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wie vernetzen sich Gesundheitsblogger besser

diese Frage stellt Christoph Weigand auf seinem Bandscheiben-Blog.

„€œDie Gesundheitsblogs“€? sollten doch eigentlich aus allen Nähten platzen – tun sie aber nicht, obwohl es bei jedem noch so kleinen Zipperlein Tausende von Betroffenen gibt, die ziellos im Gesundheitsweb umherirren… Ein Problem ist mit Sicherheit mit mangelnde Vernetzung untereinander, die allerdings durchaus nachvollziehbar ist, denn aus welchem Grund sollte schon eine „€œWurzelbehandlung“€? einen „€œTennisarm“€? pingen? Was hat die Depression mit Ergonomie am Hut? Für Gesundheitsblogger gibt es eben kein „€œGoogle Chrome“€? oder „€œWordpress 2.6.“€?, über das jeder schreiben und auf den anderen verweisen kann. Es fehlen das Bashing bzw. die Skandale und keine seriöse Gesundheits-Seite macht eben mal die anderen so richtig zur Sau. Man wird ja schon schief angeschaut, wenn man auf das Platzieren von Keywords bedacht ist oder eines der Web 2.0, Design etc. Blogs pingt.

Ich denke, da gibt es zwei gängige Maßnahmen, die helfen können, etwas anzuschieben:
– Blog Carnivals (auch Blog-Paraden genannt) regelmäßig (!) aufziehen: Ein altbewehrtes Hausrezept, das speziell bei den Business-Bloggern imho gut funktioniert hat. Denn insbesondere in diesem Bereich legt man hohen Wert auf Vernetzung. Nicht für Google, sondern für Geschäft. Auch bei den Koch- und Gartenbloggern hat das Recht gut geholfen, die Szene etwas besser zusammenzubekommen. Blog Carnivals kann man daher unter dem Begriff „Networking“ subsummieren.

– Ein Metaportal, das die Beiträge sammelt und anteasert. Beispiele findet man im gastronomischen (Gastroblogs), juristischen (Jurablogs) und -ola- medizinischen Bereich (Name der frischen Seite nicht parat)

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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

44 Kommentare

  • bin in den letzten tagen von einigen dieser med-metablogs angeschrieben worden. und hab mich auch bei einigen gesundheits- und kollegen-blogs umgetan. da gibts viel wildwuchs, wenn mensch recherchiert, wer diese seiten eigentlich von wo und dann mit welchen wirklichen interesse betreibt.. mit dem vernetzen dorten bin ich da lieber zurückhaltend…

  • das gehört selbstverständlich dazu, dass man filtert:) Aber das war und wird in anderen Blogosphären nicht anders sein. Angefangen von „Bloggern“, die gesamte Kataloge in ein Blog kippen bis hin zu Spammern und Aufmerksamkeitsfetischisten wie mir.

  • Ich bearbeite da nur eine kleine Nische und du hast völlig recht: Warum sollte ich einen Tennisarm-Blog anpingen oder der mich 😉

    Eine Blogparade habe ich bereits versucht, das war auch ganz nett, aber letztlich habe ich da nur die Blogs wiedergesehen, die ich ohnehin im Feedreader habe. Mit „regelmäßig“ gibst du sicherlich einen guten Hinweis.

    Die Gesundheitsszene ist aufgrund der (Pseudo-)Seriosität aber weniger spinnert (= weniger unterhaltsam) als viele andere Themenbereiche. Das gilt nicht nur für die Betreiber der Blogs (die durchaus webzwonullig sein können und müssen), sondern ganz besonders an den Besuchern.

    Die haben meist keine Ahnung vom Internet sondern sind ausschließlich an Problemlösungen ihre Krankheit betreffend interessiert und nicht an netten Gimmicks. Was mich nicht davon abhält auch mal Blödsinn zu schreiben, weil ich es halt möchte und mich selbst dabei gut unterhalte.

    Du magst es dir vielleicht nicht vorstellen können, aber trotz ausführlicher Erklärungen und reichlich Besuchern haben nur 20 Leute meinen Feed abonniert.

    Ist halt wirklich eine ganz andere Szene…

  • hm.. danke für die Einblicke. Wegen RSS-Abo ist klar, dass es sich wohl eher um technisch weniger Affine auf den ersten Blick handelt (obwohl ein Techie ja auch gesund leben muss).

