Sonstiges

Komm zu mir, kriegst alles kostenlos

nehmen wir an, es gibt eine Firma, die würde Euch ein unverschämt gutes Angebot machen: Ihr bekommt den Service XYZ kostenlos, der sonst sagen wir mal 2.000 Euro kostet. Und Ihr könntet den Service sogar gut gebrauchen. Was Ihr dazu tun müßt? Euch bereit erklären, als Referenzkunde genannt werden zu dürfen. Was das ist? Na, ein Kunde, auf den die Firma verweisen kann, wie toll sie das alles gemacht hat und wie happy Du bist.

Frage: Würdet Ihr Euch den Vertrag dennoch genauer anschauen oder aber das Papier glatt unterzeichnen?

Update 1:
Nächster Punkt…
Könntet Ihr Euch vorstellen, dass es Menschen gibt, die Verträge quasi blind unterzeichnen, ohne einen Vertrag gelesen zu haben? Wir reden von einem physischen Vertragsgespräch. Nix Internet.

Update 2:
Next… (wie Ihr schon merkt, das wird ne Salami hier;)
Könntet Ihr Euch vorstellen, dass da Punkte im Vertrag enthalten sind, die den Aussagen am grünen Tisch völlig widersprechen? Und der Kunde dennoch unterzeichnet, weil er eben den Vertrag nur überflogen hat? Und sich vom Versprechen ob der großen Einsparung (nehmt andere Zaubersummen, bis der Kunde gierig wird) blenden läßt? Schon mal „Gier frisst Hirn“ gehört?

Update 3:
Next…
man stellt nachher mit Erschrecken fest, dass man ein Abo abgeschlossen hat! Man spart nicht x.000 Euro, sondern darf monatliche Raten zahlen! Und der nette Vertragspartner schwört Stein und Bein, dass man den Kunden explizit darauf hingewiesen habe, dass es natürlich etwas kostet. Aussage gegen Aussage, Unterschrift unter dem Vertrag, was für einen Kaufmann, der als Kunde blind agiert hat, vor Gericht schon ziemlich doof aussieht. Da gilt kein Welpenschutz!

Update 4:
Next and last…
Wer glaubt, das passiere nicht so oft, täuscht sich. Die Masche ist exzellent! Ohne dass ich die Taktik beim Vertragsgespräch kenne, aber die Kunden unterschreiben solche Verträge reihenweise! In allen möglichen Branchen versucht man, mit diesem Schema „Refererenz-Kunde“ und „Kostenlos Vertragsabschlüße zu erschleichen. Rauskommen ist da verdammt schwer. Kostenlos ist nicht da draußen!

Also, wenn es wieder mal heißt „Sei mein Referenzkunde, kriegscht alles umsonst“, Ohren auf, Augen auf, Türsteher rufen. Ob der Türsteher nun Igor heißt und 200 Kilo wiegt, spielt keine Rolle. Zeugen sind Pflicht! Glaubt nicht, dass Ihr schlauer seid. Seid einfach nur wacher als üblich, wenn man mit Kostenlos herumwedelt. Was meistens gut hilft: Macht nen Break, nehmt den Wisch mit raus, so dass Ihr die konstruierte Verkaufssituation mental verlassen könnt, egal was das Gegenüber plappert, ignoriert ihn einfach in dem Moment. Sucht Euch das Schlachtfeld selbst aus;) Und was ich auch schon mal gemacht habe: Eine Tonbandaufzeichnung mitlaufen lassen, natürlich mit schriftlicher Genehmigung des Gegenübers. Schaut komisch aus, wirkt aber Wunder:)


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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

44 Kommentare

  • Für Menschen die so etwas beruflich machen, gibt es einen Namen.
    Aber im reich der Blogger ist das eher normal, würde mich jetzt nicht schocken wenn Du Dich da einreihen würdest. Auch wenn ich es nicht toll finden würde.

