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die Volksnetze im Vergleich: WKW No. 1

schauen wir, was uns Google Trends ausspuckt, wenn wir die größten Social Networks in D vergleichen. Habe SchülerVZ außen vor gelassen.

[No. 1] StudiVZ = Rot
No. 1: Wer Kennt Wen = Blau
No. 2: MySpace = Lila
No. 3: MeinVZ = Grün
No. 4: Facebook = Gelb

Basis: Traffic aus D, letzten 12 Monate
Vergleich

0. Offensichtlich holt WKW gegenüber StudiVZ extrem gut auf, die Lücke wird immer kleiner
1. Irgendwann im Frühjahr 08 hat WKW MySpace eingesackt
2. Und MeinVZ hat im Sommer Facebook überholt

Im Grunde genommen sollte StudiVZ ebensowenig wie SchülerVZ in diesem Vergleich auftauchen, da StudiVZ jedoch ziemlich viele Nutzer hat, die nicht studieren und zudem das größte SN ist, habe ich es dennoch mit aufgenommen. Es läuft somit quasi außer Konkurrenz. Wenn man es aber ganz genau nimmt, ist WKW heute schon das größte general interest SN in D, nachdem es MySpace im Frühjahr überholt hat.

Die Annahme, dass Facebook ernsthafte Probleme mit StudiVZ hat, nicht dran vorbeikommt und deswegen StudiVZ verklagt, ist daher irrig und irrelevant, es ergibt einfach keinen Sinn. StudiVZ ist auf Studenten ausgerichtet und inhouse hat man genau aus diesem Grunde sehr spät MeinVZ lanciert. Zumal StudiVZ imho kaum noch in seiner Zielgruppe wachsen kann. Der Feind ist MeinVZ, MySpace und vaD WKW. Kauft man StudiVZ hinzu, nice to have, aber so what. WKW wächst dramatisch.

Würde man das Wachstum anhand der Grafik grob projizieren, hat WKW StudiVZ irgendwann nächstes Jahr im Frühjahr überholt:
SN Volkstrends
Aber wie gesagt, StudiVZ ist ein special interest SN, man kann es kaum mit WKW, MySpace, MeinVZ und Facebook vergleichen.

Am Rande: Werde gerne gefragt, warum ich WKW erwähne. Obwohl es doch noch regional geballt daherkommt, was die Nutzer angeht. Ganz einfach: Es ist so stinkeeinfach zu nutzen, dass es für viele Nutzer ein No-Brainer ist. Und wenn man dann noch hört, dass ganze Abteilungen in der Mittagspause vor WKW hängen, was noch nie zuvor dagewesen ist (außer bei eBay), dann ahnt man, was die Stunde für die anderen Volksnetze geschlagen hat, wenn man weiß, dass es sich bei den Nutzern eben nicht um Digital Boheme und auch nicht um Nerds handelt (die einen auch auf privaten Wegen in WKW einladen wollen, was mich immer vom Hocker haut). Mit so einem schnellen Zugang für DAUs ist WKW ungeschlagen und hat nicht nur wegen seinem Namen einen Vorteil gegenüber allen anderen SNs. Daher auch die gigantisch schnelle Ausbreitung rein per Mundpropaganda in den drei Bundesländern Saarland, R-P und Hessen (Bayern, NW und BW wackeln ebenso). Ob und wie es den Sprung in andere Regionen schafft, das fesselt mich. Neben der einfach Zugänglichkeit und der Tatsache, dass es analoge User regelrecht begeistert.

Update:
Da in den Kommentaren nach Lokalisten gefragt wurde, habe ich nun Facebook und MySpace rausgenommen, dafür Lokalisten und Kwick reingenommen. Lokalisten sind in Bayern stark und auch zu Hause, während Kwick in Baden-Württemberg die Hausmacht ist. Quelle
SN 3
Man erkennt unschwer, dass Lokalisten und Kwick in ihrer Regionalität gefangen sind und sich lt. Google Trends nur noch seitwärts bewegen. Vom Traffic her entspricht das dem jetzigen Pegelstand von MeinVZ und liegt damit über Facebook und unter MySpace.

Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

34 Kommentare

  • na wenn studivz kein allgemeines sn ist (wage ich allerdings zu bezweifeln – ich kenn mindestens genauso viele leute dort die nicht-studenten sind wie studenten) – dann ist es doch mysace auch nicht, oder? die haben (hatten) ja auch eine fixierung auf musik …

  • Wäre es nicht viel aussagekräftiger entweder die Reichweite der Netzwerke in den verschiedenen Altersgruppen zu vergleichen oder sogar in bestimmten Regionen? Also z.B. über die Zeit hinweg bei einem Studentenjahrgang die Nutzung der Netzwerke zu erfassen um zu sehen, ob hier tatsächlich Verschiebungen oder gar ein Umkippen stattfindet.

    Die eigentlich spannende Frage ist doch, ob es sich bei dem Wachstum von WKW a) um neue Nutzer handelt, b) um Nutzer, die aus anderen Netzwerken hinüber gewechselt sind oder c) um Nutzer, die in mehreren Netzwerken gleichzeitig aktiv sind, was dann für Aktivitäts- und Engagementsmaße sprechen würde.

    Klar ist das momentan noch Wunschdenken, da noch zuwenige derartige Studien für Deutschland gibt. Aber was sagen ist vor diesem Hintergrund die Aussagekraft der Trafficstatistik jenseits von: Bei manchen Networks steigt der Traffic warum auch immer an, bei anderen bleibt er konstant?

  • Hm, komisch, Ich kenne niemanden, der bei Wer kennt Wen ist. Außerdem kann man schlecht den blauen Graph einfach so nach oben ziehen, keiner kann wissen, was die Zukunft bringt. Ob Studi von Facebook platt gemacht wird, ob MeinVZ überhaupt irgendeine Relevanz in der Zukunft hat, wie Lokalisten durch den Kompletteinstieg von ProSieben an Kraft gewinnt… Ob die Leute langsam Social Network-faul werden… wer weiß, wer weiß…

  • Ich selber war gestern überrascht über WKW, bzw wieviele Leute aus meinem echten Bekanntenkreis dort vertreten sind. Und vermutlich aus gutem Grund, auch mir hats auf anhieb gefallen, vermutlich weil es einfach und übersichtlich ist.
    So schnell habe ich noch nirgends meine „Freunde“-Liste vollpumpen können, sogar mit Leuten die mir sehr gut bekannt sind. Vorallem aber mit Leuten von denen man dachte für die besteht das Internet nur aus Google, und SN ist noch nicht angekommen.
    Dich habe ich ja gestern auch geaddet 🙂

  • @benedikt, die Daten haben wir leider nicht, lediglich grobe Erfahrungswerte, die für WKW sprechen, was Neunutzer angeht. Extrem viele, die mehr analog als digital unterwegs sind. Und alle sagen sie, dass es super simpel wäre, daher gefallen täte.

    @Marci, richitg, kA wie es weitergeht. Drum heißt es ja auch „Projektion“;) Ob WKW btw in der Regionalität wie Lokalisten hängen bleibt, steht in den Sternen, meine letzte Analyse zeigt aber auf, dass es sich auch außerhalb der Kernländer Hessen, R-P und Saarland ausbreitet (siehe Comment #5)

  • @Robert

    Die Fixierung von StudiVZ auf Studenten ist auch nicht mehr oder weniger ausgeprägt als die von MySpace auf Musik.

    Es gibt in Deutschland nach meiner Meinung überhaupt kein Volks-Social-Network, in dem Sinne, dass es eine sehr breite Zielgruppe interessiert.

    In Xing findet man nur ganz bestimmte Branchen, die sind allerdings sehr breit vertreten – und langsam dehnt es sich in mehr und mehr Bereiche aus. Die Fokussierung auf Business ist klar.

    MySpace kann ich nicht so beurteilen, ich kenne niemanden, der dort einen Account hat, außer Bands.

    In StudiVZ findet man hauptsächlich Leute zwischen 18 und 30, aber völlig unabhängig davon, ob sie studieren/studiert haben oder nicht. Ich persönlich finde dort fast nur alte Schulfreunde oder Kommiltonen.

