Sonstiges

"Ehre" für George Bush

lt. Spiegel soll eine Kläranlage nach dem amtierenden Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika benannt werden. Man kann sich wohl denken, warum.

Aber letztlich, hey, er hat echt ein Sch…-Los gezogen. Nicht viel schlimmer als Franklin Delano Roosevelt. Der sich aber im Gegensatz zu Bush Jr. auf gleicher Augenhöhe zu Abraham Lincoln oder George Washington in die Ahnenreihe der anerkanntesten Präsidenten eingereiht hat.

Stell Dir vor, Du bist der neue Präsident der Vereinigten Staaten, des mächtigsten Landes auf Erden (vielleicht sogar geschichtlich gesehen dem mächtigsten Land, was war schon Rom dagegen angesichts der militärischen Potentiale? Im Gegensatz zu Rom grenzt ein Angriff auf die USA an reinen Selbstmord). Dann kommt so ein Lakai daher und meint, man habe gerade zwei Türme in New York eingeäschert. Scheiß Spiel, eigentlich wolltest Du Deinen strengen Eltern gefallen und dem Rest der Konservativen. Die Präsidentschaft schön über die Zeit schaukeln, deinem Land alle Ehre machen. Und was war? Nix war, man wird als falscher Mann an falscher Stelle zu einer falschen Zeit vor ein Problem gesetzt, das einem Winston Churchill genügt hätte. Irgendwie habe ich da schon Mitleid mit dem. Aber das hält sich doch sehr in Grenzen. Es war sein Schicksal. Die Geschichte wird darüber urteilen. Ich habe mein Urteil schon lange gefällt. Möge es der nächste Kandidat besser machen.

Doch btw, „das Urteil der Geschichte“ ist eh so ein komisches Teil. Massenmörder wie Karl der Große oder eine ganze Reihe von Cäsaren werden geschichtlich hoch gelobt. Ob wir das in 500 Jahren auch mit Stalin, Hitler und Pol Pot machen? „Große Männer“ der Geschichte, die „viel bewegt“ haben. Dass zahlreiche Personen der Geschichte rein juristisch gesehen Mörder sind, juckt niemanden. Seit wann aber ist ein Mord kein Mord, nur weil es lange her ist? Achten wir Mörder? Ein Mord ist schlimm, aber viele Morde? Ist wie kein Mord. War ja aber alles eine andere Zeit? Wieso? Menschen haben auch damals wie heute geatmet. Jo, das Urteil der Geschichte, dafür braucht es nicht so viele Jahre. Bismarck ist gerade erst seit über 100 Jahren zu Asche und Staub zerfallen. Solche Männer werden genannt, Figuren der großen Geschichte. Obwohl man eigentlich ganz andere Menschen verehren sollte, die niemandem geschadet und Leben gerettet haben.

via Rivva


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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

13 Kommentare

  • also irgendwie habe ich das Gefühl das uns doch mehr verbindet als unsere Herkunft 😉
    Ich sehe das genauso.
    Es kommt eben immer darauf an, auf welcher Seite du stehst. Hast du dich nur verteidigt, oder hast du angegriffen? Je nach Strömungen im entsprechenden politischen Dunstkreis in Europa oder Welt, wird man dich einordnen. Hast du die richtige (mächtige) Lobby, stehst du gut da.
    Was beim einen Kollateralschaden ist, ist bei den anderen ein Verbrechen gegen Menschlichkeit.

    Diese Heuchelei ist doch wirklich widerlich.

  • Ob wir das in 500 Jahren auch mit Stalin, Hitler und Pol Pot machen? „€œGroße Männer“€? der Geschichte, die „€œviel bewegt“€? haben.

    Genau das hab ich mich gerade gefragt, als der Hitler geköpft wurde. Also der in Berlin jetzt. Also nicht der, der laut Simpsons ja noch lebt.

  • Hast absolut Recht! Selten, dass Menschen mal als „groß“ geehrt werden, die das wirklich waren, wie Ghandi oder Mutter Theresa. Echt merkwürdig, dass gemeine Mörder und/oder Betrüger heute noch als „große Menschen“ gelten, und man die wirklich großen gerne vergisst. Und traurig ist, dass sogenannte „große“ Menschen Vorbilder sind.

