Sonstiges

empfindet Holtzbrinck seine VZ-Portale als Klotz am Bein?

wie die International Herald Tribune berichtet, soll es also tatsächlich über Monate hinweg Verkaufsverhandlungen mit Facebook gegeben haben, um StudiVZ abzustoßen. Anzunehmen, dass man auch über SchülerVZ und MeinVZ verhandelt hat, wäre zumindestens logisch, denn StudiVZ stellt letztlich immer noch die VZ-Marke dar.

Nun kann man sich fragen, warum? Wenn ein Unternehmen einen Geschäftsbereich als strategisches Asset ansieht, wird man es nicht verkaufen. Bei Holtzbrinck wäre es auch nicht verwunderlich, handelt es sich doch um einen Verlag, der wie Burda sein Augenmerk auf die Entwicklung digitaler Kanäle gelegt hat. Insofern verwundert es mich, dass Holtzbrinck ganz offensichtlich den VZ-Portalen nicht so die hohe Bedeutung beimisst. Hat man die Nerven verloren, weil man gemerkt hat, dass die Monetarisierung eines Social Networks kein Zuckerschlecken ist? Hat man sich an Glam orientiert? An Nischenportalen, die dedizierte Zielgruppen im Auge haben (wie Glam = Frauen), die Kaufkraft versprechen? Gibt es Renditevorgaben, die ein Social Network so nicht erfüllen kann (Verzinsung wird stets unter den Aspekten von Opportunity Costs betrachtet: Verzinst mein Kapital in Projekt A oder in Alternativprojekt B besser? Verzinsung ist auch stets abhängig von Zeit)? Wollte man daher das Kapital, das man durch den Verkauf von StudiVZ freigesetzt hätte, lieber wo anders einsetzen? Zwar erneut in digitalen Medien, aber eben anderen Segmenten? Nicht unbekannt ist zudem die Tatsache, dass die Holtzbrinck-Familie schon damals nicht sehr begeistert ob dem Kauf von StudiVZ war (siehe Profil von Holtzbrinck, das ein Familienunternehmen ist). Auch das wird stets eine Rolle im Gefüge des Holtzbrinck-Konzerns und der strategischen Ausrichtung spielen. Unternehmen sind letztlich immer davon abhängig, welche Fraktionen es gibt und wer die Macht hat, seine Ideen durchzusetzen. Gerade bei Familienunternehmen mit mehreren Mitgliedern, die was zu melden haben, spielt das ein größere Rolle aufgrund persönlicher Animositäten als bei Aktienunternehmen, die sich nicht mehrheitlich im Besitz einer Familie befinden.

Fragen über Fragen. Aber alleine die Absicht, überhaupt theoretisch verkaufen zu wollen, spricht Bände. Und wird nicht gerade das VZ-Team besonders motivieren. Eine Mannschaft, die weiß, dass der Inhaber nicht sonderlich begeistert ist, arbeitet nicht gerade mit 100%.

via netzwertig


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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

22 Kommentare

  • um mit markus Gedanken weitr zu spielen:

    Durch den Verzögerten Markteintritt wäre ein höherer Betrag möglich und wenn die Familie eh schon nicht begeistert ist, wäre das ein perfekte Chance für eine hohe Rendite aus einem (unrentablen) Social Community Projekt..

  • Leicht OT: Ich mags nicht, wenn man ihnen indirekt durch den Ausdruck „VZ-Marke“ gleich das VZ für alles und jeden in den Rachen schiebt…

  • Im nächsten Jahr oder in zweien, wenn die ganze SN-Branche am Boden liegt, weil all die User wie die Lemminge zum nächsten gehypten Web3.0-Abgrund unterwegs sind, könnten die Holtzbrinck-Manager ihre Hände reiben, wenn sie noch was an Erlös aus dem Ding gezogen haben. Das Geschäft ist doch inzwischen so kurzlebig, oder nicht?

  • ah sorry. tut mir leid. wollte ich wirklich nicht.

    Aber das mit dem Spam ist jetzt übertrieben. Wenn dann musst du das in Anführungszeichen setzten und ich bekomm 92 angezeigt. Habe das wirklich selten mal genommen und das war ein Fehler hab ich auch eingesehen. Werde das in Zukunft auch nichtmehr verwenden. War hier nur automatisch drin.

    werde ihn zukunft genauer darauf achten bevor ich etwas wegschicke..

  • „[…] die dedizierte Zielgruppen im Auge haben […]“

    geschenkte Zielgruppen? *fg*

    …kann ja mal passieren 😛

  • @“€œDer Krankenversicherung Blogger :-)“€? a.k.a. „steffen“: Also so wie ich das sehe, versuchst du – wie mein werter Vorredner schon sagte – ein zweiter Bernd Sonnensegel zu werden. Solche Typen wie du sind echt die Pest… kannst mir mal erklären, warum du dich nicht „Krankenversicherungsblogger“ nennst?

    Wenn ich nach „Der Krankenversicherung Blogger“ google bekomme ich nicht 92 Ergebnisse sondern spammige 47.500… darunter fast alle großen deutschen Blogs, die du mit deinen Nonsense-Kommentaren beehrst.

    Gleich mal den Google Spam Report ausgefüllt, hoffe Google straft deine Seite bald signifikant ab. Als Deutscher muss man ja seiner angeborenen Denunziantenpflicht nachkommen.

  • @SEO-Spam
    kA was du da eingegeben hast, aber bei Google bekommt man mit der Suche nach „€œDer Krankenversicherung Blogger“€? ungefähr 5.250 Ergebnisse und nicht 47.500.