  • Vertrag ist Vertrag…. Der wird angeguckt… Obwohl: Reden wir über Vertrag oder eine AGB? Mit AGBs steh ich immernoch auf den Kriegsfuß und bin ein kleiner Schnellklicker…

  • einfach so unterschreiben sicher nicht aber auf jeden Fall genauer anschauen, weil wenn das ein Service ist, dass ich gut gebrauchen kann ist auch die Chance recht gross, dass ich overall damit zufrieden bin, daher auch tatsächlich als Referenzkunde dienen kann. Was ich persönlich sowieso nicht ausstehen kann sind diese über den Klee alles lobenden „Referenzkunden“. Mir ist eine fundierte Kritik mit möglicherweise ein paar „das find ich nicht so gut“ allemal lieber…

  • Die Frage ist, was ein Referenzkunde tun muß: Wenn potentielle Kunden live bei Dir auflaufen um den Referenzkunden bei der Arbeit mit dem Produkt zu sehen, kann die Angelegenheit (in Tagessätzen, Kaffee und Kuchen) teurer werden als eine satt bezahlte Lizenz.

  • Der Vertrag wird natürlich erst mal durchgelesen, zumindest quergelesen…
    Bei all den $-Zeichen, die man ob des gesparten Geldes in den Augen hat, gehört das gerade heutzutage, wo man alle möglichen Klauseln in Verträgen findet dazu.
    Da kann der Zauberer zaubern wie er will 😉

  • Klar würde ich reinschauen! Zuerstmal darauf prüfen was Referenzkunde genau bedeutet.

    Bist Du in eine Falle getapt, dass es nun doch etwas kostet? In der hinsicht wäre ich nämlich nicht so mißtrauisch (ausser ein Blogger macht mich vorher auf die Problematik aufmerksam 😉 )

  • Hahahahaha!
    Auf alle Fälle *SEHR* genau lesen, die Masche „Du wirst Referenzkunde“ ist ein altbekannter [edited by admin]

  • Ich würde sowas ablehnen. Pro: Keine Werbung mit meinem Namen; Keine Gedanken an Vertragsklauseln verschwenden; Kein ungutes Gefühl in der Magengegend.

  • Vertragsunterzeichnung: Hängt davon ab – wenn es ein Vertrag aus einem Metier ist in dem ich mich auskenne, überfliege ich im Normalfall die einzelnen Klauseln und achte auf Reizwörter.

    Wenn nicht, lese ich tatsächlich Punkt für Punkt.

    Referenzkunde: Klar, wieso nicht? Ich würde mir allerdings als Referenzkunde auch vorbehalten, negatives erzählen zu dürfen, falls mir etwas nicht gefällt.

  • Natürlich würde ich mir den Vertrag genau anschauen. Mal abgesehen davon, dass da ein paar böse Folgekosten versteckt sein können (z.B. spätere Pflege einer Webseite), würde mich auch interessieren, wie weit die Werbung in meinem Namen gehen soll. Außerdem ist interessant, welche Ausstiegsmöglichkeiten man hat. Beispielsweise könnte sich der Anbieter einen recht schlechten Ruf „erarbeiten“, so dass man bei diesem nicht mehr als Referenz erscheinen will.

  • natürlich, buchstabe für buchstabe. sind wir nicht alle ausgebildete rechtsberater? 🙂 ne, ganz im ernst, kommt da natürlich schon auch immer auf die summe drauf an. bei einer ersparnis von 2.000 nimmt man das ganze schon ein bissi ernster und für so fälle hab ich dann zum glück meine gute freundin ingrid aka rechtsanwältin 🙂

  • 1. Vertrag vollständig durchlesen
    2. Was nicht klar ist wird klar gemacht (ausgedeutscht, vereinfacht) – oder halt im Dokument gelöscht/gestrichen.

    —oder—

    Du legst anstelle des Vertrags die Modalitäten einfach in ein paar griffigen Statements selbst fest – insbesondere was die Auflagen bei der Nennung als Referenzkunde angeht (bspw. Recht zur Löschung des Statements ohne Angabe von Gründen).

    Bei 2000 Euro empfehle ich Dir die Zeit zu nehmen.

    Cheers, Reto

  • Und in dem Vertragsgespraech wird nicht die Moeglichkeit gegeben sich zurueckzuziehen um sich das ganze anzusehen und/oder den Vertrag zum pruefen mitzunehmen?