    Bei WKW finde ich nur Leute aus dem Rheinland und dem Rhein-Main-Gebiet. Dafür aber erstaunlich viele Leute, von denen ich nicht dachte, dass sie das Internet für mehr als Mailen benutzen.

    Facebook ist zwar sehr „General Interest“, hat sich aber außerhalb der üblichen Web-2.0-Klientel noch nicht wirklich durchgesetzt in Deutschland.

  • doch, WKW spricht sie an, Studenten, die mal in StudiVZ waren bis hin zu Usern, die das Netz kaum nutzen und entdecke tierisch viele User, die sogar älter als die User unter 30 sind und für SNs normalerweise nix über haben.

    Facebook hat aufgrund seiner immensen Komplexität imho keine Chance mehr. Das war mal simpel, aber mittlerweile nicht mehr.

  • älter als die User unter 30 sind und für SNs normalerweise nix über haben

    Die aktuellste große Studie über Social Networks von PwC ist aber zu einem ganz anderen Ergebnis gekommen: „die landläufige Annahme, dass Soziale Netzwerke vor allem von Teenagern genutzt werden, trifft nicht zu“. Das Durchschnitts(!)alter liegt z.B. für StudiVZ bei 26, für die Lokalisten bei 30, MySpace bei 32 und Xing bei 36.

  • also ich kann dir da nicht ganz folgen. erstens halte auch ich studivz für ein general interest-ding (insbesondere in verbindung/vernetzung mit meinvz). zwar vorrangig ausgerichtet auf studenten – aber das ist facebook mW ja auch.
    und auch deine wachstumsprognose ist nicht wirklich, naja, aussagekräftig. denn wie marci schon sagt, kann man es nicht vorraussehen.
    Achja, ich kenne auch nur eine Person, die bei WKW ist, aber ca. 200+ bei StudiVZ (gut, ich bin Student), eine zweistellige Zahl bei MySpace, etwa 15 bei Facebook. Achja, und niemanden bei den Lokalisten.

    Fazit: StudiVZ lässt sich mit den anderen vergleichen, insbesondere mit Facebook. Letzteres ist (noch? und nur in Deutschland) eher ein Nischenprodukt für (Ex-)Austauschstudenten und wenige andere. Und StudiVZ ist und bleibt wahrscheinlich, wenn sie nicht irgendwann von Facebook gekauft und integriert (wie auch immer) werden, Marktführer. Unter allen deutschen SNs.

  • Du kennst WKW nicht, weil Du in den Regionen womöglich nicht lebst, ganz einfach.

    Aber wegen StudiVZ: Wenn dem so wäre, hat Holtzbrinck also aus Lust und Laune ein general interest SN aufgetan? Wozu zwei? Und schiebt aus Spaß die User von A nach B??

    Facebook ist btw seit 2006/07 nach der Öffnung (vorher durften nur Studenten mit Uni-Mailadresse rein) kein Studentemnetz mehr.

  • ich komme aus dem Saarland und muss sagen das mittlerweile vermutlich ca. 70% der 14-35 jährigen bei wkw angemeldet sind.

    der Boom kam ca. im Februar, März auf. interessant ist z.B. auch wie sehr es anderen regionale SN- und Chatplattformen hier im Saarland vertrieben hat (siehe IVW Zahlen der Webseiten „gesichterparty“ und „Radio Salü“)

  • das wäre btw ein interessanter Punkt, da WKW Twitter inbuild anbietet und ob das alleine der Grund ist, dass man eine zeitnahe Plattform aufgibt und dafür eine zunächst asynchron erscheinende Seite in Beschlag nimmt (wenn man nicht weiß, dass es dort sowas wie twitter gibt)

  • so ich habe in den letzen Tagen mal alle meine Social-Web20 Dienste geupdatet.

