SPD, die Soldateska und das Netz

Robert Basic

gestern bin ich bei Turi2 über einen Artikel gestolpert, der einen merkwürdigen aber wohl eher typischen Fall aus dem Parteileben beschreibt. Es geht um das SPD eigene Social Network namens „MeineSPD.net„. Wie auf anderen SNs auch, können die User eigene Foren einrichten. In dem Fall hatte Philipp Geldmacher dieses Feature genutzt und das Forum „Keine Zukunft mit Kurt Beck“ betitelt. Es war klar, was kommen musste: Der Betreiber hat das Forum entfernt.

Natürlich weiß ich jetzt nicht, ob es um Inhalte ging, die rechtlich bedenklich waren oder allg. um profane Kritik am Parteichef Beck. Was auch immer der Anlass war, es führt mich zu einer prinzipiellen Frage: Können Parteien nicht mit dem Netz und den damit verbundenen Möglichkeiten umgehen oder wollen sie nicht?

In zahlreichen Gesprächen mit Aktiven und zugleich Webworkern, die sich politisch engagieren, kommt klar eine Richtung zum Vorschein: Die Parteien wollen nicht! Wir reden dabei nicht von der Partei gesamtheitlich, sondern von den Lenkern und Verwaltern. Wenn ich eins in der Politik gelernt habe, so ist es der diskriminierende Zwang zum Parteigehorsam, der groteskerweise mehr an Militärs denn an demokratische Parteien erinnert. Wunderbares Beispiel, das nicht zu lange her ist: Was für ein Trara war das, als die Landtagsabgeordnete Dagmar Metzger erklärt hatte, ihre Chefin Ypsilanti nicht zur hessichen Landesmama wählen zu wollen. Statt Metzger zu ehren, ist sie bis heute Staatsfeindin No.1 für die SPD.

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Und dann muss man sich noch fragen, ob die Parteien nicht wollen oder können, was das Netz angeht? Dabei geht es mir nicht nur um die SPD. Ich bekomme exakt die gleichen Meinungen ob der Unwilligkeit auch über andere Parteien zu hören. Selbst die ach so demkratischen Grünen sind keinen Deut moderner. Bloß die Kontrolle nicht verlieren. Man hat zu funktionieren und nicht im Netz ein eigenes Profil mit einem eigenen Kopf zu entwickeln. Kritik an der Partei? Öffentlich? Ketzer! Verbrennt sie!

Nur, drehen wir es um. Ich bin politisch in keiner Partei tätig, weil ich auf diese Küssen von Hintern keine Lust habe. Insofern bin ich als Außenstehener nur zu einer Meinung berufen. Mehr nicht. Dennoch die Frage an Euch: Was tun die Parteien Eurer Meinung nach im Netz, wieso wirkt das so stümperhaft oder ist das gar nicht so? Wozu braucht die SPD überhaupt ein Social Network? Wozu brauchen die Parteien das Netz? Brauchen die Parteien mehr Soldateska oder wollen sie wie immer nur gehorsame Soldaten?

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Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.