Blogs und Einnahmequellen

Robert Basic

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wird Zeit für ein Update, wie es mit den Einnahmequellen auf Basic Thinking aussieht. Bis dato hatte ich in den vergangenen Jahren über meine Erfahrungen mit Google AdSense und Paid Links geschrieben. Zwischendurch habe ich mich mit dem Thema paid blogging (zB Trigami) beschäftigt, was ich aber nur aus der Entfernung einschätzen konnte. Und seit Ende des letzten Jahres habe ich Direktbanner auf der Seite. Google AdSense ist nicht mehr, paid Links gibt es nach wie vor.

Wie sehen nun meine Erfahrungen mit dem direkten Verkauf von Werbeplätzen auf dem Blog aus? Wo sind Knackpunkte?
Ein Knackpunkt ist, dass ich -was sich komisch anhört- dummerweise in der Position bin, dass ich nicht auf Werbekunden zugehen muss, sondern die Werbekunden auf mich zukommen. Insofern vermag ich nicht viel zu dem Thema sagen, wie man seinen eigenen Anzeigenvertrieb aufzieht. Was natürlich ein Manko ist, wenn man dieses Thema beackern möchte. Denn der Eigenvertrieb ist wohl mit das größte Problem, um Werbekunden an Land zu ziehen. Aber, ich kann aus einer anderen Perspektive zu der Platzierung von Direktbannern etwas sagen.

Dazu muss man verstehen, wie andere Webseiten vorgehen. Man trennt die Redaktion vom Anzeigenvertrieb. Was ich nicht tue quasi. Denn ich bin in Personalunion derjenige, der mit Werbekunden verhandelt und zugleich befülle ich mein Blog selbst. Die Presse tut das bewusst, um unglückliche Verquickungen aus dem Wege zu gehen. Sprich, man will nicht den Eindruck erwecken, man bevorzuge bei der Presseberichterstattung Werbekunden. Oder behandle sie besonders schonend. Ob das wirklich redaktionell keinen Einfluss hat, wenn man den Anzeigenvertrieb von der Redaktion personell entkoppelt, mag man dahinstellen. Natürlich dürfte es immer wieder zu Reibereien zwischen Redaktion und dem Pressevertreter eines Unternehmens kommen, wenn das Unternehmen einen miesen Pressebericht bekommt. Gerade dann, wenn das Unternehmen nicht zu knapp Werbegelder platziert.

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Als Blogger, der kein Journalist bei irgendeiner Zeitung ist, kann ich mich von diesen künstlichen Konstrukten lösen. Denn, ich erachte nicht die Verquickung als das größte Problem, sondern dass ich als Person keinen Anlass sehe, einen Werbekunden aufs Blog zu nehmen, dessen Produkt bzw. Service mir nicht gefällt. So passiert es nicht gerade selten, dass ich Anfragen genau aus diesem Grund ablehne. Manchmal gefällt mir das Produkt nicht, manchmal passt es einfach nicht zu dem Thema des Blogs. Als Blogger bin ich eben eine 1-Man-Show. Und genau aus diesem Grunde sollte man sich nicht davon trennen, sich vom Produkt, das beworben wird, lösen zu wollen. Natürlich stehe ich mit meinem Namen dafür gerade, dass das Produkt oder der Service mind. passabel ist. Ob es eine bezahlte oder freiwillige Empfehlung ist, denn das ist es, spielt imho keine Rolle. Klar sehen das viele anders. Ein Unternehmen mit 100 Mitarbeitern kann so nicht mehr agieren, aber ich bin eben kein 100-Mann Unternehmen.

Sollte man aber redaktionell gesehen doch etwas zu einem Werbekunden schreiben, muss man doppelt darauf achten, was man sagt. Weniger wegen dem, was wohl der Werbekunde denken könnte, sondern was der Leser denken könnte. Es kann also durchaus sein, dass einem ein Service fantastisch gefällt. Und dann? Wie sieht das aus, wenn man den über den grünen Klee lobt? So bin ich bspw. von der Simplizität und Schnelligkeit des Gruppenkalenders „Doodle.ch“ begeistert. Die sind aber kein Werbekunde. Wenn die einer wären, dann erscheint mein Lob in einem ganz anderen Licht. Es geht also gar nicht unbedingt um Verrisse, sondern um Positives. Das mag einigen von außen betrachtet logisch erscheinen, aber ich denke, darauf kommt man nicht so schnell, wenn man selbst vor der gedanklichen Situation steht. Es ist eine Zwickmühle. Schreibt man zu positiv, gilt man seitens der Leser als bezahlt, schreibt man zu negativ, meint man, mit dem Werbekunden Ärger zu bekommen. Wer das Manko sieht und keinen Ausweg für sich findet, redaktionell aufgrund des Außenzwangs Einschränkungen zu empfinden, sollte Abstand davon nehmen, Direktwerbung in Eigenregie zu managen.

Ich für meinen Teil löse das über meine Bauart. Wie oben beschrieben sehe ich mich in der Pflicht, keine Schrottprodukte zu bewerben, ebenso erwarte ich von mir selbst wie auch dem Leser, Interessenskonflikte offen anzusprechen, die bei einem Posting bestehen könnten. Was aber letztlich nicht so das Megaproblem darstellt, denn wenn man wie ich sein Blog als Begleiter auf Jahre hinaus betrachtet, dann setzt man auf die Langfristigkeit der Eindrücke. Weniger auf kurzfristige Schwankungen, ob ein Leser meint, Du wärst eine bezahlte Ratte, dem wenige Artikel reichen, mich von Grund auf einschätzen zu können. Na ja, wie im RL: Erst mit der Zeit lernt man eine Person kennen, weniger über 5-Minuten Fastfood-artige Eindrücke.

Das soweit zum Thema Direktwerbung. Über andere Möglichkeiten gehe ich in weiteren Artikeln ein.

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Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.