    LIegt es möglicherweise an der Art, wie man die Themen anpackt und herüberbingt? Auch unter Berücksichtigung dessen, dass Gesundheit häufig mit Docs gleichgesetzt wird, sprich, es darf gedanklich nur ein Experte sprechen.

  • Was sind „Gesundheitsblogger“? Medizin, Gesundheit, Pharma, Wellness, Politik, Wirtschaft. Das Thema „Gesundheit“ hat viele Facetten, bei denen die Motivation der Blogger und die Varianz der Themen sehr unterschiedlich ist. Eine „Vernetzung“ stelle ich mir da schwierig vor.

  • na ja, das hat Christoph ja bereits im Artikel angesprochen. Man muss es aber auch nicht in Schubladen unterteilen, um zum Ziel zu kommen, wenn man allg. Lösungen kennt. Das kommt erst im zweiten Schritt imho.

  • Meine Meinung, aus Beobachtung der Medizinblog-Szene: Zielgruppe ist alles. Blogoscop, Bloggeramt, Blogroll, Bogcarnival und andere Vernetzungstools in der Blogosphäre sind Zeitverschwendung. Die Leser müssen von aussen kommen. Ein Hinweis z.B. im Newsletter der relevanten Selbsthilfgegruppe bringt mehr. Dazu: Der content muss hochwertig/unique sein. Immerhin müssen „Gesundheitsblogger“ sich gegen Unmengen von täglichen Gesundheits/Medizininformationen behaupten – von Apothekenblättchen bis focus-Online. Betroffene brauchen nur den google-news Service zu abonnieren, und erfahren alles relevante zeitnah. Da muss ein Blog schon einen ziemlichen Mehrwert bieten. Kann sehr anspruchsvoll sein, von den ethischen Anforderungen an die Güte der Information mal abgesehen. Z.B. kann eine vorschnelle oder falsche Interpretation von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen im schlechtesten Fall sogar Schaden anrichten.

  • Na klar, Robert, wenn man sich nicht als Experte präsentiert, dann ist ein Gesundheitsblog meist wenig sinnvoll, denn die User suchen halt Hilfe und wer soll sie geben, wenn nicht ein Experte. Wobei ich auch meinen angemeldeten Usern die Möglichkeit gebe, über WP-MU eigene Blogs zu schreiben und damit andere Betroffene anzusprechen.

    Und trockene Fakten aufzubereiten und am eigenen Erleben der User zu orientieren ist hartes Brot, so meine Erfahrung. Da hast du eine doppelblind randomisierte und kontrollierte Studie mit mäßig signifikanten Ergebnissen aus einer englischen Fachzeitschrift als Ausgangsbasis.

    Und daraus mache mal einen fetzigen und unterhaltsamen Artikel. Manchmal gelingt es mir 🙂

    Es ist nicht das „Wie-packe-ichThemen-an“, also der Blogger, sondern eher das Thema, welches oft eher einen geringen Spaßfaktor hat. Schließlich geht es um Krankheiten. Und die Leute, die dich besuchen haben ein Problem. Ein existentielles, keinen Bluescreen 😉

    Und als üblicher Vernetzungsfaktor ist eben „Hey, ich habe bei Elmar einen guten Artikel gelesen, wie ich meine lahmen Spermien wieder auf Vordermann bringen kann“ eher ein seltener Trackback 😀

    ich denke, dass die Angst vor Stigmatisierung da eine ziemlich hohe Schwelle darstellt

  • @ Elmar #4 + #11
    Gut, daß Du das auch so siehst, mir will das nie jemand abkaufen.
    @ Doc Sarah
    Egal, wie verschieden die Themen sind – Überschneidungen entstehen immer wieder bzw. können entstehen, wenn man es zuläßt ;-).
    Mein Eindruck ist eher, daß jeder gerne sein eigenes Süppchen kocht, und nur ungern über den thematischen Tellerrand schaut.
    @strappato
    Viele Tech-Blogger käuen doch auch nur die Heise-News etc. wieder und dennoch entsteht eine lebhafte Diskussion.
    Ich glaub‘ nicht, daß es an dieser „Konkurrenz“ liegt. Irgendwas ist „irgendwie anders“ bei den Gesundheitsthemen.
    Und ich weiß immer noch nicht, was genau den Unterschied ausmacht.