  • Also Robert, Du hast in Deinem Beitrag das schlimme Wort Sch***e zwei Mal gebraucht, das hat gereicht, dass ich beim Klick auf Rivva, und dem darauffolgenden Überflug der Seite oben rechts:

    „Neueste Beiträge
    Türkei: Scheißerei vor US-Konsulat in Istanbul – Tote und Verletzte“

    gelesen habe…

    Irgendwie passt es zu diesem besch… besch… zu dem Thema.

  • Servus,
    gerade den letzten Absatz habe ich mich auch schon zig-Mal gefragt: gutes Beispiel hierfür ist z.B. auch die Kreditkarten-Werbung von Napoleon. Das im guten alten Rom im lustigen Familienkreis Christen in öffentlichen Arenen von Löwen zerfleischt wurden, hängt Italien heute wohl auch kaum noch jemand an.

    Ich kann mir denken, dass es da einen zeitlichen „Knick“ geben wird, sobald die Generation, die die Ereignisse noch erlebte, verstorben ist – bin gespannt, wie das Thema Hitler/3. Reich in 50 Jahren in Deutschland betrachtet wird und ob das Thema weiter so „gepflegt“ wird (sollte ich noch erleben 😉 Interessant auch gerade beim berliner Wachsfigurenkabinett zu beobachten.

  • In China wird Hitler für einen großen Mann gehalten. Der Grund liegt darin, dass er es schaffte, das „Reich“ so exorbitant zu vergrößern und ihm in China auch ein wirtschaftlicher Erfolg zugeschrieben wird. Ebenso war Hitler das Paradebeispiel für die Schaffung einer nationalen Identifikationsfigur.

    Ich selbst sehe es ganz anders. Auf meine Nachfrage nach den KZ´s usw. wußte man mir nicht viel zu antworten, sicherlich wissen es einige Chinesen nicht, aber vor allem scheint mir auch ein anderes kulturelles Verständnis dafür verantwortlich.

    China ist ein großes Land, dass noch heute mit der Knute geführt wird. Und um es zusammenzuhalten schafft man den immer stärker werdenden chinesischen Nationalstolz.

  • „Möge es der nächste Kandidat besser machen.“

    Wenn’s der Obama wird – der setzt schon an, mindestens zum größten Massenverarscher aller Zeiten zu werden. Er wird mit dem Al Gore den sog. „Klimaschutz“ anfeuern.

    Und ansonsten rudert er immer schneller von dem zurück, was er mal Schönes versprochen hat. Business as usual im Kotz own country.

    Konrad Fischer
    Skeptiker und „Klimaleugner“

  • Der SPIEGEL bzw. SPOn garantiert so zu sagen Antiamerikanismus auf hohem Niveau. Mascolo hat sich mit dbzgl. Material sogar den Weg in die CR erarbeitet.

    Ich selbst stehe eher nicht auf Geschichten dieser Art, aber man kriegt leider beim SPOn zum anstehenden Wahlkampf keine unkommentierten Positionsbeschreibungen der Kandidaten.

    Der verhasste Bush steht zwar nicht mehr zur Wahl, LOL, aber irgendwie kommt der republikanische Kandidat beim SPOn immer ganz schlecht weg.

  • Da der politische Alltag in den USA noch vielmehr durch den Lobbyismus bestimmt wird als hier, halte ich es schon immer für Unsinn Bush für die Geschehenisse der vergangenen Jahre verantwortlich zu machen. Sicher ist es sein Mund, aus dem die Entscheidungen kommen, mehr aber auch nicht. Der Krieg im Irak wäre imho unter jedem Präsidenten geschehen, der Einfluss der betreffenden Wirtschaftszweige ist viel zu groß, um da nein sagen zu können.

    Ich bin gespannt auf die Entwicklung da drüben, es wird sich zeigen, wer der bessere Schauspieler ist 😉

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