Sonstiges

Mobile Basic

die Zeichen am Himmel, auf der Erde, unter der Erde, auf dem Wasser und unter dem Wasser sind unübersehbar. Das Internet, wie wir es als User heute kennen, wird zunehmend mobiler. Apple und One Laptop per Child haben haben sozusagen das Fass zum Überlaufen gebracht.

Die Miniaturisierung der Geräte schreitet voran, Asus EEE hat es als erster erfolgreich in die Praxis umgesetzt, was die mobilen Internetdevices angeht, wenn man an herkömmliche Computergeräte denkt (in dem Fall über die Geräteklasse „Ultra Mobile PC“). Apple ist es wiederum gelungen, als erster über Mobilfunkgeräte eine Bresche zu schlagen, indem man das Handy anders „gedacht“ hat. Es gab zwar zuvor schon viele Anläufe, aber Apple und Asus haben den Berg erstmalig erklommen. Und es ist unübersehbar, dass andere Hersteller nachziehen. Aus unterschiedlichsten Richtungen. Nokia will mit Macht nicht mehr nur ein Handyhersteller, sondern ein Anbieter mobiler Lösungen werden, Intel und VIA bauen passende Chips, Mobilfunker erweitern ihre Leitungskapazitäten und drehen an den Datenpreisen, Google pusht mit Android gewaltig auf den Markt, Apple bietet mobile Software demnächst über Itunes an, Nvidia fokussiert sich zunehmend auch auf mobile Geräte, um die grafischen Fähigkeiten zu verbessern, die Preise dieser kleinen Gerätewunder fallen zunehmend, natürlichere Bedienerinterfaces sind Dank Apple im Kommen, Microsoft, Google und Yahoo sind ganz nass auf den mobilen Werbemarkt, alle Telekomriesen weltweit schärfen nicht mehr nur ihre Sinne, kurzum, man kann die tektonischen Verschiebungen nicht mehr überhören.

Wir haben 3 Milliarden Menschen da draußen, die Handys benutzen, aber lediglich 1,2 Milliarden Internetnutzer, die über ihren PC/MaC/Linux ins Netz gehen. Man muss kein großartiger Controller sein, der 1+1+1 zusammenrechnet = Die Bedeutung und Nutzung des Internets wächst rasant, die Geräte werden mobiler, das Web kommt zum User und wir haben jetzt schon 3x soviel mobile Sprachnutzer wie Internetnutzer, der Sprung aber von mobilen Voice- zu Datendiensten ist angesichts der o.g. Entwicklungen kein großer mehr.

Das hat zur Folge? Dass sich alle, ausnahmslos alle Profis, die sich mit dem Internet beschäftigen, von Shopanbieter bis hin zum Developer Gedanken machen müssen, was die Nutzungsparadigmen einer mobilen Nutzung angeht. Warum? Ganz einfach… mobile Devices haben kleinere Screens (Ergonomie bedingt Usage!) und eine mobile Nutzung bedeutet auch eine weitaus schnellere und einfachere Nutzung. Wer will schon komplexe Menues mit fizzeligen Linkwüsten bedienen, wenn er mal kurz was auch immer nachschlagen möchte? Und es geht eben nicht nur darum, eine i.website zu haben, sondern eine gefällige Webapplikation zu schreiben, die vom Nutzungsmuster her weitaus besser geeignet ist, einen mobilen Webuser zu beglücken, statt das bloß vom Umdesignen einer Webseite anzugehen, was bis dato die dominierende Philosophie ist, die ich grundsätzlich nicht für verkehrt, aber nicht wirklich geeignet halte. Die jetzigen ipHone Applikationen zeigen idealerweise den Weg auf, was die mobile Usage und die GUI angeht. Nicht die Webseite, sondern eine Applikation mit einem Webservice im Hintergrund ist das goldene Kalb.

Und ich werde nicht einfach so daneben stehen und über die kommenden Jahre hinweg zusehen, wie in anderen Ländern zunehmend Märkte erobert werden, während wir hierzulande zögern und auf den großen Segen der IVW warten, die aufzeigen, dass Internetservices nun doch von einer spürbaren Masse an mobilen Usern genutzt werden.