  • @Armin: Unter solchen Bedingungen würde ich persönlich niemals einen Vertrag unterschreiben. Das stinkt ja gleich zum Himmel, wenn mein Gegenüber mir keine Bedenkzeit und/oder Möglichkeit den Vertrag zu lesen bietet.

  • wird unter ehrbaren Kaufleuten nicht vorab in mehreren Gesrpächen alles soweit mündlich festgelegt, dass man auf der Vertrauensbasis den Akt der Vertragsunterzeichnung im Vorbeigehen erledigt?

  • @Robert: Also so ein Verfahren ist mir unbekannt. Egal was besprochen wurde – die schriftliche Ausführung schaue ich mir nochmal sehr genau an. Auch wenn z.B. mancher Bankberater vor Langeweile zu sterben scheint, während ich Beiblatt 08/15 in aller Ruhe lese 😉

  • There is NOTHING like a free breakfast.

    Und @Robert
    Ein „ehrbarer“ Kaufmann würde natürlich auch auf etwaige Stolpersteine hinweisen. Ein Vertragspartner gilt aber erst als „ehrbar“, wenn er dieses – dir oder DEINEN Vertrauenspersonen gegenüber – bewiesen hat.

    Holger, ein Hanseat, der bei „Handschlagsverträgen“ weiss wovon er spricht 🙂

  • Antwort: Ich unterscheibe solche Sachen nicht, aber…
    @ Update 1: Da kenne ich einige. Oder wie konnte sonst eine Sendung namens ‚Nepper, Schlepper, Bauernfänger‘ jahrelang bestehen…
    @ Update 2: siehe @ Update 1

    Zudem nehme man die gesamte derzeitige -auch von mir angesprochene- Diskussion über den Datenschutz: Da bestellen Leute irgendetwas am Telefon, weil sie sich einen Benefit versprechen und ärgern sich dann, wenn sie einen Vertrag bekommen, der nur teilweise stimmig ist mit den Angaben des Call Centers. Leider gibt es noch zahlreiche Gutgläubige… oder ist das am Ende doch gut für die Wirtschaft?

  • Also ich habe schon mal einen Vertrag blind unterschrieben. Und zwar deswegen, weil meine Familie über Jahrzehnte hinweg einen der besten Versicherungsvertreter von Welt hatte. Nachdem dieser in Rente gegangen war, kam sein Nachfolger und hat sich erst einmal ein wenig um den Kundenstamm „gekümmert“. Er hatte mich dann „beraten“ und mir einen Unfallversicherung aufgeschwatzt. Natürlich hat er mir versprochen das ich jederzeit vom Vertrag zurücktreten könnte bzw. zumindest die Beiträge aussetzen könnte. Nichts von alledem was er gesagt hatte stimmte.
    Das war dann der erste und letzte Vertrag den ich bei ihm unterschrieben habe. Nun hat er bei unserer ganzen Familie mittlerweile Hausverbot und es steht eine Anzeige wegen Unterschriftenfälschung im Raum.

    Ich denke es gibt recht viele Menschen die aus blindem Vertrauen heraus Dinge unterschrieben haben, die sie später (bitter) bereut haben. Aber das ist dann von der anderen Seite natürlich absolut kurz gedacht. Denn so vergrault man sich nicht nur einen Kunden, sondern einen Kunden der u.U. das Unternehmen weiter empfohlen hätte.

  • jeden morgen stehen ganze heerscharen von dummköpfen auf….von denen wieder ganze massen von anwälten leben.

    um diese dummköpfe fit fürs leben zu machen benötigt es wieder abertausende von sozialarbeiter..usw. usw.

    wo ist das problem ?

  • Ich fürchte ich könnte mich dazu hinreissen lassen, sowas zu unterschrieben. Jenachdem wie vertrauenserweckend der Verkäufer auftritt, ich hab das auch schon bei manchen Verträgen so gemacht und bisher *toitoitoi* keine bösen Überraschungen erlebt.
    Da ich aber in letzter Zeit von einigen Aktionen wie Du, Robert, sie hier beschreibst mitbekommen habe (Webdesign – Firma, mit einer Währung im Namen) bin ich in Zukunft sicherlich viel vorsichtiger.

  • Genau so etwas, wie Robert schreibt, wurde mir schon angeboten und natürlich habe ich abgelehnt, weil der angebotene Vertrag im Prinzip abzocke war.