    Networks, News-Services, Social-Bookmarking, Video-Sharing, Photosharing, Event-Services, Music-Services…

    Insgesamt bin ich jetzt bei ca. 200 Diensten angemeldet und nun mal raten welche ich Nutze:

    MeinVZ und Xing…. aber die Anfragen von MeineLeute.de und HumbleVoice sind am aktivsten

    Von den Leuten die ich so bei StudiVZ kenne studiert ca. 30% der Rest ist so da, weil hier halt alle sind (Hamburg).

    Und FaceBook wird immer mehr gemieden – das ist denen alles zu komplex – zu viel Schnickschnack und zu unübersichtlich.

    Die wollen alle nur ne Pinnwand, Fotoalbum, Nachrichten senden und lustige Gruppennamen.

  • Habt ihr euch eigentlich alle schon das neue facebook angeschaut? new.facebook.com

    Viel einfacher, übersichtlicher und darüber beschweren sich auch noch welche…

  • das neue facebook? Wie gesagt einfacher und übersichtlicher. Breiter und nicht mehr so gedrängt wie das alte. Obendrein auch etwas mehr AJAX Features.

  • ok, ich hab mich oben nicht ganz so klar ausgedrückt, wie ich es hätte tun sollen. ich meinte mit „studivz ist und bleibt marktführer“ „studivz im paket mit meinvz ist und bleibt marktführer“. natürlich entwickelt sich studiVZ durch die einführung von meinVZ zu einem SpecialInterest-SN. Aber das war es in der Realität halt vorher nicht.

    Und es kann durchaus sein, dass WKW halt geographisch ausgeprägt ist, aber war das nicht auch der grund, wieso du die lokalisten nicht aufgenommen hast? Oder versteh ich das falsch?

    Am angenehmsten wäre es eh, wenn man sich auch Plattformübergreifend vernetzen könnte. Dann könnte ich nämlich meinen StudiVZ-account löschen.

  • Wenn die Leute von StudiVZ es geschickt machen wird meinvz vielleicht das große Ding. Sie haben ja schon Lokalisten und Facebook überholt und das nach wenigen Monaten.
    Praktisch wäre es natürlich wenn die Schüler wenn sie volljährig werden vom SchuelerVZ zu MeinVZ wechseln würden, ist nur die Frage ob sie das auch wirklich tun oder einfach im SchuelerVZ bleiben.

  • also nachdem ich mir wkw angeschau hab drängt sich mir der eindruck auf, es handele sich um ein bild-leser und fernfahrer-vz… soviel geballtes *grins* *knuddel* *liebste grüße aus der schönen rosenstadt wasweißich* hab ich noch nirgends gesehen…
    schrecklich!

  • Robert, finde es immer wieder klasse, dass Du wkw thematisierst. Ich schreibe gerade die Diplomarbeit über studiVZ und in der Wettbewerbsanalyse wird WKW auch vorkommen, wer hätte das vor wenigen Monaten gedacht, das WKW einer der stärksten Konkurrenten geworden ist. Lokalisten kann man aufgrund des langsamen Wachstums eigentlich vernachlässigen aber die dynamische Ausbreitung von wkw beeindruckt schon.

    Übrigens, unter den Top 5 Orten bei wkw tauchen seit Tagen immer öfters Berlin und Köln auf.

    Ich bin jetzt grad an der Wettbewerbsanalyse und frage mich gerade, wie ich einen Marktanteil für sVZ , wkw und co berechnen kann.

    Das ist deshalb schwierig, weil viele User parallel auf mehreren Netzwerken angemeldet sind.

    Unterstellt man das jeder User nur bei einem Wettbewerber wäre,
    dann würde sich die Rechnung einfach gestalten:
    Mitglieder des jeweiligen Netzwerks / Anzahl der Gesamtnutzer

    Deshalb meine Frage an Euch, wie würdet ihr den marktanteil z.B. von studiVZ (VZ-Familie) oder wkw berechnen???

    Würde mich freuen, etwas Input von Euch zu bekommen!

    Viele Grüße

    Florian

  • […] und eigentlich von keinem User gebraucht wird. Der Markt ist hart umkaempft (siehe die Analysen bei basic thinking ) und da ist das letzte was mich als User anlockt eine 1:1 Kopie einer etablierten Plattform die ich […]

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