  • Noch eine Beobachtung von mir: Viele Gesundheitsblogs werden nur unregelmässig mit neuen postings gefüllt und/oder auch mit themenfremden content. Zusammen mit der unterdurchschnittlichen RSS-Nutzung ist das fast ein k.o. Kriterium, wenn man mehr als nur die Handvoll Stammleser ansprechen will.

  • @Christoph
    Klar schaue ich auch über den thematischen Tellerrand. Aber meist passt das nicht in das (erfolgreiche) Konzept des blogs.

  • Gegen einen gesunden Anteil von themenfremdem Content habe ich nichts einzuwenden.
    Sehen viele aber anders, stimmt. Werde auch in unregelmäßigen Abständen deswegen per Mail/Kommentar „gemaßregelt“.
    Kann – ääh – will aber nicht anders 😉

  • @Robert: Eine Blog-Parade versuche ich im Moment gerade zumindest für den Bereich der Abnehm-Blogs. Der Zulauf ist aber eher mager. Bisher gerade 3 Blogs, die ich noch nicht kannte.

    Ich glaube die Zielgruppe ist einfach nicht sehr Technikaffin. Ein Blog ist da vermutlich nicht das perfekte Mittel. Seit kurzem versuche ich deswegen die Einträge wöchentlich auch per Newsletter zu versenden. Aber auch da bin ich über eine Anmeldung pro Woche schon froh.

    Was die News angeht: Ich finde es macht schon einen Sinn, hier menschlichen Filter zu spielen. Ich gehe jeden Tag ein paar Hundert News durch um eine Handvoll auszuwählen. Das ist zwar wenig Blog-Like, aber meine Leser sollen ja wissen, was ich so lese, damit sie auch wissen wo mein Weltbild/meine Meinung herkommt.

    Aber letztlich ist es undankbar. Man kann sich die Finger wund bloggen und bekommt trotzdem kaum Leser. Die Motivation sollte also woanders her kommen. Ich mache es, um am Thema zu bleiben. Und vermutlich höre ich mich einfach gern reden. 😎

  • spielt denn eine Vernetzung gar keine Rolle? Immerhin inspiriert man sich damit gegenseitig und so wie das zB die EEE-PC Blogs machen, ist das zB verdammt genial wie auch für den Leser nützlich. Man hilft sich gegenseitig mit dem Besuch von Messen aus, man shared Content (Fotos, Videos…), ohne dass der eine dem anderen die Augen auspickt.

  • Oft ist das bloggen auch ein Abfallprodukt des Jobs, wie bei mir. Dann ist das Kommunikationsbedürfnis nicht so gross.

  • @ Horst: Nein, es geht nicht um zuwenig Leser. Da gibt es viele Beispiele und ich kann mich auch nicht über zu wenig Traffic beklagen.

    Es geht wirklich nicht ums Augenauspicken. Ich schaue mir auch gerne andere Gesundheitsblogs an oder würde auch Besucher dorthinschicken. Die Schnittmengen sind jedoch extrem gering. Während die von dir genannten EEE-PC-Blogs als Techie-affine Blogs auch mal über Bluescreen und Chrome berichten können und damit ein Vernetzungsthema haben, interessiert das die Besucher der Gesundheitsblogs nicht die Bohne. Ich habe mit Christophs Blog schlicht keine Schnittmengen, so sehr ich diesen und andere Gesundheitsblogs auch schätze.

    Und es ist auch kein Mangel an Übung. Mein privates Blog strotzt nur so vor Pinghins und -backs.

  • @ christoph #15: meine patienten lesen fast alle mit. und viele andere. das „querbeet“ konzept geht bei mir gut auf. aufgrund der mir obliegenden schweigepflicht kann ich themen aus dem konkreten praxisalltag leider nur abstrahiert übernehmen. und reine wissenschaftsinformation ist meinen lesern zu trocken….

    @ robert #18: das mit der vernetzung ist holprig. auf anfänglich noch häufige verlinkungen oder comments von mir in anderen themenverwandten blogs kommt leider keine resonnanz. wär vielleicht mal ein gutes thema für ein barcamp…

    @ strappato #19: hab ihr blog schon lange auf der blogroll. die sog. abfallprodukte finde ich sehr gehaltvoll. chapeau!

