wikipediasiniert

Robert Basic

Ralph hat mich per Mail auf eine Löschdiskussion in der Wikipedia hingewiesen. Zunächst hatte ich null kapiert, um was es geht und was das mit mir zu tun haben soll, was Wikipedia-Beamte so treiben (gibt ja genug sonderbare Edit-Wars die letzte Zeit, insofern sei mir das Wort „Wikipedia-Beamte“ verziehen; Klar, ohne die guten Geister geht mal nix, kein Grund zur generellen Aufregung.. das Aber kommt im zweiten Teil).

Anscheinend hatte man in der Wikipedia einen Artikel „Robert Basic“ angelegt. Und daraufhin diskutiert, ob denn der Robert Basic alle Richtlinien erfüllt, um als Person in der Wikipedia verewigt zu werden. Es geht dabei um „Relevanzkriterien“. Was auch immer die beinhalten. Auf der menschlichen Ebene finde ich es eh abstrus, sich über die „Relevanz“ von Personen zu unterhalten, ganz so als seien manche Tiere gleicher. Aber darum gehts ja nicht bei der Wikipedia, dort sollen sich ja zu erwähnende Menschen der Zeitgeschichte wie Julius Cäsar, Schopenhauer oder ein Stalin wiederfinden, völlig ok und alles wunderbar. Das führt mich jedoch zu einem anderen Thema, das weitaus wichtiger ist, als die olle Frage, ob ein Robert Basic in die Wikipedia gehört oder nicht (natürlich gehöre ich da nicht rein, dazu brauchts keiner Relevanzdingens, man hätte einfach mich fragen können zB, tststss:).

Witzig finde ich als Außenstehender eher Sätze wie
„Die Relevanzkriterien können nicht alle denkbaren Einzelfälle abdecken, zumal für viele Themengebiete noch keine einschlägigen Relevanzkriterien formuliert worden sind. Wenn ein Lemma die nachfolgenden Kriterien nicht erfüllt, so muss das nicht notwendig zum Ausschluss dieses Artikelgegenstands führen, es müssen dann aber andere stichhaltige Argumente für dessen Relevanz angeführt werden. Die Relevanz muss im jeweiligen Artikel erkennbar sein“

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Was ein „Lemma“ ist, weiß ich nicht. Ein Lama wirds nicht sein:) Aber es hört es sich eher wie Beamtendeutsch an. Ich kann nur hoffen, dass sich die Wikipedia in ihrer gesamtheitlichen Kultur nicht selbst erstickt vor lauter Regeln von Regeln von Regeln. Das spiegelt sich dummerweise auch in der Sprache wider, die man in den Wikipedia-Inhalten vorfindet. Jedes Gebilde verändert sich mit der Zeit, insbesondere dann, wenn Menschen zusammen agieren. Es bekommt eine eigene Kultur, eine eigene Sprache, ein ihm eigenes Regularium. Mit der Zeit kann sich daraus ein Gemenge ergeben, das positiv wirkt oder umgekehrt. Was mir daher Sorgen macht, ist die von außen betrachtet zunehmende Regulierungswütigkeit aber auch Normierung. Das kann dazu führen, dass Newbies wie ich von vornherein die Lust verlieren, sich mit dem Thema zu beschäftigen, wie man selbst etwas zum Werk beitragen kann, da man keinen Bock hat, sich die Wikipedia-Bibel (als Synonym für eine Regelwerk, was umfänglich erscheint) vorher reinzuziehen.

Wollte letztens für meinen Sohnemann anlässlich eines Referats auch in der Wikipedia Informationen zum Leben der Spartaner nutzen. Das Dumme: Der Text ist dermaßen abgehoben, dass man den für Normalsterbliche in die Tonne treten kann. Das ist die Konsequenz dessen, wenn man es verwissenschaftlichisiert. Das steht aber nicht im einem luftleeren Raum. Denn, will man dem Normalsterblichen Wissen vermitteln oder in Expertenschönheit sterben? Unschärfen in der Sprache und auch der eigentlichen Information sind dazu unabdingar. Wissenschaft benötigt eine präzise Fachsprache, aber doch nicht „der da draußen“. Von mir wegen können sich die Experten mit Infos, Strukturen und hochkomplexen Sprachkonstrukten zuschütten, aber es braucht ebenso Inhalte, die verständlich, locker und unscharf geschrieben sind, so dass es dem Normalsterblichen zumutbar ist und sogar… (was man in D gerne vergisst) Spaß macht, etwas zu lesen und zu lernen.

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Ja, kam von A nach B. A ist egal, B ist mir wichtig. Die Wikipedia-Kultur erscheint mir durch die Summe der Einzeleindrücke nicht mehr ganz so leichtgängig daherzukommen. Oder ist es mehr die Impression, dass wenn man in D lebt, stets ein Angstgefühl mitschwingt, dass alles bis zum Exzess durchreguliert werden muss, bis hin zum Schild „Betreten des Wikipedia-Rasens verboten. Eltern haften für ihre Wiki-Kinder“?

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Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.