. Was natürlich nicht heißt, dass Waits mir normalerweise keine Schauer über den Rücken laufen lassen kann … aber hier, nee, das geht wirklich nicht, sorry.

  • Die Jugend hat in der Musik ebenso ihre Vorteile wie das Alter. Das Alter hat mehr Erfahrung und mehr Schmerz und kann dort mehr erzählen. Das fehlt der Jugend und daher kann diese unbeschwerter die heiteren und frohen Dinge transportieren und geht auch an andere Dinge viel unbekümmerter heran als dies ein alt eingefahrener tut. Beides hat seine Vor- und Nachteile.

    Aber für eine Industrie wie bei DSDS ist es vor allem wichtig einen jungen Menschen zu bekommen der bei der Zielgruppe gut ankommt und der sich vor allem leicht verbiegen und alles mit sich machen lässt.

    Im übrigen finde ich den Gesang im obrigen Video von Mr Waits grauenvoll. 😛

  • wer über 30 würde sich denn von Dieter Bohlen so anpflaumen lassen? Das ist so wie in der Schule. Wenn ich heute erlebe, wie die Lehrer mit unseren Kindern umgehen, das würde ich mir ja auch nicht mehr gefallen lassen.
    Rumzicken mit Bohlen, das würde der Show einen neuen Impuls geben: dann muss man anrufen, wenn man will, dass Dieter Bohlen drin bleibt 🙂

  • @Robert
    Hmm, Da magst Du Recht haben …
    Aber na ja, immerhin sieht Joaquin es ähnlich. 😉

    Um nochmal kurz auf DSDS zurückzukommen: Ich bin überzeugt, dass es bei der Show in allererster Linie darum geht, möglichst viele Werbe- und Telefoneinnahmen zu generieren. Fällt am Ende ein passabler (= gut zu vermarktender) Gewinner dabei ab, umso besser. Ich frage mich, wie gut der gehypte Medlock sein könnte, wenn er hörbare Musik komponiert bekommen würde und nicht diesen billigen Plastikpop. Aber ihm selbst scheint das ja ganz egal zu sein, insofern kein Mitleid.

  • Aber dass DSDS ein *Nachwuchs*wettbewerb ist, hast du schon mitgekriegt, oder? Insofern ist der Vergleich mit gestandenen Musikern nicht ganz fair.

  • naja, dsds ist ein nachwuchswettbewerb. es ist eher eine comic-show für arme. da ältere menschen hoffentlich nicht so blöd sind, den affenzirkus mitzumachen, wäre eine dsds-sendung für „alte“ nicht durchführbar, aber komisch und auch mal etwas anderes. da wir dem demographischen wandel, so oder so ausgesetzt sind, wäre das mal eine zukunftsweisende antwort auf das fernsehprogramm von heute. mehr soul, mehr funk, mehr lebenserfahrung-> super idee!

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