  • 🙂

    Siehste. Und wo geht der Link hin?

    Zur Ärztezeitung statt hierher

    War aber ein guter Katalysator, dein hier von Robert aufgenommener Beitrag, ich werde eher mal dran denken, auch woanders zu lesen und zu verlinken/-netzen

    Die Kommentatoren dieses Beitrags habe ich zumindest mal in meinen Reader aufgenommen, da ich zumindest von einer prinzipiellen Bereitschaft zur „Vernetzung“ ausgehe.

  • Ich bin ganz bei strappato – und man sieht was man aus Müll alles machen kann.Chapeau!
    Dies Szene ist einfach zu klein und zu mit unterscheidlichen Interessen. Siehe mein posting im Bandscheibenblog.

  • Hallo, mein Name ist Sascha Meyer. Ich bin ganz neu bei den Bloggern. Meine Freunde und ich versuchen eine Intrnetseite auf die Beine zu stellen, zu der auch ein Blog ins Leben gerufen worden ist. Hier wollen wir versuchen, alles was mit Medizin zu tun hat an einen Tisch zu bekommen.
    Wie ich auch schon hier gelesen habe, ist dies nicht einfach.

    Da ich wie gesagt, mit bloggen keine Erfahrung habe, würde ich mich über einige Tipps von euch freuen.

    Viele Grüße Sascha

  • @ Tim laß dich bitte erst von dem Portal überraschen…
    Es wird etwas ganz anders, als du denkst. Wenn du es siehst und dann schlecht findest, ist das ok, aber bitte nicht vorher VERurteilen.

    @ Doc Sarah, ja ich lese gerade alles. Habe vom bloggen keine Ahnung aber von der Gesundheitsbranche. Jetzt würde ich gerne von eurem Wissen
    profitieren, wie es mit dem bloggen läuft.

    Habt Ihr Erfahrungen, die vielleicht für den Start sehr wichtig sein könnten??? Damit ich Fehler vermeiden kann.

    Danke

  • @ Sascha: Deine Frage ist ein klein wenig weitgefasst und ungefähr so leicht zu beantworten wie „welche Tabletten muss ich schlucken, damit ich gesund werde?“ Schwer zu sagen, wenn man noch nicht einmal die Krankheit kennt 🙂

    Fokussiere dich auf das, was du kennst, wo du Expertise oder zumindest Interesse hast, übernimm dich nicht und leg´los. Für Feinschliff ist dann immer noch Zeit.

  • Danke Robert,

    der Link hatte ich noch nicht..!

    Aber ich lese und lerne 😉 immer gerne!!!

    Gruß Sascha

    P.S. würde mich freuen, wenn Ihr mal positive wie negative Kritik über meinen Blog äußern könntet… wenn die ersten Einträge stehen.

  • Ja, gerne gebe ich euch den Blog. Wie gesagt, er steht erst in den ersten 5 Minuten seines Lebens. Wir beschäftigen uns mehr mir der Seite an sich, damit wir am 01.01.2009 spätestens starten können. http://www.docdialog.de
    Bitte alles ansprechen, was wir verbessern können. Ich bin für jede Art von Kritik dankbar.

    Euch einen schönen Tag

    Sascha

  • Ist man in einem Gesundheitsblog unterwegs geht m.E. nur das Verlinken mit Blogs die man selbst gerne liest. Kommentare schreiben etc. Die Szene ist groß (siehe med1), aber in viele kleine Nischen unterteilt. Man braucht mehr Geduld und mehr Zeit um interessante Posts für „seine“ Leser bereitzustellen. Die Leser sind allerdings anders als bei „normalen“ blogs. Das Thema ist ja auch sehr persönlich. Leider sind sie auch nicht so engagiert. Erstmal postet man ganz alleine bis irgendwann auch mal ein Leser eine Frage stellt und sich vielleicht eine Diskusion ergibt.

  • Ich bin noch recht neu als Bloggende Heilpraktikerin unterwegs. Was die Vernetzung von Blogs betrifft habe ich noch wenig Erfahrung. Werde mir mal die Links in dem Artikel näher anschauen. Vielen Dank!

  • Hallo

    ich denke es muss nur informativ geschrieben sein dann kommt die Sichtbarkeit schon von alleine 🙂

    Viele Grüße Robert

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