Ergo? Es wird ein mobile basic thinking geben, das sich damit beschäftigt, die Entwicklungen aufzuzeigen, Webseiten und mobile Webapplikationen beispielhaft vorzuführen, Agenturen und Kunden zu nerven, was und warum sie etwas wie umgesetzt haben, etcpp. Und, ich plane jetzt schon für den Winter ein „Mobile Barcamp“, um die frühe Szene zusammenzuführen. Noch ist nix verloren, mein Traum ist, dass wir hierzulande ein Startup sehen werden, das sich weltweit etablieren kann. Das kann aber nur klappen, wenn man genug versucht, probiert, macht, sich vernetzt und die Köpfe heiß redet, langsam versteht, sich austobt, Ideen umsetzt und verbessert. Alleine der Gedanke an ein gelungenes Social Network mit angepasster Ausrichtung für die mobile Nutzung,,… es kann und wird (mein Future-Chip ist sich sicher) alle bisherigen SNs in den Schatten stellen. Durchaus möglich, dass noch junge und nicht verkrustet denkende Firmen wie Facebook, MySpace, Xing und andere dieser Switch gelingt, aber es ist oW denkbar, dass eine völlig unbekannte Softwareschmiede den Dreh noch besser heraus hat.

Es ist so viel möglich und noch genug Zeit, bis die Karten wieder einmal verteilt sein werden. Deutsche Unternehmen haben eine gute Chance, wenn sie nicht pennen und nur ins Silicon Valley schielen. Soon more.


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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

26 Kommentare

  • „Die frühe Szene“ – das macht meinen Tag. Angesichts beispielsweise der Mobilmedia-Initiative des Bundesministerium für Wirtschaft und Innovation (vormals BMWA), die 2003 gestartet wurde.

    mobilmedia.de

    Da gibt es Dutzende Firmen und Projekte und eine rege Szene.

  • Spannendes Thema. Bin mal sehr gespannt 🙂
    Soll das hier eine eigene Kategorie werden oder gleich ein neur Blog?

  • @Tim, von mir wegen kann es noch viel mehr geben. Aber MobileMedia ist kein Blog und auch von einem Apparatschik betrieben. Na, das ist für mich nun wirklich kein Thema. Mehr, viel mehr:))

    es wird ein neues Sub-Blog geben, was auch wohl mit der Zeit etwas anders aussehen wird.

  • Gute Idee. Das mobile Web hängt jetzt nur noch an den überteuerten Tarifen der Mobilfunkprovider. Sobald diese nachgeben, wird es kein Halten mehr geben!

  • Bin ganz deiner Meinung. Das MobileWeb kommt – jetzt. Die Infrastruktur steht und wächst weiter, Anwendungen werden plattformübergreifend & Handy-OS öffnen sich. Vielleicht fehlen noch Zugpferde, die den normalen User auch sehen lassen, dass das Internet mobil wird. Die Möglichkeiten, welche sich durch das „globale“ Einklingen von Applikationen in die Kommunikation ergeben, sind jedenfalls beeindruckend. An der Stelle sind auch die Ideen von Skydeck [1] interessant.

    [1] http://www.readwriteweb.com/archive/jason_devitt_interview_skydeck.php

  • Wir hatten sogar mal ein mobiles SN in Planung, aber die Umsetzung so wie die Werbemaßnahmen sprengten dann letztendlich den Rahmen. Man kann da in den nächsten Jahren was herausholen, denn der große Unterschied zu Internet und Mobiles Internet ist, dass das normale Internet viel mehr Nutzer fasst. Es stimmt zwar, dass 3 Milliarden Leute Handies besitzen, aber wieviele von denen surfen damit? Ich glaube, dass es nicht sehr viele sind, da Surftarife teilweise immer noch horrende Preise haben. Allerdings ändert sich das ja mit entsprechenden Geräten. Das iPhone ist ein grandioses Mobiltelefon was Surfen angeht, bisher gab es garnicht diese Ausrichtung aufs Surfen, erst das iPhone hat meiner Meinung nach das Internet mit Browser, E-Mail u.s.w. geöffnet. Auf Handy xy von nokia, siemens oder motorola sieht das internet einfach klein und beschissen aus und da würde ich auch nicht mit surfen. Das iphone dagegen bietet die richtige Lösung dafür.

    Wie sollen aber Webseiten wie MySpace und Co. überhaupt rangehen? Deren Seite auf Mobiltelefone zu adaptieren ist gewaltig, weil der Funktionsumfang garnicht in so eine kleine Fläche passt. Wenn man alles einschränkt, ist es vielleicht eine Lösung, aber dann werden die User nicht in erster Linie darauf eingehen. Wenn sich nun ein neues Startup daran setzt sich in erster Linie für Mobiltelefone zu etabilieren, dann könnte es klappen, aber wie lange? Was wenn Myspace, Facebook. Xing u.s.w. mal schnell eine neue Plattform gründen? Sie haben das Geld, dass das Startup (wohlmöglich) nicht hat. Außerdem gibt es ständig neue Social Networcs, die teilweise garkeine Neuerungen bieten. Irgendwie finden die dann doch noch ihre User, aber unter 100. Networks eine innovative Mobillösung zu erschaffen. Lukrativ, riskant und ein bisschen gewöhnungsbedürftig.

