Sonstiges

Pest und Cholera

so bezeichnet BFM Steinbrück (SPD) die hessische Lage seiner Sozis (Reuters). Koaliere man mit der Linken, ist das genause bescheiden wie eine Neuwahl, bei der die Chancen für die SPD lt. Umfragen mehr als schlecht stehen. Gut, das ist Landespolitik, Ypsilanti muss selbst schauen, wie sie da rauskommt. Koch muss lediglich in Wiesbaden auf seinem Stuhl hocken und amüsiert zuschauen, wie die SPD sich selbst zerstört.

Viel bedenklicher finde ich aber das:

Auch im Bund schrumpft Forsa zufolge der Abstand zwischen SPD und Linkspartei. Mit 15 Prozent erreichte diese in einer Umfrage für „Stern“ und RTL eine neuen Rekordwert. Die SPD blieb bei 20 Prozent auf ihrem Rekordtief. Union (37 Prozent) und FDP (12) lägen insgesamt vier Punkte vor SPD, Grünen und Linkspartei (zusammen 45 Prozent).

Letztlich muss man sich die Frage stellen, ob die Linken nicht sowieso auf Dauer gar die CDU überholen werden. Denn soweit sind sich anscheinend die Wirtschaftswissenschaftler und Trendforscher einig, dass die Einkommensschere weiter auseinandergeht und der Mittelstand ausdünnt (was erst kürzlich durch die Schließung einiger Kaufhäuser in der Presse hochgekocht wurde). Wem die Sympathien (richtig gehört) ob dieser Entwicklung zufliegen werden, dürfte wohl klar sein. Sicher nicht den Etablierten. Denkt man es logisch weiter, wird die SPD wie die FDP zu einer Randpartei. Sie steht für etwas, das die Linke tatsächlich auf Dauer wesentlich besser repräsentiert. Die Partei des Kleinen Mannes zu sein.


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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

10 Kommentare

  • „Letztlich muss man sich die Frage stellen, ob die Linken nicht sowieso auf Dauer gar die CDU überholen werden.“
    Steile These, aber ich denke die wirtschaftsfreundlichen Interessenlobbies sind in D zu stark in der gesellschaftlichen Mitte verankert, als dass eine linke Politik auf absehbare Zeit mehrheitsfähig werden könnte.
    Wen adelt denn das Blatt des „kleinen Mannes“, die BILD, regelmäßig als „Deutschlands klügsten Ökonomen“? Hans-Werner Sinn, der einseitig neoliberale Positionen vertritt und beispielsweise seit Jahren Lohnkürzungen als Allheilmittel bewirbt – nicht gerade Politik für den kleinen Mann.
    Die Verflechtung aus Medien und Arbeitgeberinstitutionen führt aber zu so bizarren Situationen, dass der „kleine Mann“ nach Lohnkürzungen ruft und mit Schaum vor dem Mund die Gewerkschaften verteufelt, die eigentlich für seinen Lohn kämpfen…

  • LINKE vor CDU … klar kann das passieren, gibts ja in Deutschland-Ost bereits. @Robert Ich gebe Dir völlig recht: Je unsozialer sich die Union gibt, um so mehr Wähler verprellen die Konservativen, die gehen nicht zur SPD, sondern zu den LINKEN. In Bayern zeichnet sich der Trend schon ab. Wen haben die Arbeiter am Band bei BMW gewählt? Richtig, die CSU. Wen wählen sie heute, nachdem tausende von Arbeitsplätzen auf der Kippe stehen? Genau, die LINKE. LINKE wie CDU sind sich in der Grundausrichtung gar nicht so fern, wie es auf den ersten Blick aussieht, beides sind im Kern autoritätsgläubige Parteien. Ich bezeichne einmal überspitzt den großen Teil der Unions-Wähler als Spießer, wenn man sich die LINKE-Wähler im Osten ansieht, passen die in die gleiche Schublade.

    @Fritten Warum Horror und Weltuntergang. Berlin steht noch und sogar besser als zu schwarz/gelben Zeiten.