    Ich habe auch Kunden die früher mal bei einer gewissen Firma Kunde waren, welche mit der Referenzkundenmasche arbeitet, also scheint deren Masche immer noch zu funktionieren. Es scheint zumindest solange zu funktionieren, bis deren Mindestvertragslaufzeit ausläuft …

    Nochwas zum Rechtsdeutsch: Wenn es sich um das Firmen-Konglomerat handelt, was ich vermute sind Unternehmer und Selbstständige die „Opfer“. Diese sollten aber in Verträgen zumindest auf so Dinge wie Einmalzahlung, monatlicher Betrag und Mindestvertragslaufzeit achten können. Theoretisch …

  • Ich bekam neulich (als Wirtschaftsjournalist) einen Fall auf den Tisch, wo eine Versicherungskundin eine Vermittler-Provisionsvereinbarung unterschrieben hat: 5 Jahre lang kriegt der Typ für den Verkauf einer fondsgebundenen Lebensversicherung jeden Monat knapp 50 Euro, egal ob die Versicherung nach zwei Monaten gekündigt wird oder nicht. Die Frau hat unbesehen unterschrieben und nach ein paar Monaten gemerkt, dass sie so einen Vertrag überhaupt nicht wollte. Den Verkäufer muss sie 5 Jahre lang weiter alimentieren, ob sie will oder nicht – da ist juristisch nix zu machen. AGBs kann man noch anfechten, aber wenn etwas handschriftlich im Vertrag vereinbart und dann unterschrieben wird, kommt man kaum noch raus.

  • Ich unterschreibe nichts mehr, ohne eine Nacht drüber zu schlafen. Ich sag das auch genau so. Das schreckt viele Verkäufer ab und dann weiß ich, dass was faul ist. Ein Tag Bedenkzeit bedeutet meistens auch, Vertrag genau lesen.

  • Ich muss gestehen, dass mir das sicher auch passieren könnte. Es ist doch auch die Masche mit den ewig langen Verträgen. Der Gesetzgeber will alles haarklein regeln und schreibt genau vor, was in einen Vertrag muss.
    Bestes Beispiel: Widerrufsbelehrung in Online-Shops: Die wird auch immer länger und keinem hilt es was.

  • umsonst sind sachen die nichts wert sind, aber es gibt dinge die kostenlos sind.
    z.b ein produkt auf den markt zu bringen wo es ähnliches schon gibt aber das neue eben besser sein soll. habe ich selber erlebt in den letzten 14 tagen, war ein serieöser vorgang so wie es sein sollte.

    die referenzkunden-masche ist da eher auf der anderen seite angesiedelt. vertrag und gespräch sind da zwei grundverschiedene dinge. eigentlich brauch man kein verkaufsgespräch, egal was gesagt wird, ist eh hinfällig da nur der vertrag gilt und wer kennt sich schon in agb’s aus die mit paragrafen nur so gespickt sind? dann würden alle juristen sein. scheint ja jede menge davon zu geben die alle gesetze kennen.
    es soll firmen geben die nur referenzkunden haben, wo sind dann die echten, normalen kaufenden kunden?
    bestimmte zeichen in firmennamen sollten eigentlich nur jeden warnen sich auf diese firmen einzulassen so wie martin das schon gesagt hat und sehr mit vorsicht betrachtet werden.

  • Ich kann mir gut vorstellen, dass viele unterschreiben. Ist das nicht die klassische Masche mit Wintergärten?
    Ich erinnere mich an einem Mobilfunkvertrag, den ich auf einer Messe abgeschlossen habe. Der Anbieter bat mich doch glatt, den Vertrag blanko zu unterschreiben, weil das ausfüllen dauert ja so lange und das macht er dann schon. Da muss ich ja nicht dabei sein. Das war so ganz normal rübergebracht und jeder zweite hätte das bestimmt akzeptiert. Ich gehe aber auch davon aus, dass es nicht böse gemeint war, also nichts schlimmes passiert wäre.

  • Alles schon und gut was Ihr so schreibt aber was macht man wenn dieser Vertrag dummerweise unteschrieben würde Zähne zusammenbeißen und durch?

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