    Vielleicht b2t?

  • Ich auch. Wenn du mal versuchst auf Seite 10 zu klicken endet das ganze schon wieder und weiter kann ich nicht gehen.

    Wie gesagt: War ein Fehler hab den Namen 2 tage verwendet und nicht 500000 Kommentare sondern ein Paar geschrieben. Verstehe es auch wenn die Kommentare gelöscht werden.

    Naja. Aber als Pest würde ich es jetzt nicht bezeichnen. Dafür hätte die Menge schon ein bißchen höher sein müssen.

    Aber ok. Verstehe das sich jemand darüber aufregt.

    Wie gesagt: Verwende das nichtmehr und werde es auch nichtmehr verwenden. Auch net den Krankenversicherungsblogger.

  • Bei Familienunternehmen kann es natürlich sein, dass sich Mehrheitsverhältnisse aufgrund persönlicher Streitigkeiten oder Klüngeleien ändern.

    Abgesehen davon: Ich hab kürzlich ein Interview mit einem der StudiVZ-Chefs gelesen (ich komm grad nicht mehr drauf, wo das war) und hatte den Eindruck, dass die gar nicht so richtig wissen, was sie mit dem StudiVZ anfangen sollen. „Wir sind nicht Treiber, sondern Teilnehmer an der Innovation“, oder so ähnlich – was doch übersetzt heißt: uns fällt eigentlich nichts neues ein und wir haben auch keine Lust, darüber nachzudenken…

  • Ich bin jetzt ueber deinen Artikel und der auf netzwertig.de jetzt nur kurz druebergeflogen, aber wieso redet ihr beide davon, dass Holtzbrink die Gespraeche gesucht hat? Vielleicht ist ja Facebook auf sie zugekommen und hat die Gespraeche eingeleitet, wo dann Holtzbrink gleich gesagt hat ’nee, kein Interesse‘. Also ich bin sicherlich kein StudiVZ-Fan und ich haette die schon vor Jahren wegen Ideen/Design/Code-Klau verklagt, aber so schlecht wie du, Robert, sehe ich nun die Sache fuer Holtzbrink nicht.

  • @Colin: Das war ein Interview mit der FAZ. Habe gestern darüber geschrieben. M.M nach wissen Sie nicht so recht wie man mit StudiVZ richtig Geld verdienen soll.

  • Mit StudiVZ Geld verdienen: Robert hat doch mal im Mai oder so einen schönen Artikel…irgendwas mit Free, Fremium Premium…den sollte man lesen, wenn man sich über die Einnahmemöglichkeiten von S/S/M-VZ Gedanken machen will.
    Mit der Werbung sollten die schon eine nette Summe verdienen können – je nachdem, wie intensiv sie Bannerplätze und die Anzahl der Impressionen sinnvoll einsetzen können; ich selber kenne die Seiten gar nicht, weil ich damals wirklich fassungslos war, wie platt die facebook kopiert haben – und ich hatte nur die Startseite von StudiVZ gesehen – aber so ein dreistes Plagiat ist mir noch nie untergekommen.
    Ich hoffe ja, dass facebook bei der Klage bleibt…Holtzbrinck hat auch bestimmt irgendein Geschäft in den USA, das da in Anspruch genommen werden kann. Wer für solch erbärmliche Raubkopiererei auch noch 80Mio ausgegeben hat, muss bestraft werden!

  • So wie sich dein Post liest, hast du in die Story etwas hineingelesen, das da gar nicht steht: nicht Holtzbrinck hat vergeblich versucht, StudiVZ zu verkaufen – Facebook hat vielmehr vergeblich versucht, StudiVZ zu kaufen. Das ist wohl ein erheblicher Unterschied.

  • Ganz ehrlich ich finde das überhaupt nicht überraschend. Eine Zusammenarbeit macht doch Sinn. Das man sich nicht über den Preis einigen kann ist ja auch nicht ungewöhnlich.

    @ Robert das Argument mit der Motivation sehe ich nicht so. Ich denke Facebook ist auch für viele bei StudiVZ ein interessanter Arbeitgeber, egal ob in Berlin oder im Sonnenstaat. Ich würde sowas immer als fantastische Chance sehen. Ein SN mit 10 Mio Mitgliedern machst du mal nicht so ebend aus 10.000 km Entfernung. Bis die Technik verbastelt ist dauert wahrscheinlich länger als der „Normale-VZ“ Mitarbeiter überhaupt da ist.

  • Manchmal sind die Dinge einfacher, als man annimmt: studiVZ verbrennt im Moment noch eine Menge Geld, die Kommerzialisierung ist einfach schwieriger als gedacht. Gleichzeitig will Facebook unbedingt im deutschen Markt Fuß fassen, hat dabei bis dato aber wenig Erfolg. Insofern macht es für beide Seiten sehr viel Sinn, über eine Zusammenarbeit zu reden.

  • für mich ist das ganze eine große blase:

    wieviel geld verdient facebook denn im jahr? geschweige denn studivz??

    das microsoft für knapp mehr als ein prozent von facebook über 200 millionen gezahlt hat, empfinde ich als völlig übertrieben. holtzbrinck ist natürlich von diesen zahlen völlig aus dem häuschen und versucht nun den preis in die höhe zu treiben.

    mal ehrlich: mir geben beide seiten ziemlich wenig, das wird nur so hochgehypt, weil es halt jeder kennt.

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