    Interessant wäre zu wissen, wieviele Handynutzer surfen, wieviele von denen wie lange surfen, ob sie mit dem mobilinternet zufrieden sind, u.s.w..

    Falls du das Barcamp organisieren solltest, würde ich gerne vorbeischauen.

  • der Punkt mobile Nutzung des Netzes wird hoffentlich häufiger in den Statistiken von AGOF und anderen auftauchen. Diese Globaldaten braucht man tatsächlich.

    Wegen Barcamp: i will:)

  • Wir haben 3 Milliarden Menschen da draußen, die Handys benutzen, aber lediglich 1,2 Milliarden Internetnutzer, die über ihren PC/MaC/Linux ins Netz gehen.

    Na ja, nicht alles was hinkt ist ein Vergleich. Wieviele von den 3 Milliarden sind in Entwicklungslaendern und koennen sich einfach keinen PC leisten? Und wieviele von den 3 Milliarden koennen sich nur ein Telefon leisten das Gespraeche und SMS erlaubt? Wieviele davon sind Menschen die kaum oder gar nicht lesen koennen und daher wenig Bedarf an einem mobilen Internet haben?

    Die brauchen und wollen gar kein „mobiles Internet“. Die wollen (und haben sogar teilweise schon) ganz andere Beduerfnisse und Funktionen die sie ueber ein „Telefonnetzwerk“ abwickeln. Details habe ich jetzt nicht im Kopf, aber irgendwo in Afrika wird damit gerade eine Art „bargeldloser Zahlungsverkehr“ aufgebaut. Da werden „credits“ per Telefon verschickt und irgendwo gespeichert, vor allem fuer die vielen Millionen Menschen die kein Bankkonto haben. Da werden per Telefon Informationen ueber Kuhpreise auf dem Markt weitergegeben, so kann der Bauer entscheiden ob es sich fuer ihn lohnt seine Kuehe auf den mehrtaegigen Trek zum Markt zu schicken.

    Solche Sachen sind die Zukunft fuer einen sehr grossen Teil der 3 Milliarden, nicht „mobiles Internet auf kleinen Bildschirmen“, social networks und aehnlicher Web 2.0 Krams.

  • Bevor man Webseiten an mobile Geräte anpassen kann, muss es doch erst einmal Standards für die Anzeige geben, oder gibt es die schon???
    Schließlich sieht eine Webseite auf dem iPhone ganz anders aus als auf dem Asus EEE oder einem Nokia-Handy. Wofür soll man also optimieren, wenn es eh auf jedem Gerät anders aussieht?

  • Armin, alles schöne Punkte von der gestrigen und heutigen Technik ausgehend und alle richtig. Aber was juckt mich das, dass ein Afrikaner nur Simsen und Wappen kann, um Datendienste zu nutzen? Will er das? Muss er das? Mag er nicht auch was anderes wie all die 60 Mio Nutzer in D bis dato auch, die sich aufs Telefonieren & Simsen beschränken mussten und immer noch müssen? Wieso soll ein Afrikaner keinen Bock auf eine heiße Social-Braut haben? Wieso nicht auch ein Deutscher? Wir sind alle verdammt ähnlich, ich sehe keine grundlegenden Unterschiede in den Hauptnutzungsmuster, wenn mobile Geräte diese Nutzungen ermöglichen, was sie ja eben heute nicht tun. Genau das ist das Thema. Was geht morgen, nicht was geht nicht heute… das interessiert mich herzlich wenig.

    @Marco, richtig, und wieder nicht. Auf dem Asus sieht die Website genauso aus wie auf dem iphone…

  • Aber jedes Gerät hat eine andere Display-Größe. Beim Computer wusste bisher jeder: Erst wurde auf 800px*600px optimiert, in letzter Zeit auch auf 1024px*768px. Aber auf welche Größe optimiert man bei mobilen Geräten? Wenn ich die Webseite 300px Breite optimiere, sieht sie vielleicht auf dem Asus toll aus, auf dem iPhone jedoch nicht.

  • mobiles Design ist mit Sicherheit ein spannendes Thema jedoch hat Apple mit der multitouch-Bedienung ein wunderbares Zeichen gesetzt, wie man für kleine Screens „zu große“ Seiten dennoch navigierbar gestalten kann. Fennec geht in die gleiche Richtung scheinbar. Asus bietet nunmehr auch die Bedienung via Multitouch an, da brauchts aber noch nen Browser (oder, wer hat ein Asus Modell mit Multitouch?), der das auch unterstützt. Selbst men LG Viewty hat einen Zoom, was aber besch… von der Haptik und Bedienung gelöst ist, immerhin aber. Zooming via Touch ist so oder so im kommen. Ist an sich eine Lösung, die also aus einer ganz anderen Denkrichtung (Interface-Physik und nicht Interface-GUI) kommend möglicherweise sich etablieren wird. Und den Designern von Websites die ganzen Anpassungsmühen zunächst abnimmt. Vergleichen wir aber bspw. die mobile Jamba-Lösung fürs iphone mit der normalen Jamba-Site, die man auch über ein Multitouch-Gerät wie ein normaler PC-User navigieren könnte, sieht man schnell, dass es nicht nur um „wie mache ich eine breite Webseite dünne“ gehen muss. Da ist noch viel mehr drin

  • Will er das? Muss er das?