    Nein, ich werde weder konservativ Rechts, noch konservativ Links wählen 😉

  • und noch viel langfristiger gedacht, werdern SPD, CDU, FDP und Grünen wieder die linken vollkommen überholen wenn die bürger feststellen das die linken ausser viel propaganda machen nichts können und den karren gegen die wand fahren. denn da steckt nichts dahinter – ausser einer reinen protestpartei und vielen ex-sed’lern.
    vor allem nicht in einem exportland wie es deutschland ist…

    vielen sei auch mal das buch „planet germany“ von herrn hansen empfohlen!

  • Naja, zumindest kann man inzwischen nicht mehr davon ausgehen, dass das Hoch der Linken nur ein kurzzeitiges Phänomen ist. Allerdings: Mit den wenigen Inhalten lassen sich auf Dauer meiner Meinung nach nicht soviele Prozent der Bevölkerung hinter sich bringen, als dass die Linke wirklich zur neuen Volkspartei werden könnte. Solange, wie da das gern polemisierte Schreckgespenst der PDS und ehemaligen „SED-Honorationen“ umgeht, sowieso nicht.

  • Naja lassen wir die Linken doch mal regieren. Hier in Berlin sind die Linken aber sowas von Anti-Links.

    Im öffenltichen Dienst gibt es am Besten keinen einzigen Prozentpunkt mehr Lohn, gespart wird überall, ein Voksbegehren (mit ausreichenden Unterschriften) für bessere und mehr Kitaplätze (wohl ein SUPER Linkes Thema) wurde abgelehnt und nicht einmal abgestimmt mit dem Verweis auf fehlendes Geld.

    Wenn sie regieren, müssen auch die Linken akzeptieren, dass das Geld nicht einfach gedruckt werden kann. Schauen sie nach Berlin. Fragen sie die Leute nach einem Herr Körting.

    Und dann ist es schnell vorbei mit der Zustimmung. Keine Erhöhung von HartzIV ohne GEgenfinanzierung, wer soll die Rente mit 65 bezahlen? Das war nur möglich als die Leute nur 70 wurden.

    Und wenn man etwas weiter zurückschaut nach MckPomm, dann wurde die Linke dort auch heftig abgestraft nach 4 Jahren Regierung. Überall letzter Platz und in 4 Jahren hat man schwupp di wupp 13% verloren.

    Vor 4 Jahren waren es noch REP und NPD, jetzt eben die Linke. Der Wähler, der sein Heil in allles versprechende Politiker setzt, der wechselt nach der nächsten Enttäuschung. UNd statistisch gesehen sterben die Linke Wähler auch noch am schnellsten weg. Und bald wird es dann die fundamental christliche Partei auf 5%+ schaffen oder sonsteewer, der alles gute mit einfachen mitteln in einer komplexen Welt verspricht.

  • … Steinbrück hat nicht umsonst auch auf Unionsseite viele Sympathisanten. Er ist vermutlich – wie neuerdings auch Matthias Platzeck – einer der wenigen Aufrechten in der SPD? Auf Dauer bleibt auch die Frage, ob sich PDS und WASG wirklich kombinieren lassen, denn bis jetzt werden die Konflikte nur durch die Sympathiewelle überdeckt. Wann die abflaut, weiß keiner. Und wie es im Falle möglicher Regierungsbeteilungen oder gar „Duldungen“ aussieht, weiß ebenfalls keiner. Da hat die PDS bisher nämlich immer Federn gelassen. Auch ein Lafontaine ist zu schlagen, allerdings braucht es dazu Mut.

  • Ich weiß nicht, was die SPD hier für ein Spielchen spielt. Eins weiß ich aber sicher, das Spiel wird die SPD verlieren.
    Vorschlag zur Güte: Der Linksflügel wechselt zur Linken und der Rechtsflügel zur CDU. Dann hätte die Linkspartei die Kompetenz, die sie brauch um Politik zu machen.

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