Sonstiges

Entspannungs-Beirat für Wikipedianer-Admins?

Franz Patzig hat sich auch der Edit-Auswüchse bei der Wikipedia angenommen, verweist beispielhaft auf den Eintrag über Barcamps.

Editier-Kämpfe leiten sich aus Regeln ab, Regeln leiten sich von Menschen ab, die sich ohne Regeln unsicher fühlen. So gibt es eine Regel, keine Blog-Links setzen zu dürfen, da diese als Quellen kategorisch ausgeschlossen werden. Man muss nicht sonderlich gut bewandert sein, um zu erahnen, dass manche Blogs bessere Hintergrundinfos liefern als so manch ein Wikipedia-Artikel. Dennoch schließt man diese wegen – wie war das – „wechselndem Content“ aus. Natürlich ist diese Regel grober Unsinn und wer immer sie aufgestellt hat, hat eben einen Fehler begangen. Um aber Fehler zu korrigieren, muss man Regeln korrigieren, muss man Menschen die Unsicherheit nehmen.

Da beides naturgemäß schwer gelingen wird (schon mal ein Gesetzeswerk gesehen, das statt dicker zu werden immer dünner wird?), muss man eine Nicht-Regel einführen.

1. Wikipedia-Regel = „Unschärfe-Regel“: Regeln sind zum Brechen da. Keine Regel muss befolgt werden, wenn sie dem Ziel nicht förderlich ist. Das Ziel ist die Verbreitung des Wissens. Da Wissen dem menschlichen Geist entspringt und dieser naturbedingt aufgrund seinem nur allzu begrenzten Intellekt unscharf ist, sind Unschärfen im Artikel zuzulassen, selbst wenn sie bestimmte, andere Regeln brechen.

Das Problem ist die Unschärfe selbst, denn Wissen ist nicht nur unscharf, sondern auch subjektiv. Solange jedoch Admins die Unvollkommenheit des menschlichen Geistes nicht akzeptieren, werden sie Regeln Wort für Wort befolgen, nach Objektivierbarkeit streben und den Stock aus dem Hintern nicht nehmen können:) Ergo? Wir brauchen Massageeinrichtungen für Wikipedia-Admins. Entspannen, zurücklehnen, sich zurücknehmen, eine 3 gerade sein lassen. Ohne, dass die Wikipedia nun zusammenbrechen würde.

Ob ich den Artikel ernst meine? Teils ja, teils nein;)

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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

16 Kommentare

  • Du kommst zirka sieben Jahre zu spät. Diese Nicht-Regel gab es schon kurz nach Gründung der Wikipedia. Folge: in vielen, vielen Artikel mussten immer wieder die selben Kleinigkeiten durchgefochten werden: Zum Beispiel die Binnen-I-Schreibweise, die Gestaltung der Info-Kästen oder Wie man Personennamen richtig formatiert. Kurz zusammengefasst: das skaliert einfach nicht.

    Übrigens: Fällt die Keine Weblog-Regel weg – welche Blogs werden da wohl plötzlich in Tausenden Artikeln zitiert werden?

  • Ich finde die Regel auch schwachsinnig.
    Meine Seite war auch ewig bei wikipedia gelistet, bis jemand auf die Idee kam die rauszuschmeißen, mit der Begründung, dass sich der Inhalt ändert. Dafür ist schon seit ewigkeiten laut.de verlinkt – dessen Inhalt auch wechselt – die nachweislich Kommerziell sind und zudem falsche Informationen zum Thema online haben.

  • Ach ja, die Wikipedianer…

    Mitarbeit bei Wikipedia-Artikeln ist immer wieder eine Wohltat für masochistisch veranlagte Zeitgenossen. Leider tummeln sich nicht nur unter den Admins, sondern auch (oder gerade) unter den „Power-Usern“ viele Übereifrige mit Blockwart-Attitüden.
    Ich bin der Ansicht, dass die Wikipedia-Geschichte ohne Regeln viel besser aufgestellt sein könnte, wenn man statt durch Regeln auf Vernunft und die Durchsetzungskraft allgemeiner bekannten Wissens setzen könnte (mir ist klar, dass das ein frommer Wunsch ist, aber träumen muss erlaubt sein).
    In der jetzigen Konstellation dürfte die Erfolgsgeschichte bald ein Ende nehmen, weil die Wikipedia-Aktiven nur noch im eigenen Saft schmoren.

    Warum darf man eigentlich in Wikipedia auf Wiki-Links verweisen? Die Seiten verändern sich doch auch? Welche Internetseite ist schon nicht veränderbar? Mir ist die Lust schon lange vergangen, mich dort zu beteiligen. Sollen sie machen. Sicherlich wird es bald was besseres als Wissensbasis geben.

  • Die deutsche Wikipedia ist vor Jahren von kleinlichen Kraemerseelen uebernommen worden. Statt eine Enzykoldaedie von Bueger fuer Buerger zu machen will/wollte man es mit dem Brockhaus aufnehmen und sich wohl so ein bischen mehr Anerkennung erheischen. Schade, netter Versuch, aber komplett danebengegangen.

  • Macht korrumpiert – was heute die Wikipedia-Admins sind, waren vor nicht allzu langer Zeit die dmoz-Editoren (remember?) oder IRCOPS (als es nur wenige Servernetze gab). Nur dummerweise wird bei der Wikipedia davon ausgegangen, dass das, was daraus entsteht, Ähnlichkeit mit Wahrheit hat. Stupid earthlings.

  • nice… ich wusste gar nicht dass die Wikipedianer SO paranoid sind o.O

    Bisher wusste ich nur dass es anscheinend in politisch motivierten Artikeln nicht ganz objektiv daherging (Mein Sozialkundelehrer hat sich grundsätzlich massiv gegen die Wikipedia ausgesprochen), aber dass die auch noch jetzt so krampfhaft versuchen, eben diesen Umstand scheinbar auszubügeln…

    Ekelhaft… aber gut, wer’s braucht… ich bin froh um jeden sinnvollen Blog!

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