    Ich schaetze/fuerchte fuer die naechsten 10-20 Jahre ja. Weil das einzige was einen Grossteil der Leute dort interessiert ist wie sie sich und ihre Familie ernaehren koennen. Und dabei helfen ihnen solche Dienste wie die oben erwaehnten. Oder geben ihnen ueberhaupt erst einmal die Moeglichkeit verschiedene Dinge zu tun, wie diese bargeldlosen Micropayments ueber’s Telefon.

    Ob das nun richtig ist oder nicht ist ein anderes Thema, aber ich fuerchte leider die Realitaet.

  • Access hängt vom Pricing ab: Gerät + Leitung. Was die Gerätekosten angeht, haben wir ja schon mal einen Fortschritt gemacht mit dem Asus EEE und auch weitere Geräte folgen. Die wie das neue Asus btw. mit einer.. SIM Card ausgestattet sind! Und die Preise für moderne Handys der ich sag mal iphone-Generation dürften ebenso fallen. Was nun aber die Datenbandbreite für die jetzigen Mobilfunknetze in den Drittländern, Schwellenländern und Emerging Markets angeht, kann ich nix sagen. Guter Punkt, kommt auf die Liste!! Aus erweiterten Access-Techniken leiten sich weitere Möglichkeiten ab, das ist meine grundsätzliche Logik.

  • Wenn man über Social Networks redet, sollte man wohl auch die Zielgruppe bestimmen. Wenn es hier im mobilen Markt geht, dann wohl nur eine Auskopplung von einem Internet-SN, das sich auch für Mobiltelefone optimiert hat. Allein Mobiltelefonie ist strikt zu riskant, denke ich.

    @Robert: Klar will der Afrikaner auch das Social Network am Handy, aber genauso gerne auch am Computer, allerdings will er noch viel dringender einen Arbeitsplatz, mehr Geld, genügend Nahrung, ein Dach überm Kopf und Sicherheit auf vielen Ebenen. Ich weiß, dass ich total pauschalisiere, aber was nützt es den Afrikanern den Markt zu erschließen, bei dem nur ein prozental sehr geringer Anteil teilhaben kann?

  • ich bin mir bei dem einen und dem anderen sehr unsicher. Es kann sein, dass ein reines mobile SN durchaus rockt, gibt da was in FR zB, 2 Mio Member.. ach egal.. next time…

    und wegen Afrika wie gesagt, zu wenig Know How ob der Infrastrukturen, aber auch gesamtheitlicher Lage. Needs werden sich ähneln, das dürfte klar sein.

  • @marco
    Wenn dank der mobile-Ideen der Unsinn des Optimierens auf eine Auflösung von n*n endlich ein bisschen weniger wird, kann es nur gut sein. HTML ist dafür gemacht, dass es sich anpassen kann und eben nicht auf irgendeine Größe optimiert werden muss.

    @Rob
    Mobile Barcamp klingt gut, ich wünsch mir aus Sicht von „Deutschlands letztem Zipfele“ 😉 natürlich nicht grad Berlin, sondern eher einen etwas südlicheren Ort…

  • Es gibt übrigens schon eine recht rührige und lebendige deutschsprachige Bloggerszene rund um das Thema Mobile. Robert, wir freuen uns, dass Du zu uns stößt.

    Und MobileCamps gibt’s auch schon, allerdings in Deutschland noch Mangelware. Wir sind gespannt.

    Wer auf regelmäßige Veranstaltungen in Düsseldorf, München, Frankfurt, Berlin und demnächst auch in Hamburg gehen möchte, der schaue mal beim MobileMonday, http://www.mobile-monday.de, vorbei. Eintritt ist frei.

  • Ich bin auch der Meinung, dass mobiles Internet in den nächsten Jahren durchstarten wird. Ich denke allerdings, dass es sich dabei dann nicht um eine speziell an Handies angepasste HTML-Version handeln wird.

    Meiner Meinung nach wird das Handy zu einer Art mobiler Laufzeitumgebung für Widgets, so wie es das von mir verwendete Yahoo Go ist.

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